Beiträge

Drachen holen Persol 3D-Awards bei 67. Filmfestspielen von Venedig: AVATAR und "Drachenzähmen leicht gemacht" als beste 3D-Filme 2010 ausgezeichnet

Zum zweiten Mal wurde auf den 67. Internationalen Filmfestspielen in Venedig der Persol 3D-Award vergeben. Unter dem Jury-Vorsitz von Takashi Shimizu wurden die 3D-Produktionen des vergangenen Jahres als Sonderreihe auf der Film-Biennale gezeigt. Im letzten Jahr konnte Grusel-Altmeister Joe Dante mit „The Hole“ den Persol 3D- Award holen. Dieses Jahr hat die Jury gleich zwei 3D-Filme ausgezeichnet- beides Werke um Drachenreiter.

Die Gewinner sind zum einen (wie prognostiziert) James Camerons AVATAR- Aufbruch nach Pandora, der zweite Film ist der 3D-CGI-Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ aus dem Hause Dreamworks. Glückwunsch beiden absolut würdigen Preisträgern.

Die Preisvergabe an AVATAR begründete die Jury wie folgt:

“A landmark in movie history, as well as a technological wonder, Avatar has done more than any previous film to establish both the commercial and the artistic viability of the new three-dimensional cinema. It is no exaggeration to say that with Avatar, James Cameron has succeeded in projecting an entirely new world for viewers to explore in depth”.

Die Begründung für die Drachenzähmer:

“How To Train Your Dragon, on the other hand, demonstrates what can be done with 3D. More visceral than other examples of 3D digital animation, How To Train Your Dragon uses stereo filmmaking to provide an exhilarating experience. The viewer has the sensation of soaring through space. Narrative is transcended as gravity is defied”.

Nach Grusel dominierten in diesem Jahr also die Drachenreiter die Mostra. Sind Flugszenen doch das perfekte Element für den 3D-Film. Meinen Glückwunsch! Ich bin gespannt, wie im nächsten Jahr die Entscheidung ausfällt, wenn die ersten Arthaus-3D-Filme zur Wahl stehen.

Bilder © 20th Century Fox (1), Dreamworks (2) · Alle Rechte vorbehalten.

67. Biennale in Venedig: Takashi Shimizu übernimmt Jury-Vorsitz des Persol 3D Award

Der japanische Horrorfilm-Regisseur Takashi Shimizu, bekannt von seinem Grudge-Story im Original und Remake, übernimmt in diesem Jahr den Vorsitz der Persol 3D-Award Jury des am 1. September 2010 startenden 67th Venice Film Festivals.

Der Horrormeister zeigt seinen 3D-Horrorfilm „Schock Labyrinth 3D“ außer Konkurrenz im Programm. Der von der italienischen Brillen-Firma Persol gestiftete 3D Award ging im letzten Jahr an den von Grusel-Altmeister Joe Dante in Szene gesetzten Film „The Hole“, der leider in Deutschland noch immer nicht zu sehen war. Der Gewinner des diesjährigen Preises wird am Vorabend der Abschlussveranstaltung am 10. September 2010 bekannt gegeben. Zum Abschluss der Veranstaltung feiert der erste chinesische 3D-Film „Taikong xia 3D“ (Space Guy) von Zhang Yuan seine Premiere. Auch „Tungngaan 3D“ (The Child’s Eye 3D) von Oxide und Danny Pang wird der Weltöffentlichkeit erstmals auf der Biennale vorgeführt.

Marco Müller, Direktor des 67. Venice International Film Festivals, zeigt sich begeistert vom 3D-Format: „3D calls for an entirely new sensorial experience: you feel so much more immersed in the screenscape than when you are watching a regular 2D movie. When this works, when the 3D environment is the real thing, you will find that the images enter your head seemingly without effort. And it can be images questioning your role as a viewer (e.g., the films by Zapruder, Ken Jacobs and Armin Linke that are being premiered at the Venice Film Festival this year). There is so much to improve and experiment. We still need to have a few solid years of new 3D films under our collective belt, made by filmmakers who can really appropriate 3D. But 3D technology cannot be dismissed as a gimmick. Fortunately, it is here to stay”.

Die Nominierten für den besten 3D-Film des Jahres sind eine Werkschau von Neuheiten und Wiederaufführungen, Kurz- und Langfilmen stereoskopischer Filme aus dem letzten Jahr. Toy Story 1 +2 feierten im letzten Jahr ihre 3D-Premiere, in diesem Jahr wurden sie (und Toy Story 3) für den Preis nominiert. :

  • G-Force – Hoyt Yeatman
  • A Christmas Carol – Robert Zemeckis
  • Cloudy with a Chance of Meatballs – Phil Lord, Chris Miller
  • Avatar – James Cameron
  • Call of the Wild 3D – Richard Gabai
  • Alice in Wonderland – Tim Burton
  • How To Train Your Dragon – Dean DeBlois, Chris Sanders
  • Clash of the Titans – Louis Leterrier
  • Toy Story – 3D – John Lasseter
  • OceanWorld 3D – Jean-Jaques Mantello
  • Toy Story 2 – 3D – John Lasseter, Ash Brannon, Lee Unkrich
  • The Final Destination 3D – David R. Ellis
  • U2 3D – Catherine Owens, Mark Pellington
  • Toy Story 3 – Lee Unkrich
  • Shrek Forever After – Mike Mitchell
  • Cats & Dogs: The Revenge of Kitty Galore – Brad Peyton
  • The Last Airbender – M. Night Shyamalan

Ganz im ernst- hat jemand eine Chance gegen James Camerons Avatar?

