Seit der Berlinale wurde gemunkelt, nun gibt es Gewissheit: Martin Scorsese, derzeit mit „Shutter Island“ in Deutschland sehr erfolgreich, dreht seinen nächsten Film in stereoskopischem 3D. Und wie es sich gehört, wird bereits in 3D gedreht und nicht erst im Nachhinein konvertiert.

Mit der Verfilmung des Romans „The Invention of Hugo Cabret“ von Brian Seltznick dreht Marty nun erstmals einen Kinderfilm- und erstmals in stereoskopischem 3D.

Die Geschichte von „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ ist im Paris der 30er Jahre angesiedelt. der 12jährige Waisenjunge Hugo lebt versteckt in einem Bahnhof und ist bemüht das Lebenswerk seines Vaters wieder zum Laufen zu bringen- die Reparatur eines stark beschädigten Automatenmenschen (sagen wir heute Roboter?!).

Einige Schauspieler konnten bereits für das Projekt verpflichtet werden: Sacha Baron Cohen wird zum Bahnhofsaufsehers, Ben Kingsley spielt einen alten Mann, Chloe Moretz eine exzentrische Bücherwürmin.Die Titelrolle spielt Asa Butterfield, bekannt aus den Filmen „Der Junge im gestreiften Pyjama“ oder „Eine Zauberhafte Nanny“.

Dier erste Klappe fällt im Juni in London (nicht in Paris). GK Films produziert den Film, das Drehbuch kommt von John Logan. Verleih Sony hat den 9. Dezember 2011 als Starttermin für die USA benannt. Einen deutschen Starttermin gibt es bisher noch nicht.

So reiht sich mit Marty Scorsese ein Weiterer in die Reihe großer Regisseur ein, die S3D als neue filmische Möglichkeit verstehen. Und ich freue mich schon jetzt auf seine Umsetzung!

Vielleicht ist PINA das derzeit spannendste Filmprojekt überhaupt. Denn Regisseur Wim Wenders führt den Tanzfilm in neue Dimensionen:  nicht nur, dass Wenders PINA in nativem stereoskopischen 3D dreht, er eröffnet mit Arthaus-3D auch ein völlig neues Feld im Kino.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Teils der Dreharbeiten zu dem abendfüllenden 3D Tanzfilm PINA im Herbst letzten Jahres, wird Wim Wenders ab heute, dem 12. April 2010 nun den zweiten Teil des ersten 3D-Arthaus-Films in Wuppertal und Umgebung drehen.


Wim Wenders hatte nach dem plötzlichen Tod der weltberühmten Choreographin Pina Bausch im Sommer 2009 seine zunächst ausgesetzten Filmpläne wieder aufgenommen und vom 21. Oktober bis 2. November 2009, in enger Zusammenarbeit mit dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, drei Stücke von Pina Bausch, „Café Müller“ (UA 1978), „Das Frühlingsopfer“ (UA 1975) und „Vollmond“ (UA 2006), zum größten Teil während öffentlicher Aufführungen der Stücke auf der Bühne des Wuppertaler Opernhauses, in 3D aufgenommen.

Vom 12. bis 17. April 2010 folgen die Aufnahmen eines weiteren frühen Stückes von Pina Bausch, „Kontakthof“ (UA 1978). Wim Wenders wird dieses Stück sowohl mit den Tänzern des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, als auch in der Besetzung mit Damen und Herren ab 65 und mit Teenagern im Wuppertaler Schauspielhaus (diesmal ohne Publikum) filmen. Anschließend wird die 3D Produktion bis 24. April an wechselnden Orten in der Stadt Wuppertal, auf öffentlichen Plätzen, Industrielandschaften, in der Schwebebahn und in der weitläufigen Natur des bergischen Landes mit einzelnen Tänzern des Ensembles fortgeführt.

Wenders, der seit Beginn seiner langjährigen Freundschaft mit Pina Bausch fasziniert war von ihrer einzigartigen Ausdruckskraft und Arbeitsmethode als Choreographin, wird dort ihre Tänzer von ihren ganz persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit Pina Bausch tänzerisch erzählen lassen.

