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IMAX or LIEMAX: nicht wirklich großes Kino im IMAX digital

IMAX war bisher das Größte. Ein riesiges Filmformat mit 70mm-Negativen lieferte fantastische Bilder in konkurrenzloser Größe und Schärfe. Wer Christopher Nolans The Dark Knight in der IMAX-Fassung gesehen hat, konnte die beeindruckendsten Szenen in der Größe eines Hochhauses erleben- atemberaubendes bestmögliches immersives Erlebnis! Größe fordert auch seinen Preis- die Kosten für Produktion und Projektion sind erheblich teurer und schlägt sich in kostenintensiveren Tickets nieder. Ein IMAX-Ticket für einen Spielfilm liegt in Berlin bei 12,50 Euro- ein Aufpreis von 5 Euro im Vergleich zum regulären Eintritt.

Nun folgt auch die IMAX Corporation dem Ruf der Zeit und digitalisiert seine Leinwände. Nur ist nicht mehr überall IMAX drin, wo IMAX drauf steht. Eine Grafik von LF Examiner James Hyder illustriert den Unterschied zwischen dem IMAX-Screen der Kette AMC (Lincoln Square IMAX) und den IMAX digital Leinwänden (Empire 25 IMAX) in New York:

Leinwandgrößen 4K und IMAX digital

Deutlich ist die überlegene Größe der AMC-IMAX-Leinwände zu sehen, sie entspricht der 4,5 fachen Größe! Zum Einsatz kommen Sony 4K Digital Cinema Projektions-Syteme. Das Format IMAX digital nutzt hingegen lediglich 2K-Projektoren. Zwar werden zwei Projektoren zusammengeschaltet, um mit dem überlagerten Bild eine bessere Helligkeit und einen besseren Kontrast zu erreichen. Aber von gigantischen Leinwänden keine Spur mehr, die Größe entspricht den herkömmlichen Ausmaßen im gewöhnlichen Multiplex- und sie verlangen doch den selben IMAX-Preisaufschlag.

Der Zuschauer kann den Unterschied vorab nicht erkennen, auf den Plakaten wird mit dem Label IMAX geworben- und so die Qualität getrübt, vielleicht sogar die Marke verwässert. In Deutschland existiert ja nicht so eine starke Konkurrenz der IMAX-Theater untereinander, seit das Discovery Channel IMAX in Berlin am Potsdamer Platz geschlossen hat. Lediglich fünf IMAX-Theater werden in Deutschland bespielt: das CineStar IMAX 3D im SonyCenter Berlin, das Cinécitta in Nürnberg mit IMAX 3D und Dome im selben Saal, Sinsheim (IMAX 3D), Speyer (Dome) und in Brühl als Simulator im Phantasialand. Die weiteren Standorte München (Technikmuseum), Bochum, Düsseldorf, Bremen (im Spacepark) und Dettelbach mussten aus finanziellen Gründen schließen, in Frankfurt wird das ehemalige IMAX seit Mitte 2007 als 3D-Kino mit digitaler 2K-Projektion unter dem Namen Cinemagnum weitergeführt.

Ob IMAX mit seinem Verrat an der Größe ähnlich wie The Next Coke zum Flop wird, geht James Hyder in seinem Editorial nach. Vielleicht haben wir ja Glück im Unglück, und die Digitalisierung in Deutschland zieht sich so lange hin, dass der DCI-Standard von 2K veraltet ist und mittlerweile 8K-Projektoren für einen Appel und Ei zu haben sind. Weil Größe eben manchmal doch den Unterschied macht.

Ganz frisch: Die Ansicht bzgl. der zu klein geratenen IMAX-Theater schienen einige Personen zu teilen. Gerade wurde auf Google Maps eine interaktive Karte veröffentlicht, die großformatige IMAX-Kinos hervorhebt und die kleinen Schachteln denunziert. Treffender Titel: IMAX or LIEMAX. Hier der Link und ein Vorschaubild der Karte:

IMAX or LIEMAX

3D-Filmplakat für Ice Age 3

Wie bewirbt man eigentlich einen 3D-Film außerhalb des Kinos? Klar, mit einem 3D-Filmplakat. Nun geht man selten mit einer 3D-Brille durch die Gegend spazieren, und dennoch soll der Effekt wirken. Die Lösung heißt Lentikularposter. Diese Linsenraster-Bilder sind vor allem als Wackelkarten bekannt, mit denen Bildänderungen, Animationen oder dreidimensionale Bilder möglich werden. Den besonderen Effekt entfalten die Plakate im Vorbeigehen. Durch die Bewegung sind die verschiedenen Teilbilder ersichtlich, man muss unweigerlich genauer hinsehen. Steht man direkt vor dem Bild, bewegt man einfach den Kopf seitlich hin und her, um den Effekt sehen zu können.
Für das Filmmarketing in Deutschland völlig unbekannt, kommen in den USA schon seit längerem Lentikularposter zum Einsatz, beispielsweise für The Lost World, für Nachbildungen der lebenden Zeitungsbilder aus den Harry Potter-Filmen oder auch als Sammlerobjekt für The Dark Knight. Eine schöne Ansicht des Lentikulareffektes mit den Charakteren The Joker, Batman und Harvey Dent gibt es bei Empireonline.
Der Nachteil ist der hohe Aufwand für die Produktion, was sich auch in den Kosten niederschlägt. Der Vorteil: die Plakate erzeugen deutlich größere Aufmerksamkeit und werden zum geschätzten Sammlerobjekt.

Hier das Filmplakat für Ice Age 3 als animiertes Bild:

Produziert wir das Plakat von der Firma Virtual Images, Tochter von IGH Solutions mit dem Sitz in Redlands, Kalifornien, USA. Seit 15 Jahren stellen sie 3D-Produkte für Marketingzwecke her und gelten als einer der Marktführer in diesem Bereich. Ob das 3D-Filmplakat auch in Deutschland zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten.