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medienboard Berlin-Brandenburg stellt 300.000 € für Kinodigitalisierung zur Verfügung

Nach Nordrhein-Westfalen, Baden-Würtemmberg, Bayern und Niedersachsen stellt nun auch der Raum Berlin-Brandenburg über die medienboard Gelder für die Digitalisierung der Kinos zur Verfügung. Mit einem Betrag von 300.000 Euro für das laufenden Jahr ist ein Anfang für die Zukunftssicherung der Kinos gegeben. Barbara Kisseler, Chefin der Berliner Senatskanzlei, ging bei der Bekanntgabe im Rahmen der heutigen Bilanzpressekonferenz der medienboard, zuversichtlich von einer Erhöhung in den Folgejahren aus. Das Einstellen des Betrages für die Digitalisierung ist auch ein „filmpolitisch wichtiges Signal an den Bund“, die Sperre für die Bundesmittel aufzuheben.

Die Förderung ist fakultativ mit der geplanten Bundesförderung kombinierbar. Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der medienboard Berlin-Brandenburg, ist daran gelegen, dass auch die Kinos unterhalb der Einspielgrenze von 40.000 € nicht von der Nahrungsmittelkette abgekoppelt werden.

Details über die Vergabe-Richtlinien und Förderungshöchstgrenzen stehen noch aus.

Kinogruppe Cineplex digitalisiert vollständig – fordert aber Zukunftssicherheit von den Verleihern

Der Kinomarkt positioniert sich neu- und die Entscheidungsfrage heißt nicht mehr ob Digital oder S3D. Beim Blick auf den kommenden Filmkalender und die 2D-Auswertungszahlen von 3D-Filmen sprechen die Zahlen für sich. Nach der ersten Erprobungszeit ist man im Hause Cineplex voll auf digitale Zukunft eingestimmt. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als zehn Mio. € hat Cineplex bereits etwa einhundert Leinwände für digital und S3D ausgerüstet- und plant nun die Volldigitalisierung aller verbleibenden analogen 450 Leinwände mit dem Umrüstungspartner XDC. Doch dieses Entgegenkommen an die Verleiher beim gleichzeitigem Fehlen eines Finanzierungsmodells für die gesamte Kinobranche bringt auch ein gewisses Risiko mit sich – einzelne Verleiher versuchen immer wieder die Auswertungsfenster zu Lasten der Kinos zu verkürzen, um die Filme schneller in den Pay-TV-Markt oder als Datenträger in den Handel zu bringen.

Die Position der Cineplex-Gruppe wurde nun in einer Pressemitteilung kundgetan. In dieser heißt es wörtlich:

Die 35 Gesellschafter von Cineplex Deutschland, der zweitgrößten Formation auf dem deutschen Kinomarkt, sind mit etwa 100 3D Anlagen führend. Mit einer Investition von mehr als zehn Mio. € hat Cineplex maßgeblich dazu beigetragen, dass in den zurückliegenden zwölf Monaten zahlreiche 3D Titel sehr erfolgreich ausgewertet werden konnten. Im Hinblick auf die weitere Digitalisierung des gesamten Kinoparks von insgesamt 450 Leinwänden hat Cineplex, nach dem offenbaren Scheitern eines Branchengeschäftsmodells, seine Bemühungen für eine alternative Finanzierungsform abgeschlossen. Nach intensiven Verhandlungen für Branchenmodelle und individuelle Lösungen
haben die Cineplex-Gesellschafter am 7. Juli 2010 beschlossen, mit XDC zunächst einen Letter of Intent zu unterzeichnen. Diesem Schritt zur vollständigen Systemumstellung liegt die feste Überzeugung zu Grunde, dass der Film auf der großen Leinwand auch in Zukunft ein einzigartiges
Erlebnis für die Kinobesucher darstellen wird.

