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eine andere Dimension: die stereoskopische 3D-Produktion von "StreetDance 3D"

Seit letzten Donnerstag läuft passend zum Sommerwetter der erste heiße 3D-Tanzfilm in unseren Kinos. „My Bloody Valentine 3D“ (2009) und „The Hole 3D“ (2009) hat er ordentlich vorgelegt. Nun transportiert er mit StreetDance 3D ein ganzes Genre in neue Dimensionen. Bereits zur Berlinale konnte ich Max Penner treffen, wo er über seine Arbeit an StreetDance 3D erläuterte:

„Für mich ist 3D gar keine Revolution, sondern eine Evolution“, erklärt Penner. „Erst jetzt ist das finanziell überhaupt machbar geworden, weil es im Digitalzeitalter nun einfacher ist, 3D-Bilder zu erstellen und zu projizieren. Es gibt digitale Screens, digitale Player und digitale Kameras, deshalb können wir Stereobilder viel leichter in einer digitalen Welt manipulieren.“

Penner erklärt den 3D-Aufnahme-Prozess: „Für Live-Action-3D braucht man eine Kamera, die zwei Linsen und zwei Sensoren hat, die dann so verbunden werden, dass wir ein Bild für das rechte und das linke Augen skalieren und dann auf eine 12-Meter-Leinwand projizieren können. So erhält man auf ebener Fläche ein dreidimensionales Bild, ohne dass es einem beim Zuschauen schlecht wird oder man Schmerzen verspürt. Meine Arbeit mit 3D hat auf Film begonnen und aufgrund meiner Erfahrungen kann ich sagen, dass es ein viel schwierigerer Prozess und auch weitaus teurer ist, auf Film zu drehen. Es sieht zwar großartig aus, aber es ist einfach nicht mehr länger machbar. Wie wir jetzt arbeiten, mit digitalen Kameras der Firmen Red Digital und Silicon Imaging, in Verbindung mit 3D-Technologie, um diese Kameras zu kontrollieren, macht alles viel leichter und billiger.“

Ist 3D also die Zukunft? „Ja, sofern man eher bescheiden budgetierte Filme in 3D dreht, denn sie machen den Großteil der Filme aus, die tatsächlich ins Kino kommen. Und wenn wir genug dieser Filme herstellen können, werden die Kinobesitzer einsehen, dass es auch zu ihrem Nutzen ist, die Umstellung vorzunehmen, damit es mehr Kinos gibt, die 3D-Filme auch zeigen können.“

Beim Street Dance-Wettbewerb gibt die Crew (SIANAD GREGORY, RACHEL MCDOWALL, JENNIFER LEUNG) alles.

Beim Street Dance-Wettbewerb gibt die Crew (SIANAD GREGORY, RACHEL MCDOWALL, JENNIFER LEUNG) alles.

Das Regieduo Max Giwa und Dania Pasquini hatte vor diesem Film noch nie in 3D gedreht. „Wir wurden ins kalte Wasser geworfen“, erinnert sich Giwa lachend. „Aber wir sahen dem auch mit wirklich großer Begeisterung entgegen“, ergänzt Pasquini. „Es ist ein sehr neues Medium, dem die Zukunft gehört. Deshalb ist es großartig, direkt an der Spitze dieser neuen Filmwelle zu stehen. Seit James Richardson uns das Drehbuch gebracht hatte, wussten wir, das der Film in 3D gedreht werden würde. Und das war auch einer der Gründe, warum wir ihn unbedingt machen wollten. Es ist einfach brilliant, denn man glaubt, mit den Tänzern auf der Tanzfläche zu sein. Man taucht viel stärker ein, ist unmittelbar dabei.“

Es gibt auch ein Video-Junket mit Giwa und Pasquini dazu:

