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Nominierungen der Razzies in neuer Kategorie "Schlechtester Missbrauch augenfeindlicher 3D-Technik" veröffentlicht
Und endlich gibt es einen neuen Award, der sich um den guten Geschmack im 3D-Kino kümmert: die allseits gefürchtete Goldene Himbere wird erstmals auch in einer neuen Kategorie verliehen: „Schlechtester Missbrauch augenfeindlicher 3D-Technik“. Roger Ebert und Batzmann würden vermutlich am liebsten alle 3D-Filme dafür nominieren, die Jury der Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.), besetzt mit internationalen Filmkritikern und Regisseuren, hat die schlechtesten fünf 3D-Werke des letzten Jahres nominiert.
Nominiert für die Goldene Himbeere in der Kategorie „WorstEye-GougingMis-Use of 3D“ sind:
Besonders hart trifft es M. Night Shyamalans Comic-Adaption „Die Legende von Aang“, der genau wie die Vampirschmonzette „Twilight: Eclipse“ gleich in neun Kategorien für die goldene Himbeere des Jahres nominiert ist. Was um so erstaunlicher ist: gerade die 3D-Verhunzer Kampf der Titanen, Cats& Dogs 2 und demnächst auch Die Legende von Aang sind auf 3D-Blu-ray zu haben, während die wirklich guten 3D-Filme nur als Bundle fürs 3DTV zu haben sind oder erst irgendwann erscheinen.
Wer hätte denn eurer Meinung nach die Goldene Himbeere für den schlechtesten 3D-Film des Jahres 2010 verdient?
Bilder © Razzies · Alle Rechte vorbehalten.
Schwan frisst Hornisse, Rapunzel weiter top- die deutschen Kinocharts
In dieser Woche kommt das Independent-Kino zum Zuge: Darren Aronofskys Ballett-Thriller „Black Swan“ liefert einen hervorragenden Kopienschnitt von 900 Zuschauern pro Kopie. Gesamt wollten rund 268.000 Zuschauer den Golden Globe-prämierten Film mit Natalie Portmann in den deutschen Kinos sehen. Auf Platz zwei findet sich der Vorwochen-Spitzenreiter in 3D „The Green Hornet“. Die Super-Agenten-Komödie von Michel Gondry lockte an diesem Wochenende weitere 198.000 Zuschauer ins Kino.
Auf Platz Drei spielen wir erneut Haarspalterei: Besucher gegen Einspiel. Zwar haben die Vorstadtkrokodile mit rund 170.000 Zuschauern ein paar Tickets verkauft, die Strahlkraft von Rapunzels Haaren ist aber ungebrochen. Nach Umsatz bleibt „Rapunzel- Neu verföhnt“ mit rund 145.000 verkauften Tickets und 3D-Zuschlag auf Platz drei der deutschen Kinocharts- und arbeitet sich zunehmend auf die vier Millionen Besucher -Marke vor. Auf Platz fünf wird es mit „Love and Other Drugs – Nebenwirkungen inklusive“ und rund 119.000 Kinogängern wieder flach. Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende 1,7 Mio. Tickets in den deutschen Kinos gelöst.
Und nächste Woche gibt es mit TRON Legacy garantiert wieder eine neue 3D-Nummer 1…
Bilder © 2010 Sony Pictures Releasing GmbH · Alle Rechte vorbehalten.
Trailer zu Werner Herzogs 3D-Dokumentation "Cave of Forgotten Dreams"
Nicht nur Wim Wenders sieht im stereoskopischen 3D-Format einen besondere Chance für den Dokumentarfilm, auch Werner Herzog tritt mit seiner Dokumentation einen Beweis an. Nachdem „Cave of Forgotten Dreams“ bereits auf dem Filmfest in Toronto zu sehen war, freuen die deutschen Stereoskopie-Fans sich nun auf die Berlinale, wo der Film in einer Sondervorführung als Europapremiere gezeigt wird.
Werner Herzogs 3D-Film über die Höhlenmalereien von Chauvet-Pont-d’Arc dürfte auch für die 3D-Produzenten ganz besonders sein. Die Höhle von Chauvet befindet sich in Südfrankreich im Flusstal der Ardeche nahe der Kleinstadt Vallon-Pont-d’Arc. Die erst 1994 entdeckte Höhle enthält über 500 Wandbilder mit gemalten und gravierten Tier- und Symboldarstellungen. Der gute Zustand ist einem plötzlichen Verschluss des Höhlenzugangs durch eine herabstürzende Felswand zu verdanken. Um die Höhle bestmöglich zu bewahren, durfte Herzog nur eine Stunde am Tag drehen, um die Malereien zu schützen auch nur mit kalten Lichtquellen. Nichts mit kühlschrankgroßen Spiegelrigs, aufwendiger Ausleuchtung und stundenlangem Einmessen, sondern Stereoskopie in der dokumentarischen Form: filmen, wenn man dabei ist, live, wenn es passiert.
Ohne den Film bisher gesehen zu haben: Aufgrund der limitierten Drehbedingungen wird es sicher Einbußen geben, da mal das 3D-Fenster verletzt wird, das Licht zu dunkel ist, die Konvergenz ungewohnt scheint. Und ich möchte nicht von irgendwelchen 3D-Gralshütern eine detaillierte Timecode-Liste erhalten, welche diese „technischen Verletzungen“ aufführt. Herzog führt uns an einen Ort, den der normale Mensch vermutlich nie zu sehen bekommt und ermöglicht uns das Eintauchen in diese aufregende vergangene Welt. Und ich freue mich auf diese Reise zum Ursprung der Kommunikation, der Bilddarstellung, vielleicht auch zu den Ursprüngen des Geschichten-Kinos an sich.
Als kleinen Vorgeschmack habe ich hier den Trailer von Werner Herzogs „Cave of Forgotten Dreams“ für euch: