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Dreidimensionaler Heimkino-Herbst: die 3D-Blu-rays 2010 kommen
Die 3D-Filmer James Cameron oder Ben Stassen sind davon überzeugt: wenn sich 3D-Heimkino weiter verbreitet, wird auch das stereoskopische Filmsystem Bestand haben. Käufer eines 3DTVs hatten bisher ein großes Handicap: 3D-Filme spielten sich hauptsächlich im Kino ab, nur eine handvoll Produktionen sind auf dem freien Markt erschienen. Wirklich sehenswerte 3D-Filme wie Coraline oder auch Dreamworks Monster versus Aliens waren nur als Bundle mit dem Kauf eines neuen 3DTVs im BUndle zu haben.
Doch pünktlich zum Weihnachtsgeschäft steht eine große Schwung von Veröffentlichungen auf 3D-Blu-ray an, die die Filme jenseits von Anaglyphfassungen ins 3D-Heimkino bringen. Neben den Spielfilmen des vergangenen Jahres werden auch viele IMAX-Filme auf 3DBD veröffentlicht. Und auch ein paar Klassiker wie der „Polarexpress“ ist dabei. Sony hat den Animationsfilm „Jagdfieber“ in 3D neu gerendert.
Die 3D-Blu-ray erweist sich als clever: besitzt man nur ein 2D-Heimkino, wird der Film halt in 2D gespielt. Man kann also getrost die 3DBD kaufen, um den Film jetzt schon zu sehen, auch wenn sich der 3DTV erst später einstellt. (Kleine Ausnahme bildet der FIFA WM-Film, der ausschließlich stereoskopisch vorliegt.)
Und wer auf James Camerons AVATAR in der 3D-Fassung wartet: Panasonic hat einen besonderen Deal eingefädelt. AVATAR wird im Frühjahr 2011 auf 3DBD erscheinen, allerdings zunächst nur im Bundle mit Panasonic-3D-Fernsehern oder 3D-Blu-ray-Playern erhältlich sein. Warten auf den König…
Hier habe ich euch eine Übersicht der Filmtitel mit Veröffentlichungsdatum zusammengestellt. Und wer möchte kann die Titel natürlich beim Händler des Vertrauens schon kaufen oder vorbestellen, ein Klick auf das jeweilige Cover genügt.
Sammy Abenteuer: Regisseur Ben Stassen über das Eintauchen in die dritte Dimension
Seit diesem Wochenende können wir mit Schildkröterich Sammy auf Tauchfahrt gehen: „Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage“. Europäische Animationsfilm- und 3D-Produktionen werden zwangsläufig mit der US-Konkurrenz der Häuser Pixar und Dreamworks verglichen. Diese produzieren zwar deutlich teurere Animationsfilme, kaum jemand besitzt die 3D-Erfahrung von Regisseur Ben Stassen, der mit seiner Firma nWave Pictures seit 1997 stereoskopische Filme entwickelt. Der Name nWave Pictures ist nicht jedem geläufig- und doch haben schon viele Kinofans einen Film von diesem Studio gesehen, vornehmlich für IMAX-Kinos und Vergnügnungsparks. Natürlich profitiert auch nWave von der digitalen Umstellung und der 3D-Entwicklung- sein aktueller Film Sammys Abenteuer ist nun im regulären Kinoprogramm angekommen.
Happy in love again! Sammy ist überglücklich, als er Shelly endlich wiedertrifft!
