Von den Großen Lernen – 30 aktuelle Film-Drehbücher von Django Unchained bis Hitchcock als PDF [Update]

For your Consideration- das Drehbuch zum Film. Alljährlich im Vorfeld der Academy Awards stellen die Studios ausgewählt Drehbücher der Oscar-nominierten Filme im Netz als PDF zur Verfügung.

Hier gibt es eine Liste mit 30 Drehbüchern der Award Season 2013. Darunter findet ihr die Scripts für die aktuell gestarteten “Lincoln”, „Flight”, „Django Unchained“ oder „Quartett”, lesenswertes wie “Best Exotic Marigold Hotel”, “Amour” oder “Moonrise Kingdom” und natürlich auch jede Menge 3D-Filme wie “Frankenweenie“, „ParaNorman“ oder „Ralph Reichts“.

Alle Drehbücher sind in Englisch, auch Hanekes Amour. Für Drehbuchschreiber und Filminteressierte ein spannendes Futter. Und wie jedes Jahr sollte man nicht zu lange warten, da die Links recht schnell nach den Academy-Awards wieder entfernt werden. Aber ein Speichern des PDFs auf der Festplatte ist ja ohne weiteres möglich. Noch ein Hinweis: wer die Filme noch nicht im Kino gesehen hat – Vorsicht, Spoiler!  😉

Die 85. Academy Awards werden am 24. Februar 2013 verliehen, wie immer ist die Übertragung der Gala von Sonntag auf Montag Nacht auch bei uns im Fernsehen zu sehen.

Hier die Liste der Drehbücher für die 85. Academy Awards:

AFFRM

Middle Of Nowhere

DreamWorks
Lincoln

Focus Features
Anna Karenina
Hyde Park On Hudson
Moonrise Kingdom
ParaNorman
Promised Land

Fox Searchlight
Best Exotic Marigold Hotel
Beasts Of The Southern Wild
Hitchcock
Life of Pi
The Sessions

Lionsgate/Summit/Roadside Attraction
Arbitage
The Perks Of Being A Wallflower

Paramount
Flight

Sony Pictures Classics
Amour
Celeste And Jesse Forever
Rust And Bone
Smashed

Tristar
Looper

Universal Pictures
Les Miserables
The Lorax
Snow White And The Huntsman (Note: Different draft than Black List)
Ted
This Is Forty

Walt Disney Pictures
Frankenweenie
Wreck -It Ralph

Warner Bros.
Argo

The Weinstein Co.
Django Unchained
The Master
Quartet
Silver Linings Playbook

 

UPDATE: Für die besten von einer Vorlage adaptierten Drehbücher wurden „Argo“ von Chris Terrio, Beasts of the Southern Wild” Screenplay von Lucy Alibar & Benh Zeitlin, “Life of Pi” Screenplay von David Magee, “Lincoln” von Tony Kushner und “Silver Linings Playbook” von David O. Russell für die 85. Academy Awards nominiert. Der Oscar ging schließlich an ARGO. In der Rubrik bestes Originaldrehbücher standen folgernde fünf Filme zur Wahl: “Amour” von Michael Haneke, “Django Unchained” von Quentin Tarantino“Flight” von John Gatins, “Moonrise Kingdom” von Wes Anderson & Roman Coppola, sowie “Zero Dark Thirty” von Mark Boal. Als Preisträger würde Quentin Tarantino für sein Buch zu DJANGO UNCHAINED ausgezeichnet.

Wer sich grundsätzlich für Drehbücher und die Arbeit der Autoren interessiert, sollte beim Kollegen Thilo vom Drama Blog vorbeisehen!

 

(via screenwritingmasterclass.com)

Von Zombie-Sabber und Handwerkskunst – wie PARANORMANs Stopmotion-Welt entsteht

Wie Norman zum Leben erweckt wurde, habe ich euch bereits in dieser Featurette gezeigt. Doch müssen in einem StopMotion-Film nicht nur die Sets und Figuren gebaut werden, sondern einfach jedes Objekt. Vom Auto bis zum Burger, vom Handy bis zum Zehenspreizer, vom Klopapier-Halter bis zum Grashalm- wirklich jedes Objekt des Films muss im passenden Maßstab und im visuellen Look des Films gebaut werden.

Und da greifen die Experten von Laika durchaus in die Trickkiste und setzen Materialien ein: Das fluoreszierende Licht, das durch die Klassenfenster der Schule fällt, war in Wirklichkeit Schaum. Der „Wald“ wiederum bestand aus Küchenkrepp-Fetzen, vorgekauten Vollkornbrötchen, etwas Farbe und Leim. Erst spät in der Recherche- und Entwicklungsphase entdeckte die Crew zudem, dass heißer Leim sich nicht nur für Bühnenbauten, sondern auch ganz hervorragend als Zombie-Spucke und -Sabber eignete.

