neues Stopmotion-Projekt von Tim Burton: "Frankenweenie" in 3D und S/W

Nach „Alice in Wunderland“ (natürlich in S3D) dreht Tim Burton ein Remake- seines eigenen Films. Frankenweenie gab es bereits im Jahr 1984 als 29-minütigen Kurzfilm. Passend zum Genre in schwarz/weiss. Es ist die Variation der Frankenstein-Geschichte aus der Sicht eines Kindes. Als Hund Sparky von einem Auto überfahren wird, kennt Victor nur eine Möglichkeit, ihn zurückzubringen. Friedhof der Kuscheltiere lässt grüßen!

Nun soll es ein Remake des Films geben. Als abendfüllenden Spielfilm. Als Stopmotion. In stereoskopischem 3D. Und fotografiert in schwarz/weiß. Diese Kombination im Look eines 50er-Jahre B-Movies ist bisher einmalig. Und natürlich wird es ein echter Burton. Zwar reißt mich die Geschichte nicht wirklich vom Hocker, aber die von Burton produzierten Stopmotion-Animationsfilme „The Nightmare before Christmas“ und „Corpse Bride“ gehören zu meinen großen Lieblingen. Insofern freue mich selbstverständlich auf das Projekt! Bei IMDb ist der Filmstart für 2011 vorgemerkt.

Wie ComingSoon berichtet, wird Allison Abbate, die schon für „Corpse Bride“ und den aktuellen Stopmotionfilm von Wes Anderson „The Fantastic Mr. Fox“ produzierte, auch hier mit von der Partie sein. Die Three Mills Filmstudios in London dürften dafür auch gerade zur Verfügung stehen.

Hier könnt ihr euch schon mal den Frankenweenie-Kurzfilm von 1984 in drei Teilen ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=r34yz-xC4xQ http://www.youtube.com/watch?v=xVAixkBXYMg http://www.youtube.com/watch?v=ODB4_TBYzXI

Animationsstudio Laika fokussiert sich auf Stopmotion

Wie OregonLive berichtet, fokussiert sich das Animationsstudio Laika auf Stopmotion-Spielfilme- und lässt die CGI-Sparte fallen. 63 Mitarbeiter der CGI-Abteilung müssen ihren Pixel zusammenpacken und das Unternehmen verlassen, bereits im Dezember mussten 65 Mitarbeiter nach der Fertigstellung des CGI-Films „Jack and Ben’s Animated Adventure” gehen.

Laikas Erfolgsfilm Coraline, immerhin mit einem Boxoffice von 120 Mio $ bei 60 Mio $ Produktionskosten, mag den Ausschlag gegeben haben. Gegen die großen Platzhirsche Disney/Pixar und Dreamworks Animation lässt sich sicherlich schwer behaupten, zumal es in diesem Feld weitere starke Konkurrenten gibt. Aber auch durchaus eine riskante Entscheidung, da die Produktionszyklen von Stopmotion-Filmen aufgrund der aufwändigen Produktionen einige Jahre betragen. So lange wird sich Laika mit dem zweiten Standbein, der Produktion von Werbefilmen und Videoclips über Wasser halten müssen. Diese werden übrigens in allen Animationsformen angeboten, da bleibt Laika ein Vollsortimenter.

Aber Coraline hätte auch ein CGI-Film werden können. Regisseur Henry Selick ist ein Spezialist für abendfüllende Stop-Motion-Filme, gehören doch „The Nightmare before Christmas“, „Monkeybone“ oder „James und der Riesenpfirsich“ zu seiner Filmographie. Gemeinsam mit Laika hat er den Kurzfilm „Moongirl“ umgesesetzt, der auf dem Filmfestival in Ottawa den Spezialpreis der Jury für den Bereich Kurzfilme erhielt. Letztlich hat er sich doch für sein klassisches Format der Stopmotion entschieden.

Man munkelt bereits über Folgeprojekte von Selick, die Palette scheint groß: eine Buddy-Komödie, eine Gespenstergeschichte, ein Kinder-Monsterfilm, ein mystisches Märchen und ein Anderer-Welt-Krimi sollen sich in der Entwicklung befinden  Auch eine erneute Zusammenarbeit mit Neil Gaimann, dem Buchautoren von Coraline, scheint möglich. Ich als großer Stopmotion-Fan freue mich sehr auf kommendes Material!

Henry Selicks Kurzfilm „Moongirl“ könnt ihr euch hier ansehen:

Harry Potter is watching you – Publikum mit Nachtsichtgeräten beobachtet

Die Filmindustrie fürchtet Raubkopierer, vor allem solche, die zum Filmstart mit einem Camcorder einfach die Leinwand abfilmen. Das Bild ist dabei zwar unscharf und der Ton sehr hohl, aber in den Tauschbören findet man diese Qualität zuhauf. (Da fragt man sich, warum sich Kameramann und Sounddesigner eigentlich Mühe geben…). Nun wurden verschiedene Veranstaltungen gemeldet, in denen Security-Mitarbeiter mit Nachtsichtgeräten das Publikum beobachten. Das Publikum ist empört, mitunter erfolgten Beschwerden. Das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalts prüft sogar einen Gesetzesverstoß.

Doch den Kinos sind die Hände gebunden, die Überwachung wird nicht durch sie durchgeführt, sondern durch den Verleih Warner Bros., der sich so vor illegalen Mitschnitten schützen will. Würden sie die Überwachung ablehnen, bekämen sie vom Verleih keine Filmkopien mehr und könnten den Film nicht zeigen. Das kann sich kein Kinobetreiber leisten.

Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, ich kenne das aus Previews oder Pressevorführungen, aber auch zur Berlinale scheint das recht normal zu sein, hängen an der Scheinwerfer-Traverse riesige diskrete (also nicht glühende) Infrarot-Scheinwerfer. Würde jemand eine Kamera aufbauen oder sich merkwürdig postieren, würden die Security eingreifen. Ob potentielle Raubkopierer so doof sind, und in sichtlich überwachten Vorstellungen ihren Camcorder aufbauen ist eine andere Frage. Es soll wohl mehr eine abschreckende Maßnahme sein. Das blöde Gefühl bleibt: ich habe einen Eintrittspreis bezahlt und werde verdächtigt.

Jetzt gibt es sogar eine scherzhafte Verarbeitung auf SPAM, dem Satirebereich auf SpiegelOnline. Und das ist vielleicht die beste Möglichheit: nehmt es mit Humor. Die Beobachter fühlen sich genauso blöd, wenn sie angestarrt werden. Wenn ihr euch beobachtet fühlt- einfach mal zurückstarren.

Und weil heute Sonntag ist, noch ein kleines Bonbon oben drauf: Wie spannend es ist, die Gesichter von Kindern während der Filmrezeption  zu beobachten, zeigt der Kurzfilm „10 Minuten älter“. Der lettische Dokumentarfilmer Herz Frank (*1926) zeigt in diesem zeitlosen Werk von 1978 die immersive Wirkung des Kinos- die Kinder schauen nicht nur auf die Leinwand, sie befinden sich in dieser anderen Welt. Übrigens ist der Film im Jahr 1979 ein Preisträger auf dem Leipziger Dokumentarfilmfestival, dem DOK Leipzig.

Viel Spaß beim Beobachten von Kinozuschauern!