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Animes – japanischer Zeichentrick als Kultklassiker
Beim Thema Anime denken die meisten an die Klassiker des Genres wie Naruto, Pokemon oder die Trickfilme des berühmten Studio Ghibli. Doch sind wir Kinder der Siebziger so ziemlich alle mit Animes im deutschen TV aufgewachsen, denn bereits die Kinderserien-Klassiker wie Heidi, Wickie und die starken Männer (dies es ja auch erfolgreich ins 3D-Kino geschafft haben) oder die morphenden Barbapapas sind trotz europäischem Handlungsort japanische Zeichentrick-Produktionen.
Die Ursprünge der Animes
Was ist ein Anime überhaupt? Der Begriff ist eine Verkürzung des Begriffs animeshon der so viel wie Animation bedeutet. Beschrieben werden damit in Japan produzierte Zeichentrickfilme. Eigentlich kann man über Anime nur im Zusammenhang mit Mangas sprechen. Denn Mangas als Comics dienen oft als Grundlage zu den Zeichentrickserien der Animes- und umgekehrt. Ein Anime-Comic ist dagegen eine Art Animatic auf Manga-Basis, wo bewegte Einzelbildern mit Sprechblasen gezeigt werden.
Die älteste bekannte japanische Animation wurde durch Zufall im Juli 2005 in Kyōto in einem alten Filmprojektor wiederentdeckt: auf einem Filmstreifen aus der Zeit um 1900 befinden sich 50 handgezeichnete Einzelbilder von einem Jungen im Matrosenanzug, der „活動写真“ an eine Tafel schreibt, was soviel wie bewegte Bilder bedeutet. Danach dreht er sich um und grüßt die Zuschauer.
Doch sollte es noch eine Weile dauern, bis die handgezeichneten japanischen Werke auch in Deutschland zu sehen waren. Im Kino lief der erste Langfilm Der Zauberer und die Banditen ab März 1961, als erste Anime-Serie im deutschen Fernsehen wurde die Serie Speed Racer ausgestrahlt, auf der auch die gleichnamige Realverfilmung der Wachowski-Geschwister beruht. Allerdings war der Start eher schwierig: auf Grund von Protesten von Eltern, Pädagogen und Medien wurde die Serie nach wenigen Folgen eingestellt.
Die Wende kam mit dem Privatfernsehen: kleine Sender bedienten Nischen, Zeichentrick gehörte zum festen Programmbestandteil. Die Serie Saber Rider und die Star Sheriffs, die aufgrund des riesigen Kampfroboters dem Mecha-Genre
zugeordndet wird, lockte auch mich direkt nach der Schule vor die Glotze. Nochmal in Kindheits-Erinnerungen schwelgen? Auf MyVideo könnt ihr euch die komplette Staffel mit allen 52 Folgen legal und in voller Länge ansehen. Außerdem gibt es viele weitere Anime-Serien von Naruto über Willy Fog, Naruto, Darker than Black, D.Gray-Man und weitere in voller Länge zum Abruf. Mit Folge 1 von Saber Rider könnt ihr direkt hier starten:
Folge 1 – Saber Rider und die Star Sheriffs – Die… – MyVideo
Vom Spartenprogramm in die breite Unterhaltungsindustrie
Dabei sind Animes nicht nur für Jungs interessant, mit der Manga Adaption Sailor Moon entstand eine der beliebtesten Animes der Magical Girls-, beziehungsweise Shōjo-Genres. Aber nicht nur das Fernsehen eroberten die Animes, der große Durchbruch gelang im Kino. Als größter Erfolg gilt Chihiros Reise ins Zauberland vom Studio Ghibli, der nicht nur den Goldenen Bären auf der Berlinale im Jahr 2002, sondern auch den Academy Award als Bester Animationsfilm im Folgejahr gewann. Anime-Spielfilme wie Akira, Ghost in the Shell oder Prinzessin Mononoke finden hierzulande glühende Verehrer. Man könnte fast sagen, Anime ist erwachsen geworden.
