Latest News
Everything thats going on at Enfold is collected here
Hey there! We are Enfold and we make really beautiful and amazing stuff.
This can be used to describe what you do, how you do it, & who you do it for.

Raketenhafter Aufstieg von IRON MAN 3 zum erfolgreichsten Film des Jahres- die US-Kinocharts [US-Charts 19/2013]
680 Millionen Dollar Umsatz in 10 Tagen! Das ist das raketenhafte Ergebnis des aktuellen Gastspiels aus dem Marvelversum. Der Eisenmann schafft mit seinem dritten Solo in IRON MAN 3 mit einem Umsatz von 175,3 Mio Dollar in den USA den zweitbesten Start aller Zeiten an der Kinokasse- lediglich die Superhelden-Convention The Avengers lag am Startwochenende mit 207,4 Mio. Dollar Umsatz höher. Das Eröffnungswochenende des Threequels liegt somit 37% höher als beim Vorgänger Iron Man 2.
Marvel startete die Franchise, die viele als Fortsetzung von The Avengers sehen, in Nordamerika in 4253 Kinos. Der 3D-Anteil lag bei Iron Man 3, der bereits in den Avengers postkonvertiert aber als Solo erstmals stereoskopisch zu sehen war, in den USA bei etwas mickrigen 45%. In 326 IMAX-Kinos wurden 16,5 Mio. Dollar Einnahmen generiert.
Aktuell ist Iron Man 3 der finanziell erfolgreichste Film des Jahres. Weltweit wird Iron Man 3 wohl die Milliarde an der Kinokasse erreichen, gerade die internationalen Märkte sind stark, 65 Mio. Dollar des aktuellen Umsatzes stammen aus China, ein Markt, in dem täglich ein neues Multiplex eröffnet, verrückt nach 3D-Filmen ist und ausländische Filme in Anzahl und Laufzeit limitiert. In Russland ist Tinman mit 21,7 Mio. Dollar gestartet. Deutschland folgt trotz hervorragendem Start mit 10 Mio. Dollar erst auf Platz 17 der Einnahmecharts.
Alles andere aus den US-Kinocharts ist dagegen natürlich dünnes Blech: auf dem zweiten Rang findet sich Michael Bays Pain & Gain , der am zweiten Wochenende ein Ergebnis von 7,6 Mio. Dollar erzielte. 42 addiert am vierten Wochenende zusätzliche 6,2 Mio. Dollar zu einem Gesamtergebnis von 78,3 Mio. Dollar. Der stylische SciFi-Actioner Oblivion mit Tom Cruise erreichte weitere 5,8 Mio. Dollar und steht aktuell bei gesamt 76,0 Mio. Dollar. das dürfte der dritte Tom Cruise-Film in Folge sein, der in seinem Heimatterritorium nicht die Schwelle von 100 Mio. Dollar erreicht, ist da ein Talent aufgebraucht?
Die Top 5 beschließt an diesem Wochenende das Steinzeit-Abenteuer Die Croods von DreamWorks Animation, der 4,8 Mio. Steine zu seinem Gesamtergebnis von 168,7 Mio. Dollar hinzufügt. Weltweit liegen die Croods bei feurigen 517 Mio. Dollar Umsatz auf dem zweiten Rang der Jahrescharts, so ist es wenig erstaunlich, dass DreamWorks bereits an einem Sequel arbeitet.
Die Top 5 in der Übersicht:
Bild © Concorde · Alle Rechte vorbehalten.
Iron Man 3 (Shane Black)
Der Eisenmann ist in neuer Regie zurück- Shane Black tritt das Erbe der Post-Avengers-Zeit an und bringt Tony Stark in IRON MAN 3 zum vierten mal in den Hightech-Exoskelett-Anzug. Auch wenn die Vereinbarungen mit Marvel und den Hauptdarstellern auslaufen, müssen sich weder Robert Downey Jr. in exentrischer Rolle noch Gwyneth Paltrow wirklich Sorgen machen, die Franchise ist ein Eckpunkt der Avengers-Superheldenconvention und dürfte im Fahrtwind des finanziell dritterfolgreichsten Films der Filmgeschichte für gehörigen Umsatz sorgen. Obwohl 3D als Format bereits für die Vorgängerfilme getestet wurde, ist Iron Man 3 das erste Soloabenteuer neben den Avengers, in dem der Eisenmann in (konvertiertem) 3D über die Leinwand fliegt.
Iron Man 3 startet am 1. Mai 2013 vorgezogen in den deutschen 3D-Kinos, in ausgewählten Kinos auch in 2D. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Film-Webseite und auf der Facebook-Fanpage.
Die Iron Man 3 -Bildergalerie:
Kurzinhalt: In Marvels “Iron Man 3″ steht der ironische wie geniale Industrielle Tony Stark/Iron Man,(Robert Downey Jr.) einem Gegner gegenüber, dessen Macht schier grenzenlos ist. Als dieser Starks Haus, Werkstatt und damit sein ganzes Leben zerstört, macht sich Stark auf die Suche nach dem Verantwortlichen. Es wird eine Reise, die Stark an seine Grenzen führen wird. Mit dem Rücken zur Wand bleibt Stark, um zu überleben, nichts anderes übrig, als sich auf sein eigenes Können verlassen. Um die zu beschützen, die ihm nahe stehen, muss er sich auf seinen Scharfsinn und seine Instinkte zu vertrauen.
Bei seinem Kampf stellt sich Stark die Frage, die ihn tief im Inneren antreibt: Ist es der Mann, der die Rüstung macht oder macht die Rüstung den Mann?
Der deutsche Iron Man 3 -Trailer:
Das Iron Man 3 -Hauptplakat:
Bilder © Concorde Film · Alle Rechte vorbehalten.
Memes of Pi – Wie aus Schiffbruch mit Tiger ein Internet-Meme wurde
Social Media-User kennen sich mit Memes aus, wöchentlich verbreiten sich neue Ideen, Bilder und Videos im Netz, die aufgrund ihrer Genialität, purem Blödsinn oder anstrengender Penetranz ihren Weg in Millionen Webseiten und noch mehr Rechner finden. Vom Planking bis zum Troll-Face, von Pedobär bis Rickrolling, von Can I Haz Cheeseburger über Gangnam Style bis zum Star Wars Kid- die Bilder und Filmchen haben es mit viraler Verbreitung in den popkulturellen Himmel geschafft. Der Begriff des „Mems“ wurde in der Evolutionsbiologie geprägt, Richard Dawkins bezeichnete es in seinem Buch „Das egoistische Gen“ (The Selfish Gene) von 1976 als Analogie zum Gen, also der kleinsten biologischen Informationseinheit. Das Mem stellt die kleinste kulturelle Informationseinheit dar. Wer sich auf die Suche nach Memes machen möchte, sei die Seite Know your Meme empfohlen.
Ein sehr schönes Meme entstand aus den ikonischen Bildern von Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger. Mit dem Rezept Tiger, Mensch, Rettungsboot gelangen einige Bilder zwischen filmischer Auseinandersetzung, persönlicher Liebhaberei und satirischer Verfremdung. Ein paar zusammengetragene Motive möchte ich euch heute vorstellen. Wer weitere Motive gesichtet hat, kann sie mir gerne zur Vervollständigung schicken.
Seems legit
Man nehme eine handelsübliche Hauskatze, wickle sich einen Turban um den Kopf und posiere in gleicher Weise wie Pi Patel und Richard Parker für das Vergleichsfoto:

Des Tigers Kern
Aus einem Wettbewerb zu „ehrlichen Filmtiteln“ kam dieser Vorschlag, bei dem auf den starken Einsatz von Visual Effects hingewiesen wurde. Achtung Spoiler: der Tiger ist im Film nicht immer echt. 😉
Bewusst falsch verstanden
Ja, die Zahl Pi englisch ausgesprochen klingt wie das amerikanische Wort für Kuchen Pie. Das Vorhandensein von süßem Naschwerk im Rettungsboot hätte tatsächlich einen anderen Film entstehen lassen, wie diese Bilder beweisen:
Alternativer Cast
Prominente Bären gibt es einige, beliebte Tiger etwas weniger. In diesen Mashup-Motiven wird Pi zu Winnie Pooh, Spongebobs Patrick oder Calvin, Richard Parker wird durch Tigger oder Hobbes ersetzt. Bei Calvin und Hobbes ergibt sich die zusätzliche Ebene des imaginären Tigers. Im letzten Motiv finden wir eine wilde eklektische Mischung des tierischen Personals mit Hai Bruce aus Findet Nemo, eine der drei Hyänen aus König der Löwen, Zebra Marty aus der Madagascar-Franchise und Mowgli, King Louie und Sir Khan aus dem Dschungelbuch. Durchaus attraktive B-Mannschaften, oder?
RipOff
Unglaublich möchte auch die Drag Queen sein, bei der sich das eine oder andere Fell-Kleidungsstück in der Garderobe finden lässt:

Fanware
Ob als noch süßere Illustration eines Kinoplakates oder als Umsetzung der Szenerie von den Adult Fans of Lego mit Minifigur und Brickbeast, die Rezeptur Junge, Tiger, Rettungsboot funktioniert.
Meme your Meme
Wem ein Meme zu wenig ist, kombiniert es einfach mit einem zweiten, hier kreuzen sich Rettungsboot mit Tigger mit The Thug Life, den wer plant schon freiwillig einen Schiffbruch?
Bilder © Matthew Domville (10), leider sind mir die Urheber der weiteren Bilder alle unbekannt
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger – Interview mit Editor Tim Squyres über Effekte, Storytelling und 3D-Sound
Seit 1992 schneidet der US-amerikanische Editor Tim Squyres die Filme von Regisseur Ang Lee. Mit Life of Pi-Schiffbruch mit Tiger stellte er sich der neuen Herausforderung der Arbeit mit dem 3D-Format. Anlässlich der Veröffentlichung der Blu-ray 3D von Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger konnte ich ein Interview mit den oscarnominierten Editor über seine Arbeit an dem 3D-Meisterwerk führen:
Tim, ich habe gehört, dass Sie als Editor des Films sogar Zeit im Rettungsboot der Tsimtsum verbracht haben- wie kam es dazu?
Die meiste Zeit der Dreharbeiten habe ich allein in meinem Schnittraum in New York verbracht, aber für den Zeitraum von sieben Wochen war ich bei den Dreharbeiten in Taiwan vor Ort. Wir haben die Szene, in der Pi Patel den Tiger Richard Parker mit einem Stock zu dressieren versucht, filmisch aufgeteilt. Aus Sicherheitsgründen waren der Schauspieler Suraj Sharma und der Tiger niemals zur gleichen Zeit im Boot. Zuerst haben wir die Sequenz mit dem realen Tiger gedreht, danach mit unserem Schauspieler. Dafür musste jemand im Boot sein, um das aufgezeichnete Material in der Interaktion deckungsgleich zu bringen und Anweisungen zu geben, das war meine Rolle.
Sie waren an allen visuellen Gestaltungsprozessen des Films beteiligt, wie weit haben sie an der Prävisualierung mitgearbeitet?
Ich war an der Previz beteiligt, wenn auch nicht so intensiv wie Ang Lee. Allerdings bestand meine Aufgabe nicht so sehr im Design der Shots. Was die anderen Abteilungen fertig stellten, haben sie mir gegeben, ich habe es zusammengesetzt.
Sie haben den kompletten Filmschnitt in 3D ausgeführt, was war daran die schwierigste Aufgabe?
Wir haben den ganzen Film in 3D geplant und gedreht. Daher wollten wir auch in 3D schneiden. Wir wollten dem Zuschauer das bestmögliche Erlebnis bieten. Wir wollten ausprobieren, was gut funktioniert, und was nicht. Hätten wir in 2D geschnitten und später 3D hinzugenommen, hätte es Schwierigkeiten mit der Dynamik und den Anschlüssen gegeben, z.B. wenn der räumliche Fokus weiter hinten im Raum liegt und im Schnittwechsel nach vorne springt. Auch wenn ein ganzer Tag 3D-Schnitt sehr anstrengend ist, stand das Editing in 3D-Stereo für uns außer Frage.