In der Featurette This Little Light zeigen euch die Macher anhand einer Schreibtischlampe mit welch akribischer Hingabe die Illustrationsentwürfe in reale Objekte umgesetzt werden. Selbstredend mit funktionaler elektrischer Schaltung. Auch wenn das Objekt nur ein beiläufiges Requisit ist, das keinerlei narrative Bedeutung besitzt, fließen jede Menge Können und handwerkliches Geschick vom Schreiner bis zum Glasbläser in die Anfertigung. Da braucht es Geduld. Und eine grenzenlose Liebe zum Detail. Produzentin Arianne Sutner betont: „Hier wird noch mit Kleber, Farbe und Licht gearbeitet, wie seit jeher im Kunsthandwerk.“ Und gerade diese detaillerten, liebevoll gestalteten Details erschaffen einen fantastischen visuellen Look, der unglaublich real und lebendig wirkt.

Die Zeit des Wartens auf den Film ist bald vorüber: ParaNorman startet an diesem Donnerstag, den 23.8.2012 in den deutschen 3D-Kinos!

Und jetzt Werkstatt frei für die kleine Lampe:

Weird Wins! Wie die Stop-Motion-Figur von PARANORMAN entsteht

Als Animator eines Stopmotion-Film braucht man viel Geduld, eine mitreißende Geschichte und vor allem tolle Figuren. Doch ist es mit einer Puppe aus dem Spielzeugladen nicht getan, die heute verwendeten Animationsfiguren sind kleine mechanische Wunderwerke.

In der Hochphase der Produktion arbeiteten in der Puppen-Abteilung sechzig Personen, denn für eine einzige Puppe brauchten diverse Mitarbeiter drei bis vier Monate. Die Figuren bestehen aus Silikon, Latexschaum und Harz, das Innenleben ist Metall. Besonders wichtig ist die Metall-Armatur mit Sockets und Joints, die das Skelett und seine Beweglichkeit perfekt nachbilden. Für die Gesichter werden pro Ausdruck unterschiedliche Fassungen geschaffen, die dann in der Animation ausgetauscht werden. Dabei gibt es Teile für die Augen und Stirn, sowie für die Mundpartie, die jeweils mit starken Magneten gehalten werden. Die Augen selber werden über eine Mechanik animiert.  Und natürlich ist die Kleidung im Miniatur-Format handgenäht oder -gestrickt.

Wieviel Mühe, Schweiß und Liebe in einer Stopmotionfigur steckt, zeigt euch das folgende charmante Featurette MAKING NORMAN. Natürlich hübsch animiert und im Zeitraffer. Und bis zum Kinoabenteuer ist es gar nicht mehr weit, ParaNorman startet am 23.8.2012 in den deutschen 3D-Kinos.

Kurzinhalt: Norman ist nicht nur ein von seinem Umfeld missverstandener Außenseiter, sondern hat auch eine Gabe, die ihn von allen anderen Kindern unterscheidet. Denn der Junge kann mit den Toten sprechen. Seine ungewöhnlichen Fähigkeiten erweisen sich als ausgesprochen nützlich, als Normans Heimatstädtchen eines Tages von Zombies belagert wird. Beim Versuch, sein Zuhause und seine Familie von einem Jahrhunderte alten Fluch zu befreien, bekommt der junge Geisterflüsterer es allerdings nicht nur mit Zombies, sondern auch mit Gespenstern, Hexen und nicht zuletzt nerv tötenden Erwachsenen zu tun. Bald scheint sein paranormales Können an übernatürliche Grenzen zu stoßen…

Bilder © Universal · Alle Rechte vorbehalten.

Mit Scope-on-Flat wird Fläche zum 3D-Raum: DREDD und OZ sprengen die Verhältnisse

Wie bewirbt man eigentlich einen 3D-Film in 2D-Medien? Daran beißen sich die Agenturen und Verleiher seit Jahren die Zähne aus und zeigen leider wenig Kreativität. Anaglyph-Bilder will keiner mehr sehen, der Zusatz „in 3D“ in fetter Schrift auf dem Filmplakat lässt mitunter Schlimmes erahnen und in die Fresse explodierende Logos im Trailer verursachen schlimmes Augenweh. Manchmal gibt es kleine Lichtblicke, so wie in den aktuellen Trailern von DREDD und DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ.

