Augmented Reality-Applikation für AVATAR-Spielzeug

Sollte es jemand nicht mitbekommen haben? Heute am 21. August 2009 ist weltweiter AVATAR-Day, an dem weltweit eine rund 20-minütige Preview von James Camerons Opus AVATAR in digitalen 3D- und IMAX-Kinos gezeigt wird. Die Preview besteht aus 16 Minuten Footage des Films, vermutlich das selbe Material, das auf der Comic Con gezeigt wurde, und dem gestern schon im Netz veröffentlichten Teasertrailer. Und zum Anlaß des Tages sind mir heute noch ein paar Avatar-Infos gestattet, gell?  🙂

Und ich haue noch die letzten beiden Plätze für die AVATAR-Day-Preview in Berlin raus. Heute, 18:40h Zoopalast Berlin. Schickt bis 12h eine Mail an gewinnen@digitaleleinwand.de und schon seid ihr in der pandorischen Lostrommel. UPDATE: Tickets sind nun wirklich alle weg!

Dass Augmented Reality (kurz AR) ein aktueller Hype im Filmmarketing ist, wissen die regelmäßigen Leser bereits. Merchandising ist das zweite große Standbein, um mit Filmen Geld zu verdienen. Bringen wir doch einfach beides zusammen, dachte sich Mattel und virtualisiert nun das Spielzeug. Wie clever ist das denn? Statt teurem billligen chinesischem Plastik verkauft man jetzt nur noch Pappkärtchen, schickt die nerdigen Kids zurück an den Rechner mit Webcam und schon können sie losspielen. Das Schöne ist: Die AR-Applikationen werden immer komplexer. Mit einfachen erscheinenden Modellen ging es los, mittlerweile hat man Animationen und Interaktionen hinzugefügt.

Wie einfach das geht, zeigen die nachfolgenden Videos. Man lädt sich auf http://avataritag.com eine Webapplikation runter (Seite derzeit noch nicht aktiv), registriert die Pappkarte, den sogenannten Marker (oder von Mattel iTag genannt), an der Webcam und legt sie auf den Tisch. Dort wird sofort ein animiertes 3D-Modell projiziert, z.B. den Amp-Suit oder das Scorpion-Gunship. Die Modelle verfügen über eigenständige Animationen, weitere Aktionen können über das Berühren von Symbolen auf den Marker-Karten ausgelöst werden. Seht es euch selber an:

Amp-Suite:

Scorpion-Gunship:

Das Spielzeug wird zum 1. Oktober 2009 erhältlich sein. Die Kollegen von Marketsaw haben auf der Comic Con zwei Fotos von den Karten machen können:

Avatar i-TAG cards

© Marketsaw

Avatar i-TAG

© Marketsaw

Momentan ist das virtuelle AR-Spielzeug noch ein etwas isolierter Spaß. Man kann es nicht anfassen, aber manuell Interaktionen auslösen. Die eigentliche Freude besteht darin, dass die Objekte in die heimische Umgebung projiziert werden. Wie clever das werden kann, zeigt eine neues Spielkonzept  für die Play Station Portable. Mit dem Spiel „Invizimals“ kann man in der heimischen Umgebung kleine Monster aufspüren- allerdings sind sie mit bloßem Auge unsichtbar. Der Name Invinzimals bedeutet so viel wie „invisible animals“, also unsichtbare Tierchen. Nur die PSP mit augesteckter Kamera kann sie orten und sichtbar machen. Ganz Ghostbusters-like lockt man die Minimonster in eine Falle, bestehend aus einem Pappmarker. Soweit der neue Teil, nun greifen bewährte Konzepte: á la Pokemon können nun mehrere Spieler ihre gefangenen Invizimals-Monster im Kämpfen gegeneinander anreten lassen, wobei neben den Knöpfchencontrollern auch Bewegungs- und Schüttelsensoren genutzt werden. Hier ein Produktbild, was ich ganz charmant finde, dass Spiel selber ist für meinen Geschmack viel zu überdreht-knallig-kaugummibunt geworden:

invinzimals

Ein sehr cleveres Spielekonzept, da es Bekanntes mit Neuem verbindet, aktuelle Techniken aufgreift, neben der Konsole und dem Spiel (und den zusätzlichen Spielupdates für noch mehr Monster) noch die zusätzliche Kamera verkauft und man natürlich die Freunde zum Kauf anstiftet, um sich Monsterschlachten zu liefern. Da geht der Trend hin. Und wir werden in den nächsten Monaten Weiterentwicklungen sehen, die Film und Spiel immer mehr verschmelzen lassen.

