nächster deutscher 3D-Kinofilm: The Gate (Alex Winter)

Regisseur Alex Winter dreht ein 3D-Remake des Films The Gate vom ungarischen Filmemacher Tibor Takács aus dem Jahr 1987. Könnte der erste deutsche 3D-Film in unseren Kinos werden. Naja, fast, es handelt sich um eine deutsch-britische Koproduktion.

Horror aus dem Hintergarten: drei Kinder entdecken nach dem Fällen eines alten Baumes ein seltsames Loch. Durch die Beerdigung ihres Hundes öffnen die Kinder versehentlich ein Tor direkt zum Bösen: Dämonen einer alten vergangenen Kultur werden entfesselt. Und sind auf der Suche nach zwei Menschenopfern, um deren Welt zu beherrschen. So entwickelt sich ein Kampf zwischen Gut und Böse, im dem die Kinder versuchen, die Welt vor der Übernahme durch die Dämonen zu retten.

Gedreht wird noch dieses Jahr auf dem Produktionsgelände der Kölner MMC-Studios. Die dazugehörige Kölner Produktionsfirma MMC Independant hat für dieses Projekt von der Filmstiftung NRW eine Förderung von 900.000 Euro erhalten.

Ein Filmstart steht noch nicht fest, soll aber im Jahr 2010 liegen.

weitere Plünderung von Literaturklassikern – Sequel zu Journey to the Center of the Earth

Nach dem finanziellen Erfolg (241 Mio $ Einspiel bei 60 Mio $ Produktionskosten) des ersten in 3D gefilmten Langspielfilms Journey to the Center of the Earth rumort die Gerüchteküche um eine Fortsetzung. Das Sequel mit dem Titel Mysterious Travels: The Lost Map of Treasure Island vereint gleich drei Klassiker der Abenteuer-Literatur: „Mysterious Island“ von Jules Vernes, „Treasure Island“ von Robert Louis Stevenson und Jonathan Swifts „Gullivers Travels“.

Dafür tut sich New Line erneut mit Walden Media und Contrafilm zusammen. Richard Outten schreibt am Drehbuch, in dem sich Prof. Trevor Anderson und sein Neffe auf eine Reise zu einer mysteriösen Insel begeben, die in den drei Buchklassikern im Mittelpunkt des Geschehens stand. Journey-Regisseur Eric Brevig unterstützt Outten bei der Skriptfassung, hat aber das Projekt noch nicht als Regisseur angenommen. Auch die Darsteller, inklusive Brendan Fraser, haben noch keine Verträge für die Fortsetzung unterzeichnet.

Es gibt auch noch keine Statements, ob der Film erneut in einer 3D-Fassung produziert wird. Vergleicht man zu Journey die Nutzerkommentare bei IMDb, ist dies dringend angeraten, da Story und Dramaturgie eher schlecht wegkommen, und der Film vornehmlich für sein stereoskopisches Erlebnis, wenn auch mit sehr plakativen Effekten, gelobt wird. Eine 3D-Fortsetzung wäre also dringend empfohlen. Dennoch hoffe ich, dass man auch verstärkt in die Geschichte investiert, ins Publikum sabbernde Dinosaurier hatten wir jetzt schon genug…

Warnes Bros. bietet komplett digitales Filmverleih-Angebot

Wie filmwoche|filmecho in der aktuellen Ausgabe berichten, wird der Filmverleih Warner Bros. Deutschland (mit Sitz in Hamburg) sämtliche hauseigenen Filme auch im digitalen Format herausbringen. Sie sind neben der Paramount Pictures Germany der zweite Major, der die Kinos wahlweise mit analogem oder digitalem Filmmaterial beliefert- so auch dem kommenden sechsten Teil der Harry Potter-Franchise.
Warner Bros. ist im Kinojahr 2009 nach Kassenzahlen mit 47,79 Mio € Gesamtumsatz (16,8% Marktanteil) und 6,85 Mio Besuchern (15,6% Marktanteil) Marktführer in Deutschland. Vor allem hat der Film Twilight (dt.Titel: Twilight- Biss zum Morgengrauen) mit 2,49 Mio Besuchern und einem Einspiel von rund 16,6 Mio. Euro dazu beigetragen.

Der nächste Blockbuster steht mit Harry Potter und der Halbblut-Prinz ab dem 16. Juli in den Startlöchern.

