Quentin Tarantinos THE HATEFUL 8 in analogen 70mm in Deutschland! [Update]

Nach dem letzten großen 70mm-Hype ist schon wieder etwas Zeit vergangen. Anfang November 2014 startete Christopher Nolans INTERSTELLAR auch im analogen Großformat. Die Nachfrage wurde extrem angeheizt durch die Knappheit des Materials: gerade mal vier analaoge 70mm-Kopien gabe es von Interstellar in Europa, und eben eine in Deutschland, im Zoo Palast Berlin. Auch auf DigitaleLeinwand ein riesiges Thema, gerade im Vergleich der analogen 70mm Kopie mit dem digitalen IMAX.
Nun gibt es neues Futter für die Fans des Premium-Analog-Kinos: Quentin Tarantinos neuer Film THE HATEFUL 8 wurde nicht nur auf 70mm-Film gedreht, es wird auch die Chance geben, ihn in Deutschland als 70mm-Projektion zu sehen.

Zwischen 5/70 und 15/70 – Überblick analoge Filmformate

Bevor es Verwirrung gibt, hier ein kleiner (und stark vereinfachter) Überblick über die Filmformate 35mm und 70mm. In der Grafik seht ihr rechts den klassischen 35mm-Film, die Breite des Streifen beträgt 3,5 cm. Dieses Format ist weltweit durch die Digitalisierung mit digitalen 2K-Projektoren abgelöst worden. 70mm-Film wie in der Mitte ist eben doppelt so breit. Es ist auch unter dem Namen 5/70 bekannt, da pro Einzelbild fünf Transport-Perforationslöcher enthalten sind. Auf der deutlich größeren Bildfläche können vielmehr Bildinformationen geprintet werden, das projizierte Bild ist feiner, detailreicher und brillanter. Das IMAX-Format stellte alles auf den Kopf, sie benutzen zwar auch 70mm, aber mit horizontalem Filmlauf, was eben 15 Perforationslöchern entspricht- daher auch gerne mit 15/70 abgekürzt. Ein IMAX-Bild besitzt fast die zehnfache Auflösung gegenüber einem 35mm-Bild, gerechnet in Pixel geht man von einem Äquivalent von 18.000 Pixeln auf der langen Seite aus.

IMAX 70mm 35mm

IMAX, 70mm und 35mm im Vergleich

The Hateful 8 wurde vollständig in 70mm gefilmt, genauer in 5/70mm im Format Super Panavision 70. Das Format wurde für rund 20 Filme eingesetzt, Technisch setzt Quentin Tarantino ein Statement gegen die Digitalisierung: The Hateful Eight wurde vollständig auf 70mm-Film gedreht, genauer im Format Ultra Panavision, das ein Seitenverhältnis von 2,76:1 aufweist. Nur zehn Filme wurden in diesem Format gedreht, darunter aber Klassiker wie BEN-HUR (1959), THE GREATEST STORY EVER TOLD (1965) und zuletzt KHARTOUM (1966). Genau, Tarantino nutzt ein Kamera- und Linsensystem, das 50 Jahre schlummerte und für Monumentalfilme zum Einsatz kam, für einen Film mit vielen Innenshots und Nahaufnahmen. Das sollte einen sehr eigenen Look produzieren.

The Hateful 8 - 70mm Frame

The Hateful 8 – 70mm Frame (Framescan by Schauburg-Cinerama, Karlsruhe)

THE HATEFUL 8 in analoger 70mm-Projektion

Man sollte sich von Zukunfts- oder Nostalgiediskussionen mal freimachen- für Cineasten und Tarantino-Liebhaber sind die 70mm-Vorführungen etwas Besonderes, das man sich nicht entgehen lassen sollte! In Europa sind bisher eine handvoll analoge Kopien angekündigt. Das Imperial Bio in Kopenhagen wird eine Kopie erhalten, das Rigoletto in Stockholm und der deutsche Verleih Universum Film wird ebenfalls analoge 70mm-Kopien auf den deutschen Markt bringen. Nach aktuellem Stand ist die analoge THE HATEFUL 8-Fassung in vier Kinos in Deutschland zu sehen. Natürlich ist die Schauburg Cinerama in Karlsruhe dabei, der Zoo Palast in Berlin [hier findet auch die Deutschland-Premiere statt], das Savoy in Hamburg und auch die Lichtburg in Essen verkauft seit heute Tickets für 70mm-Vorführungen. Es sollen noch ein paar wenige, weitere Standorte folgen, die aber noch nicht bestätigt sind. Die Häuser werden die deutsche Synchronfassung spielen, als auch in Einzelvorstellungen die OV-Version oder eine OmU-Fassung. Das Savoy als englischsprachiges Kino spielt die OV-Fassung.