Ben Stassen, Regisseur von Sammys Abenteuer, über die Rolle von nWave Pictures bei der Entwicklung der 3D-Technik im Kinobereich: „Mein Ziel war es von Anfang an, aus nWave Pictures ein kleines, spezialisiertes Studio zu machen, das mit einer computergestützten Bildsprache arbeitet, so dass wir unsere eigenen Inhalte schaffen und anschließend auch selbst weltweit vermarkten würden. Als wir Anfang der 90er Jahre starteten, beschlossen wir, uns nicht gleich auf die Produktion von Kinofilmen zu stürzen, sondern uns zunächst in anderen, stärker spezialisierten Bereichen zu beweisen. Wir konzentrierten uns auf IMAX-Filme und 3D/4D-Filme für Vergnügungsparks, die den Zuschauer auch körperlich mit einbeziehen. Wir haben diese Filme selbst finanziert, entwickelt, hergestellt und schließlich weltweit vertrieben. Auf diesem Feld waren wir bald der führende unabhängige Anbieter. Unsere Filme waren anfangs noch in 2D, aber 1997 trafen wir die Entscheidung, zukünftig nur noch Filme in 3D zu machen.“
Klarer Mehrwert des 3D-Kinos ist für Stassen die Immersion: „Überall auf der Welt werden unsere Filme täglich von tausenden Zuschauern gesehen. Was sie für das Publikum so attraktiv macht, hat gar nicht so sehr etwas mit den Showeffekten zu tun – dass Dinge scheinbar aus der Leinwand hervorkommen bis direkt vor das Gesicht des Zuschauers – es geht viel stärker darum, mittendrin im Geschehen zu stecken.“
Die Idee des 3D-Films ist nicht neu, dass sich das Format nicht in den früheren Wellen durchsetzte, lag nach Ansicht Stassens im falschenVerständnis von 3D, was sich durch die IMAX-Kinos aber wandelte:„Frühere Versuche, 3D im Kino zu etablieren, endeten immer als kurzfristige Modeerscheinungen. Das lag zum einen sicher an der mäßigen technischen Qualität der 3D-Filme, die in den 50ern und später dann in den 70ern entstanden sind. Vor allem aber lag es daran, dass 3D nur als ein optischer Gag gesehen wurde und dass Regisseure und Verleihe kein Interesse hatten, die dritte Dimension zu einem integralen Bestandteil des Filmes selbst zu machen. 3D galt als Weiterentwicklung des Bestehenden, so wie vorher die Umstellung von Schwarz-Weiß auf Farbfilm oder die Einführung des Cinemascope12 Formats. Dabei kamen zwar einige lustige Sachen heraus, aber der Spaß war eben kein unverzichtbarer Bestandteil des Kinovergnügens.
Regisseur Ben Stassen
Man muss noch einmal 20 Jahre zurückgehen, um die wahre Natur von 3D und seinen ganz speziellen Reiz zu verstehen. Damals fing es gerade erst an mit IMAX-Kinos und Filmen, die speziell für Vergnügungsparks hergestellt wurden. Die entscheidenden Ereignisse waren der Start von Francis Ford Coppolas Captain EO 1986 mit Michael Jackson nach einem Drehbuch von George Lucas, der eine Hauptattraktion im EPCOT-Center in Florida wurde; und im selben Jahr Transitions, der allererste 3D-Film für IMAX-Kinos, der auf der Weltausstellung in Vancouver gezeigt wurde. Seither haben viele hundert Millionen Menschen solche Filme erlebt.“
Den Schlüssel zum Erfolg des 3D-Kinos sieht Ben Stassen nicht nur in der Filmgestaltung, sondern auch im Aufbau des Kinos: „Damit 3D auch weiterhin so erfolgreich bleibt, müssen Filmemacher ganz neu lernen, einen Film zu konzipieren. Sich einfach nur vorzustellen, dass ein Film in 3D einfach nur genauso gut wie in 2D ist, bringt uns nur dahin zurück, 3D als Taschenspielertrick zu sehen – und darauf können wir verzichten. Wir lehnen 2D ja nicht ab, aber wir wollen eine tragfähige Grundlage für Kinounterhaltung in 3D schaffen. Dies ist eine Übergangsphase. Die Studios können keine Filme produzieren, die ausschließlich für den 3D-Markt gedacht sind, weil es noch nicht genug Kinos gibt, die technisch entsprechend ausgerüstet sind, und selbst von den Kinos, die Filme in 3D zeigen, sind die meisten eigentlich ungeeignet. Dort sind die Leinwände zu klein, und ein zu großer Teil des Publikums muss entweder ständig hochgucken oder sich nach vorne beugen, um einen guten Blick auf die Leinwand zu bekommen. Weitwinkelaufnahmen funktionieren, aber 3D-Effekte kann man so gar nicht richtig erfassen. 