Wim Wenders dreht 3D-Film über Choreographin Pina Bausch

3D ist nur was fürs Genrekino, vornehmlich Animations, SciFi- und Horrorfilme? Willkommen im Heute. Wim Wenders hat ganz frisch per Pressemitteilung die Produktion seines ersten 3D-Films bekanntgegeben. Zusammen mit der Choreographin Pina Bausch erarbeitet Wenders derzeit einen stereoskopischen Tanzfilm mit dem Titel „Pina“.

„Die zweidimensionale Kinoleinwand war bislang nicht in der Lage, weder emotional noch ästhetisch, Pina Bauschs Arbeit gerecht zu werden. Als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal ihr Tanztheater sah, war ich zutiefst bewegt und verzaubert. Sie hat mich menschliche Bewegung, Gesten und Gefühle vollkommen neu verstehen und wahrnehmen lassen. Und diese Magie möchte ich in enger Zusammenarbeit mit Pina Bausch und ihren Tänzern und Tänzerinnen auf die Leinwand transponieren. 3 D wird uns die Möglichkeit geben, den Zuschauer direkt mit auf die Bühne zu nehmen, mitten hinein ins Zentrum des Geschehens.“

Wer Pina Bausch nicht kennt: sie gilt als eine der bedeutendsten Tänzerinnen und Choreographinnen weltweit. Seit 1973 leitet die Deutsche das Tanztheater Wuppertal. Ihr Stil ist unverkennbar: neben dem Tanz haben auch Gesang, Pantomime, Sprache und Alltagsgesten einen wichtigen Anteil am Bühnengeschehen. Ab September soll gedreht werden. Elemente werden unter anderem Bauschs Stücke „Café Müller“, „Das Frühlingsopfer“ und „Vollmond“ sein. Dafür produziert Neue Road Movies zusammen mit dem Tanztheater Wuppertal. Musikfilme sind für Wenders kein Novum, man erinnere sich an den weltweit sehr erfolgreichen „Buena Vista Social Club“ und den eher lokal erfolgreichen „Viel passiert – Der BAP-Film“.

Liebe Kritiker digitaler und stereoskopischer Kino-Inhalte, hier ein Aufruf. Bisher haben vor allem die Arthouse-Kinos keinerlei Interesse an der Digitalisierung gezeigt. Es fehle überhaupt an 3D-Inhalten. Die verfügbaren Filme sprechen ein reines Multiplex-Klientel an. Und überhaupt müsste man erstmal schauen, ob sich die Digitalisierung durchsetzt. Diese Argumente kennen wir. Nun kommt ein ambitioniertes Kunstprojekt von Wim Wenders. Jenseits des Mainstreams wagt er etwas Neues. Lasst es nicht daran scheitern, dass es nicht ausreichend 3D-fähige Leinwände gibt, die den Film erlebbar werden lassen. Ansonsten laufen Wenders-Filme ab demnächst im Multiplex. Das nennt man verscheuchte Zielgruppen…

Amerikaner rüsten auf -11.000 digitale Sony 4K-Projektoren

Während Deutschland noch grundsätzlich über eine Digitalisierung seiner Kinos nachdenkt, hat in den USA das Wettrüsten begonnen. Die Kinokette AMC hatte vor einiger Zeit einen 315 Mio. Dollar-Deal zur Digitalisierung von 309 Kinos mit insgesamt 4628 Leinwänden mit digitalen Sony 4K-Projektoren bekanntgegeben. Nun hat Sony auch mit Regal Entertainment einen Deal zur Ausstattung von mindestens 5000 der 6700 Leinwände in ihren 550 Kinos unterzeichnet. Die Umstellung soll in den nächsten drei bis fünf Jahren erfolgen. Sony hat damit über 11.000 digitale 4K-Projektoren in den USA platziert.
Damit wird nicht nur die Umstellung von analogem auf digitales Filmmaterial beschleunigt, wir werden auch in den nächsten Jahren mehr 3D-Inhalte erwarten können. Kein Wunder, gerade die Erfahrung aus den IMAX-Experience-Vorstellungen zeigt, dass Kinobesucher für einen hochwertigen, immersiven Kinogenuss einen saftigen Aufpreis von bis zu 5€ pro Ticket bezahlen.