PINA wird produziert von Neue Road Movies in Koproduktion mit Eurowide (Paris) und in Zusammenarbeit mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, dem ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE und Pictorion Das Werk. Regie und Drehbuch: Wim Wenders, Choreographie: Pina Bausch, Produzent: Gian-Piero Ringel, Koproduzenten: Claudie Ossard und Chris Bolzli, Executive Producer: Jeremy Thomas, Redaktion: Wolfgang Bergmann, Dieter Schneider, Gabriele Heuser, Stereograph: Alain Derobe, Kamera: Hélène Louvart, 3D Supervisor: Francois Garnier. Tanztheater Wuppertal Pina Bausch: Künstlerische Leitung: Dominique Mercy und Robert Sturm, Geschäftsführung: Cornelia Albrecht, Bühnenbild: Peter Pabst und Rolf Borzik, Kostüme: Marion Cito und Rolf Borzik, Musikalische Mitarbeit: Matthias Burkert, Andreas Eisenschneider, Leiter der Beleuchtung: Fernando Jacon, Technischer Leiter: Manfred Marczewski, Jörg Ramershoven.

Der 3D-Tanzfilm PINA wird gefördert von der Filmstiftung NRW, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Filmförderungsanstalt (FFA), dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und dem CNC.

Den Verleih in Deutschland übernimmt die NFP marketing & distribution*, den Weltvertrieb HanWay Films. Der deutsche Kinostart ist für 2011 geplant.

Wer bereits Ausschnitte von Tanzfilmen in 3D sehen konnte, wird mir zustimmen, dass 3D-Kino wie gemacht für dieses Genre ist. Dabei kommt es nicht auf die Art des Tanzes an, die kommenden 3D-Filme „Streetdance“ und „StepUp 3D“ präsentieren uns modernen Streetdance. Und doch teilen alle Tanzfilme eine grundlegende Eigenschaft: sie zeigen uns die Bewegung im Raum. Durch das 3D-Kino wird die Fläche der Leinwand zu einem Raum erweitert- es scheint, als ob Tanzfilme ihre optimale Darstellungsform gefunden haben. Vielleicht sogar noch eindringlicher als im Tanztheater selbst, wo man als Zuschauer im Publikum sitzt, aber nicht in intime Nähe das Geschehen auf der Bühne selbst miterleben kann. Ich bin absolut gespannt auf den ersten Trailer von PINA, der seine Argumente bereits im Untertitel trägt: das beeindruckende Tanztheater von Pina Bausch als steroskopischen 3D-Tanzfilm von Wim Wenders.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Donata Wenders, Bild Vollmond: Laurent Philippe, Bild Café Müller: Graziano Arici

Computeranimierte Filme kommen ja praktisch auf Knopfdruck aus dem Computer. Von wegen! Bereits seit dem 25. März 2010 läuft der neue Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in unseren deutschen 3D-Kinos: „Drachenzähmen leicht gemacht“. Und sie waren so freundlich, einen kleinen Einblick in ihre Filmproduktion anhand zweier Bildersets mit Progressionsaufnahmen zu geben. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Für die Previsualisation werden die Charaktere der Szene, Wikinger-Nachwuchs Hicks und Nachtschatten-Drache Ohnezahn, in einem groben Storyboard skizziert, um den Ablauf des Films festzulegen:

Man positioniert die Charaktere als grobe Modelle in einer Computer Generierten (CG)-Umgebung:

Im nächsten Schritt werden die Charaktere animiert: ein rasanter Drachenflug über das Meer:

Die finale Version der Szene enthält das komplette Layout inklusive der Kamerapositionierung, der Animation der Charaktere und die Beleuchtung inklusive der der Farbe und der Texturen. So sieht dieses Bild im fertigen Film aus:


Ein zweites Beispiel, aber natürlich der gleiche Produktionsablauf: Hicks und der verletzte Drache Ohnezahn  werden in einem groben Storyboard skizziert angelegt. Damit sind neben der Handlung auch Kameraposition und Ausschnitt definiert.

Bei der Umsetzung des Storyboards in das CGI-Animationsprogramm werden die Charaktere als grobe Modelle CG-Umgebung eingefügt:

Im nächsten Schritt werden die Charaktere animiert. Gerade die Szenen mit der Interaktion von Hicks und Ohnezahn gehören zu den schönsten Momenten des Films :

Nun stimmt alles. Die finale Version der Szene enthält das komplette Layout inklusive der Kamerapositionierung, die  Animation und Beleuchtung mit Farbe und Texturen.  Bewegendes Fell, schimmernde Drachenhaut, bewegtes Wasser mit Lichtreflexionen lassen das Bild lebendig werden.


Drachenzähmen leicht gemacht startete am 25. März 2010 in unseren stereokopischen 3D Kinos. Mit wirklich sehenswertem Einsatz von S3D. Wer den Film noch nicht gesehen hat: Drachen gesattelt und ab ins Kino!

Alle Bilder © Dreamworks/ Paramount Pictures

Action und Grusel in der dritten Dimension- 3D-Kino ist auch Genrekino. Ein viertes Mal tritt Model Milla Jovovich gegen die untoten Zombies in der Resident Evil-Franchise an. Angeblich zum letzten Mal, mal sehen, was die Einspielergebnisse sagen. Ihr Ehemann Paul W.S. Anderson führt zum Abschluss wie beim ersten Teil Regie (Teil 2 und 3 wurden von ihm lediglich geschrieben und produziert).

Der Filmstart ist vom September 2010 auf den Januar 2011 verschoben worden, man wolle sich mehr Zeit für die Spezialeffekte im aufwändigen 3D-Format nehmen. Wenn das mal kein Euphemismus für technische Probleme ist… 😉

Kleine Anekdote am Rande, die der Constantin-Chef Martin Moskowicz am Rande der Berlinale zum Besten gab. Der Dreh in nativem 3D erfordert jede Menge Umdenken in klassischen Produktionsbereichen. Leider musst man bim Dreh alle amerikanischen und kanadischen Stuntleute entlassen. Denn laut Stunt-Gewerkschaft dürfen bei den Filmstunts Schlägereien nur simuliert ausgeführt werden. Man schlägt sich als nicht ins Gesicht, sondern seitlich dran vorbei, so dass es wie ein direkter Schlag ins Gesicht aussieht. Durch die zwei leicht verschobenen Kameraperspektiven beim Dreh funktioniert das allerdings nicht mehr- man würde sehen, dass die Faust daneben schlägt, eine Täuschung ist nicht mehr möglich. Für dieses Problem gibt es zwei Lösungen: entweder man generiert eine CGI-Faust, die dann ins Gesicht schlägt, aber das ist teuer und aufwändig. Constantin hat sich für die preiswertere Lösung entschieden: chinesische Stuntleute. Die hauen sich noch richtig auf die Fresse…

Der Trailer zeigt nicht nur die klassischen Verkaufsargumente des Films wie Darsteller, Handlung und Effekte, sondern betont auch die Machart, um den Aufwand eines nativen 3D-Drehs von den schnellen und dreckigen 3D-Konvertierungen à la „Kampf der Titanen“ abzusetzen. Die große Krux: die Trailer verbreiten sich hervorragend übers Internet, aber eben nur in der flachen 2D-Version. Es gibt zwar jede Menge Anfänger Raubkopierer Trottel, die versuchen die 3D-Fassungen im Kino mit einer Kamera abzufilmen (siehe Youtube und Co.), aber das gelingt eben nicht, die beiden Einzelbilder bleiben überlagert.

Thank God für die Zwischentitel! So kann man nun per Text lesen, was den Film „besonders“ macht, und es klingt mal wieder verdächtig nach Trittbrett-Fahren: „Filmed with the James Cameron/Vincent Pace Fusion Camera System“, „The World’s most advanced 3D Technology“ und „Experience a new Dimension – of Evil“ sind da zu lesen. Danke Zwischentitel, Danke James Cameron.

Es gibt eine Grundregel des 3D-Kinos: aus einem schlechten Film wird durch Verwendung von S3D kein guter Film. Ich hoffe, das haben sie bei der Produktion berücksichtigt…

Hier nun der offizielle Trailer für „Resident Evil: Afterlife“:

Bereits seit dem 25. März 2010 läuft der neue Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in unseren deutschen 3D-Kinos: „Drachenzähmen leicht gemacht“. Wenn ich auch ein paar Kritikpunkte an den Figuren und einigen Details des Films habe, kann ich ihn wärmstens (sozusagen drachig flambiert) empfehlen. Es gibt ein paar sehr schöne Momente im Film, der mit einem tollen Look, kraftvoller Musik und vorbildlichem stereoskopischen 3D begeistert.
Wie viel Arbeit in einer CGI-3D-Filmproduktion steckt, können sich die meisten von uns kaum vorstellen. Da kommt doch ein ganzer Stapel Featuerettes zur Produktion des Films über die Feiertage ganz recht. Lernt jede Menge Details über Charakterentwicklung, Modeling, Surfacing, Animation, Schnitt, Matte-Painting und natürlich die stereoskopischen 3D- Effekte und werdet selber zum ultimativen Drachenzähmer.

Phil (Captain 3D) McNally, 3D Supervisor

Nathan Loofbourrow, Supervisor of Character TDs

Jeff Light, Supervisor of Character TDs

Matt Paulson, Modeling Supervisor

Sabrina Riegel, Supervisor of Surfacing

JC Alvarez, Final Layout Supervisor

April Knobbe, Matte Painting Supervisor

Kristof Serrand, Supervising Animator

Shaggy Hornsby, Supervising Animator

Gabe Hordos, Supervising Animator

Damon Crowe, Character Effects Supervision

Sean Fennell, Crowds Supervisor

Darren Holmes, Film Editor

Cressida Cowell, Autorin der „How to Train Your Dragon“ Bücher

Stereoskopische 3D-Filme spielen derzeit in allen Kinos und belegen seit 15 Wochen den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts. Doch gibt es, gerade in Deutschland, bisher nur sehr wenige Filmemacher die sich mit dem Thema der Tiefendimension beschäftigt haben und dieses Format wirklich beherrschen. Der Film über den Action-Star unserer Kinojugend, Til Topper,  ist der erste deutsche Real-3D-Film einer Hochschule, der in S3D produziert wurde.  Die HFF Konrad Wolf in Potsdam bringt aber nicht nur ein 3D-Projekt auf die Leinwand, sondern teilt auch das Wissen, was alle Beteiligten bei der Produktion sammeln konnten in Featurettes.

In diesem Video gibt Regisseur Félix Koch einen kurzen Einblick in die Grundlagen der Stereoskopie und erläutert, wie das stereoskopische Sehen funktioniert.

(via Topper3D)

Transkript des Interviews: Wir haben und sehen mit zwei Augen. Wenn man mit einer normalen Filmkamera drehen würde, dann wäre das so, als wenn man nur mit einem Auge drehen würde. Um einen 3D-Film zu drehen, brauchen wir zwei Kameras. Da fing das Problem schon an. Zwei Kameras sind zwei Kameras. Das heißt alles ist doppelt vorhanden. Zwei Kameras, zwei Kabel, zwei Objektivsätze. Das nächste Problem ist, dass diese beiden Kameras, bevor dieser 3D-Effekt entsteht, richtig aufeinander justiert werden müssen. Das funktioniert folgendermaßen:
Erst einmal müssen beide Kameras so eingerichtet werden, dass sie das gleiche Bild machen. Als würde ich meine beiden Augen zusammen schieben. Wie eine normale Kamera filmt. Wenn diese beiden Kameras so eingestellt sind, dass sie das gleiche Bild machen, zieht man die Kameras ein Stück auseinander. Am besten so weit, wie meine Augen auseinander liegen. Das sind ca. 6,4 Zentimeter. Dadurch filmt die linke Kamera ein leicht anderes Bild als die rechte Kamera. Weil wenn man seinen Finger vor das Auge hält, sieht mein rechtes Auge auch ein anderes Bild als mein linkes Auge. Dasselbe passiert auch in 3D. So entsteht dieser 3D-Effekt. Stelle man sich vor beide Kameras würden einen Würfel filmen, dann würde die eine Kamera mehr die eine Seite filmen, während die Andere die andere Seite des Würfels. Dadurch entsteht dieser Raumeindruck.
Wir filmen also, dann wird der Film geschnitten. Wird er dann gezeigt, müssen natürlich diese beiden Bilder wieder jeweils dem richtigen Auge zugeordnet werden. Da man aber nicht zwei Leinwände hat, weil man ansonsten schielen müsste, werden beide Bilder zeitgleich projiziert.
Dafür gibt es dann diese Brillen, die die Bilder von der Leinwand trennen, sodass jedes Auge das Bild sieht, welches es sehen soll. Jedes Brillenglas lässt nur ein Bild durch.
In meinem Kopf werden diese beiden Bilder dann zusammen geschoben und ergeben den räumlichen Eindruck. Räumlich sehen funktioniert also nur, wenn jedes Auge ein etwas anderes Bild sieht als das andere Auge.

