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"Sherlock Holmes" nutzt virales Onlinegame für Filmmarketing
Madonnas Ex-Ehemann Guy Ritchie hast wieder einen Beruf: Regisseur. Steckt er gerade in den Vorbereitungen zur Verfilmung der Graphic Novel um Alienjäger Lobo (nein nicht Sascha Lobo, der richtige), ist sein aktuelles Werk abgedreht und wartet auf die Vermarktung zum Filmstart: Sherlock Holmes.
Der Klassiker von Sir Arthur Canon Doyle hat aber eine kleine Aktualisierung erfahren. Sagen wir mal, der neue Sherlock Holmes ist eine Art Steampunk-Version von 007, der auf Mystisches und Hexenkunst trifft. Findet natürlich im 19. Jahrhundert statt. Gespielt wird Holmes von Robert Downey Jr., an seiner Seite als Dr. Watson sehen wir Jude Law. Filmstart in den USA ist Weihnachten, bei uns kommt der Film am 28. Januar in die Kinos. Um die Werbetrommel kräftig zu rühren, wurde vor einiger Zeit ein Viral gestartet, dass nun gerade in Fahrt kommt. Aber bevor ich über das virale Online-Facebook-Spiel berichte, vielleicht einmal zur Einstimmung der aktuelle Trailer vorab:
Doch nun zum Spiel: bereits im August wurden auf der Comic Con in San Diego kleine Kärtchen verteilt. Sicherheitshalber wurden diese auch etwas später in neutraler Post an wichtige Filmportale geschickt. Kein Absender, aber frankiert und aufgegeben natürlich in Großbritannien. Diese zwei Karten waren mit Ziffern und Buchstaben bedruckt, wobei der Text in der Mitte halbiert abgeschnitten ist. Steckt man diese Kärtchen zusammen, gab es nicht nur den Satz „Widen your Gaze, Mr. Holmes.“
Ebenfalls auf den Karten eine Ziffernfolge: 94. 236. 57. 221. Na klar, eine IP-Webadresse. Am 21. August veröffentlichte Warner vom Twitteraccount eine kurze aber prägnante Meldung inklusive URL: „SHERLOCK HOLMES needs your help! http://94.236.57.221/ “
Dies ist ein kleiner Hinweis für die breite Masse, die keine POst erhielten. Unter http://94.236.57.221/ gibt es nur eine schwarze Seite mit 5 Kästchen zu sehen- und anschwellend bedrohlich-spannende Musik zu hören. Nur ein kleines Fragezeichen gibt einen Hinweis: „Find her“. Sie? Sherlock Holmes und eine Sie? Schnell bei imdb.com nachgeguckt, wie die weibliche Hauptrolle im Film heißt: Irene. 5 Buchstaben. Passt perfekt. Gibt man den Namen ein, erscheint ein Video von einer mysteriösen Figur mit einer Kapuzenkutte, die einen englischen Text rezitiert. Das fand ich schon nicht so einfach, aber ein wenig suchen hilft: es handelt sich um eine Textpassage aus dem Buch „Transcendental Magic: Its Doctrine and Ritual“ By Éliphas Lévi- ein Buch über okkulte Zeremonien. Holmes wird also mit mystisch-okkultem konfrontiert. Den Ausschnitt findet ihr hier. Der Kern: „To Know, to Dare, to will, to keep Silence- such are the four words of the magus.“ Und doch endete das Spiel erstmal dort: mit einer Bestätigung des Alters konnte man eine Mailadresse hinterlassen.
Am Freitag gab es nun endlich Post, genauer gesagt ein old-fashioned Telegramm. der Inhalt ist deutlich: „London seethes with crime — STOP — find your partner upon whom you will rely — STOP — evidence secured for your advance assessment — STOP — the game is afoot — STOP — make all haste to 221B now STOP.“
Der Inhalt ist unmissverständlich, das Spiel beginnt: „London brodelt Kriminalität – STOP – Finden Sie Ihren zuverlässigen Partner – STOP – Hinweise für Ihre Vorabprüfung gesichert – STOP – das Spiel ist im Gange – STOP – in aller Eile jetzt zu 221B STOP“
Nicht, dass jetzt Unwissende schon abgehängt würden- 221B ist natürlich die legendäre Adresse in der 221 Baker Street- dem Wohnsitz von Sherlock Holmes. Der eingefügte Link führt direkt zur Spielwebseite http://www.221b.sh (221 Baker Street, SH für Sherlock Holmes [eigentlich Sankt Helena]).
Dort angekommen wird man erstmal von einem Mood-Trailer mitsamt Filmausschnitten empfangen:
Dies ist die Pforte zum Spiel. Man benötigt einen Facebook-Account, da darüber Nachrichten verschickt werden. Und man benötigt seinen Partner, wie Holmes seinen Watson braucht. Denn 221B ist ein Partnerspiel. Alleine wird man die Rätsel und Aufgaben nicht lösen können. Anhand weniger Fragen kann man seine Mentalität mit der von Holmes und Watson vergleichen, um den passenden Spielcharakter zu finden. (Ich bin mehr der Watson-Typ.) Und das Pendant kann man aus seinen Facebook-Freunden auswählen und einladen. Sollte man zu wenig spielfreudige Freunde haben, kann man auch in einen Einzelspielermodus umschalten.
