Drachenzähmen leicht gemacht 2Die Drachenreiter von Berk sind zurück! Im ersten Trailer von DreamWorks Animations kommenden CGI-Aniamtionsfilm DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 offenbart man keinen Plot, sonder zelebriert das fantastische Erlebnis aus dem ersten Teil: das Fliegen auf dem Rücken eines Drachen! Das wirkte in 3D so überragend, dass man ins Träumen gerät. Und auch im neuen Teasertrailer für die Fortsetzung von Regisseur Dean DeBlois fliegen der nun jugendliche Hiccup und Ohnezahn rasant durch die Wolken, schrauben sich in schwindelnde Höhen und stürzen im freien Fall in Richtung Ozean. Man ahnt bereits, wie einnehmend diese Szenen in 3D auf der großen Leinwand werden können, seht selbst:

[Update mit gefixtem Video]

Noch braucht es ein wenig Geduld, Drachenzähmen leicht gemacht 2 startet am 31.07.2014 in den deutschen 3D-Kinos, den Teaser auf der großen Leinwand werden wir wohl Anfang Oktober zu Turbo erleben.

Bild © 20th Century Fox· Alle Rechte vorbehalten.

Um es mal direkt zu sagen: Kinobetreiber, die sich bisher nicht um die Digitalisierung ihrer Säle gekümmert haben, stehen schon bald vor dem Aus. Und das wird, wie ein Blick in Startlisten belegt, schneller passieren, als sie gehofft hatten.

20th Century Fox erklärte bereits im Vorjahr, dass man in den USA und in anderen Territorien die Belieferung mit analogen Kopien zum Ende 2013 einstellen werde. Ein Blick in die Startlisten weiterer Majors zeigt ein ähnliches Bild: Paramount Pictures hat als letzten Film Paranormal Activity 2013 angegeben, der sowohl digital wie in analogen 35mm zum 24. Oktober 2013 vertrieben wird. Schon der am 25.12.2013 startende Thriller Jack Ryan ist ausschließlich digital zu haben. Disney zeigt den Lone Ranger ab 8. August ausschließlich digital, wird aber die Family-Titel wie Planes Ende August und die Eiskönigin im November für einen breiten Start noch auf analogen Film anbieten. Ab 2014 sind hingegen sämtliche Titel von Disney als Digital gekennzeichnet.

Digitaler Shift der Datenträger: links ein Trailer auf 35mm, rechts ein ganzer Spielfilm in HD-Qualität

Nun steigen auch die deutschen Verleiher sukzessive aus dem analogen Format aus: Concorde Film hat gegenüber den Kinobetreibern aktuell das Ende der Belieferung mit analogen 35mm-Kopien zum Ende August 2013 direkt kommuniziert. Der Kinostart des 3D-Dramas Upside Down ist der Wendepunkt für Concorde, zukünftig werden nur noch digitale Kopien als DCPs an Kinos ausgeliefert. Universum Film hat bereits einzelne Titel ausschließlich digital distribuiert, beispielsweise wurden die 3D-Titel wie Streetdance (ebenfalls Constantin Film mit den letzten Teilen der Step Up-Franchise) ausschließlich digital verteilt, was bei 3D eh sinnvoll ist. Bis zum Jahresende hat Universum Film neben ausschließlich digitalen Filmen wie Riddick noch einige Titel in beiden Formen im Programm, vor allem im Bereich Kinderfilm. Laut Universum-Startliste wird mit Das kleine Gespenst letztmalig ein Film auch in 35mm vertrieben, selbst Kinderfilme im Jahr 2014 sind nur noch mit dem Vermerk 2D und 3D gekennzeichnet.

Szenenbild Upside Down

Die parallele Existenz von zwei Projektionsformaten wird bei Concorde Film mit dem Kinostart von UPSIDE DOWN beendet sein.

Selbst wenn Verleiher den traditionsreichen 35mm positiv gegenüber stehen, sind sie von der Belieferung durch die Weltvertriebe abhängig, die zunehmend via Festplatte und Satellit distribuieren. Die Abwärtsspirale beschleunigt sich dabei zunehmend: durch die Reduktion des Massenmarktes steigenden die Herstellungskosten für analoge Kopien; der IMAX-Präsident für das Gebiet EMEA Andrew Cripps bezifferte im Interview mit DigitaleLeinwand die aktuellen durchschnittlichen Kosten für eine analoge 70mm-IMAX-Kopie auf 35.000 bis 45.000 US-Dollar gegenüber 100 Dollar für das digitale DCP auf dem Datenträger. Analoge Distribution rechnet sich nicht mehr für Verleiher, die letzte Phase der Digitalisierung des Kinos ist eingeläutet. Über 75% der deutschen Kinosäle sind mittlerweile digitalisiert, für die geht der Betrieb problemlos weiter. Was jedoch mit den übrigen 25 % geschieht, lässt sich in dunklen Szenarien ausmalen, wenn der erste große Kinderfilm, dessen Umsatz man dringend zum Weitermachen benötigt hätte, eben nicht mehr zur Verfügung steht.

Nun sind Startlisten für die Presse kein Garant, da sind Häkchen schnell gesetzt oder entfernt. Um Klarheit zu schaffen, startete der Verband HDF Kino eine Umfrage unter allen Verleihern über die zukünftige Distribution und hat um Stellungnahme gebeten. Dieses Ergebnis dürften nicht nur ihre eigenen Mitglieder mit Spannung erwarten.