3D-Kinos sollten die komplette „vierte Wand“ als Projektionsfläche nutzen, von Seite zu Seite und vom Boden bis zur Decke, die Leinwand sollte so nah an der ersten Reihe wie nur möglich sein, alle Sitze sollten direkt auf die Leinwand ausgerichtet sein, und schließlich sollten die Sitzreihen steil ansteigen. Um aus 3D das Beste herauszuholen, müssen wir den Raum, den der Film einnimmt, in den Zuschauerraum hinein erweitern. Dazu gehört, dass der Film das ganze Gesichtsfeld des Zuschauers einnimmt und ihn vergessen lässt, dass er sich im Kino befindet – also das, was IMAX seit Jahren schon bietet.“
Mehr über nWave Pictures:
nWave Pictures, Produktion und Verleih zugleich, gestaltet seit 1994 die 3D-Revolution im Kino mit und war auch beteiligt an der Weiterentwicklung der 3D-Technik für Kinofilme. Ben Stassen, der Leiter der Firma, und Eric Dillens von der Brüsseler D&D Media Group, sind die Begründer des Unternehmens. Stassen sah schon früh das Potential einer eigenen, unverwechselbaren Bildsprache des 3D-Kinos, die das Publikum auf ganz neue Art und Weise ansprechen würde. Unter seiner Leitung entwickelte die Firma Filme für besonders große Projektionen, wie sie vor allem in IMAX-Kinos und Vergnügungsparks installiert sind und von denen es derzeit etwa 180 Stück weltweit gibt. Zu den Titeln, die dort gezeigt wurden, gehören Thrill Ride (1996), Alien Adventure (1998) und Misadventures in 3D (2002). Thrill Ride wurde 1996 auf die Liste der 50 besten Filme aufgenommen, wo er sich über 70 Wochen halten konnte. SOS Planet, eine weitere nWave-Produktion, kam auf eine weltweite Zuschauerzahl von über 50 Millionen. Heute ist nWave Pictures das weltweit führende Studio für spektakuläre 3D-Filme für den Einsatz in IMAX-Kinos und Freizeitparks; allein die IMAX-Filme von nWave haben weltweit über 200 Millionen Dollar eingespielt.
Fly Me to the Moon 3D, Ben Stassens Debüt als Kinoregisseur, kam 2008 heraus. Es war der erste abendfüllende Animationsfilm von nWave Pictures und gilt als der erste abendfüllende Film, der von der ersten Szene an für die ausschließliche Veröffentlichung in 3D konzipiert und produziert wurde.
Bilder © Kinowelt · Alle Rechte vorbehalten.
SAW 3D schlitzt sich mühelos an die Spitzenposition der US-Charts
Bereits im siebten Jahr heißt es an den US-Kinokassen: Es ist Halloweeen? Dann läuft der neue Teil der SAW-Franchise. So auch in diesem Jahr, wenn Jigsaw seine tödlichen Fallen erstmals in 3D auf der Leinwand präsentiert. Es soll der finale Teil werden- doch bei Horrorfilmen herrscht klares: Never say Never!
SAW 3D erreichte ein Einspiel von 22,5 Mio Dollar am Startwochenende, und damit mühelos den Spitzenplatz der US-Kinocharts. Dazu kommen weitere 1,7 Mio Dollar aus den Previews. Auf 3500 Leinwänden in 2808 Kinos gestartet, spielt vor alle, die 3D-Auswertung eine entscheidende Rolle: auf rund 3/4 der Leinwände lief die stereoskopische Fassung, die für das Folterspielchen die Zuschauer gerne mit einbezieht. Und das Versprechen auf Mindblowing 3D hat offensichtlich gewirkt, 92% des Umsatzes wurde durch die 3D-Fassung des Films erzielt.
Kinowelt startet SAW 3D- Vollendung pünktlich als Kontrastprogramm zur besinnlichen Vorweihnachtszeit am 2. Dezember 2010.
Schon bald ein Verkehrstoter mehr? Jigsaws Opfer (Chester Bennington, Linkin Park) auf einem gefährlichen Trip.
Nach Paranormal Activity und RED folgt Jackass 3D mit einem weiteren Einspiel von über 8 Mio. Dollar auf Platz vier der US-Charts- als erster Film der Herbstsaison durchbrachen Jimmy Knoxville und Freunde die 100-Mio.-Dollar-Grenze. Natürlich in 3D.
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