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Auf dem Weg zum Deutschen Filmpreis 2014 – ein Wochenende mit Lola, Lass und Leidenschaft

LOLA FESTIVAL 2014Müde aber glücklich- ein ereignisreiches langes Arbeits-Wochenende ist geschafft. Zwölf nominierte Filme auf dem LOLA FESTIVAL und vier LOLA VISIONEN – Gesprächsrunden mit Filmschaffenden in der Astor Filmlounge, einen Interviewtag im Sofitel Kurfürstendamm, den Nominiertenabend zum Deutschen Filmpreis 2014 im 40 seconds, dazu Meet & Greet-Betreuung, Community-Management, Bloggerinnenbegleitung und jede Menge Public Relations- das waren vier richtig voll gepackte Tage. Aber eben auch voller schöner Impressionen, spannender Gespräche, fortführender Ideen. Ein paar Impressionen vom LOLA-Wochenende:

LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Astor Filmlounge

Die Astor Filmlounge ist ein ausgesprochen schönes Kino, zum einen durch die Architektur und die Gestaltung, zum anderen durch den Premium-Komfort. Auch vierstündige Filme lassen sich in den bequemen zurückklappbaren Sesseln mit Fußhocker bequem erleben. Neben der Aufführung der für die LOLA 2014 nominierten Spielfilme Dokumentarfilme und Kinderfilme waren die anschließenden Gespräche mit den Filmschaffenden ein Höhepunkt. Es ging um die kreativen Prozesse, Produktionsdetails, Probleme mit den Finanzierungen, schöne Anekdoten bei Idee, Dreh und Präsentation. Dieser persönliche Einblick jenseits von PR und Marketing schafft oft eine so sympathische Sichtweise auf das Werk- selbst wenn einem der Film vielleicht zu 100% zusagt, wer kann einem Filmschaffenden, der jahrelang 120 % für sein Projekt investierte, seine kreative Leistung absprechen?

LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Astor Filmlounge Vitrine

Die Außenvitrine der Astor Filmlounge ist ein wunderbarer Stopper auf dem Kurfürstendamm zwischen Hardrock-Cafe und Käthe Wohlfahrt-Weihnachtsladen. Liebevoll dekoriert, wenn sich auch anachronistisch Filmdosen, Zelluloidstreifen und analoge Miniaturprojektoren wiederfinden. Die Projektion im Saal fand natürlich vollständig digital von DCPs statt. Mittlerweile habe ich mich so sehr an den digitalen Look gewöhnt, dass der in Schwarz/Weiss digital gefilmte „Die andere Heimat“ von Edgar Reitz mit seiner durchdringenden Schärfe ein für mich glaubwürdiges historisches Bild spiegelt- nur weil die Geschichte Mitte des 19. Jahrhundert spielte, müssen da ja keine Fussel und Kratzer aufs Bild…
LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Astor Filmlounge Foyer

Für die eigenen Kinder war es noch ein Jahr zu früh, toll ist die Präsentation der nominierten Kinderfilme auf jeden Fall. Zum Ende der Osterferien ein schönes Angebot für Familien und Kindergruppen bei freiem Eintritt. Und natürlich dekorierte die Astor Filmlounge auch für das junge Nachwuchs-Publikum liebevoll das Foyer mit den Filmplakaten.

LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Astor Filmlounge Jakob Lass

Das Staraufgebot der Regisseure, Produzenten und Darsteller nehmen nicht nur die wie immer sehr gut vorbereiteten Autogramm-Sammler an. Viele der Filmschaffenden standen nach der Vorführung noch für persönliche Gespräche zur Verfügung und nippten ein Glas Roten an der Foyerbar. Hier gut gelaunt- trotz später Stunde – der „Love Steaks“ – Regisseur Jakob Lass.

LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Beauty Lounge

In der Beauty-Lounge werden die Nominierten (und ein paar glückliche Teammitglieder) für Interviews und den Nominiertenabend aufgehübscht. Für die dekorative Kosmetik sorgt MAC, die Gestaltung der Haare zaubert erneut der Stylist Max Höhn mit seinem Team. Der Begriff Lounge kann mitunter etwas irreführend sein, wie man sieht, kann ein Big Hair-Styling (das ist der aktuelle Frisurentrend 2014) auch einiges an Mitarbeit erfordern.