Weitergehend möchte ich noch nichts verraten. In Telegrammen und Artefakten wird man Informationen bekommen, die zum einen die Aufgabe bilden, natürlich aber auch Hinweise zur Lösung sind. 221B soll über die gesamte Zeit bis zum Filmstart, also Weihnachten laufen. Aber die Macher wissen auch, dass man nicht unendlich viel Zeit investieren kann, und haben versprochen den benötigten Aufwand überschaubar zu halten. Ob sich aus dem viralen Facebookspiel ein Alternate Reality Game entwickelt, kann ich noch nicht sagen, halte euch aber natürlich auf dem Laufenden. Vielleicht werden wir es auch beim vom ARG-Reporter organisiertem morgigen ARGR Get-2-Gether diskutieren können (03.11.2009 19:00, Lesecafé Village Voice, Ackerstraße 1A, Berlin-Mitte).
Wer Lust auf eine interaktive Form der Kundenbindung hat und genauso filmbegeistert ist wie ich, hat gerade die beste Chance ein interessantes, spannendes und vielleicht auch amüsantes Werkzeug im Filmmarketing kennen zu lernen.
So, ich muss meine Illustrated London News lesen. You know my methods, Watson.
Meerschweinchen-Agenten G-Force undercover in Berlin gesichtet
Nichtsahnend auf einem Spielplatz stehend, bin ich Zeuge eines verdeckten Einsatzes der Meerschweinchen-Agenten von der G-Force geworden. Plötzlich umkreiste ein weißes Lieferfahrzeug den Platz und kam vor einem Gebäude zum Stehen. Groß steht der Name der Firma auf dem Wagen: G-Force -Property Sevice. Ein mißtrauisch
guckender Mann sammelte dann Dinge aus dem Lieferwagen in Eimer und Koffer und verschwand damit im Haus. Keine Frage, darin müssen Darwin, Blaster, Hurley und Juarez gewesen sein, Fliege Mooch schwirrte drumrum. Das habe ich natürlich gleich mit der Handykamera dokumentiert:
Ich frage mich nur, warum sie die Operation verdeckt durchführen, im Gegenzug aber ihren Truppen-Namen groß auf das Auto schreiben? Und warum die Webadresse vom Lieferwagen zu einer Berliner Reinigungsfirma führt? Hmmm…
DigitaleLeinwand.de wünscht Happy Halloween mit Gruselklassikern
Alljährlich am 31. Oktober begehen Menschen auf der Welt den Reformationstag, die anderen feiern All Hallows Eve, besser bekannt als Halloween. Aus diesem Anlass gibt es heute ein paar Horror-Filmklassiker, die ihr euch dank digitaler Fassung legal kostenfrei im Netz anschauen könnt. Im Kino ist diese Woche ja kein einziger Horrorfilm neu gestartet…
Happy Halloween!
Night of the Living Dead (1968)
Der absolute Klassiker aus den späten 60ern ist George Romeros “Night of the Living Dead”. Der Film revolutionierte das Horrorgenre und legte den Grundstein für viele Splatter- und Zombiefilme danach- inklusive Remakes und Fortsetzungen. Da der Filmemacher vergaß die Rechte an dem Film durch Copyrights zu belegen, fällt er unter die Public Domain und ist kostenlos herunterzuladen beim Internet Archive.
Hier der Trailer:
The House on Haunted Hill
Alle kennen die Horror-B-Movie – Legende Vincent Price, wenigstens seine Stimme aus Michael Jacksons Song „Thriller“. “The House on Haunted Hill” ist ein Klassiker aus dem Jahre 1958 über einen exzentrischen Millionär, der eine Spukhaus-Party gibt- fünf Gäste werden eingeladen, wer es schafft in dem Haus eine Nacht zu verbringen (oder zu überleben), erhält 10.000 $. Echtes B-Movie- Gold.
Den Film gibt es auf Youtube, hier der Trailer:
The Last Man on Earth
Schon vor Will Smith gab es letzte Männer auf der Erde, die nachts gegen die Zombies einer Pandemie kämpften. Ein weitere Vincent Price- Klassiker ist “The Last Man on Earth”, der ebenfalls in die Public Domain fällt: umsonst bei Archive.org, den Trailer hier:
Nosferatu
Das älteste Werk und doch immer wieder eines der beeindruckend ist Murnaus Stummfilmklassiker „Nosferatu“ aus dem Jahr 1922. Eine Adaption von Bram Stokers Buch Dracula lange bevor es Coppola gab. Wer Max Schreck in Nosferatu nicht gesehen hat, kann bei Horrorfilmen nicht mitreden. Ebenfalls auf Archive.org erhältlich. Ein kleiner Vorgeschmack hier: