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Peter Jackson erschafft das immersive 8. Weltwunder für die Universal-Studios – "King Kong 360 3-D"

Die Welt ist um eine Attraktion reicher. Nach der durch Feuer zerstörten Animatronik-Fassung des King Kong-Rides eröffneten die Universal Studios in Hollywood gestern offiziell die neue King Kong-Attraktion mit dem Titel King Kong 360 3-D. Und Regisseur des Kinofilms und des Rides Peter Jackson bietet den Besuchern ein bisher ungesehenes immersives Rundum-3D-Actionspektakel mit fauchenden Dinos, ekligen Spinnen und brüllendem Gorilla. Neben der stereoskopischen 3D-Projektion werden auch Effekte wie Bewegung der Tram, sprühendes Wasser, gerichtete Luft und Geruch eingesetzt- es ist also eher ein 4D-Kino-Erlebnis.

Mit einer S3D-Brille ausgerüstet fahren die Besucher der Universal Studio-Tour vorbei an einer ramponierten rauchenden Tram in eine dunkle Soundstage, wo sie direkt in Peter Jacksons Vision von Skull Island landen. Dort haben prähistorische Tiere überlebt. So wundert es nicht, dass Raptoren, ein paar T-Rexe, Riesenspinnen und natürlich King Kong persönlich in unglaublicher Größe die den Dschungel von Skull Island bevölkern.

Die CGI-Filmsequenzen wurden extra für diese Attraktion angefertigt, sie sind also kein Footage-Material aus Jacksons Kinofilm. Aber natürlich arbeitete die SFX-Firma WETA Digital mit dem gleichen Design von Jacksons Remake aus dem Jahr 2005. Die Attraktion hat eine Bespieldauer von 2,5 Minuten. Kurz, aber beeindruckend. Natürlich hat man überlegt die mechanische Version des Kong-Rides als eines der Wahrzeichen der Universal Studio-Tours wieder aufzubauen. Doch hat man sich für eine moderne und zukunftsweisende Form entschieden, obwohl sie mehr als das sechsfache der Kosten gegenüber einem Wiederaufbau benötigte.

Die Fakten sind so gigantisch wie der Riesenaffe selbst: King Kong 360 3-D bespielt die weltweit größte jemals produzierte 3D-Projektion. Dafür werden zwei gekrümmte Leinwände mit stereoskopischem 3D-Bildmaterial bespielt. Dafür sind natürlich eine Vielzahl von Projektoren erforderlich, die ein nahtlos zusammengefügtes Bild auf jede der zwei 57 Meter langen und über 12 Meter hohen Leinwände bringt. 684 Quadratmeter geballtes 3D-Erlebniskino auf jeder Seite der Studio-Tram. Sprünge der dreidimensionale King Kong von der Leinwand, wäre er über 9 m hoch, 6 m breit und 4,5 m tief- ein Gorilla dieser Ausmaße wöge kuschelige 3000 Kilo.

Auch die Zeiten der vierundzwanzig Bilder pro Sekunde sind vorbei. Wie Wim Wenders auf dem Internationaler Filmkongress 2010 in Nordrhein Westfalen berichtete, hätte er sich für die Dreharbeiten des 3D-Tanzfilmes PINA ebenfalls eine höhere Bildrate gewünscht, um die Bewegungen der Tänzer im Film noch fließender abzubilden. Gleiches hatte sich schon James Cameron für AVATAR gewünscht, doch scheiterte dies am Ausrüstungsstandard der Kinos und im Falle AVATAR auch am verdoppelten Postproduktionsaufwand. Die am Blockbuster maßgeblich beteiligte WETA Digital hat für King Kong 360 3-D nun sechzehn Ultra-High-Definition-Projektoren mit einer Framerate von 60 Frames pro Sekunde eingesetzt. Flüssiger kam bisher kein Filmaffe auf die Besucher zugestürmt!

Im Vorfeld der Eröffnung gab es natürlich einiges an Promotion. Ein Teaser kündigte bereits im Frühjahr das Ereignis an:

Der Fernsehsender NBC hat ein Featurette zur Attraktion „The Making of King Kong 360 3-D“ produziert, welches man in vier Teilen auf Youtube sehen kann. Sie geben einen exklusiven Behind-the-Scenes-Einblick in die neue Attraktion. Teil 1 folgt der Geschichte von King Kong, seinem Vermächtnis an das Universal Studio und beantwortet, was Peter Jackson inspirierte seinen erfolgreichen Blockbuster in einen Themepark-Ride zu verwandeln. Hier der erste Teil des Featurettes:

Teil zwei folgt sogleich und gibt einen Einblick in die Storyline und das Creature-Design von King Kong 360 3-D:

Der dritte Teil des Featurettes zeigt die Arbeit der Digital Effects Magier von WETA digital und dem Soundteam der Park Road Post Production, die ihr Können bereits für den Kinofilm 2005 unter Beweis stellten:

Leider wurde der vierte Teil des Featurettes noch immer nicht online gestellt, sobald er veröffentlicht ist, wird er natürlich nachgereicht.

Für die Technikinteressierten habe ich hier noch einen exklusiven Einblick auf die beeindruckende Projektionstechnik:

Und zu guter letzt kommt natürlich auch Regisseur Peter Jackson in einem Interviewclip zu Wort:

Mehr Informationen über King Kong 360 3-D gibt es auf der offiziellen Webseite der Universal Studios Hollywood.

