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Prince of Persia – Desert Challenge: trickreiche Foto-Challenge im malerischen Wehrdorf
Etwas erschöpft von der anstrengenden Fahrt erreichen wir schließlich die Ausfallstraße zu unserem ersten Ziel, dem Ksar in Ait Benhaddou. Ein Ksar ist ähnlich wie eine Kasbah ein Wehrdorf, gehört allerdings nicht einer Familie, sondern wird von Berbern bewohnt. Ait Benhaddou war früher ein wichtiger Karawanenstopp zwischen Ouzarzate und Marrakech, so wundert es nicht, dass das „rötliche Stampflehm-Ensemble“ (O-Ton Reiseführer) besonders prächtig verziert ist. Die Lehmbauten gehören zum UNESCO-Welterbe, die sich um einen Erhalt und vorsichtige Restaurierung bemühen. Bekannt wurde das Ksar durch große Filmproduktionen, Szenen aus „Lawrence von Arabien“, „Alexander der Große“, „Gladiator“ und natürlich auch „Prince of Persia- Der Sand der Zeit“ wurden hier gedreht.
Nach der Überquerung eines kleinen Flusses gelangen wir zu den Eingangstoren des Wehrdorfes. Ein kleines Päuschen im Schatten unter den früchtetragenden Dattelpalmen bietet eine letzte Stärkung vor der anstehenden Challenge. In den engen Gassen der Festung hinauf, an den Berberhäusern vorbei, bis hin zur Festung auf dem Berg haben sich Relikte aus Prince of Persia versteckt. Die Challenge-Teilnehmer mussten mit ihren Kameras die Personen und Objekte finden und auf die Kamera bannen. Ist der Mann mit besonderer Kleidung Statist oder Prinz, vielleicht gehört das Kamel zu den Fundstücken, und wo mag sich der Dolch der Zeit versteckt haben? Besonders die Damen vom Team Salamander haben sich kreativ ausgetobt und ein Vielfaches der platzierten Fundstücke aufgespürt: diese Becher sind doch aus der Szene, in der Tamina Getränke beim Straußenrennen serviert! Und dieser fotografierte Sand stammt eindeutig aus der sagenumwobenen Sanduhr der Zeit! Ich würde mal sagen: Kreativ gewinnt.
Wir alle wurden mit einem sagenhaften Ausblick vom Berg über Ait Benhaddou belohnt. Und schließlich mit einer kleinen Rast mit Salat, Couscous und frisch gepresstem Orangensaft.
Prince of Persia – Desert Challenge: Kampf des Titanen mit den Schlangen
Die Götter sind nicht immer gnädig: als der Titan Atlas gegen seine Chefs rebellierte, war ihm vermutlich nicht klar, dass das auch Auswirkungen auf unseren heutigen Tag 3 der Desert Challenge haben wird. Zur Strafe gegen seinen Aufstand luden die Götter dem armen Atlas den Himmel auf die Schultern, den er von nun an tragen sollte. Doch schließlich ergab er sich seiner Last und bat darum versteinert zu werden. Die Götter verwandelten ihn in ihrer Gnade in das Atlas-Gebirge, das sich in drei Gebirgsketten durch Marokko zieht. Und auch heute noch den Himmel trägt, wie unsere Tageschallenges in Ait Benhaddou und Ouarzazate zeigen sollten.
Holiday-Autos hat uns für die Tour Allrad-Geländewagen zur Verfügung gestellt, deren Nutzen wir heute zu schätzen lernen. Gut ausgerüstet mit dem Navigationssystem von Mio konnten wir sicher die Medina durch die engen Gassen verlassen und nicht nur die erwachende Stadt, sondern auch den quirligen Morgenverkehr bestaunen. Mit Hammeln vollbepackte Mopeds liefern sich ein Wettrennen mit den Mopeds, die Schulkinder drängen zum Unterricht. Vorbei an den neu gebauten Stadtvillen und Golfplätzen (links für die Wohlhabenden, rechts für den König) zieht es uns 200 km südöstlich von Marrakesch.