Ein weiteres Interview beschäftigt sich mit der Stoffindung für einen 3D-Film. Drehbuchautor Florian Hawemann, der Regisseur Félix Koch, Producerin Jennifer Hoffmann und Produktionsleiter Paul Andexel gehen der Frage nach, in wie weit es einen Unterschied macht für 3D zu schreiben, worum es im Film „Topper gibt nicht auf!“ geht, und wie es überhaupt zu dem Stoff kam.

(via Topper3D)

Regisseur Félix Koch berichtet in diesem Interview über die Drehvorbereitung der Studenten der HFF “Konrad Wolf”.

(via Topper3D)

Transkript des Interviews: Wenn man zum ersten Mal einen 3D-Film dreht, muss man sich extrem gut vorbereiten, da man nicht weiß, was einen erwartet. Man kennt diese Kameratechnik nicht so genau und muss schon gewappnet sein, wenn beim Dreh Probleme auftreten. Es bringt nichts, wenn man sich nur diese Kameratechnik, die kein Mensch vorher ausprobiert hat, und guckt einfach mal was passiert. Das Risiko dabei ist viel zu hoch, dass etwas schief geht. Ansonsten stehen 20 Leute rum und drehen Däumchen während einer sagt „Hätten wir das man vorher gewusst“. Also muss man vorplanen. Und das haben wir ausgiebigst. Die Vorplanung für den Film sah so aus, dass wir an der Schule Seminare hatten, in denen uns die 3D-Technik erläutert wurde, mit allen ihren Facetten. Wir hatten interessante Gäste zu Besuch, die sich mit 3D und stereoskopischen Film beschäftigen. Wir bekamen Vorträge über das menschliche Auge. Es waren Techniker da, die sich um die Technik hinter der Kamera gekümmert haben. Es war sehr interessant und aufschlussreich und notwendig für diesen Film. Man kann keinen 3D-Film wie einen normalen realen 2D-Film drehen. Man muss sich extrem gut vorbereiten.

Bildgestalter Benjamin Raeder erläutert die Vorbereitung der Kamerastudenten der HFF für den Dreh ihres Films.

(via Topper3D)

Transkript:  Als diese Idee aufkam dieses Projekt in 3-D zu drehen, wusste ich quasi nix bis auf 3-D-Fotografien, wo man mit rot-grünen Brillen 3-D sieht oder Systeme, wo man durch Lupen auf Fotografien guckt. Ich kannte auch 3-D-Filme vom Rummel, und wusste natürlich auch, dass es 2 Kameras geben muss, um die zu drehen. Aber das war sozusagen nur ein ganz rudimentäres Wissen. Und es war aber klar, dass wir eine ganz intensive Vorbereitung kriegen würden, was Grundlagen von 3-D angeht. Und auch, wie wir es technisch umsetzen würden. Die Vorbereitungszeit war relativ intensiv. Wir hatten mehrere Seminare, Testdrehs mit der Technik, die die Schule hat, und wir waren am Ende dann sehr gut vorbereitet.

Wie liefen die Seminare ab und was genau wurde euch dort vermittelt?

Es gab zu Anfang ein Seminar, das Robert Laatz und Michael Laakmann geleitet haben, in dem es um Grundlagen des 3-D-Kinos ging. Wie erzählt man räumliche, perspektivische Tiefe, auch erstmal in 2-D, mit einer Staffelung von Gegenständen, mit einer atmosphärischen Tiefe. Diese tiefenräumliche Wahrnehmung in 2-D lässt sich ja auch in 3-D übertragen. Um diese Grundlagen und erste Tests ging es da vor allem. Wir haben ein Spiegelrig, was die Schule sich gekauft hat, das erste Mal probiert, und die EX3en, zwei Sony-Kameras, aufgebaut. Mit einem Clipster, den die Schule neu angeschafft hat, haben wir zwei Kamerastreams aufgezeichnet, was am Anfang viel Probieren war, weil es neue Technik für die Schule ist. Wir haben uns da so langsam rangetastet. Es gab dann noch ein weiteres Seminar, wo Josef Kluger von KUK-Film aus München da war, in dem es noch mal ein bisschen mehr in die Tiefe ging. Das ist halt eine Firma, die sich viel mit 3-D beschäftigt und die da ein hohes Wissen in der Richtung haben. Das ging noch mal in die Tiefe, weil als das vorbei war, waren es halt 2 Wochen sehr kompakte Einführungen, sehr kompakte Seminare, da fühlten wir uns dann, glaube ich, gut vorbereitet.

