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Die Zukunft des 3D-Heimkinos beginnt heute. Interview mit Mario Brunow, Video Buster Entertainment Group

Die 3D-fähigen Fernseher stehen mittlerweile nicht mehr auf dem Containerschiff, sondern in den Elektroläden. Und bei dem einen oder anderen schon im heimischen Wohnzimmer. Am 1. Juni veröffentlicht Sony Pictures den ersten 3D-Blu-Ray-Titel „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ und läutet damit die Zeit des 3D-Heimkinos ein. Eine Gelegenheit, die sich niemand entgehen lassen will- oder entgehen lassen sollte. DigitaleLeinwand.de sprach mit Mario Brunow, Vorstand der Video Buster Entertainment Group, über die Technik des stereoskopischen 3D-TVs, dem zukünftigen 3D-Programm und die Möglichkeiten der Fußball-WM in 3D als Treiber für die gesamte Branche.

Herr Brunow, ab 01. Juni verleihen Sie die 3D-Blu-ray „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, aber so gut wie niemand kann den Film auch tatsächlich dreidimensional genießen, weil die Abspielgeräte in den privaten Haushalten noch fehlen. Warum engagieren Sie sich so?

Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass wir vom Start an mit Informationen, Fakten und Verleihoptionen für eines neues Format eintreten – zumal wenn wir so davon überzeugt sind, wie im Fall der „Blu-ray3D“. Das dreidimensionale Home Entertainment bietet etwas komplett Neues, den ganz anderen Film, die überwältigende Technik, die wirklich auf Knopfdruck funktioniert und die durchaus auch ein Massenpublikum erreichen kann – sofern Industrie und Handel gemeinsam alles daran legen, die „Blu-ray3D“ in die Wohnzimmer der Kunden zu bekommen. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber unser Signal ist heute schon: Wir sind dabei und freuen uns auf die kommenden Titel!

Werden Sie auch kommende 3D-Blu-rays in Ihr Programm aufnehmen oder hängt das ab vom Verleiherfolg „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“?

Wir nehmen jeden neuen 3D-Titel in unser Programm auf, ganz unabhängig von dem Erfolg von „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“. Die Nachfrage kann ja erst zulegen, wenn auch das Angebot steigt. Wir machen uns da für den Start am 01. Juni keine Illusionen.

Wie wollen Sie den Kunden 3D näher bringen, wenn diese die Technik noch nicht abrufen können?

Online betreiben wir schon heute Aufklärungsarbeit mit aktuellen Informationen über die neue Hardware, ihre Hintergründe und Funktionsweise. Fragen der Kunden beantworten wir selbstverständlich und fördern auch den Austausch der Kunden untereinander. Weiterhin sind dreidimensionale Vorführpanels in den Video Buster Filialen geplant sowie Online Verlosungsaktionen neuer 3D-tauglicher Hardware.

Ist das HD 3D-Equipment nicht viel zu teuer, um damit Erfolg zu haben?

Das kommt auch ein wenig darauf an, was man vergleicht. Ich denke, man kann die neuen 3D-Fernseher nicht neben durchschnittliche Geräte stellen, sondern muss das Segment der hochleistungsstarken Fernseher der neuesten Generation betrachten: Hier beträgt der Preisunterschied zwischen 2D und 3D oft nur noch 200 Euro – inklusive Shutterbrille. Was ich damit sagen will: Wer sich gerade ein neues Equipment der neuesten Generation zulegen will, wird sich ernsthaft überlegen, ob er sich für 200 Euro mehr nicht gleich eine ganz neue Unterhaltungsdimension ins Wohnzimmer holt. Ich denke, im technischen vergleichbaren Segment können die Einstiegspreise für die neue Hardware durchaus mit herkömmlichen Preisen mithalten.

Glauben Sie, dass die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft die 3D-Verbreitung entscheidend voranbringen wird?

Das Film-Erlebnis in 3-D ist ein echter Quantensprung – das möchten wir den Kunden online und in unseren Filialen vermitteln. Daher begrüßen wir jeden Event und Mitstreiter, der 3D in die Köpfe der Kunden bringt. Die Übertragung der stereoskopischen Bilder auch bei Public Viewing-Veranstaltungen gehört mit Sicherheit dazu.

Der Weg von der DVD zur Blu-ray ist steinig. Wird der Schritt von der Blu-ray zur 3D-Blu-ray einfacher?

Ja, dafür spricht zumindest einiges: Was bietet die Blu-ray im Vergleich zur DVD? Eine höhere Auflösung – aber nicht bei jedem Film kommt das auch in den Haushalten tatsächlich rüber. Was bietet die 3D-Blu-ray im Vergleich zur Blu-ray? Ein komplett neues Filmerlebnis!

Wie lange dürfte es Ihrer Meinung nach dauern, bis sich die 3D-Technologie in den Wohnzimmern der Konsumenten etabliert haben wird?

Die Erfolgsstory der DVD wird sich in solch schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, wie wir sie derzeit haben, nicht wiederholen. Aber ich glaube dennoch, dass die Penetrationsrate der Blu-ray-fähigen Abspielgeräte, die drei Jahre nach Markteinführung erst in weniger als zehn Prozent aller bundesdeutschen Haushalte vertreten ist, mit 3D locker eingeholt werden kann. Fragen Sie mich in drei Jahren bitte noch einmal.

Und ob! In drei Jahren werden wir nicht nur wissen, wie umfangreich die Haushalte mit 3D-TVs ausgestattet sind, sondern auch, ob das 3D-Kino nur ein Hype war, oder das Kino wirklich revolutioniert hat. Wenn man mich fragt: es gibt nur einen Weg nach vorn!  🙂