Und Japans Unterhaltungsindustrie sorgt weiter für Nachschub: bis zu 200 Anime-Serien werden jährlich produziert. Einen umfassenden Episodenführer aller Animes findet ihr auf der Webseite des Vereins zur Förderung japanischer Populärkultur in Deutschland e.V.
Dazu finden Animes weiterhin zunehmenden Anklang im TV, im Kino als Videospiel wie zum Beispiel die legendären Pokemons oder als Tradinggame wi Yu-Gi-Oh. Und auch im Real Life begegnen einem die Figuren aus Animes häufiger, als sogenannte Cosplayer verkleiden sich Fans in Kostümen ihrer Helden und bevölkern Conventions oder Buchmessen. Im Mai findet übrigens in Düsseldorf die fünfte Japan- & Anime-Convention in Düsseldorf statt, wer also noch auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, wird dort bestimmt fündig.
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3D-Check: Tim Burton gruselt mit FRANKENWEENIE als Stopmotion-Remake
Im heutigen 3D-Check widme ich mich erneut der Stereoskopie als Stilmittel und natürlich Burtons Stopmotion-Animationsfilm Frankenweenie, der etwas entkoppelt von der Hochzeit der Filmgrusler rund um Halloween ab sofort in den deutschen 3D-Kinos zu sehen ist. Die Lorbeeren der Kritiker sind umfassend, vom BAFTA über die Annie Award bis Golden Globe und Academy Award kassierte Frankenweenie Nominierungen in der Kategorie Animationsfilm. Die Kritikerzirkel aus New York, Boston, Los Angeles, Florida und Kansas haben ihr sogar schon zu ihrem Gewinner gekürt.
Doch haben es Stopmotion-Animationsfilme an der Kinokasse in der Konkurrenz zu den vorherrschenden CGI-Werken nicht leicht, wie zuletzte Die Piraten oder auch ParaNorman belegten. Auch wenn 3D oder nicht 3D für mich keine Frage ist- was bringt Tim Burtons neues Gruselstück in der dritten Dimension? Lohnt sich der Aufschlag an der Kinokasse? Oder recyclet Burton nur alte Inhalte in neuer Form?
Und auch eure Meinung ist gefragt: am Ende des Artikels findet ihr eine Möglichkeit zur Abstimmung- werdet ihr euch den Film in 2D oder in 3D ansehen? Ich bin gespannt auf euer Feedback und wünsche euch gute Unterhaltung bei Frankenweenie!
Der begabte Victor mit seiner wiederbelebten „Kreatur“ Sparky
Hinweis: ohne kleine Spoiler geht es leider nicht, allerdings verrate ich im 3D-Check keine Kernpunkte der Geschichte.
3D-Potential
Auf dem deutschen Filmplakat verweist man auf den Regisseur von Alice im Wunderland. Für Burton und Disney ein Riesenerfolg, erreichte der Film über eine Milliarde Dollar Einspiel an der Kinokasse. Doch war nicht jeder amused über den Ausflug ins Kaninchenloch, das im Vorfeld so vielversprechend war. Mit Alice traf Burton bereits eine Entscheidung: bei allem liebenswerten technischem Schnickschnack- Drehen in 3D hält den Meister nur auf. So wurde auch Frankenweenie lediglich nachträglich ins stereoskopische Format gebracht, obwohl Stopmotion aufgrund der Kontrollierbarkeit eigentlich sehr dankbar für das 3D ist.
Inhaltlich bietet die Langfassung von Burtons Liveaction-Kurzfilm aus dem Jahr 1984 natürlich großartige Ansatzpunkte. Angefangen von Zitaten der 3D-Filme der S/W-Ära, kann man mit einem Arsenal der Monster der Filmgeschichte so ziemlich alles anstellen, von ausufernden Tentakeln über Größenunterschiede zwischen Herrchen und Riesen-Echse bis fliegenden Ungetümen. Da könnte man mal so richtig aus dem vollen Greifen!
[sws_grey_box box_size=“570″]3D-Potential- Wertung: 3/5 [/sws_grey_box]
formale und kreative 3D-Umsetzung
Gleich zu Beginn zeigt der junge Victor seinen Eltern den selbstgedrehten kindlichen Monsterfilm mit Sparky als Supersaurier im Kampf gegen die Flugsaurier-Bedrohung. Die Eltern sitzen gebannt mit einer Papp-3D-Brille auf dem Sofa uns folgen begeistert dem Werk des Sprößlings. Man merke auf: der junge Victor hat mit einfachsten Mitteln auf dem Dachboden einen 3D-Film gedreht, nachträglich konvertieren war damals noch nicht angesagt. Da hat er dem Tim Burton von heute etwas voraus, wenn auch sonst Frankenweenie an vielen Stellen wie eine Aufarbeitung von Burtons kindlichen Traumata wirkt. Und hier beginnt die Oberflächlichkeit: wir zeigen einen 3D-Film im 3D-Film, das wäre doch nett. Die Details gehen dabei unter: herkömmliche 2D-Kamera, herkömmlicher 2D-Projekter mit einzelner Filmrolle. Das ist zwar jetzt Rosinenpicken, zieht sich aber leider inhaltlich durch den ganzen Film, wo Inhalte zwar mit viel Stil, aber oft zu wenig Herz amalgamiert werden, einfach weil es gerade nett ist.
Ein 3D-Film im 3D-Film- und ganz ohne Anaglyph-Technik!
Auch die Form des Schwarz/Weiss-Films lässt den Zuschauer stärker auf das Bild fokussieren, da der Informationskanal der Farbigkeiten fehlt. Das ist eine Stärke des Stopmotion-Films, da werden keine Elemente künstlich gerendert, sondern alle Objekte sind bereits real. Diese Fokussierung und die Strenge von 3D erfordern bessere Puppen, größere Sets und mehr Details, damit sie auf der großen Leinwand auch wirklich klingen. Die großen und schönen Innen und Außen-Sets geben das absolut her, die Figuren wirken für mich zurückbleibender. Damit meine ich nicht die schöne Animation, sondern mehr den Look. Der ist natürlich typisch Burton cartoony und überzogen, aber einfach schon zu oft gesehen.
Formal ist Frankenweenie eine absolut saubere 3D-Konvertierung, die auch in schwierigen Bildbereichen besteht, beispielsweise in Bildbereichen mit durch die Arbeit des Animatoren auftretenden Boiling-Effekte wie im Gras oder Mr. Whiskers Fell. Man könnte Frankenweenie auch für in 3D gefilmt halten. Allerdings bleibt die inhaltliche Verwendung der dritten Dimension deutlich hinter meinen Erwartungen zurück, weder Immersion noch Budenzauber werden gewinnbringend für das Storytelling genutzt.
[sws_grey_box box_size=“570″]3D-Umsetzungs- Wertung: 2/5 [/sws_grey_box]
PopOuts und Raumtiefe
Die Räumlichkeit rangiert in der Raumtiefe, was vor allem bei den großen Sets wie dem Jahrmarkt sehr schön wirkt. Dort gibt es schöne Distanzen und Staffelungen, auch der Detailreichtum sorgt für interessante plastische Bilder. Das Auge hat in der Regel genug Zeit zum Erfassen der Szenerie, die Blickführung ist eindeutig.
Räumliche Staffelungen und perspektivische Hinweise bieten zusätzliche 3D-Informationen
Leicht herausstehende Objekte oder Popout-Effekte sind zwar vorhanden, werden aber eher selten eingesetzt. Und das fand ich für einen Monsterfilm, der eigentlich alle Freiheiten ermöglicht eher enttäuschend. Da dürfte man sich ruhig mal erschrecken oder etwas Bedrohliches abwehren. Die ganze Stadt ist bedroht durch die Invasion vom Friedhof der Kuscheltiere, das Publikum sitzt aber abseits, beobachtet aus der Distanz. Für meinen Geschmack wäre hier deutlich mehr in 3D möglich gewesen.