Topper gibt nicht auf! feiert Anfang Mai seine offizielle Premiere in Berlin. Alle Infos über den Film gibt es auf dem täglich lesenswerten Blog zum Film Topper3.de. Wünscht euch den Film in ein Kino in eurer Nähe mit Moviac!

Wie aufwändig die Erschaffung der Effekte von Alice im Wunderland war, ließen bereits die Progression-Aufnahmen erahnen (siehe Grinsekatze das Weiße Kaninchen und die Rote Königin hier und auch hier). Wer aber denkt, dass beim Dreh einfach alles per Knopfdruck aus dem Rechner kommt, liegt falsch. Zwar weichen aufwändige realen Sets großen GreenScreen-Hallen, doch bedarf die Integration des Schauspiels in diese virtuellen Welten eine große Vorstellungskraft der Akteure, die sich lediglich an einigen Passkreuzen und Dummys orientieren können. Und doch benötigt man Teile der Sets als Modelle für ein visuell ansprechendes Compositing.

Dieses Featurette gibt einen Einblick in die Drehweise und die visuellen Effekte von Alice im Wunderland. Filmtrick-Technik ist mitunter wirklich Magie…

In der Regel kämpften Wikinger gegen raufboldige Exemplare  ihresgleichen, auf der Insel Berk haben sie allerdings alle Hände voll zu tun mit geflügeltem Ungeziefer: Drachen! Zumindest in Dreamworks neuem Animations-Abenteuer „Drachenzähmen leicht gemacht„, der am 25. März in unseren stereoskopischen 3D-Kinos startet. Heute möchte ich euch die kleinen und großen Ungetüme einmal vorstellen:

Nachtschatten: Die seltenste und intelligenteste Drachenspezies zeichnet sich durch eine dunkle Hautfärbung und stechend gelbe Augen aus. Außerdem sind Nachtschatten relativ klein, haben einen mächtigen Brustkorb und einen kurzen Hals. Da sie von allen Drachenarten zudem über die größte Spannweite im Verhältnis zu ihrem Körper verfügen, können sie höher, schneller und länger fliegen als alle anderen. Und werden deshalb natürlich enorm beneidet.

Ein Nachtschatten ist es auch, den Hicks, Sohn des Häuptlings Haudrauf, bei einem nächtlichen Drachenangriff auf Berk vom Himmel schießt und verletzt. Doch anstatt seinem Vater von dem bemerkenswerten Fang zu erzählen, empfindet der junge Wikinger Mitleid mit dem Drachen, freundet sich mit ihm an und tauft ihn auf den Namen „Ohnezahn“. Und Hicks beweist, dass Nachtschatten auch anders sein können: Er pflegt ihn gesund, baut eine geniale Flughilfe, damit Ohnezahn wieder durch die Luft sausen kann – mit Hicks auf seinem Rücken. Es entsteht eine dicke Freundschaft zwischen Hicks und Ohnezahn, die die Wikingertradition für immer auf den Kopf stellen wird.

Nachtschatten

Der Tödliche Nadder: Der Tödliche Nadder, der Star der Lüfte, so farbenprächtig wie ein Papagei, aber für einen Drachen außergewöhnlich hinterhältig und smart. Er ist furchtbar bösartig und greift seine Beute wie ein Raubvogel an. Leider hat er auch das eingeschränkte Blickfeld eines Vogels. Dieser tote Winkel macht den Tödlichen Nadder bei seinen Attacken selbst angreifbar, man sollte sich jedoch vor seinen magnesiumartigen Feuerstößen hüten. Schade eigentlich, dass ein so hübscher Kerl wie der Tödliche Nadder so schreckliche Verwüstungen anrichtet.
Und er ist ganz schön aufgeblasen eitel.