In der Szene mit den fliegenden Fischen haben Sie den Scope-on-Flat-Effekt in einer längeren Sequenz als räumlichen Effekt eingesetzt. Entwickeln sich durch das 3D-Format neue Gestaltungsmittel, mit denen Sie arbeiten können?
Das würde ich nicht so intellektualisieren. Wir hatten überlegt den Effekt im Film sogar häufiger einzusetzen, uns letztlich aber dagegen entschieden. In der Szene mit den fliegenden Fischen war es optimal, wir konnten die Fische in einer Bewegung entlang der Z-Achse gestalten und sie vor der Leinwand plastisch erscheinen lassen. Durch die Illusion konnten wir sie räumlich vor die Leinwand bringen können, indem wir sie auf den zusätzlichen schwarzen Rahmen des Caches oben und unten platzierten. Der Vorteil liegt darin, dass der Zuschauer seine Augen nicht wie bei OutOfScreen-Effekten konvergieren muss. Wir bleiben in der Raumtiefe also auf der Ebene der Leinwand und dahinter, haben aber dennoch den immersiven Effekt der aus der Leinwand heraus- oder hereinspringenden Fische. Für den Zuschauer ist das angenehmer zu betrachten, gerade weil es viele schnelle Bewegungen gibt.
Wie haben sie 3D als Storytelling-Tool genutzt? Ich persönlich hatte sowohl im Kino wie auf bei der Blu-ray 3D das Gefühl von Seekrankheit. Haben Sie versucht beispielsweise durch eine bewusst falsche Deckungsgleichheit der beiden Bilder das Gefühl von Unwohlsein zu verstärken?
Grundsätzlich sollte 3D so komfortabel wie möglich zu sehen sein. Es ist für das Auge herausfordernd genug, schnellen Bewegungen zu folgen. Entscheidend ist die Dynamik der 3D-Bilder und ein gutes Tiefengrading, um die Szenen in Schnitten optimal anzupassen. Mitunter haben wir das Tiefenbudget einer ganzen Szene in der Postproduktion angepasst, um es für den Zuschauer komfortabler zu gestalten.
Die zweite Regel ist der Einsatz von 3D innerhalb der Dramaturgie. Beispielsweise in der Sequenz des Schiffbruchs, wo Pi Patel unter Wasser vom Schiff wegdriftet. Normalerweise würde man die Konvergenz auf das sich entfernende Schiff oder auf die Ebene der Leinwand setzen. Wir haben uns für eine andere Gestaltung entschieden. Als das Schiff driftet, holen wir die Konvergenz nach vorn um das Versinken zu akzentuieren. Damit betonen wir den Sturz ins Wasser und verstärken den dramatischen Effekt.
Es gibt unterschiedliche Stellen im Film, wo wir dies ähnlich einsetzten, beispielsweise in der Episode auf der Insel mit den Meerkatzen. In einem weiten Shot ist das Bild ein wenig rückwärtig konvergiert. In der anschließenden mittleren ebenfalls etwas rückwärtig, dort, wo die Augen sich in einem Normalzustand finden, von dort kann man die Nähe etwas hervor holen. In der folgenden Einstellung gehen wir nun in den Nahbereich. Das 3D-Bild bleibt trotz vieler Details komfortabel in der Rezeption.
Sehen Sie die aufkommende Technik des 3D-Sounds (Life of Pi konnte in Dolby Atmos im Kino erlebt werden) als unterstützendes oder zum Bild eher konkurrierendes System? Wie entscheiden Sie im Schnitt, was visuell durch Bilder oder auditiv durch die Soundebene räumlich erzählt und transportiert wird?