Wer es denn gar nicht aushalten kann, sei ein Bootleg-Video der Attraktion empfohlen, von denen es mittlerweile diverse auf Youtube und Co gibt. Natürlich geben sie nur eine Idee der Handlung, da man 3D-Film nicht sinnvoll abfilmen kann und zumal die Aktionen auf beiden Seiten passieren. Und von den Sensorichen und geruhseffekten bekommt man natürlich- oder zum Glück? auch nichts mit.  Es geht nur um die Idee, erleben lässt sich King Kong 360 3-D ausschließlich in der Traumfabrik Hollywood vor Ort.

Ich packe meinen Koffer. 13 Stunden Flug für 2,5 Minuten King Kong 360 3-D-Experience sind es wert. 🙂

Bilder © Universal Studios · Alle Rechte vorbehalten.

Filmmonster-Remix für den Artenschutz

Die größten Killer sind King Kong, Tarantula und der weisse Hai? Tatsächlich sieht es anders aus. Alle 12 Minuten verschwindet eine Tierart auf der Erde unwiederbringlich. Hier eine Plakatkampagne des United Nations Environment Programme (UNEP) und der Convention on Migratory Species (CMS) um auf die bedrohliche Ausrottung verschiedener Spezies hinzuweisen. Die Agentur Serviceplan aus München hat die Motive umgesetzt.

UNEP_tarantula_klein

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Kino verkauft immer. Sogar Artenschutz.

(via nerdcore)

Visuelle Effekte – 100 Jahre Inspiration

Vom handgezeichneten Zylinder über handgezeichnete flammende Reifenspuren-Composites bis hin zu vollständig digitalen Charakteren – die Geschichte der Spezialeffekte ist so alt wie das Medium Film selbst. Und das Wundern lohnt sich immer wieder: überbordende Phantasie bestaunen, hinter die Kulissen blicken und von der Leidenschaft der Trickkünstler inspirieren lassen.
Sicherlich findet sich in dem Video eine sehr subjektive Filmauswahl, der noch einige Werke hinzu zu fügen wären. Aber dennoch: Wer hier nicht mindestens einen seiner Lieblingsfilme wiederfindet, ist einfach kein Filmfreund. 🙂

Und wer sie nicht alle erkennt, dem sei geholfen:

  • 1900 – The Enchanted Drawing
  • 1903 – The Great Train Robbery
  • 1923 – The Ten Commandments (Silent)
  • 1927 – Sunrise
  • 1933 – King Kong
  • 1939 – The Wizard of Oz
  • 1940 – The Thief of Bagdad
  • 1954 – 20,000 Leagues Under the Sea
  • 1956 – Forbidden Planet
  • 1963 – Jason and the Argonauts
  • 1964 – Mary Poppins
  • 1977 – Star Wars
  • 1982 – Tron
  • 1985 – Back to the Future
  • 1988 – Who Framed Roger Rabbit
  • 1989 – The Abyss
  • 1991 – Terminator 2: Judgement Day
  • 1992 – The Young Indiana Jones Chronicles
  • 1993 – Jurassic Park
  • 2004 – Spider-Man 2
  • 2005 – King Kong
  • 2006 – Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest
  • 2007 – Pirates of the Caribbean: At World’s End
  • 2007 – The Golden Compass
  • 2008 – The Spiderwick Chronicles
  • 2008 – The Curious Case of Benjamin Button

TITANIC und HERR DER RINGE in 3D – Cameron und Jackson diskutieren die Zukunft des Kinos

Wenn jemand etwas von Blockbustern und wegweisenden Technologien im Filmgeschäft versteht, sind es wohl diese beiden Herren James Cameron und Peter Jackson. Im Rahmen der Comic Con in San Diego haben sie in einem Panel eine Stunde über die Zukunft des Films diskutiert- und in der spielt 3D eine große Rolle.

Um es vorweg zu sagen: „Titanic“ ja, „Herr der Ringe“ später.

Cameron hat die Konvertierung seines Megaerfolgs  „Titanic“ in eine 3D-Version bestätigt. Der Prozess dauert recht lange, zwischen 12 und 18 Monaten. Die ersten Szenen waren sehr vielversprechend: „We’ve seen a couple of minutes already, and it looks great.“ Jackson kritisiert, dass Warner Bros noch nicht den Mut zur Konvertiertung seiner Herr der Ringe-Trilogie hat. Der Grund sei die noch zu geringe Anzahl der 3D-Kinos : „They feel there aren’t enough 3-D screens out there. They are a bit more conservative.“ Cameron kommentierte das deutlicher: „Warner Bros. needs to show a pair of balls here“. Der Widerspruch: wenn die Ring-Trilogie in 3D angekündigt wäre, gäbe es auch mehr 3D-Kinos, davon ist er überzeugt. Dies hat aber auch Effekte auf die weiteren Verwertungsstufen: „If ‚Lord of the Rings‘ and ‚Titanic‘ are available in 3-D, that sends a signal all the way back to the consumer electronics manufacturers: Make the screens, make the modified Blue Ray DVD players so you can have it in your home“.

Auch wenn die Technik sich gerade weg vom Kino, hin zu kleinen portablen Geräten entwickelt: „If people want to see movies on their iPod, I can’t do anything about it“, sagt Jackson. „But iPod movies are postcards of the film experience. They can’t compete with the theatrical movie experience“

Jackson arbeitet derzeit an der neuen multisensorischen Attraktion des Kong Rides in den Universal Studios, Cameron startet gerade eine Firma für Performance Capturing, 3D-Film und digitale Projektion für Sport- und Musikevents. Und er ist optimistisch: „It could change the way we absorb music“.

Aber keine Sorge, ihre große Leidenschaft bleibt der Film: „The whole thing about the future of movies and technology is, to me, it’s just a huge red herring, because movies are all about story and character“, sagt Jackson. „They always have been and that’s all that they’re ever going to be about.“

Hier seht ihr ein paar Ausschnitte aus der Diskussion:

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