Wegen 3D musste Ballettchoreograph Will Tuckett seine Arbeitsweise komplett überdenken: „Verstanden hatte ich das Ganze zwar noch nicht, aber worin die Herausforderungen bestanden, wurde mir schnell klar. Es gibt eine Szene, in der Carly ins Royal Opera House geht, um dort eine Aufführung des Balletts ‚Romeo und Juia’ zu sehen. Dazu gehört eine große Ballszene, die wir im Hackney Empire in London aufnahmen. Normalerweise würde ich eine solche Szene ganz nah bei den Tänzern drehen, die dann alle quer durchs Bild tanzen. Zweidimensional würde das großartig aussehen, dreidimensional aber sah es schrecklich aus. Wenn jemand tanzt und der Arm geht hoch und damit aus dem Bildbereich, ist der ganze Effekt ruiniert. Deshalb dreht man eine solche 3D-Szene am besten in einer ganz gewöhnlichen Totalen. Ich glaubte zwar, das würde langweilig aussehen, aber in 3D sieht das verblüffend aus. Das war schon sehr merkwürdig und bedeutete für mich, ganz anders arbeiten zu müssen. Zum Glück hatten wir die 3D-Monitore, so konnte ich immer eine Auge darauf haben, was funktionierte. Max war fantastisch und hatte große Geduld, dass ich so schwer von Begriff war. Es war eine unglaubliche Erfahrung, bei der ich viel lernte.“

Übrigens für mich eine der schönsten Szenen im Film, wenn Carly staunend über das klassische Ballett im Royal Opera House sitzt und die Ballett-Tänzer halbtransparent vor ihrem Auge tanzen. Dies funktioniert nicht nur hervorragend in 3D, sondern wirkt auch wie ein entrückter Traum. Ganz tolle Szene!

Eddie (GEORGE SAMPSON) mit Tanzlehrerin Helena (CHARLOTTE RAMPLING)

Eddie (GEORGE SAMPSON) mit Tanzlehrerin Helena (CHARLOTTE RAMPLING)

Charlotte Rampling, als Schauspielerin schon sehr lange im Geschäft, war verblüfft, als sie zum ersten Mal einen Eindruck bekam, wie der Film in 3D aussehen würde. „Dass ich jemals in einem 3D-Film mitspielen würde, hätte ich nie gedacht“, gibt Rampling lachend zu. „Es sieht einfach toll aus, ermöglicht ein viel intensiveres visuelles Erlebnis. Man hat fast das Gefühl, als wäre man Teil ihrer Körper, wenn sie tanzen.“

Streetdancer Lex Milczarek ist ähnlich begeistert vom dreidimensionalen Format des Films: „Bevor ich die Rolle bekam, hat die Produktionsgesellschaft ein paar Tänzer ausgewählt für einen 3D-Testtrailer, der einen Eindruck vermitteln sollte, was der Film leisten wollte. Ich gehörte zu dieser Gruppe und konnte dann diesen Trailer in 3D im Odeon Covent Garden [in London] sehen. Es war unglaublich, wir sprangen wirklich aus der Leinwand heraus. Ich bin so begeistert, dass ich am ersten britischen 3D-Film mitarbeiten durfte.“

Dem kann Hugo Cortes nur grinsend zustimmen: „Wir schreiben hier Geschichte. Ich habe einige der Muster in 3D gesehen, und sie sehen einfach fantastisch aus. Wenn ich den fertigen Film sehen kann, wird das ein echter Trip werden.“

Als Trip würde ich den Film nicht bezeichnen, aber wir großartig sich das Tanzfilm-Genre für die 3D-Leinwand eignet, dürfte allen Besuchern nach StreetDance 3D klar sein. Und, wie der aufmerksame Leser weiß, befinden sich mit Step Up 3D und PINA die nächsten 3D-Tanzfilme bereits in der Postproduktion. Let’s Dance!

spannende Progressions-Bilder von “Für immer Shrek” 3D

Gerüchten zufolge purzeln CGI-Animationsfilme direkt aus dem Rechner. Umso schöner, dass DreamWorks mit diesem Vorurteil aufräumt, und für sein neues 3D-CGI-Animationsabenteuer „Für immer Shrek“ Progressionsbilder zur Verfügung stellt. Sie zeigen die unterschiedlichen Phasen der CGI-Produktion.

1. Für die Previsualisation werden die Charaktere der Szene, Oger Shrek und sein Kumpane Esel in einem groben Storyboard skizziert, um den Ablauf des Films festzulegen:

2. Man positioniert die Charaktere als grobe Modelle in einer Computer Generierten (CG)-Umgebung:

3. Im nächsten Schritt werden die beiden Charaktere animiert. Warum genau Esel auf Shrek liegt, weiß ich selbst noch nicht. Ich hoffe, es ist nicht zu romantisch…. 😉

4. Jetzt kommt die Magie ins Bild! Die finale Version der Szene enthält das komplette Layout inklusive der Kamerapositionierung, der Animation und Beleuchtung mit Farbe und Texturen. Unterschiedliche Oberflächen und Texturen in der detaillierten Landschaft lassen das Bild lebendig werden.

Schön, schön! Und wer dieses Einzelbild eingebettet in einen ganzen Film sehen möchte, muss sich noch bis zum Sommer gedulden. Für immer Shrek startet am 30. Juni 2010 in unseren digitalen stereoskopischen 3D-Kinos.

Bilder © Dreamworks · Alle Rechte vorbehalten.

vom Storyboard zum fertig gerenderten CGI-Bild: Progression-Aufnahmen von "Drachenzähmen leicht gemacht"

Computeranimierte Filme kommen ja praktisch auf Knopfdruck aus dem Computer. Von wegen! Bereits seit dem 25. März 2010 läuft der neue Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in unseren deutschen 3D-Kinos: „Drachenzähmen leicht gemacht“. Und sie waren so freundlich, einen kleinen Einblick in ihre Filmproduktion anhand zweier Bildersets mit Progressionsaufnahmen zu geben. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Für die Previsualisation werden die Charaktere der Szene, Wikinger-Nachwuchs Hicks und Nachtschatten-Drache Ohnezahn, in einem groben Storyboard skizziert, um den Ablauf des Films festzulegen:

Man positioniert die Charaktere als grobe Modelle in einer Computer Generierten (CG)-Umgebung:

Im nächsten Schritt werden die Charaktere animiert: ein rasanter Drachenflug über das Meer:

Die finale Version der Szene enthält das komplette Layout inklusive der Kamerapositionierung, der Animation der Charaktere und die Beleuchtung inklusive der der Farbe und der Texturen. So sieht dieses Bild im fertigen Film aus:


Ein zweites Beispiel, aber natürlich der gleiche Produktionsablauf: Hicks und der verletzte Drache Ohnezahn  werden in einem groben Storyboard skizziert angelegt. Damit sind neben der Handlung auch Kameraposition und Ausschnitt definiert.

Bei der Umsetzung des Storyboards in das CGI-Animationsprogramm werden die Charaktere als grobe Modelle CG-Umgebung eingefügt:

Im nächsten Schritt werden die Charaktere animiert. Gerade die Szenen mit der Interaktion von Hicks und Ohnezahn gehören zu den schönsten Momenten des Films :

Nun stimmt alles. Die finale Version der Szene enthält das komplette Layout inklusive der Kamerapositionierung, die  Animation und Beleuchtung mit Farbe und Texturen.  Bewegendes Fell, schimmernde Drachenhaut, bewegtes Wasser mit Lichtreflexionen lassen das Bild lebendig werden.


Drachenzähmen leicht gemacht startete am 25. März 2010 in unseren stereokopischen 3D Kinos. Mit wirklich sehenswertem Einsatz von S3D. Wer den Film noch nicht gesehen hat: Drachen gesattelt und ab ins Kino!

Alle Bilder © Dreamworks/ Paramount Pictures

14 Featurettes über die 3D-Filmproduktion von "Drachenzähmen leicht gemacht"

Bereits seit dem 25. März 2010 läuft der neue Animationsfilm aus dem Hause DreamWorks in unseren deutschen 3D-Kinos: „Drachenzähmen leicht gemacht“. Wenn ich auch ein paar Kritikpunkte an den Figuren und einigen Details des Films habe, kann ich ihn wärmstens (sozusagen drachig flambiert) empfehlen. Es gibt ein paar sehr schöne Momente im Film, der mit einem tollen Look, kraftvoller Musik und vorbildlichem stereoskopischen 3D begeistert.
Wie viel Arbeit in einer CGI-3D-Filmproduktion steckt, können sich die meisten von uns kaum vorstellen. Da kommt doch ein ganzer Stapel Featuerettes zur Produktion des Films über die Feiertage ganz recht. Lernt jede Menge Details über Charakterentwicklung, Modeling, Surfacing, Animation, Schnitt, Matte-Painting und natürlich die stereoskopischen 3D- Effekte und werdet selber zum ultimativen Drachenzähmer.

Phil (Captain 3D) McNally, 3D Supervisor

Nathan Loofbourrow, Supervisor of Character TDs

Jeff Light, Supervisor of Character TDs

Matt Paulson, Modeling Supervisor

Sabrina Riegel, Supervisor of Surfacing

JC Alvarez, Final Layout Supervisor

April Knobbe, Matte Painting Supervisor

Kristof Serrand, Supervising Animator

Shaggy Hornsby, Supervising Animator

Gabe Hordos, Supervising Animator

Damon Crowe, Character Effects Supervision

Sean Fennell, Crowds Supervisor

Darren Holmes, Film Editor

Cressida Cowell, Autorin der „How to Train Your Dragon“ Bücher

Wie produziert man einen Live-Action 3D-Film? Topper-Team gibt Auskunft

Stereoskopische 3D-Filme spielen derzeit in allen Kinos und belegen seit 15 Wochen den Spitzenplatz der deutschen Kinocharts. Doch gibt es, gerade in Deutschland, bisher nur sehr wenige Filmemacher die sich mit dem Thema der Tiefendimension beschäftigt haben und dieses Format wirklich beherrschen. Der Film über den Action-Star unserer Kinojugend, Til Topper,  ist der erste deutsche Real-3D-Film einer Hochschule, der in S3D produziert wurde.  Die HFF Konrad Wolf in Potsdam bringt aber nicht nur ein 3D-Projekt auf die Leinwand, sondern teilt auch das Wissen, was alle Beteiligten bei der Produktion sammeln konnten in Featurettes.

In diesem Video gibt Regisseur Félix Koch einen kurzen Einblick in die Grundlagen der Stereoskopie und erläutert, wie das stereoskopische Sehen funktioniert.

(via Topper3D)

Transkript des Interviews: Wir haben und sehen mit zwei Augen. Wenn man mit einer normalen Filmkamera drehen würde, dann wäre das so, als wenn man nur mit einem Auge drehen würde. Um einen 3D-Film zu drehen, brauchen wir zwei Kameras. Da fing das Problem schon an. Zwei Kameras sind zwei Kameras. Das heißt alles ist doppelt vorhanden. Zwei Kameras, zwei Kabel, zwei Objektivsätze. Das nächste Problem ist, dass diese beiden Kameras, bevor dieser 3D-Effekt entsteht, richtig aufeinander justiert werden müssen. Das funktioniert folgendermaßen:
Erst einmal müssen beide Kameras so eingerichtet werden, dass sie das gleiche Bild machen. Als würde ich meine beiden Augen zusammen schieben. Wie eine normale Kamera filmt. Wenn diese beiden Kameras so eingestellt sind, dass sie das gleiche Bild machen, zieht man die Kameras ein Stück auseinander. Am besten so weit, wie meine Augen auseinander liegen. Das sind ca. 6,4 Zentimeter. Dadurch filmt die linke Kamera ein leicht anderes Bild als die rechte Kamera. Weil wenn man seinen Finger vor das Auge hält, sieht mein rechtes Auge auch ein anderes Bild als mein linkes Auge. Dasselbe passiert auch in 3D. So entsteht dieser 3D-Effekt. Stelle man sich vor beide Kameras würden einen Würfel filmen, dann würde die eine Kamera mehr die eine Seite filmen, während die Andere die andere Seite des Würfels. Dadurch entsteht dieser Raumeindruck.
Wir filmen also, dann wird der Film geschnitten. Wird er dann gezeigt, müssen natürlich diese beiden Bilder wieder jeweils dem richtigen Auge zugeordnet werden. Da man aber nicht zwei Leinwände hat, weil man ansonsten schielen müsste, werden beide Bilder zeitgleich projiziert.
Dafür gibt es dann diese Brillen, die die Bilder von der Leinwand trennen, sodass jedes Auge das Bild sieht, welches es sehen soll. Jedes Brillenglas lässt nur ein Bild durch.
In meinem Kopf werden diese beiden Bilder dann zusammen geschoben und ergeben den räumlichen Eindruck. Räumlich sehen funktioniert also nur, wenn jedes Auge ein etwas anderes Bild sieht als das andere Auge.

Ein weiteres Interview beschäftigt sich mit der Stoffindung für einen 3D-Film. Drehbuchautor Florian Hawemann, der Regisseur Félix Koch, Producerin Jennifer Hoffmann und Produktionsleiter Paul Andexel gehen der Frage nach, in wie weit es einen Unterschied macht für 3D zu schreiben, worum es im Film „Topper gibt nicht auf!“ geht, und wie es überhaupt zu dem Stoff kam.

(via Topper3D)

Regisseur Félix Koch berichtet in diesem Interview über die Drehvorbereitung der Studenten der HFF “Konrad Wolf”.

(via Topper3D)

Transkript des Interviews: Wenn man zum ersten Mal einen 3D-Film dreht, muss man sich extrem gut vorbereiten, da man nicht weiß, was einen erwartet. Man kennt diese Kameratechnik nicht so genau und muss schon gewappnet sein, wenn beim Dreh Probleme auftreten. Es bringt nichts, wenn man sich nur diese Kameratechnik, die kein Mensch vorher ausprobiert hat, und guckt einfach mal was passiert. Das Risiko dabei ist viel zu hoch, dass etwas schief geht. Ansonsten stehen 20 Leute rum und drehen Däumchen während einer sagt „Hätten wir das man vorher gewusst“. Also muss man vorplanen. Und das haben wir ausgiebigst. Die Vorplanung für den Film sah so aus, dass wir an der Schule Seminare hatten, in denen uns die 3D-Technik erläutert wurde, mit allen ihren Facetten. Wir hatten interessante Gäste zu Besuch, die sich mit 3D und stereoskopischen Film beschäftigen. Wir bekamen Vorträge über das menschliche Auge. Es waren Techniker da, die sich um die Technik hinter der Kamera gekümmert haben. Es war sehr interessant und aufschlussreich und notwendig für diesen Film. Man kann keinen 3D-Film wie einen normalen realen 2D-Film drehen. Man muss sich extrem gut vorbereiten.

Bildgestalter Benjamin Raeder erläutert die Vorbereitung der Kamerastudenten der HFF für den Dreh ihres Films.

(via Topper3D)

Transkript:  Als diese Idee aufkam dieses Projekt in 3-D zu drehen, wusste ich quasi nix bis auf 3-D-Fotografien, wo man mit rot-grünen Brillen 3-D sieht oder Systeme, wo man durch Lupen auf Fotografien guckt. Ich kannte auch 3-D-Filme vom Rummel, und wusste natürlich auch, dass es 2 Kameras geben muss, um die zu drehen. Aber das war sozusagen nur ein ganz rudimentäres Wissen. Und es war aber klar, dass wir eine ganz intensive Vorbereitung kriegen würden, was Grundlagen von 3-D angeht. Und auch, wie wir es technisch umsetzen würden. Die Vorbereitungszeit war relativ intensiv. Wir hatten mehrere Seminare, Testdrehs mit der Technik, die die Schule hat, und wir waren am Ende dann sehr gut vorbereitet.

Wie liefen die Seminare ab und was genau wurde euch dort vermittelt?

Es gab zu Anfang ein Seminar, das Robert Laatz und Michael Laakmann geleitet haben, in dem es um Grundlagen des 3-D-Kinos ging. Wie erzählt man räumliche, perspektivische Tiefe, auch erstmal in 2-D, mit einer Staffelung von Gegenständen, mit einer atmosphärischen Tiefe. Diese tiefenräumliche Wahrnehmung in 2-D lässt sich ja auch in 3-D übertragen. Um diese Grundlagen und erste Tests ging es da vor allem. Wir haben ein Spiegelrig, was die Schule sich gekauft hat, das erste Mal probiert, und die EX3en, zwei Sony-Kameras, aufgebaut. Mit einem Clipster, den die Schule neu angeschafft hat, haben wir zwei Kamerastreams aufgezeichnet, was am Anfang viel Probieren war, weil es neue Technik für die Schule ist. Wir haben uns da so langsam rangetastet. Es gab dann noch ein weiteres Seminar, wo Josef Kluger von KUK-Film aus München da war, in dem es noch mal ein bisschen mehr in die Tiefe ging. Das ist halt eine Firma, die sich viel mit 3-D beschäftigt und die da ein hohes Wissen in der Richtung haben. Das ging noch mal in die Tiefe, weil als das vorbei war, waren es halt 2 Wochen sehr kompakte Einführungen, sehr kompakte Seminare, da fühlten wir uns dann, glaube ich, gut vorbereitet.