Bild ©  Biennale · Alle Rechte vorbehalten.

Schock Labyrinth 3D (Takashi Shimizu)

Horror wird zu einem der favorisierten Genre für stereoskopisches 3D. Kein Wunder, ist der Nervenkitzel doch die Realität der Bedrohung durch die gesteigerte Immersion. Der japanische Horrormeister Takashi Shimizu – Regisseur des original-japanischen Franchise „JU-ON: The Grudge“ sowie Regisseur der erfolgreichen US-Remakes – bringt mit seinem neuen Werk „The Shock Labyrinth: Extreme“ das Grauen in der dritten Dimension zu uns. So heißt er beim deutschen Verleih Senator auch gleich „Schock Labyrinth 3D“. Ein Familienausflug endet auf grausame Weise: Unter mysteriösen Umständen verschwindet das Mädchen Yuki im Geisterhaus eines Vergnügungsparks, in das sie sich mit ihren Freunden eingeschlichen hatte. Zehn Jahre später kommt es zu einem unbegreiflichen Wiedersehen mit der Clique von damals. In der Wohnung von Motoki und Rin, bei denen auch Ken zu Besuch ist, kollabiert die völlig verstörte Yuki und wird von ihren Freunden ins Krankenhaus gebracht. In der merkwürdig labyrinthischen Klinik versinkt die Gruppe tiefer und tiefer in das gemeinsame Kindheitserlebnis, als sich das verlassene Gebäude als das Schreckenshaus von damals herausstellt. Yuki erwacht aus der Bewusstlosigkeit und zieht die Jugendlichen im Laufe der Nacht in eine geisterhafte Spirale aus Erinnerungsfragmenten und Zeichen einer drohenden Katastrophe.

Szenenbilder aus Schock Labyrinth 3D: [slidepress gallery=’szenenbilder-schock-labyrinth-3d‘]

Die unerklärliche Rückkehr eines vor zehn Jahren verschwundenen Mädchens führt ihre Freunde in einen Irrgarten von schrecklicher Erinnerung und verdrängter Schuld – und an den Ort ihres größten Traumas: das spektakuläre Geisterhaus „Senritsu Meikyû“ in einem Vergnügungspark am Fuße des Berges Fuji. Die größte Grusel-Attraktion der Welt inspirierte Takashi Shimizu zu einem surrealen Thriller, in dem sich eine Gruppe junger Menschen den Schatten ihrer Vergangenheit stellen muss. Die Hauptrolle des Ken spielt Yuya Yagira, der 2004 mit 14 Jahren für seinen Part in „Nobody Knows“ als erster Japaner und jüngster Schauspieler in der Festival-Geschichte bei den Filmfestspielen in Cannes den Darstellerpreis gewann. Mehr Infos sollte es auf der Homepage des Films geben, allerdings ist die Webseite http://www.schocklabyrinth3d.senator.de nur mit Filmplakats und Trailer ausgestattet. Der verlinkte Youtube-Kanal enthält ebenfalls nur den Trailer. Es existiert noch eine Facebook-Gruppe zum Film, in der es noch viel Gestaltungsspielraum gibt. Schock Labyrinth 3D war in Deutschland bereits auf den FantasyFilmFest Night im März 2010 zu sehen. Die Projektion im Cinemaxx in Berlin war so miserabel, dass die sonst richtig positionierten Untertitel des Films einen Versatz von bestimmt 20 cm auf der Leinwand hatten. Dass dabei natürlich kein optimaler 3D-Effekt entstehen kann, versteht sich von selbst. Es ist nicht mein Genre, ein Schocker ist der Film allerdings nicht, bis auf ein paar wenige Schreckeffekte geht es mehr um den psychologischen Grusel, und der ist mehr oder minder erfolgreich. Sehr interessant arbeitet Shimizu mit dem stereoskopischen 3D, dass nicht nur für Effekte, sondern auch als Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Dabei gibt es Szenen im unkomfortablen 3D-Bereich, der manchmal knapp an die Schmerzgrenze geht. Für einen Horrorfilm ist das natürlich eine interessante Möglichkeit, um beim Zuschauer Unbehagen zu erzeugen. Ich hätte mir allerdings einen ausgefeilteren Plot gewünscht, der sich in seiner Ursprungsidee für mich  zu schnell verbraucht.

Die DigitaleLeinwand.de-Wertung für Schock Labyrinth 3D:

[rating:50/100]  3D
[rating:40/100]  Film
[rating:overall]  Gesamtwertung

Schock Labyrinth 3D startet am 13. Mai 2010 in den deutschen 3D-Kinos.

Hier der deutsche Trailer für Schock Labyrinth 3D:

Und das deutsche Filmplakat für Schock Labyrinth 3D:

Bilder © Senator · Alle Rechte vorbehalten.