Cineplex folgt damit auch der Empfehlung aller großen Filmverleiher, sich für die Digitalisierung mit einem Drittpartner vertraglich zu verpflichten. Umso irritierender wirken die Signale, die derzeit von der Verleihbranche und der Filmpolitik ausgehen. Angesichts der noch ausstehenden
Digitalisierungskosten für Cineplex in Millionenhöhe sowie dauerhaft höheren Betriebskosten, für die die Cineplex-Gesellschafter haften, muss der Erhalt des Geschäftsmodells Kino gewährleistet sein. Dieses Modell setzt darauf, dass ein Wille bei allen Marktteilnehmern erkennbar wird, der die exklusive Auswertung von Kinofilmen für wenigstens vier Monate sicherstellt. Bei einer weiteren Verkürzung des Auswertungsfensters oder gar dessen kompletter Abschaffung, die von manchen Verleihern sogar noch mit einer Erhöhung der Filmmiete einhergehen soll, wird nicht nur die erfolgreiche Auswertung von Kinofilmen untergraben, sondern auch die davon profitierenden, nachgelagerten Auswertungsmedien. Für Cineplex entsteht damit der Eindruck, dass die Filmverleiher kein Interesse mehr an der Digitalisierung der Kinos haben, wenn sie zu einem Zeitpunkt, von dem die flächendeckende Digitalisierung von der individuellen Risikobereitschaft der Kinos abhängt, der wirtschaftlich notwendigen Kinoexklusivität eine Absage erteilen. Die Forderung von Disney-Geschäftsführer Thomas Menne und Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz nach einer Fensterverkürzung bis hin zu einem zeitgleichen Start von Kino und PayTV auf dem Filmwirtschaftsgipfel in Berlin lassen nur diesen Schluss zu.

Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele Gesellschafter von Cineplex die Frage, ob eine Investition in die Digitalisierung zukunftssicher ist oder vielmehr ein existenzbedrohendes Risiko darstellt. Auch die Entscheidung von Filmpolitik und FFA, sogenannte Marktkinos erst dann finanziell zu unterstützen, wenn alle – also auch die letzten – Vorbehaltszahlungen und Verfahren zurückgenommen worden sind, bei gleichzeitiger Förderung der sogenannten Kriterienkinos, stellt ein weiteres Hemmnis zur Digitalisierung sowie zudem einen eklatanten Eingriff in die Wettbewerbsverhältnisse innerhalb der Kinobranche dar.
„Aus diesem Grund appellieren wir an die Filmverleiher und die Politik, das ihre zu tun, um uns in unseren Bemühungen zu unterstützen, die technisch notwendige Erneuerung zu stemmen. Wir sind nicht gewillt, derartige wirtschaftliche Risiken einzugehen, um dem Verleih zu signifikanten Einsparungen zu verhelfen, wenn dieser gleichzeitig uns die Geschäftsbasis entzieht,“ fasst Geschäftsführer Kim Ludolf Koch die Stimmung zusammen. „Vor allem erwarten wir von unseren Verleihpartnern daher ein eindeutiges Commitment zur Beibehaltung des Auswertungsfensters und vom Gesetzgeber eine Fensterfixierung auf sechs Monate bei geförderten Filmen. Wir werden mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass die Geschäftsgrundlage für unsere Kinos bestehen bleibt“.

Nach der Kinopolis wartet auch die Cineplex-Gruppe nicht mehr auf politische Lösungen für eine Volldigitalisierung- und verschafft sich so einen deutlich besseren Ausgangspunkt für das Fortbestehen ihrer Häuser. Bleibt zu hoffen, dass die Early Adaptor nicht ihren Mut durch politische Weichenstellung oder strategisches Kalkül nachträglich teuer bezahlen. Das wäre ein großer Vertrauensbruch für die gesamte Branche.

Digitalisierung: FFA-Verwaltungsrat ebnet Weg zur Förderung der Kriterienkinos

Nach eigenen Angaben hat der Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt FFA auf seiner heutigen Sitzung den Weg für die Förderung der Digitalisierung der sogenannten Kriterienkinos geebnet. Laut Pressesprecher Thomas Schulz wurde die Einbindung der FFA in die Förderung des digitalen Kinos beschlossen.