Bilder © Gerold Marks (1), Concorde Film (2) · Alle Rechte vorbehalten.

Mit der wunderbaren Coraline hat sich Laika Entertainment in die Herzen der Stopmotion-Fans animiert, und auch ParaNorman begeisterte auf der ganzen Linie. Viel früher als erwartet gibt Laika nun einen kurzen Einblick in ihr kommendes Animationsprojekt THE BOXTROLLS- der erste Teasertrailer ist da! In der Komödie nach der Roman-Serie “Here be Monsters!” von Alan Snow (deutscher Titel „Die Monster von Rattingen: Arthur und die Käsediebe“) geht es um in Schachteln gehüllte Trolle, die den Bürgern des viktorianischen Cheesebridge ihre Kinder und ihre stinkenden Käse klauen- so zumindest das Vorurteil.

Auch wenn der Teaser nur einen kurzen Einblick in das Look & Feel des Films gibt, klingt das Projekt grundsätzlich nach einem überdrehten Spaß mit Herz. Ungewöhnliche Familien gibt es in der tat in vielfältiger Form, dass man in die viktorianische Zeit ganz selbstverständlich auch homosexuelle Elternpaare als mögliche Konstellation setzt, dürfte bei einem konservativen Publikum für Ohnmacht sorgen. Aber die hätten an solchen Filmen vermutlich eh keinen Spaß, wenn Trolle gar die besseren Eltern sind. Sogar, wenn sie in Schachteln stecken.

Laika hat Boxtrolls als Hybrid aus CGI und Stopmotion angelegt. Wie weit sie mit dieser Trennung gehen, ist noch unklar, in ParaNorman hatten sie ebenfalls diese Animationsmischform eingesetzt, um die Hexe effektvoll in die Geschichte zu implementieren. Wir können uns auf die Voicetalents Ben Kingsley, Isaac Hempstead-Wright, Elle Fanning, Jared Harris, Toni Collette, Nick Frost, Simon Pegg, Richard Ayoade und Tracy Morgan freuen. Die Regie führen Anthony Stacchi und Graham Annable, der bereits als Storyartist  an Coraline und ParaNorman arbeitete. Deutscher Starttermin ist der  23. Oktober 2014 im Verleih von Universal Pictures. Und selbstredend wird auch Boxtrolls als stereoskopischer 3D-Film in die Kinos kommen.

Synopsis: The Boxtrolls is a comedic fable that unfolds in Cheesebridge, a posh Victorian-era town obsessed with wealth, class, and the stinkiest of fine cheeses. Beneath its charming cobblestone streets dwell the Boxtrolls, foul monsters who crawl out of the sewers at night and steal what the townspeople hold most dear: their children and their cheeses. At least, that’s the legend residents have always believed. In truth, the Boxtrolls are an underground cavern-dwelling community of quirky and lovable oddballs who wear recycled cardboard boxes the way turtles wear their shells. The Boxtrolls have raised an orphaned human boy, Eggs (voiced by Mr. Hempstead-Wright), since infancy as one of their dumpster-diving and mechanical junk-collecting own. When the Boxtrolls are targeted by villainous pest exterminator Archibald Snatcher (Mr. Kingsley), who is bent on eradicating them as his ticket to Cheesebridge society, the kindhearted band of tinkerers must turn to their adopted charge and adventurous rich girl Winnie (Ms. Fanning) to bridge two worlds amidst the winds of change – and cheese.

Boxtrolls - Promoposter

Bilder © Universal Pictures· Alle Rechte vorbehalten.

In 30 Tagen bebt die Weide – die Longhorns sind zurück und treffen sich vom 1. bis 3. August 2013 zum größten Mähne-Schütteln der Welt in Wacken. In drei Tagen im Jahr verwandelt sich das kleine Dorf Wacken in Schleswig-Holstein zum Wallfahrtsort von 75.000 Metalheads, die auf dem Wacken Open Air nicht nur den grandiosen Musicacts huldigen, sondern auch den großen Festivalspass zelebrieren, der mittlerweile ebenso bedeutend erscheint. „Louder than Hell“ ist nicht nur das Motto des Festivals, sondern auch der Untertitel des kommenden 3D-Films WACKEN 3D, den Jumpseat zusammen mit Wüste Film derzeit realisieren.

