Mit PINA gewinnt erstmals ein 3D-Film den Deutschen Dokumentarfilmpreis!

Die Preisträger des „Deutschen Dokumentarfilmpreises 2011“, den der Südwestrundfunk (SWR), die MFG Filmförderung Baden-Württemberg (MFG) und das Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms (HDF) in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben, stehen fest: Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den Autor und Regisseur Wim Wenders für seinen in 3D produzierten Dokumentarfilm PINA über die Arbeit der 2009 verstorbenen Choreographin Pina Bausch mit dem Ensemble ihres Tanztheaters in Wuppertal. Der Film wurde von Neue Road Movies, ZDF, 3sat und Arte produziert. Der Preis des Hauses des Dokumentarfilms in Höhe von 3.000 Euro geht an „How to make a book with Steidl“ von Gereon Wetzel und Jörg Adolph von if Productions, ZDF und 3sat. Den mit 2000 Euro dotierten Preis der Stadt Ludwigsburg erhält Philip Scheffner für den Dokumentarfilm „Der Tag des Spatzen“, eine Koproduktion von pong mit ZDF und Arte. Verliehen wurden die Preise am 26. Mai 2011 im Rahmen des Branchentreffs DOKVILLE in der Musikhalle Ludwigsburg durch die neue Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs und SWR-Intendant Peter Boudgoust.

Die drei Preisträger: Wim Wenders (links) Philipp Scheffner (Mitte) Gregon Wetzel (rechts)

Bei der Preisverleihung erklärte die Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs:

„Ich freue mich sehr, dass der Deutsche Dokumentarfilmpreis auch dieses Jahr wieder in Ludwigsburg verliehen wird. Er gehört zu den höchst dotierten Preisen für Dokumentarfilme in Deutschland und verschafft den Besten dieses Faches die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie verdienen. Die Landesregierung und die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg werden den Dokumentarfilm auch in Zukunft besonders unterstützen. Denn Baden-Württemberg als Standort des kulturell anspruchsvollen Films weiter zu stärken, bleibt ein zentrales Ziel baden-württembergischer Filmpolitik.“

SWR-Intendant Peter Boudgoust bezeichnete Wim Wenders‘ „Pina“ als herausragendes Beispiel, neue Möglichkeiten der Produktionstechnik zu erproben: .

„Wim Wenders beweist mit ‚Pina‘, dass der Dokumentarfilm nicht von gestern ist. Mit der 3D-Technologie stößt er in eine neue ästhetische Dimension vor. Nicht um des Effektes willen: Der Tanz im Raum bringt den Zuschauern die Protagonisten im besten dokumentarischen Sinne nahe.“

Auch der SWR als ARD-weit größter Dokumentarfilmsender arbeite kontinuierlich an der Entwicklung dieses Genres, das Boudgoust als eine der Königsdisziplinen öffentlich-rechtlichen Fernsehens bezeichnete. Im Gegensatz zu gescripteten Dokus bei den kommerziellen Anbietern, die er als „Lügengeschichten“ bezeichnete, setze das öffentlich-rechtliche Fernsehen allerdings auf Wahrhaftigkeit: „Wir brauchen Autorinnen und Autoren, die sich leidenschaftlich für Menschen interessieren, die dramaturgisch klug Geschichten erzählen können, wahrhaftige Geschichten.“ Solche Filme fördere der SWR nicht zuletzt mit Auszeichnungen wie dem Deutschen Dokumentarfilmpreis.

Wilhelm Reschl, Leiter des HDF:

„Dokville bietet die ideale Bühne für den Deutschen Dokumentarfilmpreis. Der vom Haus des Dokumentarfilms veranstaltete Branchentreff und die Preisverleihung gehören zweifellos zu den Höhepunkten im Kalender der deutschsprachigen Dokumentarfilmbranche.“