Tödliche Nadder

Der Riesenhafte Alptraum: Der wohl „klassischste“ aller Drachen des Films ist der Riesenhafte Alptraum, denn er sieht am ehesten aus, wie man sich einen Drachen vorstellt. Der Riesenhafte Alptraum ist ein Alphatier, das keinem Kampf mit einem Wikinger aus dem Weg geht. Sein Feuer ist besonders gefährlich, da es sein Ziel ummantelt wie ein zähflüssiges, klebriges Gel. Außerdem verhält sich ein Riesenhafter Alptraum ein bisschen wie ein Rockstar: Während eines Angriffs hüllt er sich in seine Flammen, um der Show willen und um die Angst beim Gegner zu schüren. Sie kommen beim Drachentraining der Wikinger als größte Herausforderung mit gutem Grund immer zum Schluss, und nur die Besten in der Klasse dürfen gegen sie antreten – allein im Ring, umgeben vom ganzen sensationslüsternen Dorf. Ein Auftritt, den der Riesenhafte Alptraum liebt – als Zuschauermagnet genießt er die Aufmerksamkeit und provoziert die Wikinger mit seinem Mut und fürchterlichen Schreien. Heißer Typ!

Riesenhafte Albtraum

Der Gronckel: Komischster vielleicht aller Drache ist der Gronckel – und auch ganz allgemein der Produktionsliebling (nach Ohnezahn, selbstverständlich). Irgendjemand beschrieb ihn wegen seines schwerfälligen, nilpferdartigen Körperbaus und der kleinen hummelartigen Flügel gar als „Krokodil meets Harley Davidson“. Gronckel sind so faul, dass sie manchmal sogar einschlafen, während sie fliegen. Regisseur Chris Sanders: „Aber im Grunde sind sie liebenswert und sehr gesellig. Man würde vielleicht mit einem Gronckel nach Feierabend um die Ecken ziehen, wenn das ginge, weil sie so freundlich und nett wirken.“ Aber von ihrem komödiantischen Potenzial sollte sich niemand täuschen lassen, ergänzt der zweite Regisseur Dean DeBlois: „Der Gronckel kaut Steine und schmilzt sie in seinem Bauch, um sie als Lavabälle wie Kanonenkugeln wieder herauszukatapultieren. Von allen Drachen ist er der langsamste und unterbelichtetste – aber gerade das macht ihn so liebenswert und amüsant.“

Gronckel

Der Wahnsinnige Zipper: Der Wahnsinnige Zipper ist die ungewöhnlichste aller Drachenarten und sehr leicht zu erkennen: Man braucht nur nach zwei Köpfen Ausschau zu halten – und zwei Hälsen, die sich wie mit einem Reißverschluss zu einem vereinen lassen. Außerdem ist er der größte Drache mit den kleinsten Flügeln und hat zudem kurze Stummelbeinchen, weshalb er weder in der Luft noch am Boden besonders gut kämpfen kann. Er ist die größte Drachenspezies des Films – und auch die coolste, wenn man die Filmemacher fragt. Ähnlich wie Sanders und DeBlois, ergänzt sich der Zipper perfekt: Der eine Kopf atmet Gas aus, der andere bringt es zur Explosion. Doch im Gegensatz zu den Regisseuren sind sich die beiden Köpfe selten einig, und da sie nun mal zusammenarbeiten müssen, um erfolgreich zu zerstören, verfehlen sie oft ihr Ziel, weil sie sich mal wieder streiten oder gegenseitig verwirren.

Wahnsinnige Zipper

Der Schreckliche Schrecken: Von allen bekannten Drachenspezies ist der Schreckliche Schrecken die kleinste, aber auch die am weitesten verbreitete Gattung – winziger Körper, riesiges Ego. Sein Gruppenverhalten ähnelt dem einer Seemöwe. Es gibt zwar unendlich viele von ihnen und sie greifen bevorzugt im Rudel an. Aber sind sie viel zu sehr durch die Futtersuche und interne Streitigkeiten abgelenkt, um sich oft zusammenzurotten. Weil sie nicht lang fliegen können, hängen sie sich oft an größere Drachen. Obwohl es sie zu Tausenden gibt, zeigen sich Schreckliche Schrecken jedoch nur selten. Klein, aber oho!

Schrecklicher Schrecken

Sind doch alles recht sympathische Kerlchen! Ich wünsche: Fröhliches Drachenjagen!  :-)

Alle Bilder © Dreamworks

Auf der Berlinale gibt es dieses Jahr noch keine offiziellen 3D-Filme im Wettbewerb, doch kommt um das Thema niemand herum. Gleich um 11h gibt es Veranstaltung aus dem Berlinale Talent Campus über die Prduktion des Tanzfilms „Streetdance 3D“:

