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FFA-Studie: 15% aller deutschen Kinotickets werden für 3D-Filme gelöst

Die deutschen Kinos haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres trotz rückläufiger Besucherzahlen ein Rekord-Halbjahresergebnis erzielt. Entscheidend für die zum vierten Mal in Folge gestiegenen Umsätze sind die Erfolge und erhöhten Eintrittspreise von 3D-Filmen, deren Besucherzahlen die FFA erstmals in einer Halbjahresstatistik gesondert erfasst.

Zwischen dem 1. Juli 2009 und dem 30. Juni 2010 liefen in den deutschen Kinos 14 Filme in 3D an. Bei insgesamt 486 Filmstarts im deutschen Kino entspricht dies einem Anteil von gerade einmal von 2,9 Prozent. An Besuchern jedoch lösten allein 15,3 Prozent, also fast jeder Sechste, eine Kinokarte für eine 3D-Vorstellung. Da für 3D-Vorstellungen erhöhte Eintrittspreise verlangt – und gezahlt – werden, ist der Durchschnittspreis für einen Kinobesuch innerhalb der letzten zwölf Monate deutlich nach oben geklettert und lag mit 7,34 Euro 85 Cent über dem Vorjahreswert von 6,49 Euro.

„Natürlich hat die Lust auf 3D-Kino zu dem insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis entscheidend beigetragen“, betont FFA-Vorstand Peter Dinges. Unter dem Strich betrachtet würden die Halbjahreszahlen zeigen, dass das Kino erneut einer Fußball-WM und strahlendem Hochsommerwetter habe trotzen können – „wenn das Angebot stimmt“, resümiert Dinges. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte neige er deshalb zu verhaltenem Optimismus, wobei das hervorragende Ergebnis des Vorjahres sicherlich nur sehr schwer zu toppen sei. Bis Dezember warten weitere viel- und erfolgversprechenden Filmstarts auf die Kinobesucher, darunter die erste deutsche 3D-Animationsfilm-Produktion „Die Konferenz der Tiere“ oder das heiß erwartete Sequel „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes- Teil 1“, der als erster Potter-Film in ganzer Länge in S3D zu sehen sein wird.

Die ausführliche Studie steht ab dem 23. August auf der Webseite der FFA zum Download zur Verfügung.

Für alle Zweifler nochmals betont: 2,9% der Filme erzeugen 15,3 % der gesamten deutschen Kinobesucher. Und davon profitieren die rund 450 3D-Kinos in Deutschland, die sich dieses große Stück Kuchen fein unter sich aufteilen. Bezogen auf das Einspiel bedeutet dies im Mittel pro digitaler 3D-Leinwand einen Umsatz von 147.500 € im ersten Halbjahr 2010. Kein Wunder, dass einige Kinos schon den dritten Saal digital und 3D umrüsten lassen- oder an der Volldigitalisierung ihres Hauses arbeiten.

Quelle: FFA

FFA-Studie: 3D-Kino ist Hauptwachstumsträger bei den Kinosonderformen

Die FFA hat die sechste Auflage der Studie „Kino-Sonderformen“ veröffentlicht. Sie vergleicht die Ergebnisse der Jahre 2005 bis 2009 der Kinos jenseits von Arthaus und Multiplex miteinander, die unter dem Sammelbegriff „Sonderformen“ kategorisiert sind. Zu den Sonderformen der deutschen Kinowirtschaft gehören u.a. Autokinos, Saisonkinos, Freiluftbühnen, das letzte deutsche Pornokino und eben auch 3D-Kinos. Und eben diese Sonderkinos haben von dem außerordentlichen Wachstum des Kinojahres 2009 überdurchschnittlich profitiert. Danach gab es im Vergleich zu 2008 sowohl bei den Besuchern (24,7%) als auch beim Umsatz (40,6%) zum Teil noch deutlichere Zuwächse als im Gesamtmarkt.

Hauptwachstumsträger war auch bei den Kino-Sonderformen, zu denen unter anderem Filmfestivals und Filmfeste, Freilichtbühnen oder auch kommunale Kinos zählen, das 3D-Kino: Bei den IMAX/3D-Sälen und Filmfesten stieg die Zahl der Besucher um enorme 117,1 Prozent. Im selben Zeitraum verzeichneten die Open-Air-Veranstaltungen einen erneuten Besucherzuwachs von 19,4 Prozent und legten mit 1,2 Mio. verkauften Karten das beste Besucherergebnis seit 2004 vor.

Insgesamt schlägt bei den Sonderformen ein überdurchschnittlicher Preisanstieg von 5,15 Euro auf 5,81 Euro zu Buche. Auch da waren die Festivals und Filmfeste sowie IMAX/3D-Kinos Spitzenreiter: Ein Besuch dieser Kinos kostete den Kinobesucher im letzten Jahr durchschnittlich 7,67 Euro – 26,2 Prozent mehr als noch im Jahre 2008. Und liegt damit knapp einen Euro über dem Durchschnitts-Kinopreis der regulären Kinos von 6,70 Euro.

Die vollständige Studie lässt sich als PDF unter diesem Link abrufen.

Für den aufmerksamen Leser sind das natürlich keine unerwarteten Zahlen. Und es ist zu beachten, dass die Werte sich alle auf einen Zeitraum bis Ende 2009 beziehen. Für das Jahr 2010 dürften die Ergebnisse noch viel deutlicher aussehen. Aber das werden wir dann im Jahresbericht im Juli 2011 nachlesen können.

Und warum sind 3D-Kinos eigentlich Kino-Sonderformen? Die Antwort ist einfach: es handelt sich dabei um ein Relikt aus den Zeiten, wo IMAX-Kinos die einzigen 3D-Kinos waren. Auch da wird sich die FFA in der nächsten Studie noch auf eine neue Kategorisierung einlassen müssen. 🙂

Quelle: FilmFörderungsAnstalt FFA