Preisverleihung in der Ludwigsburger Musikhalle Gewinner Wim Wenders

Die siebenköpfige Experten-Jury unter Vorsitz von Claas Danielsen (Direktor des Internationalen Leipziger Filmfestivals) begründete ihre Entscheidungen für „Pina“ folgendermaßen: „Fernab vom klassischen Portrait gelingt es Wenders, ein eigenes filmisches Kunstwerk zu schaffen, das all seine Qualitäten als Regisseur vereint, und sich dennoch niemals über die Kunst der Pina Bausch stellt.“ „How to make a book with Steidl“ von Gereon Wetzel und Jörg Adolph über den Verleger Gerhard Steidl lobte die Jury als „einen sehr modernen Film über Kunst und Globalisierung, der durch seine Montage und ganz eigene Materialität besticht.“ Philip Scheffners „Der Tag des Spatzen“ über die Grenze zwischen Krieg und Frieden in Zeiten des Afghanistan-Einsatzes macht laut Jury „die Leerstelle des nicht Abbildbaren zum Thema“ und arbeite „so beiläufig wie souverän mit den erzählerischen Mitteln“ der immer rarer werdenden Form des Essay-Films. Mitglieder der Jury waren neben Claas Danielsen Christoph Hauser (Arte-Programmdirektor), Andres Veiel (Filmautor), Simone Baumann (Produzentin), Tilmann P. Gangloff (Film-Kritiker), Volker Heise (Produzent und Regisseur) und Alexander Riedel (Filmautor).

Der „Deutsche Dokumentarfilmpreis“ wird seit 2009 alle zwei Jahre im Rahmen des Branchentreffs „Dokville“ verliehen und zeichnet Werke aus, die sich in besonderer Weise um die Weiterentwicklung des Dokumentarfilms in Kino und Fernsehen verdient gemacht haben. SWR, MFG Filmförderung und HDF unterstreichen damit ihr großes Engagement für anspruchsvolle dokumentarische Fernseh- und Kinoproduktionen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 25.000 Euro. Damit gehört die Auszeichnung zu den höchstdotierten Preisen für Dokumentarfilme in Deutschland.

 

Bilder © HDF / Reiner Pfisterer · Alle Rechte vorbehalten.

Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet Wim Wenders’ PINA als “besonders wertvoll” und Dokumentarfilm des Monats aus

Regelmäßig zeichnet die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) die besten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus und gilt so als Prädiktor der sehenswerten Kinoerlebnisse. Nach dem Credo „Jeder Film ist an dem Anspruch zu messen, den er an sich selbst stellt“ werden die eingereichten Filme von Experten gesichtet und auf formale und inhaltliche Kriterien hin bewertet, dabei wird auch die Kunst als solches nicht vergessen. Wim Wenders‘ Tanzfilm in 3D PINA darf sich gleich über zwei Auszeichnungen freuen, zum einen über das Prädikat „besonders wertvoll“, zum anderen über die Ernennung zum „Dokumentarfilm des Monats“.

Pina Bausch war eine der größten Balletttänzerinnen und –choreographinnen unserer Zeit. In Wuppertal gründete sie 1973 das Wuppertaler Tanztheater und arbeitete dort mit ihrer stetig wachsenden internationalen Truppe bis zu ihrem plötzlichen Tod im Jahr 2009. Wim Wenders porträtiert ihre Arbeit auf herausragende Weise. Mit der 3D-Technik findet er eine filmische Ausdrucksmöglichkeit, die das Faszinosum der Tanz-Avandgarde facettenreich bebildert. Wenders mischt Ausschnitte aus Pinas berühmten Bühneninszenierungen mit einzigartigen Choreographien auf Straßen, Plätzen und an atemberaubenden architektonischen Orten. Interviews mit Mitgliedern des Ensembles zeugen von Pinas unerschöpflich künstlerischer Kraft, ihrer tiefen Menschlichkeit und der nie versiegenden Besessenheit an der Kunstform Tanz. Wenders PINA ist eine Liebeserklärung an ihre Person, eine Hommage an die Künstlerin und eine filmische Verbeugung vor dem Tanz.

Die ausführliche Jury-Begründung lautet:

Sehnsucht nach Liebe, Hoffnung auf Liebe. Alle menschlichen Empfindungen, die man damit in Verbindung bringen kann, gehören zu den elementaren Themen, aus denen Pina Bausch die von ihr kreierte neue Form des Theaters schuf, ja das Theater revolutionierte. Die Verbindung von Sprache, Gesang, Tanz und Ballett, weg von den klassischen Formen der Aufteilung, zum „Tanztheater“ – dafür wurde Pina Bausch in ihren Anfängen in Wuppertal angefeindet und später als Ikone neuer Gestaltungsformen des Theaters weltweit gefeiert. In fast vier Jahrzehnten ihrer Arbeit in Wuppertal, die von leidenschaftlichem Einsatz geprägt waren, schuf sie ein unvergleichliches Ensemble. Ein Ensemble, das nicht nur in der Gruppe Außergewöhnliches zu leisten vermochte, sondern in dem jedem Einzelnen durch Pina die Möglichkeit geboten wurde, eine eigenständige Persönlichkeit in den Ausdrucksformen zu entwickeln. Statt nur zu lehren, vermittelte sie ihren Künstlern die Botschaft, sich selbst unersättlich auf die Suche nach dem Sinnlichen zu machen.
Die Jury war überaus begierig zu erfahren, wie es Wim Wenders gelingen kann, das Phänomen Pina Bausch filmisch zu analysieren und dies auch noch in 3-D. Erstaunt muss man feststellen, dass 3-D geradezu die Idealform für die Verbindung von Pinas Tanztheater zum Publikum ist, den Zuschauer geradezu wie im Sog in das Geschehen hineinzieht. 3-D nicht, um das Tanztheater als Objekt zu missbrauchen sondern diesem zu dienen.
Viele Jahrzehnte kreatives Wirken Pina Bauschs in Wuppertal zollt Wim Wenders Tribut, in dem er mit dem Theater aus dem Theater in und um das Umfeld der Stadt zieht und dabei Räume der besonderen Art findet. So viel Raum und so viele Möglichkeiten. Raum und die Gestaltung desselben war für Pina immer ein ganz besonderes kreatives Element.
Geschickt lässt Wenders archivarisches zweidimensionales Filmmaterial auf eine Bildwand im dreidimensionalen Raum projizieren. Die hervorragende Montage des 3-D-Materials geschieht nach einer eigenen Dramaturgie. Hält sich in den ersten Stücken Pinas der Schnitt noch zurück, so steigert er sich bei „Vollmond“ und passt sich dem furiosen Geschehen auf der Bühne wunderbar an.
Eingebettet in den sinnlichen Rausch der Stücke kommen alle wichtigen Ensemble-Mitglieder zu Wort. Alle bezeugen ihre Liebe zu einer ungewöhnlichen Frau und alle bestätigen, wie sehr sie durch Pina in ihrem künstlerischen Reifungsprozess gefördert wurden.
Dieser Film ist nicht nur ein Film von Wim Wenders für Pina sondern auch eine grandiose Hommage ihres Ensembles an sie, die in ihnen weiterleben wird.

Dem kann man inhaltlich nichts hinzufügen. Ich freue mich über die schöne Begründung der Jury. PINA feiert am 13. Februar 2011 Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale und startet am 24. Februar 2011 auf den deutschen 3D- Leinwänden. Mehr über PINA auf der offiziellen Filmwebseite und bei Facebook.

Bild © NEUE ROAD MOVIES GmbH, photograph by Donata Wenders · Alle Rechte vorbehalten.

Livestream der Nominierungen für die 83. Oscar-Verleihung live auf DigitaleLeinwand.de

Und nach der Bekanntgabe der Nominierung für Goldene Himbeeren folgen erfahrungsgemäß die Nominierungen der Academy Awards. In diesem Jahre werden am 27.02.2011 zum 83. mal die Oscars von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences vergeben. Und heute um 8:30 EST, das entspricht 14:30h unserer Zeit, die Nominierungen verkündet. Selbstverständlich dank digitaler Technik live per Stream zu verfolgen. Und natürlich auf DigitaleLeinwand.de:

Watch live streaming video from academyawards at livestream.com

Nominierungen der Razzies in neuer Kategorie "Schlechtester Missbrauch augenfeindlicher 3D-Technik" veröffentlicht

Und endlich gibt es einen neuen Award, der sich um den guten Geschmack im 3D-Kino kümmert: die allseits gefürchtete Goldene Himbere wird erstmals auch in einer neuen Kategorie verliehen: „Schlechtester Missbrauch augenfeindlicher 3D-Technik“. Roger Ebert und Batzmann würden vermutlich am liebsten alle 3D-Filme dafür nominieren, die Jury der Golden Raspberry Award Foundation (G.R.A.F.), besetzt mit internationalen Filmkritikern und Regisseuren, hat die schlechtesten fünf 3D-Werke des letzten Jahres nominiert.