Audio war schon immer in räumlich. Aber im neuen Atmos-Tonformat hat man viel mehr Kontrolle über die Tonebene. Wir haben für Life of Pi verstärkt atmosphärische Elemente genutzt, wie das Rauschen des Windes oder vorbeiziehende Vögel. In der Szene mit den fliegenden Fischen konnten wir die 3D-Tonmöglichkeiten hervorragend als Gimmick einsetzen, die Fische flogen an den Seiten und über die Zuschauer entlang der Z-Achse durch den Kinoraum in und hinter die Leinwand.
Die Musik war schwierig im 3D-Sound zu mischen. Wir haben uns entschieden die Musik im Kinoraum zu platzieren, da sie nicht diegetisch ist, es gibt bis auf die Tanzszene keine Musiker im Bild. Dadurch behalten wir Tonebenen an und vor der Leinwand frei für die Dialoge, die trotz umgebender kräftiger Klangkulisse klar verständlich bleiben. In der Szene wo Pi in seiner Verzweiflung zu seinem Gott fleht, legen wir die Tonebene in den oberen Bereich (der Lautsprecherpunkt wird klassischerweise auch als „Voice of God“ bezeichnet).
Ein wunderbarer Effekt, bei dem wir in der Mischung immer dachten, dass wir es nicht übertreiben sollten, als wir das Ergebnis aber auf der großen Leinwand sahen, waren wir selbst immer wieder von der großartigen Wirkung überrascht. Die Bilder werden größer. Innerhalb des Sturms befindet man sich mittendrin, es gibt kein Entkommen. Beim Versinken in das Wasser umgibt einen der Ozean völlig. Somit transportieren wir die Gefühle und Gedanken des Protagonisten auf einer Empfindungsebene zu den Zuschauern. Das ist sehr wirksam.
In der letzten Szene des Films wird das 3D-Bild auf der Leinwand zunehmend flacher, dafür wird die Musik viel weiter und nimmt den Kinoraum ein, das ist ein wunderbares Zusammenspiel.
Nach all den Erfahrungen und Mühen in mit dem 3D-Format – werden Sie auch ihre kommenden Filme in 3D schneiden?
Ich habe absolut nichts dagegen. Es wäre eine Schande so viel über die Bildgestaltung und die Wirkung von 3D gelernt und damit gearbeitet zu haben und dieses Knowhow nicht weiter zu nutzen. Ich wäre froh über kommende 3D-Aufträge und bin gespannt, was die Zukunft bringt.
Tim, vielen Dank für die großartige Arbeit und das Interview!
Bilder © 20th Century Fox · Alle Rechte vorbehalten.
Die zehn besten 3D-Filme für das 3D-Heimkino
Die Preise für 3D-Fernseher purzeln bei allen großen Herstellern, die Anzahl der 3D-Contentportale steigt und mittlerweile sind auch genügend Spielfilme auf Blu-ray 3D. Es ist also an der Zeit, sein Heinkino umzurüsten und der dritten Dimension Zugang in die eigenen vier Wände zu öffnen. Ob man sich für einen 3D-Beamer, LED- oder Plasmafernseher entscheidet, ist ja fast eine Glaubenssache. Und solange man auf brillenfreie 3D-Displays wartet auch der persönliche Geschmack nach dem Brillensystem, zur Wahl stehen weiterhin polarisierte passive 3D-Brillen oder die Modelle mit aktiver Shuttertechnik. Doch das Wichtigste im Heimkino sind natürlich die Filme! Ich habe euch eine Liste mit den zehn Blu-ray 3D-Filmen zusammengestellt, die bei keinem Stereoskopiefan in der Sammlung fehlen sollten:
Ohne Frage ist James Camerons SciFi-Fantasyfilm der 3D-Film, der die ganze Industrie in Schwung brachte. Das Abenteuer des Marines Jake Sully im hybriden Avatar-Körper und Na’vi- Prinzessin Neytiri auf dem bedrohlichen Planeten Pandora faszinierte die ganze Welt. Mit einem Einspiel von insgesamt über 2,7 Milliarden Dollar ist es der erfolgreichste Film aller Zeiten an der Kinokasse. Und auch im Heimkino hat sich AVATAR bereits mehrfach verkauft: als 3D-Special im Bundle, für das auf Ebay über 150 Euro gezahlt wurde, in Deutschland in den ersten vier Tagen mit 450.000 Discs, insgesamt bei uns mit über einer Million Blu-rays und über 200.000 Exemplare der Blu-ray 3D. Unbestritten: Avatar ist ein Must-have für das 3D-Heimkino. Und die Fortsetzungen Avatar 2 und 3 sind bereits in Arbeit.