Topper gibt nicht auf! feiert Anfang Mai seine offizielle Premiere in Berlin. Alle Infos über den Film gibt es auf dem täglich lesenswerten Blog zum Film Topper3.de. Wünscht euch den Film in ein Kino in eurer Nähe mit Moviac!

Alice im GreenScreen-Land: Einblick in die VFX von "Alice im Wunderland"

Wie aufwändig die Erschaffung der Effekte von Alice im Wunderland war, ließen bereits die Progression-Aufnahmen erahnen (siehe Grinsekatze das Weiße Kaninchen und die Rote Königin hier und auch hier). Wer aber denkt, dass beim Dreh einfach alles per Knopfdruck aus dem Rechner kommt, liegt falsch. Zwar weichen aufwändige realen Sets großen GreenScreen-Hallen, doch bedarf die Integration des Schauspiels in diese virtuellen Welten eine große Vorstellungskraft der Akteure, die sich lediglich an einigen Passkreuzen und Dummys orientieren können. Und doch benötigt man Teile der Sets als Modelle für ein visuell ansprechendes Compositing.

Dieses Featurette gibt einen Einblick in die Drehweise und die visuellen Effekte von Alice im Wunderland. Filmtrick-Technik ist mitunter wirklich Magie…

der erste deutsche stereoskopische 3D-Film ist…

… nicht „Wickie 2“, auch wenn die Presseagentur von Constantin das gerade überall verkündet. Um so erstaunlicher, dass die deutsche Presse das wieder mal einfach so übernimmt und entweder nicht recherchiert oder beratungsresistent ist. Zum Beispiel gerade in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Stern“ zu lesen.

Diesem „ERSTEN“ haftet augenscheinlich ein unglaublicher Zauber an. Jeder will der ERSTE sein. Um dem Volk zu sagen: ich bin Neu, bitte kaufe eine Kinokarte! So „neu“ wird stereoskopisches 3D-Kino im November 2011 nicht mehr sein, wie ein Blick auf die Übersicht der 3D-Filme zeigt. Von heute an gerechnet werden etwa vierzig 3D-Filme noch vor „Wickie 2“ im Kino anlaufen, vornehmlich aus den Bereichen CGI-Animation, Family-Entertainment, Action und Horrorfilm. Und darunter befinden sich auch einige Titel aus Deutschland.

Gut, Wickie 2 wird dann (voraussichtlich) „der erste von einer deutschen Produktionsfirma  zum Teil in Deutschland gedrehte deutschsprachige Family-Entertainment- S3D-Real-Lang-Spielfilm“ sein. Aber diese ganzen Definitionen machen klar, wie sehr es sich dabei um Limitierungen anstatt um Qualitäten handelt. Ich möchte interessante und spannende Inhalte, die stereoskopisches Kino als erweiterte Möglichkeit der Filmsprache verstehen, und den Film für nativ gedrehtes 3D entwickeln. Wie zum Beispiel der wirklich erste deutsche 3D-Film „Topper gibt nicht auf!“ [Link entfernt, da nicht mehr gültig], der bereits am 25. März 2010 seine Premiere feiert.

Folgende weiteren deutschen 3D-Filmprojekte befinden sich in Produktion: Die 3D-CGI-Umsetzung des Erich Kästner-Romans „Die Konferenz der Tiere“ ist für Oktober 2010 angekündigt. Seit November 2009 wird der 3D-Mystery-Thriller „Das verbotene Mädchen“ von Holger Hage produziert. Wim Wenders dreht seit Oktober 2009 den 3D-Arthaus-Tanzfilm „PINA“, der Film wird für Ende 2010/Anfang 2011 erwartet. Zudem hat Wenders gerade den Kurzfilm „Il Volo“ in 3D abgedreht, für den es noch keinen Starttermin gibt. Im November 2011 folgt dann die 3D-Fortsetzung des Wickie-Franchises mit dem Arbeitstitel „Wickie 2- Auf großer Fahrt“. Die 3D-Dokumentation „The American Backroom“ [Link entfernt, da nicht mehr gültig] der Berliner Produktionsfirma Movie Brats befindet sich in der Preproduction und ist rechtzeitig zur nächsten POTUS-Wahl im Mai 2012 fertig.

Und wir werden in nächster Zeit sicher noch von weiteren 3D-Produktionen Made in Germany hören. Könnt ihr dann natürlich auf DigitaleLeinwand.de nachlesen. Auch für Journalisten von Print, TV und Radio.

Update: Und laut Wikipedia ist der erste deutsche 3D-Film natürlich noch viel älter: am 27. Mai 1937 gab es die „Gartenschau in Dresden“ als ersten Versuchsfilm in Farbe im Polarisationsverfahren. Und am am 5. Dezember 1937 kam der deutsche Farb-3D-Film „Zum Greifen nah“. Da war der Titel dann auch Programm! Welche deutschen 3D-Filme der 30er, 50er und 70er kennt ihr?

"Alice im Wunderland": mehr wunderbare Progression- Aufnahmen der Roten Königin

Bisher konnte niemand AVATAR von der Kinokasse verdrängen, doch gibt es bald einen mächtigen Gegner: Die Rote Königin aus Tim Burtons neuem Film „Alice im Wunderland“. Disney bringt dieses kreative-phantastische Werk am 4. März in unsere stereoskopischen 3D-Kinos, und dann wird es eng in Zeitplan.

Technisch ist der Film zwar anders konzipiert, Burton vereint aber eine große Palette von Schauspiel, CGI-Charakteren und Motion-Capturing zur Umsetzung seiner Vision. Ohne moderne digitale Tricktechnik geht nichts. Und Disney lässt uns Anteil haben an der Entstehung seiner optischen Tricks. Am Wochenende hatte ich bereits erste Progression-Aufnahmen einer Szene mit der Roten Königin veröffentlicht (kann man sich hier noch mal ansehen).

Iracebeth, die Rote Königin wird von Helena Bonham Carter gespielt. Sie ist die tyrannische Herrscherin von Unterland. Mit ihrem überdimensional großen Kopf, ihrem hitzigen Gemüt und ihrem Hang dazu Leute gleich köpfen zu lassen, regiert sie über ihre Untertanen mit Angst und Schrecken. “Sie hat emotionale Probleme,” sagt Bonham Carter über ihre Figur. “Wegen nichts und wieder nichts verliert sie die Fassung. Ihre Wutanfälle sind wie die eines Zweijährigen.” Ihre jüngere Schwester, die Weiße Königin, hat es auf den Thron und die Krone abgesehen, die Iracebeth ihr einst gestohlen hat.

Hier kommt ein weiteres Set von Bildern, das die Entstehung des Reichs der Roten Königin zeigt:

Schritt 1: Die Rote Königin wird vor einem Greenscreen-Hintergrund gefilmt, der mit grünen Requisiten ausgestattet wurde. Die Säulen werfen passende Schatten und die Holz-Frösche dienen der Darstellerin als Spielpartner für die Szene und geben ihr eine Orientierung für die Blickrichtung.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 2: Zahlreiche der benutzten Techniken wurden erst während der Produktion entwickelt. So wurde der Kopf der Roten Königin um das Zweifache vergrößert und ihre Taille verschmälert, um sie wie eine Karikatur wirken zu lassen. Ihr Hals und das Kinn wurden nahtlos an den Kragen und die Schultern geschnitten.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 3: Die Imageworks-Animatoren fügen computeranimierte Frösche und die roten Ritter hinzu sowie Vögel, die den Kronleuchter halten, und Affen, die die Kerzenleuchter tragen. Menschliche Höflinge, die separat vor einem Greenscreen gefilmt wurden, werden rechts von der Königin platziert. Dies war eine große Herausforderung für das Team der Visual-Effects-Abteilung.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 4: Die Frösche erhalten ihre richtige Haut sowie perfekt angepasste Kleidung und die Vögel bekommen ein realitätsgetreues Federkleid.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 5: Zum Abschluss erhalten alle Oberflächen ihre Beleuchtung und Struktur. Die Greenscreen-Aufnahmen werden farblich angeglichen, so dass sie in die Szene passen.