Nominiert für die Goldene Himbeere in der Kategorie „WorstEye-GougingMis-Use of 3D“ sind:

  • Cats & Dogs: Die Rache der Kitty Kahlohr (postkonvertiertes Sequel sprechender Tieragenten, das wirklich keiner nachgefragt hat)
  • Kampf der Titanen (zu diesem nachträglich konvertierten Worstcase der 3D-Branche muss man nichts weiter sagen)
  • Die Legende von Aang (träge postkonvertierte Manga-Realverfilmung über Herrscher der Elemente)
  • Nutcracker 3D (klassische Geschichte in neuem 3D-Zinnober, der in Deutschland gar nicht erst zu sehen war)
  • SAW 3D -Vollendung (blutiges Trickfallen-Gemetzel, zwar in 3D gedreht, aber irgendwie doch unansehnlich)

Besonders hart trifft es M. Night Shyamalans Comic-Adaption „Die Legende von Aang“, der genau wie die Vampirschmonzette „Twilight: Eclipse“ gleich in neun Kategorien für die goldene Himbeere des Jahres nominiert ist. Was um so erstaunlicher ist: gerade die 3D-Verhunzer Kampf der Titanen, Cats& Dogs 2 und demnächst auch Die Legende von Aang sind auf 3D-Blu-ray zu haben, während die wirklich guten 3D-Filme nur als Bundle fürs 3DTV zu haben sind oder erst irgendwann erscheinen.

Wer hätte denn eurer Meinung nach die Goldene Himbeere für den schlechtesten 3D-Film des Jahres 2010 verdient?

Bilder © Razzies  · Alle Rechte vorbehalten.

Pixars 3D-Film Toy Story 3 gewinnt Golden Globe und Critics Choice Award

Die Saison der Preisverleihungen hat begonnen- und Pixars letzter Streich Toy Story 3 räumt ab. Gestern Abend gab es den Golden Globe für den besten Animationsfilm des Jahres, ein paar Tage zuvor konnte Regisseur Lee Unkrich bereits den Critic’s Choice- Award als „Best Animated Feature“ entgegen nehmen.

Interessanterweise waren für beide Auszeichnungen die gleichen fünf Filme nominiert, davon eine Zeichentrick-Adaption nach Jacques Tati „The Illusionist“ und vier wirklich herausragende 3D-CGI-Animationsfilme aus dem Jahr 2010:

ICH – Einfach Unverbesserlich
Drachenzähmen leicht gemacht
The Illusionist
Rapunzel- Neu verföhnt
Toy Story 3

Glückwunsch an Pixar- dann steht dem Oscar für den besten (Animations-) Film ja nichts mehr im Wege!  😉

Und wer für die Verleihung heute Nacht nicht wachgeblieben ist: hier nochmal der Stream vom Roten Teppich der Golden Globes:

Bild © Disney/Pixar · Alle Rechte vorbehalten.

Zwei 3D-Produktionen in der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2011

Der erste Schritt im dreistufigen Auswahlverfahren zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2011 ist vollzogen: Die Vorauswahlkommissionen Spielfilm, Dokumentarfilm und Kinderfilm haben ihre gemeinsamen Sichtungen abgeschlossen und 36 deutsche Kinofilme ausgewählt, die nun ins Rennen um die Nominierungen gehen. Erstmals befinden sich in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis auch zwei stereoskopische 3D-Produktionen. Zum einen wurde Wim Wenders Tanzfilm in 3D PINA in der Kategorie Dokumentarfilm benannt. Constantin schafft mit der 3D-CGI-Produktionen Konferenz der Tiere den Sprung in die Vorauswahl im Bereich Kinderfilm. Die komplette Übersicht der Vorauswahl gibt es unter diesem Link.

Ein paar Hintergrundinformationen zum Deutschen Filmpreises 2011 und dem Auswahlverfahren: Der DEUTSCHE FILMPREIS – die renommierteste und höchst dotierte Auszeichnung für den deutschen Film – ist mit Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 2,855 Mio. Euro des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dotiert und wird nach der Wahl durch die Mitglieder der Deutschen Filmakademie von Kulturstaatsminister Bernd Neumann verliehen.