Die aktuellen 70mm-Häuser für THE HATEFUL 8

The Hateful Eight - Szenenbild
Besonderheiten der THE HATEFUL 8 – Roadshow-Fassung

Die analoge 70mm-Fassung unterscheidet sich von der digitalen DCP-Fassung. Man zelebriert mit dem analogen Film das Roadshow-genannte Erlebnis der goldenen Tage des Großformatkinos, bei der man sich auf einen Film entsprechend vorbereitete, schick anzog, ein gesellschaftliches Erlebnis schuf. Die Filmemacher haben das Roadshow-Prinzip in einer Featurette auch schön erklärt :

Die Lauflänge der digitalen und analogen Fassung ist unterschiedlich: das DCP läuft 167 Minuten, die Spieldauer der analogen 70mm-Fassung beträgt 187 Minuten. Die längere Laufzeit kommt durch drei Elemente zustande: The Hateful 8 eröffnet analog mit einer Ouvertüre, besitzt eine 12minütige Intermission, also eine Pause mit einem weiterlaufenden Schwarzbild, und ist zudem etwas ruhiger geschnitten, damit gewisse Einstellungen durch eine längere Standzeit besser zur Geltung kommen.
In den USA werden bei der Roadshow-Fassung ganz wie im Theater auch Programmhefte ausgegeben. In Deutschland sind sie in den 70mm-Häusern ebenfalls erhältlich.

Cover The Hateful 8 - Roadshow Booklet

Das Cover des THE HATEFUL 8- Roadshow-Booklets

THE HATEFUL FAQ

(wird fortlaufend ergänzt)

  • Die FSK gibt The Hateful 8 ab 16 Jahren frei.
  • Die Laufzeit der digitalen DCP-Fassung beträgt 167 Minuten, die der analogen 70mm-Fassung 187 Minuten (inklusive 2 Minuten Ouvertüre, 12 Minuten Pause und 6 Minuten längeren Filmszenen).
  • Das Format Ultra Panavision besitzt ein Seitenverhältnis von 2,76:1.
  • Gefilmt wurde THE HATEFUL 8 auf analogem 65mm Film auf den Kameras Panavision 65mm Handheld und 65 mm Studio.
  • Die anamorphotischen Linsen nutzen eine Stauchung mit Faktor 1,25.
  • Der Release-Print wird auf 70mm ausgeliefert.
  • Der Preis für eine 70mm-Kopie von The Hateful 8 liegt etwa bei 25.000 US-Dollar.
  • Die Roadshow-Fassung IST die 70mm-Fassung, die in den oben genannten vier Kinos läuft.
  • Der Vorverkauf für THE HATEFUL 8 startete deutschlandweit am 17.12.2015
  • Für die Premiere im Berliner Zoo Palast kann man keine Tickets kaufen.
  • Bei den Vorstellungen in Englischer Sprache mit Untertiteln (OmU) werden die Untertitel digital auf das analoge Bild projiziert (im besten Fall natürlich unterhalb des Bildes).
  • Das Roadshow-Programmheft wird auch in Deutschland in den 70mm-Kinos erhältlich sein, sowohl in deutscher, wie englischer Fassung.
  • Wer bei Großformat auf IMAX hofft- laut IMAX-Angaben werden sie The Hateful 8 nicht spielen, da weiterhin STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT läuft.
  • Das digitale DCP wird in einer Auflösung von 2K und 4K ausgeliefert. Es handelt sich nach Angaben des Verleihs um eine echte 4K-Kopie, das analoge Bildmaterial wurde also in 4K-Auflösung gescannt.
  • Die Roadshow-Fassung existiert auch als DCP, allerdings steht sie nur für den Havariefall den 70mm-Kinos zur Verfügung, wenn die analoge Projektion ausfallen sollte.