Martin Scorseses erster Kinderfilm war eine fantastische Adaption von Brian Selznicks Kinderroman- und sein erster 3D-Film. Die Geschichte handelt von dem im Pariser Bahnhof lebenden Waisen Hugo, der versucht das Geheimnis des Automatenmenschens zu lüften, ein Gerät, das sein Vater hinterließ. Doch ist die vordergründige Geschichte nur das Beiwerk auf die schönste Hommage an die Geburtstsunde des Kinos mit seinem Magier Georges Méliès. Was Scorsese dort auf die Leinwand- oder besser in den Raum – bringt ist von atemberaubender Schönheit und wundervoll komponiert. Und für mich schon jetzt ein 3D-Klassiker.
Meine Leser wissen natürlich um meine persönliche Beziehung zu Wim Wenders‘ 3D-Tanzfilm PINA, an dem auch ich arbeitete. Ganz unbenommen davon finde ich dieses Oscar-Nominierte und vielfach ausgezeichnete Werk ein grandioses Beispiel für die Verwendung der Stereoskopie. Tanz ist Bewegung im Raum, wie geschaffen für den 3D-Film. Neben dem Werk der Pina Bausch und der künstlerischen Darstellung der Tänzerinnen und Tänzer des Tanztheater Wuppertal habe ich tiefen Respekt vor dieser Produktion, die als erster Arthaus-3D-Film so viele Barrieren erklimmen musste- aber eben auch mit einem phänomenalen Erfolg belohnt wurde. Die Blu-ray 3D enthält als besondere Ausstattung umfangreiches MakingOf, das ebenfalls stereoskopisch vorliegt.
Life of Pi- Schiffbruch mit Tiger erscheint zwar erst nächste Woche am 25.4.2013 auf Blu-ray 3D, allerdings ist Ang Lees Romanadaption der fabelhaften Geschichte des schiffbrüchigen Pi Patels ein echter Höhepunkt im 3D-Kino. Das Zusammenspiel der Bilder mit dem Storytelling ist so perfekt komponiert wie man es sich im 3D-Kino viel häufiger wünscht. Die Weite des Ozeans, die Gefahr, das Verlorensein oder traumhafte Elemente werden durch ihre Immersion direkt erlebbar. Neben dem Hauptdarsteller Suraj Sharma ist der heimliche Star natürlich der Tiger Richard Parker, ein Meilenstein in der perfekten Illusion der CGI-Animation. Zurecht wurde Schiffbruch mit Tiger mit vier Oscars für die beste Regie, beste Kamera, beste visuelle Effekte und beste Filmmusik ausgezeichnet. Gut gebrüllt, Richard Parker!
Das Fliegen ist ein großes Thema im 3D-Film. Zum einen ist es ein großer Menschheitstraum, zum anderen ist die schwerelose Bewegung durch den Raum eine perfekte Illusion im 3D-Kino. Achtet mal drauf, es gibt nur sehr wenige 3D-Filme, in denen es keine Flugsequenzen gibt. Der große Kindheitstraum majestätisch auf dem Rücken eines Drachen durch die Lüfte zu Gleiten wurde perfekte eingefangen vom CGI-Film Drachenzähmen leicht gemacht von DreamWorks Animation. Das Studio ist seit 2009 ganz vorne bei den Evangelisten des 3D-Formats dabei und ihr StereographerPhil Captain 3D McNally pusht mit jedem weiteren Film das Format in neue Bereiche. Wir dürfen gespannt sein, was die Drachenzähmen 2 im Jahr 2015 für die Zuschauer bereit hält, bis dahin ist dieser Film ganz wunderbar.
Für meine Stammleser sich er nicht überraschend, dass Henry Selicks Stopmotionfilm Coraline in meiner 3D-Heimkino-Top Ten landet. Zum einen liebe ich Stopmotionfilme, zum anderen ist Selicks Genius gepaart mit der Leidenschaft des Laika-Studios eine wundervolle Ergänzung. Die Geschichte des kleinen Mädchens mit den blauen Haaren in der Parallelwelt der Knopfäugigen ist durch seinen Gruselfaktor nichts für kleine Kinder, die größeren haben schrecklichen Spaß. In einem Stopmotionfilm sind alle Dinge real und nicht aus dem Rechner, durch das 3D erhalten sie eine ganz besondere Bestätigung ihrer Wahrhaftigkeit. Meisterlich ist die Stereoskopie auf vielen Ebenen eingesetzt: sie erschafft Räume, definiert Nähen und Distanzen, befördert Gimmicks und wirkt ganz subtil aber effektiv, zum Beispiel von der Verwandlung der tristen grauen und flachen Welt in eine phantastische, bunte und tiefe Phantasiewelt hinter der Tür.
Die IMAX-Kinos waren in den letzten Jahrzehnten vor der digitalen Umrüstung die beste Möglichkeit 3D-Filme zu sehen. Sowieso sind Dokumentationen ganz hervorragende Inhalte für 3D-Filme, sie entführen den Zuschauer an Orte, die mancher im Leben nicht zu sehen bekommt. Die erste europäische Blu-ray 3D im Jahr 2010 war der IMAX-Film Grand Canyon Adventure, der weiter zu den hervorragenden Vertretern zählt. Das in einer Auflösung von 8K gedrehte Ausgansmaterial ermöglicht auch auf der Blu-ray 3D eine unglaubliche Detailtreue. Sollte man gesehen haben!
Ich bin zu alt für die Transformers-Spielzeuge und –Cartoonserie. Und mich haben Michael Bays Krawumm-Orgien nie ins Kino gelockt. Bis zu Transformers 3. Und trotz logischer Klinken und Shia LaBoeuf war Transformers 3 – Dark of the Moon ein Popcorn-Blockbuster, der den Kiefer nach unten klappen ließ. Nach James Camerons Maßstab AVATAR kam lange nichts vergleichbares, bis Michael Bay sogar bereit war seine Sekundenschnitt-Bildsprache gegen großartige 3D-Bilder einzutauschen, auch wenn das mitunter Zeitlupe bedeutet, um den Augen die notwendige Zeit für die komplexen Bildstrukturen zu gewähren. Ein echtes Spektakel, bei dem auch die Soundsyteme im Heimkino vielseitig gefordert werden.
Man kann sicher über den Animationsstil und die Geschichte von Sammys Abenteuer diskutieren. Aber der CGI-Film um die Schildkröte Sammy hat vielen Kindern und Freunden von Out-of-Screen-Effekten viel Freude bereitet. Gerade wer im 3D-Kino die bis zur Nasenpsitze reichenden Gimmicks mag, ist hier gut aufgehoben, davon versteht das Produktionsstudio nWave Pictures um Regisseur Ben Stassen etwas. Und wer es im Kino verpasst hat: am 16. April erscheint die Fortsetzung Sammys Abenteuer 2 auf Blu-ray 3D.
Horrorfilme muss man mögen, aber in 3D jagt einem der Schauer noch intensiver über den Rücken. Und in keiner Horrorfranchise wird kreativer gestorben als in Final Destination. Denn der Tod ist ein ganz kreativer Bastelfuchs, der es gerne nach Unfall aussehen lässt. Ob man jetzt den vierten oder fünften Teil der Serie bevorzugt ist Geschmackssache, beide garantieren so richtig spaßig-eklige Szenen mit herausragendem 3D. Und das ist durchaus wörtlich gemeint.
Das war meine Top Ten der bisher besten Blu-ray 3D-Veröffentlichungen. Ich weiß, einige werden aufschreien warum denn ihr Lieblingsfilm nicht dabei ist. Lasst es mich einfach in den Kommentaren wissen, welche Blu-ray 3D eurer Meinung nach unbedingt noch in die Heimkino-Sammlung gehört.