Für den Dokumentarfilm hat eine siebenköpfige Kommission mit drei Vertretern aus der Sektion Dokumentarfilm, zwei Vertretern aus anderen Sektionen, einem Mitglied des Bundestages und einem externen, branchenerfahrenen Berater gesichtet, diskutiert und am Ende zwölf Dokumentarfilme ausgewählt. Christoph Hübner, Mitglied in der Vorauswahlkommission Dokumentarfilm, überzeugt die Vielfalt des deutschen Dokumentarfilms: „Die Zahl der eingereichten und diskussionswürdigen Filme und die Tatsache, dass wir uns schließlich entschieden haben, das ganze Kontingent von zwölf vorzuschlagenden Filmen auszuschöpfen, zeigen welche Qualität und Bandbreite der Kinodokumentarfilm hierzulande erreicht hat. Wir alle fanden es wichtig, die Filme gemeinsam im Kino zu sichten und zu bewerten. Wir haben durch die Filme und voneinander gelernt. Nichts anderes ist schließlich auch der Gedanke einer Filmakademie.“ Und auch Dokumentarfilme sind Filme für die große Leinwand, findet Angelika Krüger-Leißner (MdB), Mitglied in der Vorauswahlkommission Dokumentarfilm: „Mit wenigen Ausnahmen sind die eingereichten Dokumentarfilme alles Produktionen, die die große Leinwand brauchen, also wirklich für das Kino gemacht sind. Dieser Jahrgang ist wieder ein ganz starkes Argument dafür, dass wir endlich eine dritte Nominierung für den Dokumentarfilm schaffen. Das neue Vorauswahlverfahren, nach dem die Filme von allen Kommissionsmitgliedern gemeinsam gesehen und diskutiert werden, hat sich auch im zweiten Jahr bewährt. Sicher war es wieder anstrengend, doch es ist ein großartiges Erlebnis, die Produktionen gemeinsam anzuschauen und mit höchster Konzentration zu besprechen.“

Mitglieder der Kommission Dokumentarfilm: Christoph Hübner, Stefan Schwietert, Douglas Wolfsperger, Niko von Glasow, Helge Albers, Werner Grassmann, Angelika Krüger-Leißner

Mitglieder der Kommission Dokumentarfilm: Christoph Hübner, Stefan Schwietert, Douglas Wolfsperger, Niko von Glasow, Helge Albers, Werner Grassmann, Angelika Krüger-Leißner

Für die Kategorie Kinderfilm waren sieben Vertreter aus fast allen Sektionen und ein Mitglied des Bundestages zuständig. Die Kommission wurde in diesem Jahr auf eigenen Wunsch erstmals von Kindern begleitet: Insgesamt 14 Kinder waren mit den Kommissionsmitgliedern im Kino und haben mit ihnen diskutiert. Stimmberechtigt waren die jungen Kinogänger nicht, aber für eine besondere Stimmung haben sie gesorgt. Nach lebhaften Gesprächen wurden vier Kinderfilme in die Vorauswahl aufgenommen. Die Kommission ist sich einig: „Das Niveau der Filme hat uns positiv überrascht und macht der Vorauswahlkommission die Entscheidungsfindung nicht einfach. Erstmalig haben wir mit Kindern und Jugendlichen die Filme gesichtet, diskutiert und deren Eindrücke gesammelt. Die Bandbreite der Filme hat zu intensiven, grundsätzlichen Diskussionen geführt, die uns alle inspirierten.“

Mitglieder der Kommission Kinderfilm: Peter Zenk, Dani Levy, Lisa Martinek, Kit Hopkins, Martin Kukula, Lucie Bates, Barbara Hennings, Johannes Selle mit den Kindervertretern

Mitglieder der Kommission Kinderfilm: Peter Zenk, Dani Levy, Lisa Martinek, Kit Hopkins, Martin Kukula, Lucie Bates, Barbara Hennings, Johannes Selle mit den Kindervertretern

Natürlich gibt es noch eine Vorauswahlkommission für die Kategorie Spielfilm. Sie besteht aus 16 Mitgliedern aller Sektionen der Deutschen Filmakademie und zwei Mitgliedern des Bundestages, die sich nach Sichtung auf großer Leinwand und ausführlicher Beratung für 20 Spielfilme aus dem aktuellen Kinojahrgang entschieden haben.

Die Entscheidungen der drei Vorauswahlkommissionen haben zum ersten Mal auch direkte Auswirkungen auf ein Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin (10. bis 20. Februar 2011). Die festivalöffentliche Marktreihe German Cinema wird unter dem Zusatztitel LOLA@Berlinale alle vorausgewählten Filme einmal zeigen. Dadurch sind die interessantesten Arbeiten des aktuellen Filmjahrgangs nicht nur den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie noch ein Mal auf großer Leinwand zugänglich, sondern auch einem Fachpublikum aus der ganzen Welt.

