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"ICH – Einfach unverbesserlich": Synchronsprecher Jan Delay im Interview. Teil 2: Über 3D-Filme, Rocker-Biographien und neue Musikprojekte

Seit letzten Donnerstag könnt ihr das erfolgreiche CGI-Abenteuer „ICH – Einfach unverbesserlich“ in den Kino sehen. Natürlich kommen die Superschurken hochtechnisiert in bestem stereoskopischen 3D zu uns. DigitaleLeinwand.de interviewte den Hip-Hop-, Reggae-, Soul- und Funk-Musiker Jan Delay, der als stylischer Superschurke Vector den größten Gaunercoup der Menschheit landen will. Nachdem ihr gestern alles über seine Rolle als Superschurke und Synchronsprecher, über Moral, böse Banker und StreetCredibility lesen konntet (kann man hier nachlesen), spreche ich in diesem Teil des Interviews mit Jan Delay über seine 3D-Erfahrungen, Freundschaft, Rocker-Biographien und über anstehende Musikprojekte Solo, mit den Beginnern und La Boum!

Auf dem Rummeplatz gibt es eine dreidimensionale Achterbahnfahrt für Gru und die Waisenkinder

Auf dem Rummeplatz gibt es eine dreidimensionale Achterbahnfahrt für Gru und die Waisenkinder

Derzeit gibt es eine Schwemme von 3D-Filmen in den Kinos. Was ist das spannende am 3D in „ICH – Einfach unverbesserlich“?

Als ich das zugesagt habe, wusste ich noch gar nicht, dass es ein 3D-Film ist. Wenn ich nachher den Film  in Kino in 3D sehe, dann ist das auch das erste Mal dass ich überhaupt einen 3D-Film sehe. Ich habe es überhaupt noch nicht geschafft wegen diesem anstrengenden Jahr. Genau in diesem Jahr kamen die ganzen 3D-Filme ins Kino, ich hab es einfach nicht geschafft. Dabei wollte ich unbedingt AVATAR sehen. Egal was man jetzt davon hält, ich wollte es einfach selber sehen. Meine bisherige spärliche 3D-Erfahrung beschränkt sich  auf „Tutti Frutti“:

Demnächst spielen die Fanta 4 das welterste 3D-Live-Konzert im Kino, wäre das auch für Dich als Musiker denkbar?

Würde ich mir auf jeden Fall angucken! Aber ich will sowas auch in der bestmöglichen technischen Begebenheit sehen, und nicht zu Hause mit dieser blöden Brille. Ich will dann auch im Kino sitzen. Dann würde ich mir auch ein Fanta-Konzert ansehen.  Um eben diese neue dritte Ebene ansehen.

In Animationsfilmen wird immer gesungen und getanzt, wir hatten ein bisschen HipHop, wir hatten Boogie- wo blieb der Funk? Und natürlich Frage von allen Fans wann gibt es eine neue Platte von den Beginners und wann hören wir wieder was von La Boum?

Ah okay, ich glaub nicht, dass alle Fans nach einer neuen La Boum-Platte fragen, da es nur wenige kennen. Aber der Plan ist folgernder: Kaspar und ich haben jetzt endlich ein neues Studio, das hatten wir die letzten 2-3 Jahre nicht. Die letzte Platte haben wir auch in vielen Studios gemacht, die nicht unsere eigenen waren. Nach dem Jahr Tour und Interviews und Schnickschnack  will ich mich ein Jahr lang einschließen. Wir touren im Januar noch einmal, aber ansonsten werde ich nicht spielen im nächsten Jahr, ich werde nur Musik machen. Ohne auf irgendwas hinzuarbeiten, einfach nur Musik machen. Was mir Spaß bringt, alle möglichen Genres und dann will ich irgendwie 40 Songs haben. Dann werden wir gucken, was macht am meisten Spaß und Sinn um daraus ne Platte zu machen. Und genauso will ich auch mit Dennis und Guido, also den Beginnern Musik machen, einfach Musik machen. Ohne Radios, ohne Vorverkäufe, ohne Unternehmen, ohne Videos. Einfach nur aus Spaß an der Freude.