Das Phänomen Wacken ist eine kleine Legende: als man 1990 mit ein paar Bands, 800 Besuchern und einer schrägen Idee begann, hätte man sich kaum träumen lassen, dass sich das Wacken Open Air zum Favoriten der TopActs der Metalszene etabliert. Und von den Fans derart geliebt wird, dass das W:O:A – Festival bereits jährlich binnen weniger Tage ausverkauft ist, meist lange, bevor das LineUp der Bands steht. Das werden Metaller nicht gerne hören, aber Wacken ist Pop: übertragen auf ZDF Kultur, seine Eigenart dem breiten Publikum näher gebracht im Dokumentarfilm Full Metal Village der koreanischen Regisseurin Cho Sung-hyung. Man verstand, dass der Reiz des Festivals nicht nur die Musik ist, sondern das Miteinander, das zwar in seiner Schale rauh und wild daherkommt, durch seinen kultigen Spaß aber wie ein Familienfest der besseren Art anmutet. Dieses Erlebnis – die besondere Seele des Festivals – wollen die Berliner Produktionsfirmen Jumpseat und Wüstefilm in ihrem stereoskopischem Film „WACKEN 3D: Louder than Hell“ aufspüren. Nachdem Musikfilm- und Werberegisseur Norbert Heitker und Produzent/ DoP Tomas Erhart mit ihrem Team bereits im letzten Jahr erste Aufnahmen in 3D gedreht haben, werden sie auf dem diesjährigen Wacken Open Air das komplette Festivalgeschehen mit achtzehn 3D-Kameras rund um die Uhr an verschiedensten Locations filmen. Dabei haben sie sich den Maßstab gesetzt, bereits nativ in 3D zu aufzuzeichnen und nicht, wie man das beim jährlichen Schlammwälzen vermuten könnte, nachträglich zu konvertieren. Hautnah dabei will man bei diesem Trip durch das komplette Wacken-Universum sein, um im Film das Festival in all seiner Vielfalt, seiner Stimmung und seiner ungebändigten Wucht „live“ miterleben zu lassen.
Wacken- Banner

Doch soll WACKEN 3D weder ein klassischer 3D-Konzertfilm, noch eine reine Hintergrund-Doku werden. Wenn vom 22. Juli. bis 5. August vor Ort gedreht wird, gelangt man Backstage zu den Bands vor ihren Auftritten, man wird auf der Bühne stehen und in die Gesichter tausender begeisterter Fans blicken, und man wird sich beim Crowdsurfing auf Händen über die Massen tragen lassen. Die Kameras werden in die Zeltstädte schweben, zu den Metal-Battles und zum Tschingderassabum der berühmten „Wacken Firefighters“, dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wacken, die seit dem Jahr 2000 das jährliche Festival mit einem „Metal meets Brass“-Konzert eröffnet. WACKEN 3D wird auch die Festivalbesucher begleiten. Zeigen, wie sie ihre Zelte aufschlagen, wie sie trotz ihres martialischen Aussehens friedlich und ausgelassen miteinander feiern und wie sie sich zeremoniengleich ihren musikalischen Göttern hingeben. Aber all das wäre nichts ohne die Musik – und so wird man in WACKEN 3D natürlich auch das erleben können, was an diesen drei Tagen im Mittelpunkt steht: Die gigantischen Bühnenshows der größten Metal-Bands der Welt. Dieses Jahr spielen unter anderem Rammstein, Alice Cooper, Anthrax, Deep Purple, Doro, Danzig, Motörhead, Nightwish, Subway To Sally und natürlich Mambo Kurt.

WACKEN 3D präsentiert sich als äußerst ehrgeiziges Projekt. Die Bedingungen auf einem OpenAir unterliegen Wind und Wetter, Festivalbesucher sind unberechenbar, die Koordination eines Teams für achtzehn 3D-Kamerasysteme ist eine echte Herausforderung, nicht nur für den Data-Wrangler. Alleine in den drei Festival-Tagen kommt mit über 1300 Stunden genug Filmmaterial für eine ganze Musikdoku-Serie in 3D zusammen. Und dann bleibt nur knappes Dreivierteljahr zum Sichten, Schneiden, Postproduzieren und Mischen des 3D-Film, der bereits im Frühjahr 2014 seinen deutschen Kinostart feiern soll. Ob der Heimkinostart unter Berücksichtigung der deutschen Verleihfenster vor dem nächsten W.O.A 2014 gelingt? Ein guter Beweis für Jumpseat 3D plus Germany“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>Jumpseat wäre es, die sich als BrainPool für 3D – Live Projekte und deren globale Vermarktung positionieren.

Produziert wird WACKEN 3D von Tomas Erhart / Jumpseat 3D plus Germany, der zugleich auch als Director of Photography fungiert, und WÜSTE FILM, Stefan Schubert. Gefördert wird die Produktion durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die Filmförderungsanstalt und den Deutschen Filmförderfonds, der Verleih ist NFP.

Plakat - Wacken Louder than Hell

Bilder © JumpSeat (1), W:O:A (2) · Alle Rechte vorbehalten.

Der Sommer wird gelb! Das liegt offenkundig nur bedingt an der Sonne, als vielmehr an der Rückkehr des Superschurken Gru und seiner Armee durchgeknallter, aber liebevoller Minions. In ICH- EINFACH UNVERBESSERLICH 2 erleben wir ein neues Abenteuer mit Gru, der sich nicht nur mit Superschurken, sondern auch Verkupplungsversuchen seiner drei Töchter herumschlägt. Das wird definitiv schräg und witzig. ICH – Einfach unverbsserlich 2 von den Regisseuren Pierre Coffin und Chris Renaud startet am 4. Juli 2013 in den deutschen Kinos, und wer Banana oder Einhörner mag, sollte sich dringend die 3D-Fassung ansehen- endlich mal wieder ein Film, wo die Stereoskopie mit Spaß eingesetzt wird. Zum Filmstart verlost DigitaleLeinwand mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures zwei Minions-Fanpakete (inklusive Gru)!