Umfrage

Ist analoger Film eine Cineasten-Liebhaberei oder besitzt er solche Zugkraft, dass man mitunter mehrere hundert Kilometer Wegstrecke für eine Kinovorführung in Kauf nimmt? Hinterlasst gerne einen Kommentar und nehmt an der Umfrage teil:


THE HATEFUL EIGHT – ab dem 28.01.2015 im Kino

Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Stadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John „Der Henker“ Ruth (Kurt Russell), dessen Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) sowie der Anhalter Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix (Walton Goggins), ein Deserteur aus den Südstaaten, der behauptet, der neue Sheriff der Stadt zu sein. Ein Schneesturm zwingt die Gruppe zu einem Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen. Sie treffen dort zwar nicht auf Minnie aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bon (Demian Bichir), auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), auf den Konföderierten-General Sandford Smithers (Bruce Dern) sowie auf Oswaldo Mobray (Tim Roth). Während der Sturm draußen immer heftiger tobt, begreifen die acht Fremden, dass ihr Zusammentreffen vielleicht gar nicht so zufällig ist und sie Red Rock möglicherweise nie erreichen werden…

The Hateful 8 - Plakat

Bilder ©Grafik Formatverhältnis Vento~commonswiki (CC BY-SA 3.0) [1], Schauburg Karlsruhe [2], Universum Film [3,4] · Alle Rechte vorbehalten.

30 Antworten
  1. MarkIV
    MarkIV says:

    Insgesamt scheint es sechs Kinos in Deutschland mit der Fassung zu geben. Zumindest steht auf der Webseite der „Lichtburg“

    „Ab 28. Januar 2016 in der analogen 70mm-Fassung
    EXKLUSIV in NRW – Nur 6 x in DEUTSCHLAND!“

    Allerdings konnte ich noch nicht herausfinden welche die beiden „anderen“ Kinos mit 70mm Version sind

    Antworten
    • Gerold Marks
      Gerold Marks says:

      Hi Mark, das habe ich auch gelesen. Offiziell sind diese vier Kinos bestätigt. In zwei weiteren Kinos laufen Tests mit der Projektion, diese haben heute den Vorverkauf auch noch nicht für 70mm gestartet. Sobald es hier ein Update gibt, informiere ich gern.

      Antworten
  2. Frank
    Frank says:

    Wisst ihr schon mehr??? Will den Streifen unbedingt in 70mm sehen… Wäre klasse wenn ihr mir eben bescheid geben könntet. Komme vom Bodensee, werde aber wohl leider weit fahren müssen. Bin für jeden Tipp dankbar.

    Antworten
    • Gerold Marks
      Gerold Marks says:

      Hallo Frank,
      in Deutschland wird es nach aktuellem Stand von heute bei den vier Standorten Hamburg, Berlin, Essen und Karlsruhe bleiben, die The Hateful 8 in 70mm spielen. In der Schweiz sind mir keine Kinos bekannt, die den Film analog zeigen. Da wird dann Karlsruhe für Dich der nächste Ort sein.
      Beste Grüße,
      Gerold

      Antworten
  3. Essen Schlüsseldienst
    Essen Schlüsseldienst says:

    Ich glaube der Film ist mega gut, ich habe mir mal einen Trailer angeschaut und das sieht echt Interessant aus.

    Antworten
    • Gerold Marks
      Gerold Marks says:

      Hallo Thomas, ich wusste noch von einem weiteren Kino, das für 70mm im Gespräch war, sich aber dagegen entschieden hat. Das ab und an erwähnte sechste Kino hatte die Filmburg Essen mit ihrer Ankündigung ins Spiel gebracht, aber das findet wohl auch nicht statt. Nach Nachfrage beim Verleih bleibt es bei diesen vier Standorten.

      Antworten
      • Thomas
        Thomas says:

        Darf man erfahren welches dieses weiter Kino gewesen wäre? Quasi das fünfte?
        Ich persönlich hatte so auf München gehofft.

        Antworten
        • Gerold Marks
          Gerold Marks says:

          Hi Thomas, da es eine interne Information war, möchte ich es nicht weitergeben. Ich bitte um Verständnis. Das von der Lichtburg benannte sechste Kino mag vielleicht das Gartenbaukino in Wien gewesen sein. Wenn man den deutschsprachigen Raum als Gesamtheit nimmt.

          Antworten
          • Thomas
            Thomas says:

            Hi Gerold,
            ja ok, das verstehe ich natürlich.
            Trotzdem danke für deine rasche Antwort 🙂
            Ja das könnte natürlich sein mit Wien.

            Trotzdem ist es schade dass der Süden Deutschlands (insbesondere Bayern) leer ausgegangen ist 🙁

            Nach Karlsruhe zu fahren, was das nächsgelegenste Kino bei mir wäre, ist dann doch ein wenig zu weit, mit über 3 1/2 Stunden Autofahrt einfach.

  4. Jean-Pierre Gutzeit
    Jean-Pierre Gutzeit says:

    Sehr erfreulich:
    Das KINO GARTENBAU in Wien führt ihn in 70mm auf.
    Wir besuchen den Palast am 4.2. in der Abendvorstellung um 20.00 Uhr und freuen uns, weitere Fans des Formats zu treffen.
    Auch das um seltene 70mm-Reprisen verdiente LEO KINO in Innsbruck gehört zu den weiteren, späteren Einsatzorten.
    In das benachbarte Kino ZOO PALAST in Berlin machen wir einen weiten Bogen. Zuviel wurde versprochen. Es folgten Riesenenttaueschungen in der Wiedergabequalitaet in Bild und Ton auf leider unwirksamer, flacher und zu kleiner Leinwand.
    Da bereiteten uns selbst Home Cinema-Wiedergaben groessere Freude, besonders nach dem Kinoeinsaetze von INTERSTELLAR im Vorjahr, welcher wütende Proteste nach sich zog.

    Antworten
  5. Bekru
    Bekru says:

    Ich hab ihn gestern in Hamburg im Savoy auf 70mm gesehen – herrlich!
    Eine Frage zum Programmheft: ist noch jemandem der Druck(?)-Fehler aufgefallen? Tarantinos Zitat endet mitten im Satz und dann ist das Booklet zu Ende … WTF?!

    Antworten
  6. DanielDaniel
    DanielDaniel says:

    Bevor Herr Tarantino, eine derart aufwendige nostalgische Wiederbelebung wagte hätte der gute Herr vorher etwas nachdenken sollen bei diesem Film.
    Es gibt kaum noch Kinos, in welchen das klassische 70MM Filmformat das gewaltigste Panorama Bild bietet auf dessen Bildwand.
    Dieses UltraPanavision Panoramabildverfahren, verlangt nach einer dafür speziell eingerichteten Kinobildwand sowie einem Kinosaal.
    Das selbe galt damals auch diesem CinemaScope 55 Bildverfahren, keine dafür geeignete Bildwand dann eben auch diese Bildverkleinerung.
    In diesen Standard 70MM Kinos, zeigt diese verkleinerte Bildversion absolut keine Panoramawirkung.
    Früher boten Kinos mit einer 70MM Einrichtung das grösste Bild, und in den heutigen 70MM Kinos bietet CinemaScope genau so ein grosses Bild.
    Dahinter steckt ganz einfach keine technische Logik, diesen Film auf 70MM zu zeigen in einigen Kinos.
    Bei diesem Film, wäre man mit einem CinemaScope Bild viel besser bedient gewesen ohne diese 70MM Film Bildverkleinerung.
    Der gute Herr Tarantino, hätte sich vorher wohl besser informieren lassen sollen von einigen Experten da in Amerika.
    Diesen Film sollte man sich auf jeden Fall, in einem Digitalen Kino, mit einer gewölbten Bildwand ansehen so meine persönliche Meinung.

    Antworten
    • Gerold Marks
      Gerold Marks says:

      Keine Frage, das Ultra Panavision- Format ist eine Extravaganz von Tarantino, die er sich leistet.
      Gibt’s ein Lieblingskino von Dir, dass Du empfiehlst?

      Antworten
      • DanielDaniel
        DanielDaniel says:

        Hallo Gerold, das Schauburg Kino aus Karlsruhe, bietet ein perfektes Standard 70MM Bild, jedoch nicht bei diesem Film.
        Selbst dieses klassische 70MM Kino, ist technisch angewiesen auf diese 70MM Bildverkleinerung.