Accredited Berlinale guests are invited to learn more about what it means for film professionals working with 3D. Produced by Vertigo Films in 2009, STREETDANCE 3D is Europe’s first live-action 3D feature film. The making of this film brought together leading 3D production company Paradise FX (MY BLOODY VALENTINE and THE HOLE – winner of the top prize at the Venice 3D Film Festival) and The Post Republic who have developed Germany’s first 3D post-production solution. This session will offer a preview of clips from STREETDANCE 3D at Cubix 7 with Dolby digital 3D and surround sound, and a discussion on the production of the film. Giving an overview of what needs to be considered when embarking on a 3D production, it will look at the ground breaking digital technology and workflow employed in STREETDANCE 3D, as well as focusing on the techniques involved in 3D post-production and surround sound and the opportunities they offer filmmakers embracing 3D. In cooperation with The Post Republic and Dolby.

Ich bin natürlich live vor Ort und werde berichten. Falls noch jemand kurzfristig entschlossen ist  und auch zur Veranstaltung gehen möchte: ich habe noch eine Karte. SMS schicken und schon mal auf zum Cubix am Alex machen, wir treffen uns dann dort.

Hier der Trailer für den 3D-Film als kleiner Vorgeschmack:

Am 4. März 2010 startet „Alice im Wunderland“ in unseren stereoskopischen 3D-Kinos. Tim Burton erzählt darin die Geschichte der jungen Erwachsenen Alice bei ihrer Rückkehr nach Unterland. Und Produktionsfirma Disney lässt uns an der Entstehung des Films teilhaben und hat einige Bilder aus dem Produktionsprozess zur Verfügung gestellt. Nach Bildern von der Roten Königin (siehe hier und auch hier) und McTwisp, dem Weißen Kaninchen (siehe hier), möchte ich euch heute die Grinsekatze vorstellen.

Die Grinsekatze ist ein eleganter Kater mit der besonderen Eigenschaft einfach aufzutauchen und ebenso wieder zu verschwinden. Er ist vollkommen ruhig, mit einer beiläufigen Sinnlichkeit und einem verführerischen Lächeln, das seine Feigheit überspielen soll. Es ist der körperlose Kopf des Katers, der Alice zum ersten Mal im Tulgeywald erscheint, nachdem sie vom bösartigen Bandersnatch angefallen wurde. Er bietet Alice an, die Wunden an ihrem Arm zu reinigen, indem er sie ableckt. Alice lehnt ab, lässt sich von ihm aber zur Tee-Party des Hutmachers bringen. Dieser beschuldigt die Grinsekatze, sie im Stich gelassen zu haben an dem Tag als die Rote Königin nach der Macht in Unterland griff. Mit Hilfe seiner besonderen Eigenschaften und des begehrten Top-Hutes des Verrückten Hutmachers, findet die Grinsekatze später jedoch einen Weg sich zu rehabilitieren.

Wie auch die anderen Charaktere ist die Grinsekatze eine digital animierte Figur. Wie sie zum Leben erweckt wird, zeigen auch die folgenden Progression-Bilder.

Schritt 1: Das Bild des ersten Treffens zwischen Alice und der Grinsekatze, die ihr von ihrem Ast aus zugrinst, beginnt mit einer Storyboard-Skizze, bestehend aus einer Montage niedrig-auflösender Bilder der Figur.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 2: Um die Szene zu animieren, wird die Figur in eine niedrig-auflösende Umgebung eingebettet. Das erleichtert den Imageworks-Animateuren, die Grinsekatze mit kleinen Datenmengen und wenig Aufwand roh darzustellen.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 3: Die größte Herausforderung liegt darin, eine möglichst realistisch aussehende Katze zu erschaffen, die das typisch übertriebene, breite Grinsen aufsetzen kann. In diesem Schritt wird zudem ein weiteres, sehr wichtiges  Element hinzugefügt: das Fell. Dabei müssen die Animateure beachten, dass sich jedes Haar genau so verhält, wie es sollte, wenn die Katze es sich auf dem Ast gemütlich macht.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 4: Zuletzt vervollständigen finale Lichteffekte,  eine hoch-auflösende Umgebung hinter der Katze, die Pflanzenwelt und nicht zuletzt die Atmosphäre für die visuellen Effekte das Bild.

ALICE IN WONDERLAND

Alice im Wunderland startet am 4. März in unseren stereoskopischen 3D-Kinos. Auch als IMAX 3D-Fassung zu sehen. Wenn das kein Grund zum Freuen ist!

Alle Bilder © Disney.