ALICE IN WONDERLAND

„Alice im Wunderland“ startet am 4. März 2010 in unseren stereoskopischen 3D-Kinos.

Alle Bilder © Disney

"Alice im Wunderland": wunderbare Progression- Aufnahmen der Roten Königin

Disney hat verstanden, dass sich Menschen nicht nur für den Film selbst, sondern auch für seine Entstehung und die technische Umsetzung interessieren. Im September 2009 hatte ich euch schon mal einen Artikel über die unterschiedlichen Produktionsphasen eines Animationsfilms geliefert (kann man hier nachlesen). Für Disneys neuesten Phantasie-Streich „Alice im Wunderland“ gibt es nun eine Serie von Progressions-Aufnahmen, die ich euch vorstellen möchte. Tim Burton setzt in seinem Film reale Schauspieler, computergenerierte Figuren, Motioncapturing und jede Menge Compositing ein, um alles zusammen zu führen. Dafür werden viele Aufnahmen vor Greenscreengefilmt, um reale Schauspieler in virtuelle Szenerien zu versetzen. Durch neu entwickelte Techniken sind auch Größenunterschiede oder Verzerrungen wie bei der Kopfgröße der Roten Königin möglich und ergeben einen ganz individuellen Look.

Aber seht selbst Bild für Bild:

Schritt 1: Die Rote Königin wird vor einem Greenscreen-Hintergrund gefilmt. Dabei wurde eine hoch-auflösende 4K-Digital-Kamera verwendet, damit ihr Kopf vergrößert werden kann ohne dabei an Bildqualität einzubüßen. Der Stuhl, auf dem sie sitzt, ist ebenfalls grün, um ihn später durch sein digitales Duplikat zu ersetzen.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 2: Die Macher verwendeten spezielle Programme, die im Laufe der Produktion für diese Zwecke entwickelt wurden. Sie ermöglichten es, den Kopf der Roten Königin zu vergrößern sowie ihren Hals und das Kinn nahtlos an den Kragen ihres Kostüms anzufügen.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 3: Die Rote Königin wird in eine vorläufige computeranimierte Umgebung mit einfachen Modellen der späteren Ausstattung im Hintergrund gesetzt. Erste Versionen der Affen, die die Kerzenleuchter halten, werden ebenfalls hinzugefügt.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 4: Die Affen erhalten durch die Animatoren von Imageworks ihr Fell und ihre Kleidung.

ALICE IN WONDERLANDSchritt 5: Den Kerzen werden in diesem Schritt ihre Flammen hinzugefügt.

ALICE IN WONDERLAND

Schritt 6: Die Abschluss-Szene beinhaltet die richtige Beleuchtung, Struktur und eine finale Farbanpassung.

ALICE IN WONDERLAND

Das ist natürlich wunderbares Futter für DigitaleLeinwand.de. Zwar ist viel Technik von Nöten, um die phantastische Unterwelt zu erschaffen, alle verfügbaren Mitte werden eingesetzt, neue Techniken entwickelt. Doch ist es kein purer Selbstzweck, die Technik tritt zurück und dient völlig der Geschichte. Ich war eh schon gespannt auf Tim Burtons Fassung von Alice im Wunderland, mittlerweile freue ich mich wirklich sehr darauf!

Robert Rodriguez‘ "Machete": wie aus einem Faketrailer ein Film wird

Seit langer  Zeit beschäftige ich mich mit Trailern in ihrer Funktion als wichtigstes Werbemittel für Kinofilme. Ein Trailer vermittelt nicht nur Informationen über die Schauspieler, Regisseur und die Handlung, sondern gibt auch einen visuellen Eindruck des Film. Dieser Look wird zur bestimmenden Ausrichtung des ganzen Films. Dabei geht es nicht nur um Effekte oder besonders markante Szenen, sondern um das gesamte Produktionsdesign.

Seit einiger Zeit gibt es das Phänomen der Fantrailer, Weiterlesen