Augmented Reality-Applikation für "District 9" veröffentlicht

Augmented Reality (kurz AR) ist einer der aktuellen Hypes im Filmmarketing. Virtuelle dreidimensionale Gegenstände oder Figuren werden dabei in die reale Welt des Betrachters projiziert. Ein kleines Stück des Films wird so lebendig. Man benötigt neben der Internet-Applikation lediglich einen Computer mit Webcam, Lautsprecher und den sogenannten Marker, ein Bildreferenzierungs-Objekt, das man sich selbst ausdrucken kann.

District 9 - Bild Marker

Die neueste Anwendung kommt aus dem Hause Sonypictures für den Film „District 9“. Anders als erwartet, kommen Außerirdische nicht zur Eroberung unseres Planeten, sondern als Flüchtlinge vor ihrer untergehenden Welt zu uns. Sie werden in Südafrika im Distrikt 9 einquartiert, bis die Weltnation über ihr Schicksal entscheidet. Die private Firma MNU kontrolliert und regelt den Ungang mit den Aliens- und verfolgt wohl noch weitere Interessen… Der Film startet (in 2D) am 22.Oktober in unseren Kinos.

District 9 fährt das ganze Programm von viralen Anzeigen, einem Alternate Reality Game, viele virale Videos. Und natürlich eine AR-Applikation. MNU Augmented Reality Training Video. Es handelt sich also um eine Trainings-Simulation der (aus dem Film stammenden fiktiven) Sicherheitsbehörde Multi-National United. Es existiert eine komplette Fake-Webseite zum Konzern unter http://www.multinationalunited.com. Im Menupunkt Training findet ihr die AR-Anwendung.

Zunächst braucht man den ausgedruckten Marker, der eine direkte und eine indirekte Funktion erfüllt. Die direkte Funktion dient der AR-Applikation: mit Hilfe des Bildes kann die Raumlage im Verhältnis zur Webcam bestimmt werden. Und somit können die virtuellen Elemente korrekt ausgerichtet werden. Die indirekte Funktion des Markers: es ist eine Werbekarte, die zu Hause rumliegt, man immer wieder in der Hand hat und einen oft daran erinnert, welchen Film man demnächst gucken soll und wann der Filmstart ist. Klassische Flyer haben ausgedient, heute druckt man sich seine Werbungs selbst zu Hause aus. Ihr findet den Marker als PDF hier.

Die AR-Applikation besteht aus verschiedenen Stufen. Zunächst startet man mit Informationen über die Soldaten, die sich zunächst abseilen, Non-Humans (also Aliens) festnehmen oder mit ihren Waffen schießen. Im nächsten Schritt kann man sich das Raumschiff der Non-Humans in einer Rotation von allen Seiten ansehen. Der letzte Bereich gibt Informationen über die Non-Humans, die zwar nicht so clever sind, aber über wirksame Waffen verfügen, wunderbar springen können und aufgrund ihrer Größe eine echte Gefahr für Menschen sind. Die Anwendung ist etwas martialisch geraten, aber es entspricht den Interessen und dem Framing der Sicherheitsagentur MNU.

Wie die Applikation funktioniert, könnt ihr in diesem Video sehen:

In nächster Zeit werden die Filmverleiher weitere AR-Anwendungen veröffentlichen, ich habe vorsorglich ein Tag dazu angelegt. In den letzten Monaten gab es bereits eine Reihe von AR-Applikationen, über die ich berichtet habe. Hier eine Übersicht:

Star Trek: Der Reboot der Star Trek-Reihe verfügte über ein riesiges Werbebudget. Und war der erste Kinofilm, der Augmented Reality für einen Kinofilm breit einsetzte. Als Ausbildungstour für einen Space-Cadet wird die USS Enterprise begeh- und erfahrbar. Das AR-Feature wird auch als Bonus auf den DVDs und Blu-rays zu finden sein. Mehr in diesem Artikel.

Transformers 2: Autobots oder Deceptions? Mit Hilfe von AR und Facetracking bekommt der User eine Autobot-Maske auf das Gesicht projiziert- die sich natürlich gemäß der Körperbewegungen mitbewegt. So transformiert man selbst zum Roboter. Mehr in diesem Artikel.

Harry Potter und der Halbblut-Prinz (Harry Potter 6): Im Vorfeld des Films wurde zum Zaubertrank-Brau-Wettbewerb aufgerufen. In einem AR-Zauberkessel sollte eigene Tränke kreiert werden, über Tastatureingaben konnten Spezialeffekte ausgelöst werden. Mehr in diesem Artikel.