Wörtlich heißt es: „Das Gremium beschloss in Berlin eine Änderung des laufenden Wirtschaftsplans. Danach werden bis zu 12 Mio. Euro aus dem laufenden Haushalt der FFA für Förderungsmaßnahmen zur Digitalisierung der Kinowirtschaft bereitgestellt. Der Beschluss steht unter dem Vorbehalt, dass die formale Änderung des Wirtschaftsplans vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) genehmigt und die notwendige Rechtsverordnung erlassen wird. Die Mittel sollen für Förderungsmaßnahmen von 1.200 so genannten Kriterienkinos zur Verfügung gestellt werden, die vom Staatsminister Bernd Neumann im Rahmen seines Zwei-Säulen-Modelles festgelegt worden waren.“

Details sind noch nicht geklärt, auch steht noch die Zustimmung des BKM und des Bundeskartellamtes aus. FFA-Präsident Eberhard Junkerdorf bezeichnete den Beschluss als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Als Kriterienkinos werden die Filmtheater mit mindestens 40.000 Euro Jahresumsatz oder 8000 Besucher pro Jahr definiert, die jedoch einen Jahresumsatz von 180.000 Euro unterschreiten. Dieser Entschluss mag eine Rettung für die kleinen Kinos sein, deren Existenz aufgrund fehlender Finanzierung der Digitalisierung von manchen als bedroht angesehen wird. Da geht es nicht mehr um eine Innovation, sondern um Existenz. Bleibt zu hoffe, dass die Gelder nun tatsächlich schnell zur Verfügung gestellt werden, Anträge zur Förderung von Kinobetreiber liegen bereits vor.

Quelle: FFA

Digitalisierung: Berliner Philharmoniker übertragen Saisoneröffnungs-Konzert live in deutsche Kinos

Karten für die Berliner Philharmoniker zu ergattern ist nicht leicht. Das liegt zum einen am dem exzellenten Klangkörper des Orchesters, zum anderen am charismatischen künstlerischen Leiter und Dirigenten Sir Simon Rattle. Es wundert nicht, dass das Konzert zur Saisoneröffnung 2010/2011 am Freitag, den 27. August 2010 schon jetzt ausverkauft ist. Auf dem Programm stehen die Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60 von Ludwig van Beethoven
 und die Symphonie Nr. 1 D-Dur von Gustav Mahler.

Doch auch wer keine Karte ergattern konnte, kann dank Digitalisierung live dabei sein. Als alternativer Content stehen Live-Opernübertragungen wie aus der Met in New York schon lange erfolgreich auf dem Spielplan der digitalen Kinos. Zum ersten Mal übertragen nun die Berliner Philharmoniker eines ihrer Konzerte in High Definition in über 30 Kinos in Deutschland.

Die Karten zu 19 Euro gibt es an den Kinokassen oder können über das Internet bestellt werden. Hier alle Spielorte:

OrtKinoAdresse
BambergCineStar – Der FilmpalastLudwigstraße 2
BerlinCineStar – OriginalPotsdamer Straße 4
Berlin WildauCineStar – Der FilmpalastChausseestraße 1
BielefeldCineStar – Der FilmpalastZimmerstraße 10–14
BremenCineStar Kristall-PalastHans-Bredow-Straße 9
CelleComet CinemasNeue Straße 14
ChemnitzCineStar am Roten TurmNeumarkt 2
DürenComet CinemasFritz-Erler-Straße 32
DortmundCineStar – Der FilmpalastSteinstraße 44
ErfurtCineStar – Der FilmpalastHirschlachufer 7
ErlangenCineStar – Der FilmpalastNürnberger Str. 31
FuldaCineStar – Der FilmpalastLöherstraße 41
GarbsenCineStar – Der FilmpalastRathausplatz 2
GörlitzFilmpalastJakobstraße 16
HildesheimThega – FilmpalastTheaterstraße 6
IngolstadtCineStar WestparkAm Westpark 2
IserlohnCineStar – Der FilmpalastKurt-Schumacher-Ring 1–3
KarlsruheFilmpalast am ZKMBrauerstraße 40
KasselCineStar – Der FilmpalastKarlsplatz 8
KonstanzCineStar – Der FilmpalastBodanstrasse 1
LeipzigCineStar – Der FilmpalastPetersstraße 44
LübeckCineStar – Filmpalast StadthalleMühlenbrücke 11
LüneburgCineStarFährsteg
LudwigshafenCineStar in der WalzmühleYorckstraße 2
MainzCineStar – Der FilmpalastHolzhofstraße 1
OberhausenCineStar – Der FilmpalastLuise-Albertz-Platz 1
OsnabrückCineStar – Der FilmpalastTheodor-Heuss-Platz 6–9
RiesaFilmpalastHauptstraße 72
RostockCineStar Lütten KleinSt.-Petersburger-Str. 18b
SaarbrückenCineStar – Der FilmpalastSt.-Johanner-Straße 61
SchwerinCapitolWismarsche Str. 126
SiegenCineStar – Der FilmpalastSandstraße 31
Villingen-SchwenningenCineStar – Der FilmpalastSchützenstraße 2

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite http://www.berliner-philharmoniker.de. Und, zukunftsgewandt findet man die Berliner Philharmoniker auch auf Youtube,  Facebook und Twitter.