Die ebenso düstere wie gewalttätige Comicverfilmung DREDD mit Karl Urban in der Titelrolle wurde von Regisseur Pete Travis und Kameramann Anthony Dod Mantle („Slumdog Millionär”) in Südafrika in 3D auf der RED One MX gedreht (die Epic war bei Produktionsstart November 2010 noch nicht verfügbar). Im Red Band-Trailer konnte man nun eine Technik sehen, die als Scope-on-Flat bekannt ist. Mit diesem optischen Trick wird anhand der Sehgewohnheiten ein räumlicher Effekt simuliert.

Wie das funktioniert, erkläre ich euch hier: Ihr kennt alle Bilder von halbseitlich dargestellten 3D-Fernsehern, wo ein Objekt aus dem Rahmen hervortritt um den Out-of-Screen- 3D- Effekt zu simulieren. Doch wie lässt man etwas aus einem Trailer auf 2D-Monitoren heraustreten? Diese negative Parallaxe im 3D-Kino mit den PopOut-Effekten wurde bei DREDD durch den Trick Scope-on-Flat simuliert. Das bedeutet, dass Effekte außerhalb der Handlungsfläche des Clips im Scope-Format auf den eigentlich schwarzen Balken (dem Cache) der Flatfläche stattfinden.

Nochmal im Bild: Scope oder Cinemascope ist das breitere Format mit den großen Balken oben und unten. Flat ist etwas schmaler, dafür ist das Bild höher. Die Maße in der schematischen Grafik machen es deutlich:

 

DREDD hat für seinen Trailer diesen zusätzlichen schwarzen Rahmen der Flatfläche sozusagen als Effektebene genutzt. Das Blut der getroffenen Person spritzt in der SlowMo-Szene nicht nur innerhalb der Videofläche, sondern auch aus dem Rahmen heraus in den Bereich des Zuschauers. Ihm kommt also das Blut innerhalb des Raumes der negativen Parallaxe entgegen. Manchmal fällt einem der Effekt auch erst beim wiederholten Sehen auf. Ich hab da mal ein Standbild vorbereitet:

Ob der Flat-on-Scope-Effekt auch im Kino eingesetzt wird oder lediglich eine Trailer-Idee ist, konnte mir noch nicht beantwortet werden. DREDD startet am 15.11.2011 in den deutschen 3D-Kinos, den Trailer könnt ihr euch in voller Länge hier ansehen (die entsprechende Szene gibt es ab Sekunde 44):

Erfunden haben sie diesen Trick nicht, letzte Woche im Cinecast “Die Begegnung der 3D’ten Art” haben wir schon von der Verwendung des Effekts im Jerry Bruckheimer-Film G-Force – Agenten mit Biss gesprochen, der den selben Trick für eine Verbesserung des postkonvertierten 3D-Effektes einsetzte. Da die Objekte für die 3D-Konvertierung eh rotoskopiert freigestellt werden, haben sie in der Postproduktion ein wenig damit gespielt, um Bewegung im Raum zu simulieren. Die Nutzung des Flatcontainers bei eigentlicher Scope-Projektion bedeutet natürlich für den Filmvorführer ein ungewöhnliches Setting. Cinetechgeek hat den Projektionisten die Technik und die Schwierigkeiten des Flat-on-Scope-Effekts in diesem Video ausführlich erklärt.

In Disneys kommender Attraktion DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ ist im Trailer ein ähnlicher Effekt der Rahmenüberschreitung wie Scope-on-Flat zu sehen, nur seitlich (sozusagen „PAL-on-Scope“). Das Prequel zum Filmklassiker von Regisseur Sam Raimi erzählt die Vorgeschichte des Zauberers Oscar Diggs und wie er nach Oz gelangte. In der Exposition ist eine Jahrmarktszene in Schwarz/Weiß in einem 1,33:3-Format zu sehen, dem klassischen Seitenverhältnis der Stummfilmzeit (The Wizard of Oz wurde 1939 in Technicolor im angepassten, im Verhältnis leicht höheren „Academy-Standard“ – Seitenverhältnis von 1.37:1 gedreht, da bei den Talkies der 35mm-Film nun auch die Lichtton-Basis enthielt). Ein Feuerspucker durchbricht dieses Format mit seinem Feuerausst0ß.

Etwas später wirft ein Freund dem gerade in einem Heißluftballon gestiegenen Zauberer, gespielt von James Franco, einen Zylinder zu. Der Hut fliegt größer werdend auf uns zu, die Krempe durchbricht die seitliche Fensterbegrenzung, allerdings nicht die Cacheflächen des Flatformats oben und unten. Das Innere des Zylinders wird schließlich zum Schwarzbild.

Der Heißluftballon gerät in einen Wirbelsturm, und wird in der fantastischen Welt von Oz wieder ausgespuckt. In diesem Moment des Erreichens der zauberhaften Welt weitet sich auch im Trailer das Bild auf die gesamte Breite des Scope-Formates auf, zudem morpht es zu einem farbigen Bild mit fantastischer, übersättigter Farbgebung, die Produktionsdesigner Robert Stromberg erschuf (ihr kennt seine Arbeit bereits aus AVATAR – Aufbruch nach Pandora und Alice im Wunderland).

Ein Ausflug in fantastische Welten, Kino als Ort des Eskapismus. Darauf sollte man sich freuen. DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ startet am 7. März 2013 in den deutschen 3D-Kinos. Den vollständigen Trailer könnt ihr euch hier ansehen:

An solchen filmischen Experimenten im 3D-Kino haben wir noch nicht allzuviel sehen können. Auch bei der Verwendung des Scope-on-Flat-Effektes geht um eine gesteigerte Immersion durch einen Trick in der Wahrnehmung, oder eigentlich der Kino-Seherfahrung. Letztlich sind auch die erweiterten IMAX-Szenen in „Mission Impossible: Ghost Protocoll“ oder Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“, bei denen in verschiedenen Szenen nicht nur das Breitbild-Format gezeigt, sondern der Cache für höhere Bilder im IMAX-Format aufgezogen wird, eine optische Präsentation von etwas Besonderem, um den Zuschauer zu verblüffen und ihn an den Handlungsort zu versetzen.

Gerade in der 3D-Dramaturgie wird zur Findung der Formsprache experimentiert, da ist bisher wenig festgeschrieben. Disney hatte in TRON: Legacy die Anfangssequenz in der realen Welt in 2D gezeigt, erst beim Betreten der Computerwelt wurde das Bild stereoskopisch tief. Die Unterscheidung zwischen den Welten ist sicher deutlich (etwas schade, da sowohl der Sprung vom Firmenhochhaus wie auch die rasante Motorrad-Verfolgungsjagd zu Beginn des Films von den visuellen Möglichkeiten tolles 3D-Potenzial hatten).

Henry Selicks 3D-Stopmotionfilm Coraline aus dem Studio Laika nutzte 3D subtil, um die reale langweilige, graue und eben flache Welt von der fantastischen, bunten und tiefen Fantasiewelt abzugrenzen. In diesem Beispiel zahlt die Verwendung der Z-Achse auf die Story ein, sie belegt die verschiedenen Welten mit unterschiedlichen Dimensionen und schafft so eine besondere Atmosphäre.

Scope-on-Flat ist ein schönes Mittel um im Trailer eine Tiefendimension zu zeigen, ein Effekt der klar sagt: es handelt sich um einen 3D-Film! Aber steckt dahinter nicht auch die Sehnsucht nach einem intensiverem 3D-Kinoerlebnis? Diejenigen, die schon über hundert 3D-Filme (jawoll!) gesehen haben, verlangen nach neuen Impulsen! Ich mag die Tiefen in den Raum sehr, finde es aber spannend, wenn der gesamte Raum vor und hinter der Leinwand genutzt wird. Selbstverständlich im Dienste der Geschichte, aber mal ein Augenzwinkern auf die Zuschauer zufliegen lassen, schadet nicht. Da muss mehr Kreativität in die 3D-Budgets, der Stereographer mehr Mitspracherecht mit dem Kameramann erhalten. Und die Regisseure gemeinsam an der Entwicklung der 3D-Bildsprache arbeiten, denn da scheinen wir tatsächlich noch in den Kinderschuhen zu stecken. Warum kommt da eigentlich keine Explosion von Ideen aus den Filmuniversitäten?

Was denkt ihr- ist Scope-on-Flat ein Gimmick für einzelne Filme oder eine adäquate Bewerbungsmöglichkeit von 3D-Filmen in 2D-Medien? Kennt ihr noch weitere Filmbeispiele mit Scope-on-Flat-Einsatz?

Bilder © Philips (1), DigitaleLeinwand (2), DL mit Material von Universum Film (3), Walt Disney Studios Motion Pictures Germany (4, 5, 6, 7)· Alle Rechte vorbehalten.