        Antworten
  7. DanielDaniel
    DanielDaniel says:

    Bevor Herr Tarantino, eine derart aufwendige nostalgische Wiederbelebung wagte hätte der Herr vorher etwas nachdenken sollen bei diesem Film.
    Es gibt kaum noch Kinos, in welchen das klassische 70MM Filmformat das gewaltigste Panorama Bild bietet auf dessen Bildwand.
    Dieses UltraPanavision Panoramabildverfahren, verlangt nach einer dafür speziell eingerichteten Kinobildwand sowie einem Kinosaal.
    Das selbe galt damals auch diesem CinemaScope 55 Bildverfahren, keine dafür geeignete Bildwand dann eben auch diese Bildverkleinerung.
    In diesen Standard 70MM Kinos, zeigt diese verkleinerte Bildversion absolut keine Panoramawirkung.
    Früher boten Kinos mit einer 70MM Einrichtung das grösste Bild, und in den heutigen 70MM Kinos bietet CinemaScope genau so ein grosses Bild.
    Dahinter steckt ganz einfach keine technische Logik, diesen Film auf 70MM zu zeigen in einigen Kinos.
    Bei diesem Film, wäre man mit einem CinemaScope Bild viel besser bedient gewesen ohne diese 70MM Film Bildverkleinerung.
    Der gute Herr Tarantino, hätte sich vorher wohl besser informieren lassen sollen von einigen Experten da in Amerika.
    Diesen Film sollte man sich auf jeden Fall, in einem Digitalen Kino, mit einer gewölbten Bildwand ansehen so meine persönliche Meinung.

    Antworten
  8. Jean-Pierre Gutzeit
    Jean-Pierre Gutzeit says:

    DanielDaniel ist zu 90% zuzustimmen.

    Die originären Bildwaende z.B. in Berlin sind im Staub der Geschichte untergegangen: MGM Theater Kurfürstendamm, Cinerama-Theater Capitol am Lehniner Platz, Royal Palast im Europacenter, Sportpalast Potsdamer Strasse.
    Die jetzigen „Luxuskinos“ seit 2008 haben andere Werte. Und deren technische Berater wollen keine Panormabildwand, weil dabei gewisse Bildbeschneidungen, erhebliche Mehrkosten, aber auch der Verzicht auf zwei bis vier vordere Sitzreihen inkaufgenommen werden muessen. Nachteile, die aber m.E. verschmerzbar sind.
    Leider hat gerade die Digitalisierung seit Einführung von 16:9-Fernsehen und DVD auch zu einer Adaption in neuen Kinos geführt: oft nicht einmal CinemaScope-Breiten von 2.39:1, sondern nur 1.85: 1.
    Dazu kommen die modischen Blackbox-Kinos, die schon vor der Digitalisierung wie Pilze aus dem Boden sprossen.
    Gerade die neueren, nur auf effiziente Schnellauswertung ziehenden „Digital-Kinos“ haben die flacheren, kleinsten und kontrastaermsten Bildwaende (Silberbildwand fuer 3-D-Filme) erhalten.

    Es haette mit Tarantinos bewundernswertem Ansatz daher in noch ungeeigneteren Kinos als derzeit am Start enden können.

    Wir treffen uns uebrigens am 4.2.16 zur 20-Uhr-Vorstellung im Gartenbaukino in Wien: besser m.E. als in Essen, Hamburg oder Berlin.
    In Berlin moechten wir vom Kinomuseum aber im Maerz im sehr kleinen Fabrikkino Filmrauschpalast Kulturfabrik Moabit eine 70mm-Anlage einbauen. Die Curved Screen steht bereits. Kein technisch perfektes Kino, auch nicht immer neue oder jungfraueliche Filmkopien verfügbar, aber einige der in Dtld. berklagten Projektionsmaengel werden mit Sicherheit vermieden werden.

    Im Zoopalast wird in der Aussenwerbung nirgendwo auf die Formatspezialitaet hingewiesen. Deswegen sprach ich im Kino vor, erntete aber Irritationen.

    Antworten
    • DanielDaniel
      DanielDaniel says:

      Hallo Jean Pierre, schade das man die UP 700 Projektoren ausgebaut hat im Kino International.
      Aber selbst dieses Prachtkino, wäre technisch angewiesen auf diese 70MM Bildverkleinerung.

      Antworten
  9. Jean-Pierre Gutzeit
    Jean-Pierre Gutzeit says:

    Hallo.Daniel,

    im ROYAL PALAST haette es auf der ueber 30 Meter langen Bildwand mit der A.R. 2.4: 1 besser geklappt. Stattdessen wurde der ZOO PALAST gerettet.