Bild © Berliner Philharmoniker · Alle Rechte vorbehalten.

Öffentliches Kolloquium: Erzählen für Digitales Kino und neue Medienformate

Werte Leserschaft, ich möchte euch ein Kolloquium zum Erzählen im Digitalen Kino ans Herz legen. Am Dienstag, dem 29. Juni, findet an der Hochschule für Film und Fernsehen HFF Potsdam für alle Interessierten ein transdisziplinäres Kolloquium statt. Gastreferenten sind die finnische Autorin und Forscherin Riikka Pelo und der Theater-, Film- und Videoforscher Dr. Wolf Siegert.

Das transdisziplinäre Kolloquium wird zum achten Mal organisiert vom Institut für künstlerische Forschung (IKF) der HFF. Die kommende Veranstaltung „Erzählen für digitales Kino und neue Medienformate“ widmet sich zwei aktuellen Themen im Zeichen des Digitalen Kinos: Was bedeuten die neuen Entwicklungen im Kino und den interaktiven Medien für das Erzählen? Verändern sich die Geschichten – müssen sich Geschichten an die Technik anpassen oder soll die Technik dazu dienen, den Geschichten zu einer noch stärkeren Wirkung zu verhelfen?

Die Dramaturgieprofessorin und Institutsleiterin, Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, wird die Diskussion mit Fragen wie diesen zu den Auswirkungen der technischen Entwicklungen auf die Film- und Medienproduktionen einleiten.

Der von mir sehr geschätzte Gastreferent Dr. Wolf Siegert ist anerkannter Experte für digitale Netzwerkstrategien und Präsident der deutschen Sektion der „Digital Cinema Society“. Er gibt einen Einblick in aktuelle Tendenzen und Fragestellungen des digitalen Kinos heute und in der Zukunft. Der Direktor von IRIS Media schreibt zudem täglich in seinem hochgradig lesenswerten Blog „DaybyDay“ über Digitales und Analoges, Politisches, Technisches und Künstlerisches. Der einzige Blog den ich kenne, der eine ISSN-Nummer (das ist ISBN für Zeitschriften) aufweisen kann. Als Einführung auf den Vortrag am Dienstag dient der Artikel „Von Avatar bis Omega. Über das A & O postanaloger Welten.“

Die Drehbuchautorin Riikka Pelo schreibt nicht nur für das klassische Kino. Sie berichtet von ihrer Erfahrung als Autorin für ein interaktives, auf das Kino referierende Spiel.

Die Reihe transdisziplinäres Kolloquium wird vom Institut für künstlerische Forschung verantwortet, das 2008 an der HFF gegründet wurde, um neben der bereits etablierten medienwissenschaftlichen Forschung die noch junge Disziplin der künstlerischen Forschung an der HFF zu fördern.

Kolloquium und Diskussion sind öffentlich und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Beginn ist am 29. Juni um 17 Uhr im großen Kinosaal (1104) der HFF „Konrad Wolf“, Marlene-Dietrich-Allee 11, 11482 Potsdam.

Leider, leider werde ich nicht persönlich anwesend sein können, da ich zeitgleich ein Interview mit dem Regisseur von Toy Story 3 Lee Unkrich und der Produzentin Darla K. Anderson führen darf.  Für alle sonst noch verhinderten und nicht in der Hauptstadt-Region wohnenden gibt es einen digitalen Service: Die transdisziplinären Kolloquien werden auf Video aufgezeichnet und (in gekürzter Version) auf www.vierundzwanzig.de, dem Wissensportal der Deutschen Filmakademie, veröffentlicht.

Bild © HFF · Alle Rechte vorbehalten.