Plakat - ICH einfach unverbesserlich 2
Kurzinhalt: Der ehemalige Superschurke Gru ist Familienvater geworden und lebt ein beschauliches Leben mit seinen drei Adoptivtöchtern Margo, Edith und Agnes. Nachdem er scheinbar mit seiner dunklen Vergangenheit abgeschlossen hat, muss er sich nun mit der Organisation von Kindergeburtstagen, ersten unliebsamen Verehrern seiner Töchter und aufdringlichen Verkupplungsversuchen seiner Nachbarin herumschlagen. Doch als mysteriöse Vorfälle auf spektakuläre Pläne eines neuen Superschurken hinweisen, wird Grus Idylle jäh gestört. Eine ultrageheime Organisation schickt ihre beste Agentin Lucy, um seine Hilfe einzufordern – ob er nun will oder nicht. Nach erster Skepsis stürzt sich Gru voller Eifer in seine neue Aufgabe: Die Welt zu retten. Bei diesem nicht ganz ungefährlichen Unterfangen kann er sich voll und ganz auf seine Minions verlassen, die ihn hochmotiviert und mit blinder Begeisterung unterstützen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten merkt Gru schnell, dass ihn mit Lucy nicht nur die Jagd nach dem neuen Superschurken verbindet, sondern die beiden auch außerhalb der Verbrecherbekämpfung ein gutes Duo abgeben könnten. Das stellt ihn allerdings vor ganz neue Herausforderungen, in denen Gru über sich selbst hinauswachsen muss…

Gewinne Minions

DigitaleLeinwand verlost mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures zwei Minions-Fanpakete (inklusive Gru)! Enthalten sind jeweils:

  • ein original Knautsch-Minion
  • das Hörspiel mit den Original-Stimmen aus dem Film- ab dem 19. Juli 2013 im Handel erhältlich.
  • ein Minions-Poster im Kinoplakat-Format

Um zu gewinnen, müsst ihr einfach die Lösung der Gewinnspielfrage mit Namen, E-Mail und Postadresse über das Formular unten einreichen. Selbstverständlich werden eure Daten vertraulich behandelt und nur zur Abwicklung des Gewinnspiels genutzt. Einsendeschluss ist der 12.07.2013 um 12 Uhr. Die Gewinner werden direkt per Mail benachrichtigt.

Hier die Gewinnspielfrage: “Auch Minions haben eine Perönlichkeit! Nennt als Lösung bitte drei Vornamen der gelben Racker.”

Rechtswege wurden vom Gefrierstrahler kaltgestellt, und sind von daher ausgeschlossen. Ich wünsche allen viel Glück!

Bilder © Universal Pictures · Alle Rechte vorbehalten.

So wie im Kino der aktuelle Standard  von Inhalten in 2K auf die höhere Auflösung in 4K wechselt, steht auch im TV-Segment der nächste Pixelsprung bevor. Wie man auf der diesjährigen CES in Las Vegas erleben konnte, sind Ultra-HD-Fernseher der neueste Schrei. Allerdings liegen die Preise derzeit noch deutlich im 5-stelligen Bereich. Das ist finanziell ein Luxus, verglichen mit den Heimkino-Anlagen, die man hier kaufen kann. Doch rechnen Analysten wie Jia Wu, Director Connected Home Devices bei Strategic Analytics, mit erschwinglichen Ultra-HD-Fernseher unter der 2.000-Dollar-Marke binnen der nächsten fünf Jahre. Dann werden auch Märkte wie USA, Deutschland, Großbritannien und China deutlich zulegen, 2016 könnten weltweit bereits in knapp 10 Millionen Haushalten Fernseher mit Ultra-HD stehen. Doch was bietet das neue Format?

Fernseher in Ultra HD

Die Fernseher verfügen neben ihrer physischen Größe (z.B. über 80 Zoll) über eine deutlich höhere Auflösung. Mit 3840 x 2160 Pixeln bietet UltraHD, auch als UHD abgekürzt, dabei nicht die doppelte Auflösung der aktuellen Generation, sondern eben die vierfache, wie die Grafik anschaulich erläutert. Dadurch wird ein schärferes und lebendigeres Bild erreicht, das auch aus nahen Distanzen überzeugt. Gewöhnt euch schon mal an die Bezeichnung 2160p für UltraHD. Ab 2014 sollen erste TV-Testkanäle in Japan starten, in Europa hat der Satellitenbetreiber Eutelsat bereits mit einem 4K-Testkanal begonnen (erreichbar auf 10° Ost über die Frequenz 11304 MHz H). Die kleinen Schachtelkinos dürfen also bangen von den neuen Heimkinos abgelöst zu werden.

 

Ultra HDTV - Auflösung

BDXL- neues Blu-ray-Trägerformat

Jetzt werden die Kritiker zurecht nach den Inhalten rufen: Blu-rays sind derzeit auf Full HD limitiert. Zugegeben, auf einem 84-Zoll Flatscreen mag man sich keine definitiv keine DVD ansehen. Doch arbeitet die Format Extension Study Task Force (FEST) der Blu-ray Disc Association (BDA) bereits an der Zukunft des Datenträgers und den Spezifikationen.
Logo 4KDie technischen Details sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt, es dürften aber neue Codecs wie der H.265 zum Einsatz kommen, der mit höherer Kompression bei gleichem Datenstrom ein besseres Bild erreicht, das Testmaterial sah erstaunlich gut aus. Als Datenträger dürften die sogenannten BDXL-Discs, zum Einsatz kommen, die mehrere Layer auf einer Blu-ray vereinen. Je nach Typ soll die maximale Speicherkapazität bis zu 128 Gigabyte betragen. Die Speicherkapazität soll für Spielfilme in nativer Ultra High Definition-Auflösung, als auch für Filme in High Frame Rate oder mit 3D-Sound wie Dolby Atmos ausreichen.

Content bleibt King

Auch Sony setzt auf das neue 4K-Format, so gilt als sicher, dass die PlayStation 4 die Ultra-HD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln unterstützt. Im Contentbereich veröffentlicht Sony Pictures derzeit die Blu-ray-Reihe Mastered in 4k, mit der optimale Bild- und Tonqualität versprochen wird. Obwohl die Auflösung der Blu-rays auf Full HD beschränkt ist, verspricht man einen Zusatznutzen durch einen höheren Datenstrom und der Anfertigung von einem hochwertigen 4k-Master. In den USA wurden aktuell zehn Titel in der Mastered in 4K-Reihe veröffentlicht, darunter The Amazing Spider-Man, Ghostbusters, Taxi Driver, Battle: Los Angeles, The Karate Kid, Total Recall (2012) oder der Thriller Illuminati – Angels & Demons. Weitere Titel sind angekündigt.

Soweit sind das doch scharfe Aussichten. Wann allerdings die deutsche Fernsehanstalten aus dem Knick kommen und ihre Inhalte zumindest in Full HD anbieten, grenzt noch an extremen Futurismus. Solange könnt ihr euch Videos in 4K-Auflösung auf Youtube ansehen. Übrigens: am 8K-Format mit dem Namen Super Hi-Vision, wird von Japans nationalem TC-Sender NHK bereits gearbeitet.

Bilder © LG, BDA · Alle Rechte vorbehalten.

Die Renderfarm durchgeglüht? Die Pixelstube ist im Hochwasser abgesoffen? Und der Einreichschluss des animago AWARDS 2013 naht? Keine Sorge, die Macher hatten ein Einsehen und haben den Einreichschluss für den 17. animago Award vom 30. Juni um drei Wochen bis Montag, den 22. Juli 2013 verlängert. animagoAWARDBis dahin können Digital Artists aus aller Welt ihre Arbeiten online unter www.animago.com einreichen. Der international etablierte Wettbewerb zeichnet seit 17 Jahren herausragende Produktionen aus den Bereichen FILM, STILL und INTERACTIVE aus. Dies sind die elf Kategorien, in denen der animago AWARD in diesem Jahr vergeben wird:

  • Bestes Still – DIGITAL PRODUCTION-Leserpreis
  • Beste Character-Animation
  • Beste Postproduktion
  • Bester Trailer/Opener
  • Bester Kurzfilm
  • Beste Werbeproduktion
  • Beste interaktive Produktion
  • Bestes Game-Design
  • Beste Visualisierung
  • Beste Nachwuchsproduktion (Dieser Award ist mit einem Preisgeld der DIGITAL PRODUCTION von EUR 3.000 dotiert)
  • Sonderpreis der JuryAnimago- Trophäen

Die Teilnahme ist kostenfrei und steht Profis als auch dem Nachwuchs gleichermaßen offen. Arbeiten können online unter www.animago.com eingereicht werden. Und wer lieber aufgrund der Datenmengen analog einschickt, sendet seine Produktionen an: DIGITAL PRODUCTION, Günter Hagedorn, »animago 2013«, Langenharmer Weg 88, D-22844 Norderstedt, Deutschland.

Schon mal zum Vormerken: die diesjährige Preisverleihung findet am Donnerstag, 24. Oktober als Höhepunkt der animago AWARD & CONFERENCE (24.-25.10.2013) in der Metropolis Halle am Filmpark Potsdam-Babelsberg statt. Wer immer noch nach Inspiration für seinen diesjährigen Beitrag sucht, wird sicher im Trailer mit den besten Produktionen aus 2012 fündig. Und ja, das ist die Messlatte, über die ihr springen müsst. 🙂

Das Filmfest München hat mit einer Pressenotiz auf die Beiträge zum Abspiel der Alejandro Jodorowsky- Hommage von DVD und Blu-ray geantwortet. Zugute halten muss man ihnen, dass sie die Kritik aufgreifen und relativ schnell antworten, trotz Stress vor dem Festivalstart. Inhaltlich klingen die Begründungen ein wenig nach Beamtenstadl: das haben wir schon immer so gemacht und es hat auch noch keinen gestört. Das Filmfest München räumt freimütig ein, bereits seit Jahren Filme als Heimkino vorzuführen:

Bereits seit mehreren Jahren zeigt das Filmfest insbesondere im Rahmen der Retrospektiven Werke auf Blu Ray, wenn sie der Qualität einer Originalkopie entsprechen oder sogar, aufgrund des schlechten Zustands des analogen Originals, eine bessere Vorführqualität aufweisen.

Na, das man seit Jahren dem Publikum Video statt Film bietet, macht es natürlich besser. Weiter heißt es in der Pressenotiz:

Bislang hat es weder von Zuschauern noch der Presse auch nur einen Fall einer Beanstandung gegeben – sehr im Unterschied zu unrestaurierten Originalkopien, deren schlechter Erhaltungszustand schon zu Beschwerden bei „verregneten“ und „verkratzten“ Retrospektiven-Vorführung führte.

Jetzt gibt es Beanstandung. Ich stimme durchaus zu, natürlich sollte man dem Kinobesucher die bestmögliche Qualität bieten. Und eine zerschlissene und verkratzte 35mm-Kopie mag in einer Zeit, wo es sogar schon 4K-Videos auf Youtube  zu sehen gibt, nur für eingeschworene Analog-Liebhaber taugen. Um die Lizensierung hat man sich gekümmert, was auch einen Vorführpreis in Kaufhöhe des Datenträgers rechtfertigen mag.

Und es gibt wohl noch ein Bonbon, Jodorowsky, der laut Mitteilung das Abspiel von DVD und BD  persönlich als geeignetste Lösung vorschlug, bringt seine Blu-ray-Masterkopien mit:

 Außerdem sicherte Alejandro Jodorowsky dem Filmfest München zu, seine persönlichen Blu-Ray-Masterkopien mit nach München zu bringen, um im Falle von Schwierigkeiten so die bestmögliche Qualität der Vorführungen zu sichern.

Sind die geweiht? Lassen sich im Handel erhältliche Blu-rays sonst etwa nicht auf Festivals abspielen? Verfügen sie über einen höheren Datendurchsatz wie uns das zuletzt Sony mit Mastered in 4K verkaufen wollteOder sind die schlicht Regionalcode-frei?

Spaß beiseite, mir ging es bei der Diskussion vor allem um die Kennzeichnung der Abspielquelle. Wenn mir auf einem Filmfestival eine DVD im Kinosaal vorgeführt wird, möchte ich das vorher wissen. Die Entscheidung des Kaufs eines Kinotickets bleibt dann mir selbst überlassen. Dieser Vermerk ist weiterhin bei den Filmprofilen oder den Kartenkauf nicht gegeben. Das wäre ein Verbesserungspunkt für das kommende Jahr, der sich sicher umsetzen lässt. Es ließe sich noch darüber diskutieren, ob es nicht auch Sinn und Zweck eines gut finanzierten Filmfestivals ist, frische tadellose Kopien von geschätzten Klassikern anfertigen zu lassen. Wobei die Hommage an den großen Filmemacher eben den Seiteneffekt hätte, dass sein Werk digitalisiert als DCP (oder von mir aus auch auf einer frischen 35mm-Kopie) auch künftig auf Festivals gezeigt werden könnte. Das Förderprogramm zur Digitalisierung bei der FFA gilt nur für nationales Filmtum, auch Europes Finest schließt das Werk eines Chilenen schon vom Namen her aus, da greifen die bisherigen Programme nicht. Aber es könnte ein Denkanstoß sein, vielleicht wäre diese Form der Hommage eine Liebeserklärung mit Nachhaltigkeit.

PS: Liebe Kollegen, Blu-ray schreibt sich mit Bindestrich in der Mitte.

Plakat 31 Internationales Filmfest München

Bild © Filmfest München · Alle Rechte vorbehalten.

Am 28. Juni 2013 eröffnet mit dem 31. Filmfest München das zweitgrößte deutsche Filmfestival (nach der Berlinale). Auf dem umfangreichen Programm stehen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme in internationalen oder deutschen Erstaufführungen, dieses Jahr erweitert um ein Special mit TV-Serien und über Games. Unmut gibt es Vorfeld über die Hommage an den chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky, dessen Werk mit sieben Filmen präsentiert werden soll. Denn statt einer Vorführung von verfügbaren 35mm-Kopien oder digitalen DCPs werden DVD und Blu-rays gezeigt, wie die Kollegen von Critic berichten.

Demnach werden La cravate und Fando y Lis als DVD vorgeführt, Montana Sacra – Der heilige Berg, The Rainbow Thief, Santa Sangre und El Topo kommen von der Blu-ray. Dies bedeutet, dass allein die Dokumentation Jodorowsky’s Dune aus dem Jahr 2013 über Jodorowsky in einem Kinoformat vorliegt. Critic.de hakte nach und erhielt diese offizielle Auskunft der Zuständigen für die Kopienbeschaffung des Festivals: „Wir haben zwei Wochen lang gesucht und keine besseren Kopien in Deutschland gefunden.“ Die am 29. April 2013 versandte Pressemitteilung wirkt da wie ein Hohn. Hier ein Auszug:

Modernste Kino-Technik

Innovationen gibt es 2013 auch im Hintergrund des Festivals. Um den Besuchern in den rund 450 Vorführungen auf 18 Leinwänden optimalen Kinogenuss zu bieten, stellt das FILMFEST MÜNCHEN als erstes großes Festival in Deutschland die digitalen Vorführungen komplett auf den neuen Standard DCP (Digital Cinema Package) um.

Neben den klassischen 35mm-Filmkopien wird es statt einer Vielzahl digitaler Formate nur noch DCP-Vorführungen geben. Sämtliche digital eingereichten Filme werden in Zusammenarbeit mit den Partnern ZweiB, ARRI und Rohde & Schwarz DVS geprüft, gegebenenfalls umgewandelt und zu den Festivalkinos transferiert. „Damit ist das Filmfest München auch in technischer Hinsicht auf dem neuesten Stand“, sagt Festival-Leiterin Diana Iljine.

Es ist verständlich, dass gerade ältere Filme einer Werkschau oder Hommage nicht alle Digital vorliegen. Und es mag auch sein, dass es Schwierigkeiten bereitet, verbleibende 35mm-Kopien aufzutreiben, zumal in einem brauchbaren Zustand, der Kurzfilm La Cravate galt als verschollen und wurde 2006 auf einem Dachboden wiederentdeckt. Doch sollte die Information über das Projektionsmaterial transparent für Ticketkäufer ersichtlich sein. Dies ist bisher nicht der Fall, lediglich im umfangreichen Katalog wird darauf hingewiesen.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass solche Probleme der Vergangenheit angehören, nachdem das gerne gelobte Kino Babylon in Berlin bei einer mit 150.000 Euro subventionierten Charlie Chaplin-Retrospektive ebenfalls Filme von DVD projizierte- und vollmundig von digitalem Kino sprach. In diversen Kino-Vorführräumen steht ein Blu-ray-Player, der Material über den 2K-Beamer schickt. Nur liest man davon nie. Zum Einspielen von privaten Inhalten bei geschlossenen Veranstaltungen ist das völlig in Ordnung, aber im regulären Programm möchte ich wissen, ob ich 2K, 4k, 35 oder 70mm oder eben eine DVD mit PAL-Auflösung zu sehen bekomme. Und erst recht bei einem gut finanzierten Filmfestival mit gewissem Anspruch. Wer in den heutigen Zeiten noch E-Cinema mit D-Cinema verwechselt, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Das vorsätzliche Verschweigen wäre ein Betrug am Filmfan. Dass der Ticketpreis von 8,50 € dem Kaufpreis der Blu-ray von z.B. Rainbow Thief von 9,28 € gleichkommt, ist nur das Sahnehäubchen des Problems.

Alejandro Jodorowsky stellt in München zusammen mit dem Regisseur Frank Pavich JODOROWSKY’S DUNE vor, eine Dokumentation auf den Spuren des „größten Films, der nie gedreht wurde.“ Vielleicht erwischt ihn einer der Kollegen beim Q&A, ich bin gespannt, wie er sich dazu äußert.

Weiterlesen:

Frédérick Jaeger auf Critic.deFilmfest München zeigt Filme von DVD

Thomas Groh in seinem Filmtagebuch: AMAZON MACHT’S MÖGLICH: SCHAFFT EIN, ZWEI, VIELE RETROSPEKTIVEN.

Joachim Kurz von Kino-Zeit.de: SKANDAL ODER EXPERTENSTREIT? ZUM ZOFF UM DIE JODOROWSKY-RETROSPEKTIVE BEIM FILMFEST MÜNCHEN

Florian Borchmeyer, Programmverantwortlicher Filmfest München: Pressenotiz

Gerold Marks auf DigitaleLeinwandAntwort vom Filmfest München zur Jodorowsky-Videohommage

Dunja Bialas auf Artechoc: Ende eines Mythos 

 

Plakat 31 Internationales Filmfest München

Bild © Filmfest München · Alle Rechte vorbehalten.

Am 30. Juni 2009 verstarb die große deutsche Bühnenkünstlerin Pina Bausch, die als Choreografin und Tänzerin in ihrer Kompagnie den Stil des Tanztheaters begründete. Ihr persönlicher Freund Wim Wenders befand sich in der Planung eines Roadmovies mit Bausch, wurde wie alle von ihrem Tod überrumpelt. Der geplante 3D-Film über Pina Bausch wandelte sich von der Dokumentation zur Werkschau des kreativen Schaffens, zu einer Liebeserklärung an den Tanz, die Musik, die Liebe und auch an die Stadt Wuppertal und das umgebende Ruhrgebiet. Der 3D-Tanzfilm PINA mit seinen über 550.000 deutschen Kinobesuchern für eine breite Diskussion über die künstlerischen Möglichkeiten des 3D-Films, über die Überschreitung von Grenzen und die Entwicklung einer neuen Bildsprache. Weltweit gefeiert, umfassend prämiert. Heute wird PINA erstmals auf Arte im Free-TV gezeigt, auch in seiner 3D-Pracht (via Astra 3D), die man sich dringend ansehen sollte, PINA gehört zweifelsohne zu den besten 3D-Filmen überhaupt.

Im Anschluss wird das Stück des Tanztheaters Wuppertals ausgestrahlt, das in PINA für viele  die stärkste Visualität bewies: VOLLMOND. Die Bühne besteht aus einem riesigen Felsen und Wasser, welche in ihrer elementaren Kraft die tänzerischen Interaktion der zwölf Darsteller bestimmen. Männer und Frauen suchen fieberhaft nach der Liebe, der Kampf der Geschlechter wird hier zum Zentrum der Beziehungen. VOLLMOND in der Fernsehregie von Wim Wenders ist am Mittwoch, den 26. Juni um 21:55 Uhr erstmals im Fernsehen auf Arte (in 2D) zu sehen.