    Das INTERNATIONAL verlor seine UP700 2009 aufgrund des Drucks des Norsk Filminstituts, für die Berlinale einen „filmschonenderen“ Projektor einzubauen.
    Es wurden zwei DP70 aus dem ehemaligem ROYAL PALAST Kino 2 eingebaut, die in noch desolaterem Zustand waren. Das INTER waere ganz passabel fuer Filme im klassischen 70mm-Format 2.2: 1 gewesen, allerdings hakte die Hoehenkaschierung, und alle 70mm-IFB Retrofilme wurden beschnitten im Format 2.39:1 vorgeführt: mit 25% Bildbeschnitt.
    In Lichtenberg wird das Kinomuseum demnaechst eine Bildwand von 17.5 Meter Breite (Herkunft: Berlinale Palast, 18.5 m)) aufspannen. A.R. 2,76:1 ohne Hoehenreduzierung, es passt zufällig exakt in die Buehnenproportion.

    Uebrigens ist die Berliner 70mm-Kopie von HATEFUL 8 eine Enttäuschung.

    Antworten
  10. Fred Bergmann
    Fred Bergmann says:

    Habe im Savoy Hamburg den Film in 70mm gesehen, d.h. das 1.Drittel, dann ist der Projektor ausgefallen und der Film musste in Digital zuendegesehen werder. Mein Eindruck: Die Digitale Version war flach und enttäuschend, mit der 70mm Version überhaupt nicht zu vergleichen. Das Publikum war sehr enttäuscht über diesen Zustand, der 70 mm Film überragend. Wenn ich als Vergleich Musikaufnahmen heranziehe, würde ich sagen:70mm ist wie Studio Master DSD und Digital wie MP3. Schade, dass wir diesen Film nicht komplett auf 70mm gesehen haben. Fred Bergmann

    Antworten
  11. DanielDaniel
    DanielDaniel says:

    Werde mir diesen Film nun ansehen in Köln im CineDom Kino Vier.
    Digitale Laserprojektion und Zweiundzwanzig Meter Bildbreite.
    Vier Wege JBL Fünf Kanal Frontsystem sowie Effekt Lautsprecher.
    Eine komplett neu eingerichtete Dolby Atmos Film Lounge.

    Antworten
  12. DanielDaniel
    DanielDaniel says:

    CineDom Köln Kino Vier

    Digitale Laserprojektion und Zweiundzwanzig Meter Bildbreite.
    Vier Wege JBL Fünf Kanal Frontsystem sowie Effekt Lautsprecher.

    Das Bild der Digitalen Laserprojektion, war trotz dessen Grösse scharf und ohne sichtbare Fehler.
    Die Farben waren leblos eben typisch für heutige Filmproduktionen, und die Schneeaufnahmen boten einen Blaustich.
    Trotz SuperPanaVision Aufnahmen, bietet der gesamte Film keinen bildlichen Panoramaeffekt.
    Weder für das klassische 70MM Breitbildformat, noch für das CinemaScope Bildformat.
    Nur zwei Szenen mit der vorbeifahrenden Pferdekutsche, wirkten halbwegs auf der breiten Bildwand.
    Aufwendige Bildaufnahmen im SuperPanaVision 70MM Format, hätte man sich regelrecht sparen können bei diesem Film.
    Diese Aufnahmen zeigen von Anfang bist zum Ende dieses Films, absolut keine Wirkung auf der grossen Kinobildwand.
    Dafür bietet der Film, trotz monotonen Dialogaufnahmen einen perfekten Soundmix.
    An der linken Seite des Bildes fahrende Kutsche, und an der rechten Seite des Bildes galoppierende Pferde.
    Glasklare Dialoge, sowie fliegende Fäuste aus dem Mittenkanal.
    Auch Naturgeräusche wie zum Beispiel Schneesturm, bieten eine lebendige Soundatmosphäre.
    Die Schüsse knallen wuchtig und präzise durch die Frontkanäle, und einige sogar durch die Surroundkanäle.
    Jedoch fehlen diesem eher frontlastigen Soundmix, die beiden Zusatzkanäle halb links und halb rechts in der Front.
    Die Schüsse in diesem Film, wirken realistisch jedoch zu sehr auf Zombie im Kaufhaus Niveau.
    Zerplatzende Köpfe wie eine Wassermelone, oder fliessendes Blut wie aus einer Wasserleitung.
    Dagegen wirken die Schüsse im Film von Sam Peckimpah Wild Bunch, vier realistischer im direkten Vergleich.
    Der Soundrack von Maestro Ennio Morricone, erklingt druckvoll sowie wuchtig und mit sattem Bassfundament aus der Front.
    Sehenswerter Film, mit einer gelungenen deutschen Synchronisation sowie coole Sprüche.
    Kommende Woche, erfolgt nun die Besichtigung der 70MM Vorstellung im Lichtburg Kino aus Essen.