Die DCI-Spezifikation für den deutschen Rollout sieht übrigens 2K-Projektoren vor. Von 2K zu 4K ist doch nur doppelt so groß? Irrtum, es bezeichnet nur die Anzahl der Pixel in der Seitenlänge. Wir reden dabei von der vierfachen Fläche, Größenvergleiche der Formate gibt es unter diesem Link. Im Vergleich ist halt 4K der Maßstab für „Großes Kino“.

Disney/Pixar eröffnet heute mit UP das Filmfestival von Cannes

Zum ersten Mal in der Geschichte von Cannes eröffnet ein Animationsfilm das Filmfestivals. Disney/Pixar feiert mit UP heute abend Weltpremiere. Natürlich dreidimensional! Zum Einsatz kommen aktive Brillen der XpanD Serie 101, um auch wirklich höchsten Ansprüchen zu genügen. Ein paar Kritiker durften den Film schon in der Pressevorführung sehen. Da ich mich im sonnigen Berlin aufhalte, muss ich leider auf die Meinungen der Kollegen vor Ort verlassen. Hier ein paar der durchweg positiven Kritiken von Presse und Bloggern:

Screendaily: “Up has humour and action aplenty to enthrall children, but it should engage adults in equal quantities who will respond to its rich emotional content.” … “The colours of the film are ravishing and some of the compositions are painterly, while the 3D enhances the images without playing any in-your-face tricks on the audience. Michael Giacchino’s memorable music themes will be rattling around your head for hours after the film is over.”

The Hollywood Reporter: “Winsome, touching and arguably the funniest Pixar effort ever, the gorgeously rendered, high-flying adventure is a tidy 90-minute distillation of all the signature touches that came before it.” … “But what gives Up such a joyously buoyant lift is the refreshingly nongimmicky way in which the process has been incorporated into the big picture — and what a wonderful big picture it is.”

Emanuel Levy: “As of May, Best Picture of the Year” … “visually inventive, emotionally compelling comedy-adventure” … “Amazingly, “Up” is by turns serious and funny, poignant and frivolous (when it needs to be), but also highly and unexpectedly romantic.”

Time: “Though it’s not yet summer, we can declare that Up, like WALL-E, will prove to be one of the most satisfying movie experiences of its year.” … “Extending the patented Pixar mix of humor and heart, Up is the studio’s most deeply emotional and affecting work.”

Russell und Carl in Cannes

Variety: “Depending on what you think of “Cars,” Pixar makes it either 9½ out of 10 or 10 for 10 with “Up,” a captivating odd-couple adventure that becomes funnier and more exciting as it flies along.” … “proves disarming in its deep reserves of narrative imagination and surprise, as well as its poignant thematic balance of dreams deferred and dreams fulfilled.”

Roger Ebert: “This is a wonderful film. It tells a story. The characters are as believable as any characters can be who spend much of their time floating above the rain forests of Venezuela.” … “This is a story as tickling to the imagination as the magical animated films of my childhood, when I naively thought that because their colors were brighter, their character outlines more defined and their plots simpler, they were actually more realistic than regular films.”

Liebe Leute, die Zeit bis zum deutschen Filmstart am 24.September dauert länger als ein Flug mit Ballons nach Venezuela. 🙁

 

IMAX schreibt schwarze Zahlen – Dank Digitalisierung

Wie BlickpunktFilm berichtet, hat die IMAX Corp. im ersten Quartal 2009 einen Betrag 33,7 Mio. Dollar umgesetzt. Durch die Verdopplung von bisher vier auf nun neun digitale IMAX-Systeme konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahres-Quartal von 8,2 auf 16,5 Mio. Dollar mehr als verdoppelt werden. Die Filmumsätze stiegen dabei um sechs Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraums wurde der Umsatz von 23,5 Mio. Dollar um 43 Prozent übertroffen. Es konnte ein operativer Gewinn von zwei Mio. Dollar erzielt werden, nachdem im ersten Quartal 2008 ein Minus von 7,6 Mio. Dollar eingefahren wurde.