Exklusiv: Kathedralen der Kultur – Wim Wenders produziert europäische 3DTV-Serie mit Glawogger, Madsen, Rikels und Kossakovsky

Mit dem 3D-Tanzfilm PINA schuf Wim Wenders ein unvergleichliches Werk über das Werk der Choreografin Pina Bausch, weltweit gefeiert, vielfach ausgezeichnet. Mit seinem nächsten Spielfilm Every Thing Will Be Fine, der sich aktuell in der Preproduction befindet, wird Wenders stereoskopisches 3D für die Bildgestaltung im Genre Drama einsetzen. Und nun erobert er mit einer zehnteiligen Dokumentarreihe das 3D-Fernsehen. In Cannes offiziell vom Weltvertrieb Cinephil durch Philippa Kowarsky vorgestellt, wird Wim Wenders als Ausführender Produzent gemeinsam mit neun weiteren europäischen Regisseuren die Dokumentarserie Kathedralen der Kultur drehen. Unter anderem sind – neben Wim Wenders – die Regisseure Michael Glawogger, Michael Madsen, Jiska Rikels und Victor Kossakovsky mit einem Beitrag beteiligt. In der zehnteiligen dokumentarischen Serie gehen die Autoren dem architektonischen Dialog europäischer Bauwerke auf den Grund und folgen der Fragestellung „Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie über uns erzählen?“.

Inhaltlich baut Kathedralen der Kultur auf der 3D-Videoinstallation IF BUILDINGS COULD TALK… auf, die Wenders zur Architekturbiennale in Venedig mit Producer Erwin M. Schmidt und Stereograph Alain Derobe drehte. In der 26minütigen Videoinstallation erforschte er die für sich sprechende Architektur des Schweizer Rolex Learning Center/ Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, das von den japanischen Architekten Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa / SANAA gebaut wurde. Nun folgen mit den Cathedrals of Culture, so der englische Titel, weitere Gebäude mit sehr unterschiedlichen Prägungen. Vom Konzertsaal, über die Bibliothek, das Stadion, das Museum bis hin zum Gefängnis reicht die Bandbreite der öffentlichen Einrichtungen. Dementsprechend spannend gestaltet sich der Dialog. Doch sind es nicht nur allgemeingültige Vertreter, die ausgewählten Gebäude wie die Berliner Philharmonie, die Russische Nationalbibliothek in Sankt Petersburg, das Maxxi Nationalmuseum in Rom oder die norwegische Haftanstalt Halden sind Meisterwerke im Spannungsfeld zwischen Funktion und Baukunst.

Da das Projekt vom Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB in Zusammenarbeit mit arte koproduziert wird, ist mit einer Ausstrahlung auf dem deutsch-französischen Kultursender arte zu rechnen. Arte hat bereits mehrfach 3D-Tage in unterschiedlicher Technik und Gestaltung gesendet. Die Dreharbeiten für Kathedralen der Kultur werden voraussichtlich Ende 2012 starten, mit einer Ausstrahlung ist 2013 zu rechnen. Zusätzlich ist eine 2D-Auswertung angekündigt, da trotz steigender Absatzzahlen noch nicht jeder Haushalt über ein 3D-Heimkino verfügt.

Synopsis: Kathedralen der Kultur ist eine TV-Serie in 3D und 2D. Die Serie vereint 10 preisgekrönte Dokumentar-Filmemacher aus 10 europäischen Ländern in einem kreativen Ensemble, das 10 verschiedene europäische Gebäude zu Wort kommen lässt. Aufgeladen mit den Gedanken und Gefühlen ihrer Baumeister und Nutzer sind diese Gebäude Zeugen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sie besitzen ein kollektives Gedächtnis und sind ein Abbild unserer Gesellschaft. Die Serie verleiht diesen kulturellen Klangkörpern eine Stimme, indem die Gebäude selbst die Hauptfiguren der Serie sind und zu den Zuschauern sprechen. Die Filme erzählen nicht aus der Perspektive der Menschen auf die Gebäude sondern aus Sicht der Gebäude, die die Menschen beobachten und über sie reflektieren.
Jeder Film ist Ausdruck der Vision des betreffenden Filmemachers und eine subjektive Antwort auf die Frage: „Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden sie uns über uns erzählen?“

Bestätigt sind bereits folgende Regisseure mit der Wahl ihrer Gebäude, drei weitere werden in Kürze benannt:

  • MICHAEL GLAWOGGER : Russische Nationalbibliothek – Sankt Petersburg, Russland
  • WIM WENDERS : Berliner Philharmonie – Berlin, Deutschland
  • MICHAEL MADSEN : Haftanstalt Halden – Halden, Norwegen
  • VICTOR KOSSAKOVSKY : Camp Nou Stadion – Barcelona, Spanien
  • NORBERTO LOPEZ AMADO : MAXXI Nationalmuseum der Kunst des 21. Jahrhunderts – Rom, Italien
  • JISKA RIKELS : Gebäude noch zu bestätigen
  • KARIM AINOUZ : Gebäude noch zu bestätigen