Alle vorausgewählten Filme werden von den Mitgliedern der Deutschen Filmakademie bis März 2011 gesichtet. Der zweite Schritt auf dem Weg zur LOLA-Verleihung 2011 ist die Bekanntgabe der Nominierungen am 11. März 2011. In der dritten Stufe des Auswahlverfahrens stimmen alle Mitglieder der Deutschen Filmakademie unter den nominierten Filmen ab. Die von Thomas Gottschalk moderierte Verleihung des DEUTSCHEN FILMPREISES findet am 8. April 2011 im Berliner Friedrichstadtpalast statt und wird am gleichen Abend vom ZDF ausgestrahlt.

Die Verleihung ist eine Veranstaltung der Deutschen Filmakademie in Zusammenarbeit mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), produziert von der DFA Produktion GmbH. Aktuelle Informationen zum DEUTSCHEN FILMPREIS 2011 und zum Auswahlverfahren gibt es auf der offiziellen Webseite der Deutschen Filmakademie und des Deutschen Filmpreises, und natürlich auf Facebook und Twitter.

Fotos © Florian Liedel, Deutsche Filmakademie e.V.

Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet Disneys "Rapunzel" (3D) als besonders wertvoll aus

In großer Regelmäßigkeit zeichnet die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) stereokopische 3D-Filme aus. Auch Rapunzel, der neue Animationsfilm aus dem Hause Disney darf sich mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ schmücken.

Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin mit langem blonden magischen Haar. Deswegen wird sie von einer bösen Hexe in einem Turm gefangen gehalten. Nie hat Rapunzel die Freiheit kennengelernt. bis eines Tages der charmante Dieb Flynn Rider daherkommt, mit ihr einen Pakt schließt und sie befreit. Der neue Animationsfilm aus dem Hause Disney überzeugt durch seine überraschend frische Neuinterpretation des Grimmschen Märchens mit einer unkonventionell zeitgemäßen Rapunzel. Schon ganz kleine Zuschauer werden ihre Freude an den liebevoll gezeichneten Haupt- und Nebenfiguren finden. Erwachsene kommen mit den frechen Parodien, der rasanten Situationskomik und dem Dialogwitz voll auf ihre Kosten. Gerade die Sidekicks wie das heroische Palastpferd Maximus, das spürhundgleich seine Pflichten erfüllt, oder auch das kleine Chamäleon Pascal als Rapunzels bester Freund verleihen dem Film seine Originalität und machen aus ihm eine moderne Märchenadaption, die neue Elemente hinzufügt und gewitzt fabuliert. Handwerklich perfekt in Szene gesetzt, mit wunderbarer Animation, Musik und einer stimmigen Synchronisation ist der Film aus einem Guss. Augenzwinkernd, kreativ und mit Anspruch. Genau das richtige für die Vorweihnachtszeit, egal ob zwei-oder dreidimensional.

Die ausführliche Jury-Begründung lautet:

Beim neuen Film aus dem Hause Disney ist schwer zu entscheiden, was den meisten Spaß bereitet. Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus unterschiedlichsten Märchen. Die ewig gültige, mal mehr mal weniger problematische Beziehung zwischen Müttern und Töchtern wird hier erzählt, die Geschichte der Emanzipation, des Erwachsenwerdens, des Lösens aus der mütterlichen Obhut in all ihren Widersprüchen, aber natürlich mit viel Humor und Erzählfreude.

Rapunzel wächst behütet bei ihrer ewig jungen Mutter in einem abgelegenen Tal auf einem hohen Turm zu einer bezaubernden 18jährigen heran. Noch bevor der Prinz, diesmal in Gestalt eines armen, aber gut aussehenden jungen Mannes von schlechtem Ruf, in ihr Leben treten kann, begehrt Rapunzel, an ihrem 18. Geburtstag ins Tal zu den Menschen zu wollen. Dort will sie den Sternenregen beobachten, den sie jedes Jahr an ihrem Geburtstag vom Turm aus sieht.

Die Turbulenzen, die nun eintreten, sind überaus amüsant in Szene gesetzt. Als Parallelhandlung wird die Geschichte vom Räuber Flynn Rider erzählt, die für die nötige Action sorgt. Nachdem Rapunzel ihn zunächst mit der Bratpfanne zur Strecke bringt und dann in Schach hält, wird aus der zunächst schwierigen Beziehung eine immer engere, in denen Flynn Rider seine Qualitäten beweisen muss. Mit unzähligen originellen Gags, vor allem auf der Bildebene, wird der Film zu wirklich großartigem Family-Entertainment.

Besonders aber die Sidekicks sind für viele Lacher gut. Pascal, das Chamäleon, das sich von sattem Grün über unauffälliges Braun zu leuchtendem Lila verfärben kann, ist ein echter Hingucker. Sein größter Konkurrent könnte dabei Pferd Maximus werden. Er vereint perfekt die Stärke eines Pferdes mit der Schläue eines Drogensuchhundes und macht dabei stets eine hervorragend komische Figur. Die Bilder, die in den romantischen Szenen des Films zu finden sind, ergeben eine wirklich frohe Stimmung, die nicht ganz frei von Kitsch alle Familienmitglieder begeistern wird. Einzig die Titelgebung „neu verföhnt“ konnte die Jury nicht zu Begeisterungstürmen hinreißen, dies sei jedoch nur am Rande bemerkt.

Es ist wie früher, ein klassischer Disney-Märchenfilm zur Vorweihnachtszeit. Nur nicht mehr so klassisch. Rapunzel startet am 9. Dezember 2010 auf den deutschen 3D- Leinwänden. Hauptsache, die Frisur hält.

Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet "Megamind" mit dem Prädikat "wertvoll" aus

Erneut wurde ein stereokopischer 3D-Film von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) ausgezeichnet. Seit der aktuellen Veröffentlichung der Bewertungen darf sich Dreamworks CGI-Animations-Abenteuer „Megamind“ mit dem Prädikat „wertvoll“ schmücken.

Wenn es nach Megamind geht, dann würde die ganze Welt ihm gehören. Doch das ist leider nicht möglich, denn er als selbsterklärte Verkörperung des Bösen hat einen gewaltigen Gegenspieler: Metroman, der Beschützer des Guten, Held von Metrocity und ewiger Gewinner im gegenseitigen Kräftemessen. Eines Tages jedoch ist es soweit: Der Kampf scheint entschieden, der Gegner ausgeschaltet. Alles schön und gut, doch Megamind stellt fest, dass es ganz schön langweilig ist als Ying ohne Yang. Manchmal kann das Böse auch das Gute werden. Und umgekehrt. Ein 3D-Held, der gar nicht gut sein will und uns dennoch von Herzen berührt. Die pfiffigen Dialoge funktionieren auch in der Synchronisation durch das Dreiergespann Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe und Oliver Welke, sodass ein Gag dem anderen folgt – im Sekundentakt. Der rockige Soundtrack unterstützt die positive Stimmung des Films, die spektakuläre Animation und die bissig-witzige Story sorgen für jede Menge Spaß für Groß und Klein. Um die Worte von Megamind zu benutzen: „Let’s fetz“!

Die ausführliche Jury-Begründung lautet:

Was wäre, wenn die Trennungslinie zwischen gut und böse, zwischen gutem Helden und hinterhältigem Gegenspieler nicht so eindeutig verlaufen würde, wie sie in Superheldenfilmen in der Regel gezogen wird? Wo liegt dann die Grenze zwischen gut und böse, gibt es überhaupt dieses Absolute in der Zuordnung oder sollte man die eigenen (Vor-)Urteile nicht immer wieder hinterfragen und neu bewerten?

Dieses für einen US-amerikanischen Unterhaltungsfilm ungewöhnlich anspruchsvolle moralische Konzept kommt auf sehr unterhaltsame und generationsübergreifend verständliche Weise daher. Schnell ist auch dem letzten Zuschauer klar, dass hier nicht der strahlende Held Metroman im Mittelpunkt steht und dass auch der böse Gegenspieler Megamind noch so manche physische wie psychische Wandlung durchmachen muss. Leider ist das Geplänkel zwischen den beiden Gegenspielern anfangs etwas ermüdend geraten, da helfen auch die vor allem für erwachsene Zuschauer gekonnten Dialoge nicht drüber hinweg. Im zweiten Teil steigert sich der Film jedoch, die Pointierungen gelingen immer besser und man beginnt sich für die Entwicklung der Geschichte und der Figuren zu interessieren. Und jetzt wird die gesamte Story fintenreicher, wunderbare Einfälle kommen dazu wie Metroman, der sich heimlich ins Privatleben verabschiedet hat und jetzt lieber als schlechter Rocksänger glücklich ist, statt als ewiger Held amtsmüde seinen Job nur noch abzureißen. Oder ein völlig aus dem Ruder laufender Ersatzsuperheld, Titan, der nicht einmal im Stande ist, seinen eigenen Namen richtig zu schreiben.