Digitalisierung in Deutschland: weiterhin keine Entscheidungen, Situation für Kriterienkinos verschärft sich

Das von der BKM vorgestellte Zwei-Säulen-Modell der Kino-Digitalisierung fand eine öffentliche Anhörung im Ausschuss für Kultur und Medien im Bundestag, bei der sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann allerdings durch MinisterialDirigent Hans-Ernst Hanten vertreten ließ. Erstmals wurden Details über den Verleiher-Anteil bekannt gegeben, wenn auch das Gesamtkonzept und der Beitrag der Filmverleiher weiter unbeantwortet blieb. VdF-Geschäftsführer Johannes Klingsporn sieht eine Unterstützung über eine Virtual Printfee vor, mit der die sogenannten „Marktkinos“ gefördert werden. Dieser erste Säule macht etwa 2500 Leinwände in Deutschland aus. Mit dem nicht verbrauchten Anteil von 18 bis 22 Mio. Euro sollen der Förderung der 1200 sogenannten „Kriterienkinos“ dienen, der zweiten Säule.

Allerdings liegt das Modell der Virtual Print Fee noch zur Prüfung bei der EU, die es zunächst nicht abgewiesen haben, aber eine weitere Überprüfung durch das Bundeskartellamt empfehlen. Denn keine der beiden Säulen dürfe Drittanbietern die Geschäftsgrundlage entziehen.

Es gibt weiterhin keinen Zeitplan für eine Lösung der Finanzierung, was den Markt für die Kinos weiter schwierig gestaltet, die nicht im Zuge des 3D-Motors ihre Kinos auf digitale Projektionen umgestellt haben.

In Zeiten der Finanzkrise ist eine flächendeckende Finanzierung ein nicht unerhebliches Problem. Es sei erwähnt: First Mover-Kinos, die bereits im letzten Jahr zu Ice Age 3 ihr Kino auf digitale Projektion umgerüstet haben, konnten mit wenigen großen Film die Kosten bereits vollständig amortisieren. Warten auf Verbände ist halt ein langwieriges Thema.

Fortsetzung folgt. Vermutlich erst nach der Sommerpause.

Digitale Kinowelten: Kinosterben nach dem Ende der Filmrolle? heute Diskussion in der Friedrich Ebert-Stiftung

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt heute zur Diskussion um die Zukunft des Kinos. Bedeutet die Digitalisierung auch das Ende der Kino-Vielfalt, forciert durch eine monetäre Marktbereinigung?

Deutschlands hat eine einzigartige Kinolandschaft – Programmkinos, Filmkunstkinos, kommunale Kinos, Multiplexe und viele andere Spielstätten. Doch diese Vielfalt ist in Gefahr. Bald wird es aktuelle Filme nur noch als digitale Datenpakete geben. Um zu überleben müssen Kinos in digitale Abspieltechnik investieren. Das schaffen aus eigener Kraft nur große Kino-Ketten und umsatzstarke Häuser. Das Branchenmodell für eine solidarisch getragene flächendeckende Digitalisierung der Kinos ist gescheitert. Bund und Länderarbeiten an Finanzierungs- und Förderungskonzepten, um ökonomisch schwache, aber für die kulturelle Infrastruktur unverzichtbare Filmtheater zu unterstützen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt „zur Diskussion eines tragfähigen und praktikablen Modells, das als Gemeinschaftsaufgabe von Filmwirtschaft, Bund, Ländern und Kommunen die Zukunft des Kinos als kulturellen und sozialen Ort der Begegnung im öffentlichen Raum sicherstellt.“

Veranstaltungsort ist der Konferenzsaal der Friedrich-Ebert-Stiftung,
Hiroshimastr. 17 in 10785 Berlin. Start um 18 Uhr.

Als Podiumsgast ist Dieter Wiedemann, Präsident der HFF Konrad Wolf geladen. Und es gibt auch etwas zu sehen. Gezeigt wird „Warum läuft Herr V. Amok?“ (HFF 2002) von Dietrich Brüggemann.

Diese Veranstaltung ist nicht öffentlich bei der FES gelistet, dank Bloggerkollegen Paul (Danke!) bin ich dennoch informiert. Und natürlich heute Abend bei der Diskussion um die Digitalisierung des Kinos mit dabei. Vielleicht gibt es Twittferenz. Oder besser eine Twiskussion? 😉

heute weltweite Übertragung von Terry Pratchetts "Nation" aus dem National Theatre London

Ein kleiner Reminder für ein großes Event: heute ab 14:15h wird das neue Stück von Terry Pratchett “Nation” auf die Bühne gebracht und weltweit in digitale Kinos per Satellit übertragen. Direkt aus dem National Theatre in London. Und natürlich als englischsprachige Originalfassung. Möglich wird diese Übertragung aus der Reihe NT Live durch die Technik von By Experience, den Spezialisten für Live Cinema Events.