Eine ganz persönliche Meinung: Schön, dass die alten Hasen (für die 3D ebenso Neuland war) für den Fortschritt sorgen, die jungen Hunde kommen ja weiterhin nur schwer aus dem Knick. Dass nebenbei Wim Wenders mit seinem erfahrenen Produktionsteam für einen Know How-Transfer im stereoskopischen Kino auf eine hervorragende Garde europäischer Programmfilmer leistet, lässt auf einen aufregenden Diskurs über das immersive Kino, S3D-Film und seine Auswertungsmöglichkeit hoffen. Und mittelfristig weitere anspruchsvolle 3D-Werke jenseits des 3D-Blockbuster-Mainstreams entstehen.

Weitere Informationen über die Film und TV-Projekte von Neue Road Movies gibt es auf der offiziellen Webseite.

Bild © Claudio Bosco/ Neue Road Movies · Alle Rechte vorbehalten.

Bay macht wieder Bumm – TRANSFORMERS 4 für Sommer 2014 bestätigt!

Michael BamBam- Bay hatte eigentlich nach dem zweiten Teil der umwandelnden Spielzeug-Roboter- Serie genug. Doch dann kam das neue Konzept mit einem stereoskopischen Sequel, das einen gigantischen 3D-Film auf die Blockbuster-Leinwände brachte und mit einem Kinoeinspiel von unglaublichen 1,123 Milliarden Dollar zum finanziell vierterfolgreichsten Film aller Zeiten (nicht-inflationsbereinigt) avancierte. Klar, dass Paramount da noch einen Spark drauflegen will. Doch hatten sowohl Hauptdarsteller Shia LaBeouf  wie Regisseur Michael Bay dem eine Absage erteilt.

Doch jetzt hat Produzent Lorenzo di Bonaventura gegenüber MTV bestätigt,  dass Michael Bay die Regie des vierten Teils der Transformers-Franchise übernimmt. Und man scheint statt auf eine Fortsetzung auf ein Reboot zu setzen: “Yeah Michael’s gonna direct and it’ll be releasing in the summer of 2014. We’re excited and I think the challenge there is we really are gonna do a reboot, and what that’s gonna be we don’t even know yet.”

Zwar ist noch nicht bestätigt, dass Transformers 4 auch in S3D zu sehen sein wird, nach dem finanziellen Erfolg dürfte das aber eher eine rhetorische Frage sein. Der US-Start ist für den 29. Juni 2014 angesetzt. Das wird durchaus sportlich, wenn bis dahin die Server rendern. Apropos: sowohl ILM als auch Digital Domain haben Visual Effects Breakdown-Videos aus Transformers 3 veröffentlicht, die einmal mehr zeigen, dass ein Großteil der Filmmagie heutzutage digital produziert ist:

The Visual Effects of „Transformers: Dark of the Moon“

 

Warum die Regisseure Neveldine und Taylor GHOSTRIDER: SPIRIT OF VENGEANCE in 3D postkonvertieren

…dürfte klar sein, wenn man dieses kleine Featurette über die beiden Badass-Filmer gesehen hat. Drei Gründe: zum einen haben sie nicht genug Muckis, um eine 3D-Kamera samt Rig auf Rollschuhen angehängt an ein fahrendes Motorrad zu tragen. Zweitens versichert keine Company ein 3D-Stereorig für diese waghalsige Rumturnerei. Und Drittens müsste sich Mark Neveldine noch einen Stereographer auf dem Rücken festbinden, der bei angeseilten Flügen über die Abgründe die Schärfe nachzieht.

Ghostrider: Spirit of Vengeance startet am 23. Februar in den deutschen 3D-Kinos.

PS: Der vierte und vielleicht wahrscheinlichste Grund: sie haben eigentlich vom 3D-Format keine Ahnung, nehmen aber gerne den 3D-Zuschlag als zusätzliche Kohle mit. 🙂

Es gibt noch frisch das deutsche Hauptplakat für Ghostrider Spirit of Vengeance:

WTF der Woche: Digitales Projektionschaos in Doppel-3D ruiniert Martin Scorseses HUGO CABRET