IMAX-CEO Richard L. Gelfond kommentiert: „Wir haben schon immer gesagt, dass die Einführung unserer Digitalsysteme und der initiierte Einnahmenausgleich innerhalb des Unternehmens zu verbesserten Finanzergebnissen führen werden und wir glauben, dass das erste Quartal ein erster Schritt hin zur Erreichung dieses Ziels ist. Die Installationen der vergangenen beiden Jahre, das Wachstum unserer Kinoumsätze und unsere Konzentration auf das Kostenmanagement waren die primären Antriebsmotoren für die verbesserte Performance.“

Die IMAX-Version von Monsters vs. Aliens verzeichnete mit 126.000 $ einen höheren Kopienschnitt als die 2D- und 3D-Version. Mit diesem positiven Aufwind sind weitere Blockbuster von Star Treck bis Avatar in diesem Jahr als IMAX-Fassungen zu erwarten.

Totalfilm veröffentlicht 3D-Poster von Pixars UP

Das britische Filmmagazin Totalfilm veröffentlichte in der aktuellen Ausgabe ein Poster von Pixars Film UP. Es zeigt eine Szene mit Senior Carl, Pfadfinder Russell, Paradiesvogel Kevin und dem Hund Dug im Dschungel. Rot-blaue 3D-Brille aufgesetzt und los geht’s:

UP-Poster in 3D

UP-Poster in 3D

Moment. Rot-Blau-Verschiebungen? Anagylphenbrille? Das stimmt was nicht. Das ist kein offiziellen Bild von Pixar, sondern wurde von Totalfilms angefertigt. Zwar gibt es derzeit keine Möglichkeit in Zeitungen 3D als mit den guten alten Anyglypen-Brillen abzubilden. Das ganze könnte aber sehr kontraproduktiv sein- gerade diese Technik ist ja überholt und wird bei den Filmen nicht mehr eingesetzt. Es gibt eben keine Farbüberlagungen mehr, sondern farbechte Polarisierung.

Ich bin mir nicht sicher, ob Disney/Pixar über diese Art der Werbung besonders glücklich sein wird….

Monsters vs. Aliens- erfolgreich in 3D

Obwohl der Film Monsters vs. Aliens in Deutschland nur auf rund 50 der 750 Leinwände in 3D läuft (sind etwa 6%), macht die stereoskopische Fassung 33% des Gesamtumsatzes des Films. Der Umsatz pro Kopie lag bei 3D gegenüber der herkömmlichen Fassung etwa sechs mal so hoch. Insgesamt konnte der Film bis heute mehr als 650.000 Besucher in die deutschen Kinos locken und erzielte damit ein Einspiel von knapp vier Mio. Euro. (Angaben Paramount Pictures Germany)
Monstergut!

Frankreich als europäischer 3D- Vorreiter

Frankreich legt in Europa vor: wie PRinside berichtet, haben die französische Filmkette CGR Cinemas und der 3D-Kino- Ausrüster RealD heute eine exklusive Partnerschaft bekannt gegeben. CGR gilt bereits als Pionier im Bereich Digitalkino- sämtliche Multiplexe verfügen über digitale Projektionssysteme.

„Wir sind glücklich, für das französische und europäische Kino eine Vorreiterrolle im Bereich neuer Technologien einzunehmen und uns mit RealD, dem weltweit führenden Unternehmen im Bereich von 3-D-Systemen, zu verbünden. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass CGR Cinemas sich bietende Gelegenheiten beim Schopf packt, was uns heute zu einer Stütze des Kinobetriebs in Frankreich macht. Dank dieser Zusammenarbeit können wir von bevorstehenden 3-D-Filmen wie ‚Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los‘ profitieren“, sagt Jocelyn Bouyssy, Chief Executive Officer bei CGR Cinemas.

An allen 33 Standorten der Kette werden mit rund 200 die Hälfte der Leinwände auf 3D aufgerüstet. Bis zum Start von Ice Age 3 sollen bereits zwei Drittel der Leinwände bespielbar sein, die restlichen 75 folgen zum Herbst, so dass dem Erlebnis von Camerons Avatar nichts im Wege steht. Bis zum Juni 2010 sollen alle Häuser zumindest eine 3D-fähige Leinwand besitzen. Auch rechnet man mit einem Preisaufschlag von nicht mehr als zwei Euro- trotz Einwegbrillen (siehe auch hier).

Ich bin gespannt, wie die Konkurrenz in Frankreich reagiert- zieht sie nach, oder verschenkt sie Wettbewerbsvorteile? Und natürlich bin ich auf die Reaktionen in Deutschland gespannt- wann sind wohl hier die ersten 200 Leinwände digital?