Nation, The National Theatre 2009

Zur Geschichte des Theaterstücks: In einer Parallelwelt um 1860 braust ein Tsnumai über eine Insel im Pelagischen Ozean hinweg. Nur zwei Jugendliche haben den Sturm überlebt, zum einen der Inselbewohner Mau, zum anderen die Europäerin Daphne, die mitsamt Schiffswrack auf der Insel angespült wurde. Das Dorf von Mau ist zerstört, Daphne tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Er trägt so gut wie keine Kleidung, sie ein langes weißes Kleid. Keiner spricht die Sprache des anderen. Und irgendwie müssen sie lernen, zu überleben….

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In Deutschland wird „Nation“ in der Schauburg in Karlsruhe, im Cinema in München und natürlich in Berlin in der Astor Film Lounge gezeigt. Es gibt noch ein paar  Karten für dieses einmalige Live-Kino-Theater-Erlebnis an der Tageskasse, eine Reservierung unter 030- 883 85 51 wird empfohlen!

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Alle Fotos © National Theatre

Live-Übertragung aus dem National Theatre London: "Nation" von Terry Pratchett. Freikarten zu gewinnen!

Fans von Terry Pratchett, Liebhaber englischsprachiger Theateraufführungen und Freunde von alternativen Inhalten auf der digitalen Kinoleinwand aufgepasst! Am kommenden Samstag, den 30. Januar 2010 wird am Nachmittag ab 14:15h das neue Stück von Terry Pratchett „Nation“ auf die Bühne gebracht und weltweit übertragen. Direkt aus dem National Theatre in London. Und natürlich als englischsprachige Originalfassung.

Es handelt sich hierbei um keinen Film, sondern um eine Live-Satelliten-Übertragung, direkt aus dem National Theatre, welches im Stadtteil Bankside direkt an der Waterloo Bridge an der Themse liegt. Möglich wird diese Übertragung aus der Reihe NT Live zum einen durch die Technik von By Experience, den Spezialisten für Live Cinema Events. Und zum anderen durch die Digitalisierung der Kinos, die neben dem Filmprogramm noch weitere Inhalte, wie Konzerte, Opern oder eben Theateraufführungen zeigen. Die Veranstaltung wird weltweit live übertragen, eine Übersicht aller Länder, Städte und Kinos gibt es bei NT Live.

Nach „His Dark Materials“, „Coram Boy“ und „War Horse“ bringt das National Theatre London die neueste Abenteuergeschichte von Terry Pratchett in der Bearbeitung von Mark Ravenhill auf die Bühne. Der Dramaturg Ravenhill, geboren 1966 in Haywards Heath, West Sussex, England, gilt als einer der populärsten Dramatiker des modernen britischen Theaters. Den Autoren der Buchvorlage, Sir Terry Pratchett, kennen die meisten von seinen Fantasy-Büchern aus der Scheibenwelt. „Nation“, das bei uns als „Eine Insel“ veröffentlicht wurde, ist das jüngte Werk des Autors. Hier ein Interviewclip mit Beiden:

Zur Geschichte des Theaterstücks: In einer Parallelwelt um 1860 braust ein Tsnumai über eine Insel im Pelagischen Ozean hinweg. Nur zwei Jugendliche haben den Sturm überlebt, zum einen der Inselbewohner Mau, zum anderen die Europäerin Daphne, die mitsamt Schiffswrack auf der Insel angespült wurde. Das Dorf von Mau ist zerstört, Daphne tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Er trägt so gut wie keine Kleidung, sie ein langes weißes Kleid. Keiner spricht die Sprache des anderen. Und irgendwie müssen sie lernen, zu überleben….