[sws_grey_box box_size=“570″]Popouts und Tiefe- Wertung: 3/5 [/sws_grey_box]
Helligkeit und Bildfehler
Die Schwarz/Weiss-Bilder bieten natürlich ein ungewöhnliches Seherlebnis. Doch auch ohne Farbe und trotz der düsteren Stimmung haben wir genügend Informationen für die Wahrnehmung von Helligkeiten.
Eindrucksvolle Lichtführung und Kameraperspektive unterstützen den wirkungsvollen Auftritt von Mr. Rzykruski
Auch in den Nachtszenen sind die Helligkeitsunterschiede vorbildlich. Lediglich bei dem harten Konstrast von Schwarz auf Weiss wie dem Vollmond kommt es mal zu leichtem Ghosting, was aber nicht ins Gewicht fällt.
Wie immer gilt: ich gehe von einer gut eingestellten Kinoprojektion aus. Wer das Gefühl von absaufenden 3D-Filmen hat, sollte vielleicht mal das Kino wechseln.
[sws_grey_box box_size=“570″]Helligkeit und Bildfehler- Wertung: 5/5[/sws_grey_box]
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Gesamtwertung 3D-Check: 13 von 20 möglichen Punkten
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Kritik und Fazit :
Für wen ist Frankenweenie eigentlich gemacht, außer für Tim Burtons Ego? Mir ist an vielen Stellen der Film einfach zu selbstverliebt. Als ruft Burton ständig: guck mal, ich kann alle Horrorklassiker zitieren! Und mich selbst! Klar, ist ja auch das erweiterte Remake seines eigenen Kurzfilms. Natürlich ist der vielzahnige Mr. Rzykruski eine Hommage an Burtons Idol Vincent Price, natürlich ist Elsa van Helsing DIE Winona Ryder (wird im Original auch von ihr gesprochen). Aber der Bürgermeister von New Holland Mr. Burgermeister ist eben auch das recycelte Modell von Finis Everglott aus Tim Burtons anderer Stopmotion-Regiearbeit Corpse Bride.
Links der böse Schwiegervater Finis Everglott aus Corpse Bride- rechts der böse Mr. Burgermeister aus Frankenweenie
Es fehlen allerdings Johnny Depp und Ehefrau Helena Bonham Carter, die sind ausnahmsweise nicht mal als Cameo dabei. Dafür liefert selbstervständlich Danny Elfmann den schönen Score.
Liebenswerte Zitate sind überall im Film eingearbeitet: so heißt die verstorbene Schildkröte Shelley, was natürlich aufgrund des Panzers passt, aber eben auch der Name der Frankenstein-Autorin Mary Shelley ist. Und mir fehlte es so manches mal an der inhaltlichen Tiefe -warum hat Victor einen ägyptischen Mitschüler- weil man natürlich noch einen Bezug zu Die Mumie brauchte.
Hier stellt sich dir große Frage nach dem Zielpublikum- für wen ist Frankenweenie eigentlich gemacht? Kinder werden zwar der Geschichte um Victor etwas abgewinnen, doch sind andere Teile des Films zu gruselig. In Deutschland kassierte Frankenweenie gar eine FSK 12, was ihm vermutlich den Garaus macht, denn welcher pubertierende 12jährige prahlt damit, sich einen Puppenfilm anzusehen? Auch kennen Kinder die Zitate an die Klassiker der Horrorfilm-Geschichte nicht, da sie den Kanon noch gar nicht entdeckt haben. Für die Erwachsenen hätte es mehr Substanz geben müssen, wenn man sich die ursprünglichen Fragen aus Shelleys Frankenstein stellt, also der Anmaßung der göttlichen Schöpfung und der Grausamkeit gegenüber Fremden aus eigener Furcht.
Auch wenn der eigentliche Sympathieträger der Films, Mr. Whiskers, einen unschönen Tod stirbt, ist der Film durchaus sehenswert. Schöne stimmungsvolle Bilder treffen auf ausgefeiltes Stopmotion-Handwerk. Doch hätte ich lieber etwas Frisches, Neues mit der kreativen Düsternis im experimentierfreudigen 3D von Burton gesehen.
Bilder © Disney · Alle Rechte vorbehalten.