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3D-Filmfestival "Be Film – The Underground Film Festival": Call for Entries
Wovon ich in Berlin, zweifelsohne eine Haupstadt des Kinos, des Films und der Filmfestivals, noch träume, ist ein 3D-Filmfestival. Doch dafür muss ich bisher über den großen Teich fliegen:
Das in New York stattfindende „BE FILM The Underground Film Festival“ findet bereits zum siebten Mal statt und hat, nach 2009, auch in diesem Jahre eine Wettbewerbsrubrik für stereoskopische 3D-Filme eingerichtet. Damit ist es das erste etablierte Filmfestival mit einer 3D-Sektion. Die Ausrichtung des Festivals liegt in diesem Jahr auf Kurzfilmen aus aller Welt. Die stereoskopische Kategorie umfasst die Techniken Dolby 3D Digital Cinema, Polarisierte und Anaglyphen-Projektionen.
Die Deadline für Einreichungen ist der 22. März 2010. Das Festival findet in New York vom 27. April bis zum 1. Mai statt. Die Auswahl der Einreichungen wird im April bekannt gegeben. Aufführungsorte sind das NYIT Auditorium (das New York Institute of Technology ist auch einer der diesjährigen Sponsoren), der Dolby Screening Room, der Disney Screening Room und das Crosby Hotel.
Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Festival-Webseite www.Befilm.net.
Ladies and Gentlemen, start your engines!
der erste deutsche stereoskopische 3D-Film ist…
… nicht „Wickie 2“, auch wenn die Presseagentur von Constantin das gerade überall verkündet. Um so erstaunlicher, dass die deutsche Presse das wieder mal einfach so übernimmt und entweder nicht recherchiert oder beratungsresistent ist. Zum Beispiel gerade in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Stern“ zu lesen.
Diesem „ERSTEN“ haftet augenscheinlich ein unglaublicher Zauber an. Jeder will der ERSTE sein. Um dem Volk zu sagen: ich bin Neu, bitte kaufe eine Kinokarte! So „neu“ wird stereoskopisches 3D-Kino im November 2011 nicht mehr sein, wie ein Blick auf die Übersicht der 3D-Filme zeigt. Von heute an gerechnet werden etwa vierzig 3D-Filme noch vor „Wickie 2“ im Kino anlaufen, vornehmlich aus den Bereichen CGI-Animation, Family-Entertainment, Action und Horrorfilm. Und darunter befinden sich auch einige Titel aus Deutschland.
Gut, Wickie 2 wird dann (voraussichtlich) „der erste von einer deutschen Produktionsfirma zum Teil in Deutschland gedrehte deutschsprachige Family-Entertainment- S3D-Real-Lang-Spielfilm“ sein. Aber diese ganzen Definitionen machen klar, wie sehr es sich dabei um Limitierungen anstatt um Qualitäten handelt. Ich möchte interessante und spannende Inhalte, die stereoskopisches Kino als erweiterte Möglichkeit der Filmsprache verstehen, und den Film für nativ gedrehtes 3D entwickeln. Wie zum Beispiel der wirklich erste deutsche 3D-Film „Topper gibt nicht auf!“ [Link entfernt, da nicht mehr gültig], der bereits am 25. März 2010 seine Premiere feiert.
Folgende weiteren deutschen 3D-Filmprojekte befinden sich in Produktion: Die 3D-CGI-Umsetzung des Erich Kästner-Romans „Die Konferenz der Tiere“ ist für Oktober 2010 angekündigt. Seit November 2009 wird der 3D-Mystery-Thriller „Das verbotene Mädchen“ von Holger Hage produziert. Wim Wenders dreht seit Oktober 2009 den 3D-Arthaus-Tanzfilm „PINA“, der Film wird für Ende 2010/Anfang 2011 erwartet. Zudem hat Wenders gerade den Kurzfilm „Il Volo“ in 3D abgedreht, für den es noch keinen Starttermin gibt. Im November 2011 folgt dann die 3D-Fortsetzung des Wickie-Franchises mit dem Arbeitstitel „Wickie 2- Auf großer Fahrt“. Die 3D-Dokumentation „The American Backroom“ [Link entfernt, da nicht mehr gültig] der Berliner Produktionsfirma Movie Brats befindet sich in der Preproduction und ist rechtzeitig zur nächsten POTUS-Wahl im Mai 2012 fertig.
Und wir werden in nächster Zeit sicher noch von weiteren 3D-Produktionen Made in Germany hören. Könnt ihr dann natürlich auf DigitaleLeinwand.de nachlesen. Auch für Journalisten von Print, TV und Radio.
Update: Und laut Wikipedia ist der erste deutsche 3D-Film natürlich noch viel älter: am 27. Mai 1937 gab es die „Gartenschau in Dresden“ als ersten Versuchsfilm in Farbe im Polarisationsverfahren. Und am am 5. Dezember 1937 kam der deutsche Farb-3D-Film „Zum Greifen nah“. Da war der Titel dann auch Programm! Welche deutschen 3D-Filme der 30er, 50er und 70er kennt ihr?
"Alice im Wunderland": wie die Grinsekatze zum Lächeln gebracht wird
Am 4. März 2010 startet „Alice im Wunderland“ in unseren stereoskopischen 3D-Kinos. Tim Burton erzählt darin die Geschichte der jungen Erwachsenen Alice bei ihrer Rückkehr nach Unterland. Und Produktionsfirma Disney lässt uns an der Entstehung des Films teilhaben und hat einige Bilder aus dem Produktionsprozess zur Verfügung gestellt. Nach Bildern von der Roten Königin (siehe hier und auch hier) und McTwisp, dem Weißen Kaninchen (siehe hier), möchte ich euch heute die Grinsekatze vorstellen.
Die Grinsekatze ist ein eleganter Kater mit der besonderen Eigenschaft einfach aufzutauchen und ebenso wieder zu verschwinden. Er ist vollkommen ruhig, mit einer beiläufigen Sinnlichkeit und einem verführerischen Lächeln, das seine Feigheit überspielen soll. Es ist der körperlose Kopf des Katers, der Alice zum ersten Mal im Tulgeywald erscheint, nachdem sie vom bösartigen Bandersnatch angefallen wurde. Er bietet Alice an, die Wunden an ihrem Arm zu reinigen, indem er sie ableckt. Alice lehnt ab, lässt sich von ihm aber zur Tee-Party des Hutmachers bringen. Dieser beschuldigt die Grinsekatze, sie im Stich gelassen zu haben an dem Tag als die Rote Königin nach der Macht in Unterland griff. Mit Hilfe seiner besonderen Eigenschaften und des begehrten Top-Hutes des Verrückten Hutmachers, findet die Grinsekatze später jedoch einen Weg sich zu rehabilitieren.
Wie auch die anderen Charaktere ist die Grinsekatze eine digital animierte Figur. Wie sie zum Leben erweckt wird, zeigen auch die folgenden Progression-Bilder.
Schritt 1: Das Bild des ersten Treffens zwischen Alice und der Grinsekatze, die ihr von ihrem Ast aus zugrinst, beginnt mit einer Storyboard-Skizze, bestehend aus einer Montage niedrig-auflösender Bilder der Figur.
Schritt 2: Um die Szene zu animieren, wird die Figur in eine niedrig-auflösende Umgebung eingebettet. Das erleichtert den Imageworks-Animateuren, die Grinsekatze mit kleinen Datenmengen und wenig Aufwand roh darzustellen.
Schritt 3: Die größte Herausforderung liegt darin, eine möglichst realistisch aussehende Katze zu erschaffen, die das typisch übertriebene, breite Grinsen aufsetzen kann. In diesem Schritt wird zudem ein weiteres, sehr wichtiges Element hinzugefügt: das Fell. Dabei müssen die Animateure beachten, dass sich jedes Haar genau so verhält, wie es sollte, wenn die Katze es sich auf dem Ast gemütlich macht.
Schritt 4: Zuletzt vervollständigen finale Lichteffekte, eine hoch-auflösende Umgebung hinter der Katze, die Pflanzenwelt und nicht zuletzt die Atmosphäre für die visuellen Effekte das Bild.
Alice im Wunderland startet am 4. März in unseren stereoskopischen 3D-Kinos. Auch als IMAX 3D-Fassung zu sehen. Wenn das kein Grund zum Freuen ist!
Alle Bilder © Disney.