706 Mio. € weniger Umsatz – die dramatische FFA-Kinobilanz 2020

Niemand hat bei zwei Corona-bedingten Lockdowns in der finalen Auswertung der Kinozahlen auf ein Wunder gehofft. Wie dramatisch die Zahlen sind, zeigt die heute von der Filmförderungs-Anstalt FFA vorgelegte Kinobilanz 2020 mit historischer Dimension.

leeres Kino
Geschlossene Kinos von Mitte März bis Juli und in er zweiten Welle seit November, Reduktion der Sitzplatzkapazität um notwendige Abstandsregeln zu bieten, Abzug von Blockbuster-Titeln in Folgejahre oder zum Streamingdienst – das Jahr 2020 verwandelte sich vom erfolgsversprechenden Superjahr zum Desaster. Wie die FFA heute meldete, wurden 2020 insgesamt 80,5 Mio. weniger Tickets als im Vorjahr verkauft. Lediglich 38.094.623 Kinobesuche hat die FFA für 2020 gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 67,9 Prozent. In Geld bedeutet dies 706 Mio. Euro weniger Umsatz, das ist ein Rückgang von 69 Prozent.

FFA-Vorstand Peter Dinges stellt fest: „Das ist ein sehr schlechtes Ergebnis, wie es in dieser Situation aber zu erwarten war. Die FFA hat gemeinsam mit den anderen Förderungen des Bundes und der Länder alles in ihrer Macht Stehende getan, um die Not zu mildern. Auch sonstige Hilfsprogramme der Bundesregierung haben geholfen. Trotzdem ist die Lage für die Branche sehr schwierig.“ Bisher hat die Situation sich noch nicht in alle Zahlen niedergeschlagen, die Zahl der Kinounternehmen ist mit 1.227 unverändert, die Zahl der Spielstätten lediglich um 6 auf 1.728 zurückgegangen, die Zahl der Leinwände um 35 auf 4.926 und die Zahl der Standorte (also Städte und Gemeinden mit einem Kino) um 3 auf 943 – hier liegen alle Verluste unter 1 Prozent. Aber: „Die Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden sich erst im Laufe dieses Jahres zeigen“, so Peter Dinges. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Menschen die Kinos als Kultur- und Erlebnisorte schon lange schmerzlich vermissen und nur darauf warten, dass die Häuser endlich wieder öffnen dürfen. Deshalb wird es nach dem Neustart wieder richtig losgehen.“

Wie bereits berichtet, was 2020 der meistgesehene Film der vor dem ersten Lockdown gestartete BAD BOYS FOR LIFE mit 1,8 Mio. verkauften Tickets – diese Zahl hätte 2019 nicht für einen Platz in den Top 10 gereicht. Auf Platz zwei: „Tenet“, gestartet am 26. August, der es trotz der Beschränkungen auf immerhin 1,7 Mio. Besuche brachte. Insgesamt wurden für US-amerikanische Filme 17,4 Mio. Tickets verkauft, 73 Prozent weniger als im Vorjahr.

Ein wenig anders sieht es beim deutschen Film aus. Nachdem potentielle US-Blockbuster verschoben wurden und werden, blieb mehr Platz für deutsche Produktionen. Meistgesehen war „Nightlife“, gestartet am 13. Februar, mit 1,4 Mio. Besuchen. Auf dem zweiten Platz: „Die Känguru-Chroniken“, der mit dem Starttermin am 5. März vom ersten Lockdown besonders betroffen war und es so nur auf 809.000 verkaufte Tickets bringen konnte. Für „Jim Knopf und die Wilde 13“, am 1. Oktober gestartet, konnten in den besuchsbeschränkten vier Wochen, die ihm bis zum zweiten Lockdown noch blieben, immerhin noch 782.000 Tickets verkauft werden. Insgesamt wurden für deutsche Filme (inkl. internationale Koproduktionen) 13,3 Mio. Tickets verkauft, 46 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutlich gestiegen ist dagegen der deutsche Marktanteil, der wegen der fehlenden internationalen Konkurrenz bei über 35 Prozent liegt – angesichts der Umstände ein bitterer Rekordwert.

Der 3D-Marktanteil ist von 16% auf 4,8% gesunken- kein Wunder bei der Anzahl fehlender Filme. 1,8 Mio. Eintrittskarten für 3D wurden im Jahr 2020 gelöst, 2019 waren es noch 18,5 Mio, Die Top 5 Titel waren mit einer Ausnahme bereits 2019 gestartet und 2020 noch im Kino.

1. STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS – 52,4 % 3D-Anteil
2. DIE FANTASTISCHE REISE DES DR. DOLITTLE – 39,8 % 3D
3. JUMANJI: THE NEXT LEVEL – 24,2 % 3D
4. DIE EISKÖNIGIN 2 – 18,4 % 3D
5. SPIONE UNDERCOVER – EINE WILDE VERWANDLUNG – 21,2 % 3D

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