Früher klebten unfähige Projektionisten einfach mal Filmrollen falsch zusammen, was ihnen bei Filmen wie Prosperos Bücher von Peter Greenaway oder Terence Malicks Tree of Life durchaus erst nach einer Woche auffiel. Bei einer digitalen Projektion sollte ein solches Problem eigentlich der Vergangenheit angehören, doch schaffte das Regal Theater Union Square in New York das Kunststück einer digitalen 3D Doppelprojektion plus einer weiteren Bildüberlagerung. Und ruinierte damit die Vorstellung des wunderbaren 3D-Films Hugo Cabret von Martin Scorsese, natürlich passenderweise an seiner poetischsten Stelle, wenn es durch die unfreiwilligen Inhalte aber auch ungewollt komische Korrelationen gibt.  Diese Tripleprojektion spart natürlich Belegzeit in den Kinos, wenn man die Werbung statt vor dem Film einfach mitten im Film projiziert…

Dieses Video belegt eindeutig den What the Fuck der Woche:

Jaja, Häme gegen den Fortschritt. Natürlich reicht das bloße Knöpfchendrücken bei einem digitalen Kinosystem nicht aus. Doch scheinen die wenigsten Projektionisten sich wirklich mit den Möglichkeiten ihres digitalen Projektors auseinandergesetzt haben, wovon auch viele Helligkeitsprobleme in den deutschen digitalen Kinos zeugen. Und jeder von uns hat in der digitalen Rollout-Anfangszeit schon mal ein technisches Projektionsproblem erlebt. Aber so ein amüsantes Malheur wie diese Triple-Projektion dürfte von uns noch keiner zu Gesicht haben. Das Positive: diese Überlagerung ist garantiert nicht DCI-konform, was Hoffnung gibt, dass wir Peter Jacksons kommenden Blockbuster Der Hobbit – eine unerwartete Reise auch in wunderbarem 48frames 3D sehen werden. 🙂

Wim Wenders' 3D-Tanzfilm PINA und Scorseses HUGO CABRET – sechzehn BAFTA-Nominierungen für 3D-Filme

Mit großer Freude darf ich euch mitteilen, dass Wim Wenders 3D-Tanzfilm PINA heute von der British Academy of Film and Television Arts in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film für den BAFTA Award 2012 nominiert wurde!

Und noch vier weitere stereoskopische 3D-Filme erhielten Nominierungen für die Orange British Academy Film Awards 2012, wie der lange Titel des britischen Filmpreises mittlerweile benannt ist.  Der heißeste 3D-Kandidat für die diesjährigen BAFTAs ist der fantastische Hugo Cabret von Martin Scorsese, der insgesamt diese neun Nominierungen erhielt:

  • Martin Scorsese – DIRECTOR
  • Robert Richardson – CINEMATOGRAPHY
  • Thelma Schoonmaker – EDITING
  • Howard Shore – ORIGINAL MUSIC
  • Sandy Powell – COSTUME DESIGN
  • Philip Stockton, Eugene Gearty, Tom Fleischman und John Midgley – SOUND
  • Dante Ferretti und Francesca Lo Schiavo – PRODUCTION DESIGN
  • Rob Legato, Ben Grossman, Joss Williams – SPECIAL VISUAL EFFECTS
  • Morag Ross, Jan Archibald – MAKE UP & HAIR

Zudem wurde Regisseur Martin Scorsese im Jahr 2012 zum BAFTA Fellow ernannt.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes-Teil 2 wurde in insgesamt drei BAFTA-Kategorien nominiert:

  • Stuart Craig und Stephenie McMillan – PRODUCTION DESIGN
  • Tim Burke, John Richardson, Greg Butler, David Vickery – SPECIAL VISUAL EFFECTS
  • Amanda Knight, Lisa Tomblin  – MAKEUP & HAIR

Die Abenteuer von Tim und Struppi erhielt zwei BAFTA-Nominierungen in den Kategorien ANIMATED FILM (Steven Spielberg) und Special Visual Effects (Joe Letteri). Ebenfalls in der Kategorie ANIMATED FILM bekam Sarah Smith eine Nominierung für den S3D-CGI-Film Arthur Christmas.

Herzlichen Glückwunsch an alle Nominierten! Die BAFTA-Preisverleihung findet am 12. Februar in London statt. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite (dort findet sich auch die Übersicht sämtlicher Nominierungen) oder auf Facebook.

Hier gibt es die BAFTA-Nominierungen 2012 im Video, präsentiert von Daniel Radcliffe and Holliday Grainger:

Bilder © BAFTA (1), Paramount (2) · Alle Rechte vorbehalten.