Gehst Du in der Musik nochmal in eine neue Richtung?

Das kann gut passieren. Ich wird es auf jeden  Fall probieren, weil ich ganz viele Ideen im Kopf habe, mit denen ich schon langer schwanger gehe: Und das werde ich auch ausprobieren. Aber ich bin auch der erste, der sagt: Hey nö, das war ne schöne Idee, aber das macht keinen Sinn.

Nervt der Erfolg manchmal?

Ja, es ist schon nervend, nicht der Erfolg, der ist schön, aber der Rattenschwanz des Erfolges, der nervt manchmal. Weil man eben nicht dazu kommt sich einzuschließen und Musik zu machen. Dann ist wieder das und wieder jenes. Und weil man ja selbstständig ist und sein eigener Chef. Ich hab mir ja auch nicht umsonst irgendwie anderthalb Jahre für die letzte Platte den Arsch aufgerissen, dann will ich auch, dass sie jeder hört, dann ergreife ich natürlich auch die Möglichkeit um es nochmal dem hinterletzten klar zu machen, dass es ne geile Platte ist, aber man kommt nicht mehr dazu neue Sachen zu machen. Deshalb freue ich praktisch schon seit einem halben Jahr drauf endliche Medienpause zu machen, Ruhe zu haben und im Studio Musik machen zu können.

Jan Delay (Vector) mit Minions

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen vielen Freunden, ist das überhaupt möglich?

Nee, das schaff ich Gott sei Dank soweit. Das war auch so eine Sache, wo ich nach einem halben Jahr gesagt hätte, so, jetzt ist hier Schluss, egal ob man noch Leute auf die Platte aufmerksam machen kann oder nicht, ich will Privatleben. Das Gute bei mir ist, dass ich das schon so lange mache, viele meiner Freunde machen das gleiche wie ich. Da gibt es keine Animositäten wie „Du bist der große Star“, da muss man überhaupt nicht drüber reden. Und auch wenn ich auf Tour oder die ganze Zeit unterwegs bin, meine Begleiter sind Freunde von mir. Zum Teil meine besten Freunde, und es ist nicht so, dass sie sich anders geben. Kaspar von La Boum, mit dem ich zusammen auch meine Musik mache, mischt auch meinen Sound live. Er ist einer meiner besten Freunde seit wir 12 sind. Da gab es noch keine Musik in dem Sinne. Es ist auch nicht so, dass der Zweck die Mittel heiligt, man sucht sich im Alter von 14 der 15 Jahren Freunde die wie man selbst auch völlig auf Musik oder HipHop ist. Freunde, die sich für solche Dinge interessieren, und dann geht man seinen gemeinsamen Weg.

Natürlich hab ich auch Freunde die früher gerappt haben, und jetzt Hartz4 sind oder auch Chirurg. Aber mit denen kam ich immer gut aus. Da muss man auch nix verstellen. und da ist auch nichts anders, das macht eine wahre Freundschaft aus. Ich hab das Glück, dass es solche Leute gibt und solche als Freunde zu haben.

Suchst Du im hektischen Musikgeschäft, wo Party zum Geschäft gehört, eher nach ruhigen Momenten?

Ehrlich gesagt sind die ruhigen Momente am ehesten die, wo ich meine Ruhe komplett brauche, da will ich auch mit meinen Freunden nix zu tun haben. Das wissen die auch. Ich teile also eher die lauten Momente, die würde ich ohne Freunde gar nicht aushalten! Wenn Du mich alleine auf ein Echo setzt, da würde ich die Krise kriegen. Ich brauch da schon meine Leute um geerdet zu sein und zusammen mit anderen lachen zu können. Und wenn ich Bock habe auf Ruhe, dann gibt es wenige Freunde, die mit mir dieses Bedürfnis teilen.

Und wie entspannst Du Dich im Urlaub?

Ich bin dann nicht der Typ, der im Urlaub in Discos geht, ich fahr dann wo hin, wo es keine Diskos gibt. Im Urlaub sind die einzigen Momente, wo ich mal Bücher lese. Ich lese sonst nie, aber im Urlaub lese ich den ganzen Tag.

Vector entspannt sich im stylischen Ambiete

Vector entspannt sich im stylischen Ambiete

Welche Bücher liest Du dann?

Eigentlich immer nur Sachbücher, ich kann mit Romanen nichts anfangen. Ich lese fast immer nur Biographien von Musikern oder von Terroristen. Noch immer das beste Buch, was mich am meisten faszinierte ist „Der Baader-Meinhof Komplex“ von Stefan Aust. Das hab ich halt mit 12 gelesen, mit 16 gelesen, mit 20 gelesen. Und ansonsten Musikerbiographien. Bis vor kurzem war mein Favorit  „The Dirt“ von Mötley Crüe- obwohl ich nichts mit der Musik zu tun habe. Aber das sind die wahnwitzigsten Rock’n’Roll-Geschichten, die Du überhaupt vorstellen kannst. Vor einem halben Jahr habe ich „Ozzy“ von Ozzy Osbourne gelesen, und das hat „The Dirt“ von Platz 1 verdrängt. Lustigerweise beschreiben beide Bücher parallel auch gemeinsame Touren, so man die Geschichte erst aus der einen Warte sieht und dann aus der anderen Warte. Aber beide Bücher kann ich nur schwer empfehlen.

Wie viel Rock’n‘Roll wird man in Deiner Biographie lesen können?

Was Ozzy Osbourne und Mötley Crüe angeht, bin ich der langweiligste schmetterlingsammelndste Knabenchor, den Du Dir überhaupt vorstellen kannst. Da kann ich einfach nicht mithalten.

Aber ich hab vielleicht andere Sachen zu erzählen, oder eine Sprache in der ich erzähl, die sich vielleicht irgendwann zu lesen lohnen würde. Wenn sie mit 70 Jahren mal schreibe. Anderes Beispiel: Ich habe damals zeitglich „The Dirt“  und „Fleisch ist mein Gemüse“ gelesen.  Letzteres zeigt, dass jemand mit dem kompletten Gegenteil seines Alltags und seiner Kindheit und Jugend aber einfach gesegnet mit dem Talent einer einzigartigen und großartigen Sprache genauso fesseln kann wie die plumpe Sprache von Tommy Lee, der erzählt, wie er fünf Frauen gleichzeitig durchvögelt. Das hat alles seinen Humor und seinen Wahnsinn, aber sind zwei komplett verschiedene paar Schuhe.

Vielen Dank für das Interview!

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Mehr von Jan Delay gab es bereits gestern über seine Rolle als Superschurke und Synchronsprecher, über Moral, böse Banker und StreetCredibility (kann man hier nachlesen).
Das Interview führte Gerold Marks.
Bilder © Universal · Alle Rechte vorbehalten.

"ICH – Einfach unverbesserlich": Synchronsprecher Jan Delay im Interview. Teil 1: Über Böse Banker, Schnösel-Schurken und Weltreligionen

Seit letzten Donnerstag könnt ihr das erfolgreiche CGI-Abenteuer „ICH – Einfach unverbesserlich“ in den Kino sehen. Natürlich kommen die Superschurken hochtechnisiert in bestem stereoskopischen 3D zu uns. DigitaleLeinwand.de interviewte den Hip-Hop-, Reggae-, Soul- und Funk-Musiker Jan Delay, der als stylischer Superschurke Vector den größten Gaunercoup der Menschheit landen will. In diesem Teil des Interviews sprach ich mit Jan Delay über seine Rolle als Superschurke und Synchronsprecher, über Moral, böse Banker und StreetCredibility. Nicht verpassen: morgen gibt es Teil 2 des Interviews, in dem Jan Delay uns seine 3D-Erfahrungen beichtet und über anstehende Musikprojekte Solo, mit den Beginnern und La Boum spricht. Stay tuned!

Jan Delay spricht Vector

DigitaleLeinwand.de: Jan, was war als Kind Dein Lieblingstrickfilm? Wer war Dein Superheld?

Jan Delay: Das Ding ist: als ich klein war, da gab es meistens nur die diese Walt Disney-Dinger und die fand ich eigentlich immer alle eher doof. Ich fand das immer so als Kind wie wenn Erwachsene mit Kindern „gutschigutschi“ geredet haben, als wenn sie bescheuert wären. Das war so runtergestutzt auf eine blöde brave Welt, wo niemand ausfällig wird das fand ich doof.

Waren die Zeichentrickfilme früher eher was für kleine Mädchen?

Nee, das sind eher Dorf-Filme, Das erste mal, dass mich wirklich Zeichentrick gekriegt hat, waren die Simpsons. Da fing das an, was heute Animationsfilme auch sind, das man auch mal ausfällig wird, dass es auch mal guten Humor gibt mit Reibung und Widersprüchen und vielleicht einem kleinen Skandälchen. In dem Moment macht das erst Sinn, etwas Illegales zu machen, was es noch nicht gab, man hat alle Freiheiten der Welt. Und vorher mit der bösen Hexe und dem kleinen Bambi und bla, das ist ja alles nur ein verändertes Märchen. Heute ist alles eher umgedreht, das ist viel mehr mein Ding oder auch als Kind wäre es so gewesen. Natürlich habe ich damals schon auf Serien geflasht, auf Captain Future, das war für mich das Oberding. Oder Senior Rossi, Aber auch Senior Rossi hat eben genau auch das transportiert, was irgendwelche blöden Walt Disney Popcorn-Filme nicht transportiert haben.

Hattest Du als Kind einen Lieblings-Comic?

Ich hab alle Comics gelesen, ich könnte gar nicht sagen, welches mein Lieblingscomic war, ich glaub Spirou und Fantasio, aber ich fand alle Comics geil.

Wenn das Angebot für einen Disney-Film gekommen wäre, hättest Du das abgelehnt?

Ja so einen blöden braven Scheiß, nee! Der ganze Film ist irgendwie gut für einen Familienfilm, da auch Ideale, die eben zum Teil auch meine sind, transportiert werden, das finde ich sehr gut. Das wusste ich zum Zeitpunkt meiner Zusage noch gar nicht. Da gibt es eine Internetseite mit Sicherheitscodes, da gehst du rauf und siehst so ein paar Character und siehst zwei kurze Schnipsel aus dem Film. Da kann man sich ja noch nichts draus erschließen, aber Du findest erstmal den Character erstmal grundsympathisch auch ohne zu wissen, was der eigentlich genau macht und wofür er steht. Und dann sagst Du zu. Als ich dann, bevor wir richtig gearbeitet haben, das erste Mal den Film auf Englisch sah, damit ich weiß, wie das große Ganze ist, da habe ich es dann gesehen.

Die Familienfilme hatten damals alle eine Moral. Heute erzählen sie ebenfalls eine Moral, aber mittlerweile haben wir es umgedreht-  jetzt haben wir Oldschool-Superschurken, die in unserer Gesellschaft die Guten sind, weil sie den hochtechnisierten jungen Schurkenschnöseln im stylischen Trainingsanzug unterliegen- ist das die Moral von heute?

Nö, die Moral von heute, die auch in diesem Film transportiert wird und auch eine gute Moral ist, finde ich, dass der einzig wirklich böse der Bankchef ist. Und das finde ich halt cool. Das ist halt nicht mehr die Schwiegermutter oder der böse König, das ist halt die reale Welt. Die Kinder werden schon mehr auf die reale Welt vorbereitet, und dabei nicht überfordert. Man kann das auch als 5- oder 6jähriger sehen und Vergleiche zur Sparkasse um die Ecke schließen.