Wir folgen dem Weg aus der Stadt, die Landschaft verändert sich. Von steinigen kargen Flächen, auf denen Ziegen mühevoll das letzte Grün knabbern, über imposante Kieferwälder und immer wieder Bergen mit steinigen oder grünen Tälern, mal tiefrot, mal grau, manchmal vom Wasser erodiert. An den Straßenrändern immer wieder die bekannten Kakteen mit den orangenen bis roten Kaktusfeigen, die man auch bei uns manchmal auf dem Markt zu haben sind. Von den Straßenrändern springen plötzlich Einheimische mit kleinen Felsen in der Faust auf die Fahrbahn. Doch keine Sorge, es sind Verkäufer, die ihre Mineralien und Fossilien zum Verkauf bieten, aufgeschnittene Drusen mit Kristallen wie Quarze oder Amethysten. Manchmal etwas zu farbenfroh geraten, aber der Händler versichert empört die Echtheit der Schmucksteine.
Doch wer dachte, dass die Fotochallenge das große Abenteuer des Tages wird, hat die Serpentinen durch den mittleren Atlas deutlich unterschätzt. Mit unseren Pajero-Geländewagen (ja, ich weiß, was das Wort auf Spanisch bedeutet…) liegen wir glücklicherweise sicher auf der Straße. In Haarnadelkurven schrauben wir uns die Serpentinen hoch, das Mio-Navi lässt auf der Karte die Schrauberei schon ahnen! Immerhin gibt es zehn Berge über 4000 Meter im mittleren Atlas, so verwundert es auch nicht, dass irgendwann in einem kleinen Dorf eine Schranke mit der Hinweis auf die Schneegrenze den Weg sperrt. Zwar ist es in dieser Jahreszeit noch zu früh für Schnee, wie sich diese Bergtour allerdings mit rutschigen vereisten Straßen anfühlt, möchten wir eigentlich gar nicht wissen. Denn die Fahrbegrenzung ist mehr eine Markierung und die Abhänge sind gewaltig, dafür auch die Aussicht hervorragend.
Warum nur der Weg über den versteinerten Titanen durch so viele Serpentinen führen muss! Ich bin mir nicht sicher, ob es am Thunfisch-Sandwich oder den Helgolandfahrt-ähnlichen Serpentinen in Kombination mit dem von den um die Ecke rasenden einheimischen LKW-Fahrern auferlegten Fahrstil lag. Doch empfiehlt es sich immer, genügend Abstand zum Vordermann zu halten, falls dem mal schlecht werden sollte und sich spontan bei voller Fahrt aus dem Seitenfenster übergeben muss. Spart Reinigungsmittel auf der Frontscheibe! 🙂
Prince of Persia – Desert Challenge: Kamelrennen durch die Palmerie
Nach dem kleinen Imbiss am Rande des Marktplatzes wartete die nächste Challenge auf die mutigen Abenteurer. Holiday-Autos sorgte dafür, dass wir zu unserem nächsten Abenteuer gelangen und stellte jedem Abenteuer-Team einen PS-starken Geländewagen zur Verfügung. Mühelos trägt uns die PS-Kutsche aus der Medina zu einem Palmenhain. Die Palmerie ist allerdings nicht zum Ausruhen oder Dattelpflücken gedacht, sondern ein Rennplatz. Schon bald machten sich die Geräusche aus dem Hintergrund bemerkbar: kräftiges Röhren verrät die Gruppe der Kamele, mit denen das Wettrennen durchgeführt wird.
Nicht nur das Reiten der Wüstenschiffe ist das schwierige, vor allem das Ruckartige Aufstehen und Niederlegen der großen Tiere ist ein spannender Moment. Ruckartig erhebt sich das Tier erst nach vorn um den Reitern dann 90 Grad in die andere Richtung zu hieven. Passend umgekleidet stehen die Challenger bereit, um auf ihrem Kamel vom Startpunkt zur Ziellinie und zurück zu rennen. Möglichst schnell und dabei doch möglichst elegant. Aufsteige, Losrennen, umdrehen und zurück. Für unsere erfahrenen Wüstenprofis kein Problem, sie meistern die Aufgabe tadellos, so dass nur wenige Sekunden über den Sieg entscheiden. Als Belohnung drehen wir noch ein paar Runden mit den Wüstentieren auf der Palmerie und ahnen, wie beschwerlich eine lange Reise durch die Wüste sein mag. Aber es macht locker in der Hüfte.
Am Abend erwartet und ein leckeres Mahl in unserem Riad, es gibt eine Gemüsesuppe, Lamm aus der Tajine und eine Art knusprigen Mandelcrepes. Genau das Richtige für süße Träume.