Kostenlos ins Kino: Golden Globe-Gewinner HUGO CABRET in der 3D-Preview

Ganz frisch wurde Martin Scorsese für seinen ersten 3D-Film Hugo Cabret mit einem Golden Globe für die beste Regie des Jahres ausgezeichnet. Scorseses einzigartige Hommage an die Pioniere des Films ist nicht nur eines der beeindruckendsten Filmerlebnisse des neuen Kinojahres, sondern setzt darüber hinaus neue Maßstäbe in der Kunst der 3D-Filme. Ich durfte dieses kleine Meisterwerk schon sehen und kann bestätigen, dass man diese Liebeserklärung an das Kino keinesfalls verpassen sollte. Der KinderSpiegel lädt seine Leser nun am Sonntag, den 22.01.2011, um 15:00 Uhr in zehn Städten kostenlos zu einer 3D-Preview ein!

Hauptplakat - Hugo Cabret

Kurzinhalt: Die Geschichte von HUGO CABRET spielt im Jahr 1931 unter den Dächern von Paris. Der 12-jährige Waisenjunge Hugo (Asa Butterfield) lebt alleine in den Gemäuern eines gigantischen Pariser Bahnhofs. Seit sein Vater (Jude Law), ein talentierter Uhrenmacher, bei einem Brand ums Leben gekommen ist, versteckt sich Hugo auf dem Dachboden hinter einer großen Bahnhofsuhr. Statt zur Schule zu gehen, muss er die Arbeit seines Onkels übernehmen: Täglich macht er einen Kontrollweg durch die großen Hallen, um alle Bahnhofsuhren in Schuss zu halten und aufzuziehen. Dabei muss er sich vor dem strengen Stationsvorsteher (Sacha Baron Cohen) in Acht nehmen, der keine Chance auslässt, seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hugos einzige Erinnerungsstücke an seinen Vater sind ein rätselhaftes Notizbuch und ein kaputter Roboter – eine Art Aufziehfigur – die Hugos Vater vor seinem Tod in seiner Uhrmacherwerkstatt zu reparieren versuchte. So lebt Hugo zwischen tickenden Uhren und mysteriösen Notizen, bis er eines Tages die neugierige Isabelle (Chloe Moretz) trifft, die sein Leben auf sensationelle Weise verändern wird: denn sie besitzt einen Schlüssel, der den Roboter zum Leben erwecken kann. Mit Hilfe von Isabelle und ihrem mysteriösen Onkel (Ben Kingsely), kommt Hugo einem außergewöhnlichen Geheimnis auf die Spur, das sein und das Leben aller Beteiligten auf magische Weise verändern wird…!

 

Mehr Informationen über den Film gibt es auf der offiziellen Webseite. Hugo Cabret startet regulär am 9. Februar 2012 in den deutschen 3D-Kinos.

Der deutsche Hugo Cabret- Trailer:

Wie bekommt man die Karten?

Einfach die unten aufgeführte Telefonnummer + Endzahl für die gewünschte Stadt anrufen (Beispiel: Für Berlin wählt ihr die 0900-32420400-0). Am Telefon wird ein Pincode angesagt. Diesen unbedingt notieren, da ihr sonst am Previewtag keine Kinokarten erhaltet. Anschließend geht ihr dann am 22.Januar in das gewählte Kino und erhaltet am Stand des Kinderspiegels gegen Nennung des Previewcodes zwei kostenlose Kinokarten.

Kosten: 69 Cent/Min aus dem Festnetz. Vom Handy sind die Kosten abweichend – werden euch aber angesagt. Der Anruf dauert etwas eine Minute.

Nummer: 0900-32420400-X (X=Zahl für die Stadt, für die man die Karten möchte – z.B. 0 für Berlin)
Wo finden die Vorstellungen statt? (Durchgestrichen = Keine Karten mehr vorhanden!)

  • 0 – Berlin, Cinestar Cubix, Rathausstrasse 1
  • 1 – Düsseldorf, UFA-Palast, Worringer Straße 142
  • 2 – Frankfurt/Main, Cinestar Metropolis, Eschenheimer Anlage 40
  • 3 – Hamburg, CinemaxX Dammtordamm, Dammtordamm 1
  • 4 – Hannover, CinemaxX, Nikolaistraße 8
  • 5 – Köln, Cinedom, Im Mediapark 1
  • 6 – Leipzig, CineStar, Petersstraße 44
  • 7 – München, Royal Filmpalast, Goetheplatz 2
  • 8 – Nürnberg, Cinecitta, Gewerbemuseumsplatz 3
  • 9 – Stuttgart, CinemaxX Liederhalle, Breitscheidstraße 4a

Sollten bei einer Stadt die Karten bereits vergeben sein, dann wäre es nett und sozial, wenn ihr dies unter den Kommentaren meldet! Viel Spaß!

Bilder © Paramount · Alle Rechte vorbehalten.