Mit diesem Trailer bekommt ihr einen ersten Eindruck von der Inszenierung:

Ein einmaliges Event, ein grandioser Autor, ein tolle Inszenierung- was fehlt noch? Genau, das entsprechende Kino. In Deutschland wird „Nation“ in der Schauburg in Karlsruhe, im Cinema in München und natürlich in Berlin gezeigt. Dort hat sich die Astor Film Lounge nicht nur als eines der schönsten Kinos überhaupt einen Namen gemacht, so bequem und exquisit wie hier habt ihr auch bisher in keinem Theater gesessen. Die Astor Film Lounge am Kurfürstendamm 225 zeigt Filme in 2D und stereoskopischem 3D, als auch regelmäßig alternative Inhalte wie Live-Übertragungen von Opern oder Konzerten.

Karten für „Nation“ kann man direkt auf der Webseite der Astor Film Lounge kaufen oder telefonisch unter 030- 883 85 51 reservieren. Mehr Informationen unter http://www.astor-filmlounge.de.

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Einige werden sich fragen, warum man für eine Theateraufführung ins Kino gehen solle, z.B. verfügt doch Berlin über rund 140 Theater. Das lässt sich leicht beantworten: zum einen bekommt man bei uns selten englischsprachige Aufführungen zu sehen. Zum anderen handelt es sich um eine ganz wunderbare Inszenierung, die man sonst eben nur in London erleben kann. Und natürlich ist man Teil eines weltweiten Events.

Theaterfreunde in Berlin können sich nun freuen. DigitaleLeinwand verlost mit freundlicher Unterstützung der Astor Film Lounge zwei mal zwei Freikarten für dieses Event! Einfach die Lösung der Gewinnspielfrage mit Namen und Mailadresse an gewinnspiel@digitaleleinwand.de schicken. Einsendeschluss ist kommender Freitag, der 29.1.2010 um 10 Uhr. Die Gewinner werden direkt per Mail benachrichtigt. Hier die Gewinnspielfrage: „Wie lautet der Names des Buchautors von Nation?“

Ich drücke die Daumen und wünsche allen ein ganz wunderbares Theater-Event!

(Danke an Bettina für den Städte-Hinweis, NT Live für die Informationen und Schulz&Heyn Film PR für die Unterstützung!)

heute Liveübertragung der Oper "Salome" in der Astor Film Lounge

Neben dem regulären Filmen bringt sogenannter alternativer Content Abwechslung in das Kinoprogramm der digitalen Kinos. Ein fester Bestandteil sind mittlerweile Opernübertragungen.

Die Reihe „Klassik in der Astor Film Lounge“ präsentiert Opern und Konzerte aus den großen Konzertsälen in Barcelona, London, Madrid und Bologna zum Teil live und in sonntäglichen Matineen auf der großen Leinwand. In einer zur Musik passenden Umgebung können sich die Liebhaber klassischer Opern und Konzerte unter technisch brillanten Bedingungen auf die Bühnen der Welt entführen lassen.

astor film lounge

Heute am 19. Januar 2010 zeigt die Astor Film Lounge die Satelliten-Live-Übertragung der Oper SALOME von Richard Strauss. Die Übertragung aus dem Gran Teatro Comunale di Bologna beginnt um 20:15h. In der Inszenierung von Gabriele Lavia übernahm Nicola Luisotti die musikalische Leitung. In den Hauptrollen sind Robert Brubaker, Nadja Michael, Elena Bebera und Dalia Schächter zu sehen. Die Oper wird in Deutsch mit englischen Untertiteln aufgeführt.

Der Wiener Dichter Anton Lindner war 1901 mit dem Vorschlag an Richard Strauss herangetreten, aus dem Drama Salome von Oscar Wilde ein Libretto zu formen. Strauss entdeckte in Lindners Fassung „ein paar geschickt versifizierte Anfangsszenen“, entschloss sich aber dann, das Libretto selbst zu gestalten. Er ließ den Wortlaut weitgehend unverändert, nahm jedoch zahlreiche musikalisch-dramaturgisch bedingte Kürzungen und Umstellungen vor. Salome gilt deshalb als eine der ersten Literaturopern, die in größerem Umfang Formulierungen aus Werken des Sprechtheaters direkt übernehmen.

Karten für dieses Opern-Highlight können im Internet unter www.astor-filmlounge.de, sowie in der Astor Film Lounge (Kurfürstendamm 225, 10719 Berlin) täglich ab 14:30 Uhr an der Kasse erworben werden.