PINA

2D-Ausstrahlung auf ARTE, 3D-Ausstrahlung auf Astra 3D, Entertain
Mittwoch, 26. Juni um 20:15 Uhr, 99 Min

Aufgrund der technischen 720p-Limitierung der Öffentlich-Rechtlichen Sender wird PINA in 3D auf dem frei empfangbaren Astra 3D-Demokanal ausgestrahlt, der mit folgenden Parametern zu empfangen ist:

Satellit: ASTRA 2C
Position: 19,2° Ost
Transponder: 27
Frequenz: 11611.75 MHz
Polarisation: horizontal
Rate: 22.000 / FEC: 5/6

Außerdem ist PINA in 3D auf dem 3D-Kanal von Entertain in der dritten Dimension zu erleben.

PINA 3D - Wim Wenders - Vollmond

„PINA“ ist ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders und von den Tänzern des Tanztheaters Wuppertal. Er lädt die Zuschauer ein auf eine sinnliche, bildgewaltige Entdeckungsreise in eine neue Dimension: mitten hinein auf die Bühne des legendären Ensembles und mit den Tänzern hinaus aus dem Theater in die Stadt und das Umland von Wuppertal – den Ort, der 35 Jahre für Pina Bausch Heimat und Zentrum ihres kreativen Schaffens war. Ihr Werk ist eine Liebeserklärung an die Größe im Kleinen, an die Schönheit und das Bleibende im Flüchtigen: Pina Bausch hat die Welt der Bewegung neu entdeckt und den Tanz aus sich heraus erneuert wie keine andere Künstlerin ihrer Zeit. Niemand sonst konnte so eindringlich und lakonisch, beiläufig und doch so liebevoll von menschlichen Bewegungen und Begegnungen auf der Bühne erzählen wie sie. Oft war in einer kleinen Geste ein ganzer Kosmos enthalten, denn Pina Bausch hatte ein sehr waches und genaues Auge für die Menschen. Für ihre Theatervision hat sie sich mit dem Tanztheater Wuppertal ein einzigartiges Ensemble geschaffen. Mit ihm brachte sie ihre faszinierenden Stücke auf die Bühne, wurde mit den Jahren weltberühmt und blieb dabei doch immer in Wuppertal verwurzelt. Wim Wenders und Pina Bausch hat in über 20 Jahren ihrer persönlichen Freundschaft die Idee eines gemeinsamen Tanzfilms nie losgelassen. Aber erst mit den neuesten Möglichkeiten digitaler 3D-Technologie fand Wim Wenders die ästhetischen Ausdrucksmittel, um die emotionale Ausdruckskraft von Pina Bauschs innovativem Tanztheater in einem Film zu bannen. Noch gemeinsam mit der Choreographin wurden die Stücke „Le Sacre du Printemps“, „Vollmond“, „Café Müller“ und „Kontakthof“ als zentrale Werke ihres Schaffens für das Filmprojekt zur Aufzeichnung ausgesucht. Völlig unerwartet verstarb Pina Bausch 2009 mitten in den Produktionsvorbereitungen für den Film. Nach einer Phase der Trauer und Reflexion konzipierte Wenders den Film neu: Aus dem gemeinsamen Projekt wurde so ein Film für Pina Bausch von Wim Wenders und ihren Tänzerinnen und Tänzern. Mit sparsam eingesetzten Bildern und Tondokumenten aus ihrem Leben; und mit den für die 3D-Kamera in und um Wuppertal getanzten, individuellen Erinnerungen der einzelnen Ensemblemitglieder des Tanztheaters Wuppertal an den genauen, kritischen und liebevollen Blick ihrer großen Mentorin.

VOLLMOND

Ausstrahlung auf ARTE
Mittwoch, 26. Juni um 21:55 Uhr, 116 Min

„Vollmond“ zeigt Pina Bauschs Kunst in voller Blüte. Eine überschäumende Musik bestimmt das Stück, genau so, wie das großartige Bühnenbild von Bauschs langjährigem Mitarbeiter Peter Pabst. Ein großer Fels beherrscht die Szenerie sowie ein Wassergraben. „Ich bin jung. Es ist alles voller Versprechungen. Meine Gedanken fliegen hoch. Und mein Körper ist stark“, ruft eine der Tänzerinnen auf der Bühne und zeigt die emotionale Kraft, mit der der „Vollmond“ die Tänzerinnen und Tänzer der Tanztheaters Wuppertal antreibt. Sie treten auf zu expressiven Soli, zu spielerischen und absurden Begegnungen, zu zweit oder dritt. Die meiste Zeit regnet es in dieser Vollmondnacht auf der Bühne, und die Tänzer werfen sich mit der ganzen Wucht ihrer Körpersprache in dieses Stück, klettern über den riesigen Felsen, rutschen den Boden entlang, werden nass und nässer, und toben am Ende durchs Wasser, als sei dies ihr eigentliches Element. Sie sind in einer silbernen Landschaft dem Regen und schließlich dem Orkan ausgeliefert, der über die Bühne fegt. Männer und Frauen sind einander verfallen, suchen fieberhaft nach der Liebe: der Kampf der Geschlechter als Zentrum der Beziehungen. Wie in allen neueren Stücken von Pina führt das auch zu leichten und humorvollen Situationen, aber auch zu Angst und Schrecken. So spielerisch das Stück beginnt, so wild und ungezügelt wird es gegen Ende, wenn die zwölf Darsteller bis zur Verausgabung tanzen.

Bilder © Laurente Philippe, Beschreibungstexte/Video © Arte · Alle Rechte vorbehalten.