    Antworten
    • Jean-Pierre Gutzeit
      Jean-Pierre Gutzeit says:

      Treffende Darstellung – WILD BUNCH (wir haben ihn in 70mm im Archiv) zeigt eine virtuosere Slowmotion-Fotografie. Und traditionelle Ultra Panavision- Filme waren HATEFUL EIGHT leider um Lichtjahre überlegen. Auch das Handwerk der 70mm-Kopierung ist verlorengegangen.
      Ein Desaster, denken wir.

      Antworten
  13. zerogravity
    zerogravity says:

    Heute (7.2.16) Gartenbau Wien, 70mm-Fassung. Was für ein Erlebnis! Trotz des Randsitzes – was soll ich sagen, war eine kurzfristige Entscheidung und das der einzige Platz in annehmbaren Abstand von der Leinwand. Aber ich habe es nicht bereut, ganz im Gegentei! – Der Eindruck des Ultra-Breitbildes kombiniert mit der Geschmeidigkeit analogen Bildmaterials war einfach atemberaubend. Ich hab total vergessen, wie weich und gleichzeitig detailreich analoger Film sich zeigt. Das Ultra-Breitbild selbst, das im Gartenbaukino auf eine extra dafür ausgelegte Bildwand trifft, war sowieso unbeschreiblich… War schwer begeistert! Und empfehle, wenn ein Kino in der Nähe ist, das 70-mm Vorführungen anbietet, sich den Film unbedingt dort anzusehen!

    Antworten
  14. enrico lemicone
    enrico lemicone says:

    hätte den Film gerne in 70mm gesehen…..aber die Gefahr, dass der Filmprojektor im Zoo-Palast immer noch bei den hellen Stellen flackert ist mir einfach zu groß….

    …vielleicht hat der Filmverleih ja noch ein einsehen……gibt ja noch ein paar andere Kinos in der Staddt, die 70mm – Kopien spielen können…….

    Antworten
    • DanielDaniel
      DanielDaniel says:

      Hallo Enrico, dieser Film wird in keinem anderen 70MM Kino mehr laufen ausser diesen Vier Kinos.
      Und dieses Flackern der Blende, bekommt man auch nicht ganz weg bei einer analogen Film Projektion.

      Antworten
      • Jean-Pierre Gutzeit
        Jean-Pierre Gutzeit says:

        Das Flackern lässt sich nach Modifikation der Umlaufblende durchaus reduzieren bis an die Grenze der Nichtwahrnehmbarkeit (siehe auch Konstruktionsentwuerfe in „Filmtechnik“, Ausg. zwischen 1912 und 1915).
        Der Film ist in Berlin in 70mm noch nicht durch. In dritter Instanz erwaege ich das Nachspiel in Moabit.

        Antworten
  15. DanielDaniel
    DanielDaniel says:

    The Hateful Eight 70MM Vorstellung im Lichtburg Kino aus Essen.

    Plus

    Weiche sowie natürliche Bewegungen.
    Keine sichtbaren Störfaktoren auf dem Bild.
    Perfekt eingestellter Bildstand dieses Projektors.
    Fast kein sichtbares flackern der Projektorblende.
    Gestochen scharfe Grossaufnahmen der Darsteller.
    Gut verständlicher Ton und mit klaren Surroundeffekten.
    Perfekte Klebestellen und ohne ein sichtbares Bildruckeln beim Aktwechsel.

    Minus

    Blassere Farben als bei der Digitalen Laser Projektion.
    Viel dunkleres Bild als bei der Digitalen Laser Projektion.
    Leblose Farben genau wie bei der Digitalen Laser Projektion.
    In der Totale gleicht die Schärfe der Digitalen Laser Projektion.
    Weniger kontrastvolles Bild als bei der Digitalen Laser Projektion.
    Keine hörbaren halb links sowie halb rechts Horizonttoneffekte in der Front.
    Keine wie von einer analogen Projektion bekannte Überblendungszeichen beim Aktwechsel.

    Die komplette Bildbreite betrug Sechzehn Meter.
    Das Bild wurde kaschiert nur an der oberen Seite der Bildwand.

    Deutlich sichtbare Digitale Überarbeitung des Bildes bei diesem im 70MM Bildformat aufgenommenen Film.

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.