Der Chef der Bad Bank

Der Chef der Bad Bank

Hat Dich das an der Rolle gereizt?

Nee, zu dem Moment wo Du sagt ich probier‘s mal, komm mal vorbei, da hast Du noch nichts vom Film gesehen. Da werden selbst irgendwelche zwei Minuten lange Schnipsel heutzutage in irgendwelchen Stahltresoren angeliefert und Du musst noch fünfmal unterschreiben, das ist so eine krasse Security.

Als Musiker, der mit Sprache umgeht und sehr viel Wert auf den Text legt: wie schwer ist es, die relativ exakten Vorgaben beim Job des Synchronsprechers einzuhalten?

Das ist super! Das ist überhaupt nicht schwierig, man genießt es eher. Du musst Dir selber keinen Kopf machen, diese ganze Kreativität fällt ja weg. Ich geh da hin wie ein Handwerker in die Fabrik geht: Hallo da bin ich, hier, das ist dein Job. Du musst das und das sagen und so und so. Dann  ist noch jemand da, der Dir sagt, wenn was nicht gut war, mach es nochmal, und du macht das einfach alles. Irgendwann sind die zufrieden und sagen: Danke, sie können nach Hause gehen und du gehst nach Hause. Es ist schön im Studio zu sein und einfach mal zu tun, was andere sagen und es nicht zu beurteilen. Sonst ist das immer ein Krampf: Du kommst ins Studio, hast da irgendwas im Kopf, willst das das so aus den Boxen kommt, und arbeitest solange daran, bis das aus dem Kopf und das aus den Boxen das gleich ist. Das kann ein halbes Jahr dauern, das kann einen nerven und fertig machen. Aber im Fall des Synchronsprechers gibt es das nicht und das ist super. Für den Kopf ist das eher eine Kur.

Oliver Rohrbeck (Gru) und Jan Delay (Vector)bei den Synchronarbeiten

Bist Du ein Perfektionist?

Ja, wenn es um meine Sachen geht, die ich in meinem Kopf habe, bin ich Perfektionist. Und dann kann ich mir auch selber im Weg stehen und dann kann es auch echt nerven. Sowas kann eben bei so einem Job überhaupt nicht auftreten, man hat viel zu wenig Ahnung um reflektieren zu können, ob das jetzt perfekt war oder nicht. Man macht das zum ersten oder zweiten Mal. Man ist auch befreit von jeglichen Sachen, weil man sonst immer über die Musik-Materie  nachdenkt. Mein weiß, was man tut, man weiß, was es für Möglichkeiten gibt, alles das macht einen noch wahnsinniger. Hier geht man einfach hin und weiß gar nichts und macht einfach und jemand sagt: ja, war gut oder war schlecht.

Ist das Der Grund, warum Du Deine Rolle als Synchronsprecher angenommen hast?

Die Anfrage für die Rolle des Vector kam innerhalb des Wirbelsturms der letzten Platte. Und hätte jemand gefragt, ob ich da nicht einen Featuresong  machen möchte und ein Video- das hätte mir einfach keinen Spaß gemacht. Weil ich genau weiß, wie das abläuft: man muss wieder eine neue Strophe schreiben und so. Bei diesem Projekt wusste ich: Ich geh einfach irgendwo hin und mach was Neues, was ich noch nicht gemacht hab und kann da komplett den Kopf ausschalten. Und das ist dann auf jeden Fall ein Argument, dass man in so einer stressigen Zeit sagt: Okay, dann nehm ich mal vier Tage frei. Das macht dann wirklich Spaß und ist cool, sonst mach ich dafür auch keinen Urlaub von meiner Musik.

Du kennst ja das Geschäft, Image ist alles: Du transportierst natürlich ein Image.

Ich glaube ich bin genau da wo ich bin, weil ich darauf einen Scheiß gebe. Weil ich natürlich darauf achte, dass ich mit Leuten verkehre die ich mag und dass ich Sachen mache, die mir Spaß bringen. Aufgrund dessen, dass ich das schon so lange mach und jedes kleine Treppchen selber genommen habe und alles mir selber beigebracht hab und immer selber entschieden habe, was ich cool finde und was nicht, hat halt auch jeder irgendwann verstanden, was das ist und deshalb mach ich auch das, woran ich Spaß hab. Und ich glaube, letztlich haben sie danach gesucht. Ich glaube auch, dass auch meine Stimme ein bisschen weit vorne ist.

Hattest Du eigentlich Schwierigkeiten mit Deiner Stimme, zum Beispiel in der Schule?

Nee eigentlich nicht, der einzigem der mich damit aufgezogen hat, war mein Vater, aber das war völlig okay. Aber ansonsten gar nicht.

Konntest Du Dich immer gut durchsetzen?

Aufgrund meiner Stimme, also meiner Klappe, die hab ich immer schon für alles benutzt. Deshalb war es mir dann egal, welcher Klang da raus kam, mir ging es um die Wortwahl, und um das was ich gesagt hab.

Schurke Vector in seinem Luftfahrzeug

Schurke Vector (Jan Dealy) in seinem stylischen Luftfahrzeug

Wenn Du ein Supergauner wärst: was würdest Du stehlen?

Alle Atomkraftwerke auf dieser Welt und die Schrumpfstrahl-Pistole, mit der man sie klein machen kann! Schrumpfen und dann auf den Mars schießen! Und alle Weltreligionen, weil ich glaube, dass das meiste Unheil, das wir haben, egal ob es so konzipiert war oder es so kam, immer irgendeine der Weltreligionen ist. Den Buddhismus würde ich wohl am Leben lassen, alle anderen würde ich klauen.

Du experimentierst gerne- welches der Technikgadgets aus dem Film hättest Du gerne?

Diese Kleinmach-Pistole ist extrem vorteilhaft. Sachen, die einem nicht passen verkleinert man und kann sich ihnen entledigen. Oder auch Sachen, die man transportieren will. So ein Materializer wäre super. Das fand ich auch im letzten Tim und Struppi Band, wie hieß der, irgendwas Blabla Insel- da hatten sie diese Maschine mit der Du Sachen klein und groß machen konntest. Schließlich ist sie kaputt gegangen und zum Schluss alles explodiert. So was mich immer schon fasziniert.

Wenn man Musikerkollegen nach dem liebsten Kollegen fragt, fällt oft Dein Name, Du bist der Liebe und Nette. Vector als Schurke ist nun aber genau das Gegenteil?

Aber ich glaub jeder mag ihn. Mir kann keiner erzählen, dass er keine Sympathien für Vector hat. Er ist doch der liebenswerte Bösewicht. Also ich finde den natürlich nicht sympathischer im Sinne von „ich würde gerne mit ihm abhängen“, aber man guckt ihm gerne zu bei dem was er macht zu. Und ich höre gerne zu bei dem, was er erzählt. Und finde ihn einfach groß, weil er ist so ein kleiner wahnsinniger Typ ist, der ohne Kompromisse das durchzieht, was in seinem Kopf ist. Ob das nun seine Klamotten sind, ob das sein geiles Haus ist, ob das seine Erfindungen sind, ob das die Art und Weise ist, wie er mit den Leuten umgeht- er macht sein Ding. Und das finde ich einfach groß. Und die Art und Weise wie er es macht, macht ihn sympathisch.

Vom politisch engagierten Musikkünstler zu Vector dem stylischen Super-Schurken-Schnösel, dessen Vater der böse Bankchef ist- wo bleibt denn da die StreetCredibility?

Ich find StreetCrediblity schwul (lacht). In dem Moment, wo man sich über solche Sachen Gedanken macht, hat man schon verloren. Oder in dem Moment, wo man darüber redet. Jemand der darüber redet, dass er Cre-di-bil-ity hat, hat keine mehr, weil er darüber redet. Das ist genau wie ein Genie, das würde nie behaupten, dass es eines ist. Diese ganze Ego-Charity wie PETA oder so, ich krieg ne Krise, wenn ich sowas seh! Das ist das uncredibilste, was es überhaupt gibt auf dieser Welt. Leute die sich inszenieren und nach vorne tragen: „Ich tue was Gutes“.

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Mehr von Jan Delay gibt es morgen im zweiten Teil des Interviews! Zum Beispiel beichtet er seine 3D-Erfahrungen und spricht über anstehende Musikprojekte Solo, mit den Beginnern und La Boum. Stay tuned!

Das Interview führte Gerold Marks.

Bilder © Universal · Alle Rechte vorbehalten.

ICH – einfach unverbesserlich (Pierre Coffin, Chris Renaud)

Was gibt es besseres als Superschurken-Filme? Na klar, Superschurken-Filme in 3D! Universal bringt den CGI-Animationshit „ICH – Einfach unverbesserlich“ aus dem Hause Illumination Entertainment natürlich – wie die Schurken selbst auf dem neuesten Stand der Technik – in 3D in die Kinos.

Produzent des Animationsabenteuers ist Chris Meledandri, der auch hinter den CGI-Animationsfilmen „Ice Age“, „Ice Age 2 – Jetzt taut’s“ und „Horton hört ein Hu“ steckt. „ICH − Einfach Unverbesserlich“ handelt vom weltbesten Superbösewicht, die Entführung des Mondes und drei kleine Waisen mit einer besonderen Mission. Nichts – so glaubt er zumindest – liegt Gru (synchronisiert von Oliver Rohrbeck) )mehr am Herzen, als Unfrieden zu stiften und der Menschheit den Tag zu vermiesen. Inmitten einer wunderschönen Vorstadtidylle – zwischen hübschen Anwesen, gepflegten Gärten und fröhlichen Straßen – hat er es sich gemütlich gemacht. Das schwarze Haus und der verödete Rasen davor sind leicht zu erkennen, doch sein wahres Reich verbirgt sich tief darunter in seiner weit verzweigten unterirdischen Geheimfestung.

Umgeben von einer Armee von „Minions“, gelben Zwergwesen, schmiedet der Hausherr hier seine genialen weltweiten Schurkenstreiche, deren Krönung die Entführung des Mondes werden soll. Als schillernde Mischung aus dem Grinch und Dr. Evil setzt Gru der Menschheit übel zu. Bewaffnet mit verblüffenden Wunderstrahlern und spektakulären Allzweckfahrzeugen kämpft er gegen seinen jungen, aufstrebenden Widersacher Vector (gesprochen vom König der deutschen Funk-Musik Jan Delay) und zu allem Überfluss muss er sich noch um Margo, Edith und Agnes kümmern – drei kleine Waisen, die sich in den Kopf gesetzt haben, dass Gru den idealen Papa für sie abgeben würde. Ausgerechnet mit unverbesserlicher Anhänglichkeit und störrischer Zuneigung bringen die Mädchen Gru und seine Welt gehörig durcheinander.

„ICH − Einfach Unverbesserlich“ ist Agentenaction und Familienfindung, eine wundervolle Geschichte über die gescheiterte Eroberung der Welt und die geglückte Eroberung eines Schurkenherzens – ein launiger Animationstrip und ein brillantes 3-D-Abenteuer für die Kleinen, Großen, Guten und für die Spitzbuben unter uns. Filmstart auf den deutschen 3D-Leinwänden ist der 30. September 2010.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Film-Webseite, die Minions treiben auf Facebook ihren Schabernack.

Der offizielle deutsche Trailer:


Das aktuelle deutsche Plakat für ICH – einfach unverbesserlich:

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