LOLA FESTIVAL DFP 2014 -  LOLA VISION

Die LOLA VISION Schauspiel fand dieses Jahr erstmals im gegenüber liegenden Apple Store statt. Nach dem Durchqueren der Verkaufshölle betritt man im zweiten Stock den ehemaligen Hauptsaal der Filmbühne Wien mit Wehmut- jetzt eben ein bestuhlter Veranstaltungsraum. Die für den Deutschen Filmpreis 2014 nominierten Schauspieler diskutierten über ihr Fach und die Herausforderung ihrer Rollen. Der 79jährige Dieter Hallervorden belegte schlagkräftig mit diversen Powersätzen mit Präzision und Komik, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Beispielsweise stellte er fest, dass das Öffentlich-rechtliche Fernsehen für ihr Programmangebot fein säuberlich Spreu von Weizen trennen – und die Spreu dann senden. Dafür hätte so mancher im Publikum ihm schon eine Auszeichnung gegönnt.

LOLA FESTIVAL DFP 2014 - Nominiertenabend

Hier, hier! Nochmal für meine Kamera- die Pressekollegen schießen lautstark um das beste Bild auf die Fotowand. Es war nur ein kleiner Roter Teppich vor dem Club 40 Seconds, der zum Nominiertenabend – dem Empfang der Deutschen Filmakademie vor der Verleihung – führte. Die Stimmung war wahnsinnig gut- alle Kollegen feierten die vorgestellten nominierten Filmschaffenden lautstark,  und honorierten so ganz abseits der Auszeichnungskonkurrenz das Schaffen. Abseits des offiziellen Teils führte ich ein paar schöne Gespräche mit Schnittmeister Peter R. Adam, den Regisseuren Arne Birkenstock und Markus Goller und dem Love Steaks-Team mit Golo Schultz und Ines Schiller bei kühlem Weißwein, selbst kreierter Suppe und schmackhafter Honigtomate auf der Dachterasse des Clubs. Und die hält wirklich eine phänomenale Aussicht bereit (Klicken zum Vergrößern):

Panorama 40 Seconds

Bilder © Gerold Marks · Alle Rechte vorbehalten.

Journey to the Center of the Earth (Eric Brevig)

Durch einen isländischen Vulkan gelangen der Geologie-Professor Trevor Anderson, dargestellt vom Actionarchäologen Brendan Fraser, mitsamt Neffe Sean und ihrer Bergführerin Hannah in eine fantastische historische Parallelwelt- im Kern der Erde. Auf der Suche nach dem Ausgang werden die Bedrohungen der Reihe nach abgehakt: Abgründe, Lava, fleischfressende Pflanzen, Meeresungeheuer, Flugpiranhas, ein hungriger Tyrannosurus Rex und eine an Indiana Jones erinnernde Lorenfahrt im Bergwerk.

Der Film wurde als erster 3D-Realfilm der neuen Generation extra für das 3D-Erlebnis gedreht. Und auch nur so macht er Sinn, auf einer digitalen 3D-Leinwand mit entsprechender Brille. Die Effekte täuschen nur manchmal über die schwache Storyfassung des Buchklassikers von Jules Vernes hinweg. Da geht es mehr um das „was bedroht mich als nächstes“ als „oh, wie gut ist die Geschichte umgesetzt“. Man lässt auch keine effekthaschende Spielerei aus, die man sonst aus Vergnügungsparks kennt. Aber das ist auch eher nicht verwunderlich, holte sich Walden Media den Effektspezialisten Eric Brevig (Men in Black, The Day after Tomorrow) als Regisseur für dieses Werk. Fazit: In 3D ein Spaß, ansonsten belanglos. Auch wenn der Film eher schwach ist, für mich war es ein besonderes Erlebnis: Mein erster (neuer) 3D-Film, mit meiner ersten digitalen Kinoprojektion, zum erstem mal in der sehr schönen neuen Berliner Astor-Filmlounge in Berlin.

Während der Film in den USA bereits seit Mitte Juli lief, war er in Deutschland erst ab dem 5. März zu sehen. Natürlich in ausgewählten Kinos als stereoskopische Fassung. Der Film wurde mit einem für amerikanische Verhältnisse eher kleinem Produktionsbudget von 60 Mio. $ umgesetzt, und spielte weltweit ein Vielfaches ein: rund 241 Mio $, davon mit etwa 160.000 Besuchern rund 1,4 Mio in Deutschland.

Und hier noch der Trailer:

http://www.youtube.com/watch?v=uBkMctaSiDI