Unangenehm fielen dem Ausschuss jedoch zwei Aspekte auf, die bei der Bewertung ins Gewicht fielen. Zum einen ist es die doch sehr hohe Zerstörungswut, bei der zwar keine Menschen sterben, einzelne Sequenzen für Kinder unter acht Jahren jedoch grenzwertig sein können. Schwieriger wurde allerdings das totalitäre Grundkonstrukt bewertet, nach dem das gesamte Sozialgefüge der Stadt funktioniert. Immer muss es einen einzelnen Führer geben, dem die Bewohner zujubeln können und ohne den sie sich hilflos und schwach fühlen. Hier wäre ein demokratischeres Sozialgefüge wünschenswert gewesen.

Die Erteilung des Prädikates wertvoll ist vor allem durch die vielfältige altersgerechte Ansprache gerechtfertigt, die oft angestrebt wird, aber selten so überzeugend gelingt, und die ernsthafte Auseinandersetzungen mit der Frage nach gut und böse, sogar unter Einbezug von optischen Anklängen an 9/11. Megamind zählt nicht zu den Meisterwerken aktueller CGI-Produktionen, aber ohne Frage zu den herausragenden Werken, das auch nach Vorführende in den Köpfen der großen und kleinen, jungen und älteren Zuschauer hängen bleiben wird.

Megamind startet am 02. Dezember 2010 in den bundesdeutschen 3D-Kinos.

Bild © Paramount · Alle Rechte vorbehalten.

Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet "Konferenz der Tiere" als besonders wertvoll aus

Und erneut wurde ein stereokopischer 3D-Film von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) ausgezeichnet. Seit der aktuellen Veröffentlichung der Bewertungen darf sich Constantins CGI-Animations-Adaption von „Konferenz der Tiere“ mit dem Höchstprädikat „besonders wertvoll“ schmücken.

Die FBW findet: Der Staudamm für ein neues Luxushotel verhindert, dass die Tiere in der afrikanischen Savanne wie jedes Jahr ihr Wasser bekommen. Doch statt sich ihres Durstes und der misslichen Lage zu ergeben, gehen Erdmännchen Billy und sein Löwenfreund Sokrates der ganzen Sache auf den Grund. “Nur gemeinsam sind wir stark”, beschließen die Tiere und machen sich bereit zum Aufstand. Wie einst in Erich Kästners gleichnamigem Roman, der dieser Animation als Inspirationsquelle diente, lehnen sie sich gegen den fatalen Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt, den bedrohten Tierarten und den natürlichen Ressourcen auf. Diese groß angelegte, deutsche (3D-)Produktion besticht durch technische Perfektion, erschafft wundervolle und abwechslungsreiche Landschaftsszenerien und kreiert lustige wie liebenswerte Tiercharaktere, deren Schicksale keinen kalt lassen. Ein groß angelegter Familienunterhaltungsfilm mit wichtigem Denkanstoß.

Die ausführliche Jury-Begründung lautet:

Dieser sehr freien Bearbeitung der Fabel von Erich Kästner gelingt es, deren Essenz in ihrer modernen und den jungen Zuschauern von heute angemessenen Form zu bewahren. Dabei beeindruckt zuerst der Ideenreichtum und die technische Souveränität, mit denen die einzelnen Tierfiguren entworfen und dreidimensional animiert wurden. Die deutsche Produktion kann sich dabei auf allen Ebenen mit denen der US-amerikanischen Animationsstudios messen.

Dabei wurde als besonders positiv bewertet, dass es zwar einige rasante Jagden, Abstürze und Flüge gibt, in denen der 3D-Effekt speziell ausgestellt wird, diese sich aber ansonsten nahtlos in die Geschichte einfügen, bei der die räumliche Wirkung eher mit einer souveränen Selbstverständlichkeit eingesetzt wird. Während die menschlichen Figuren eher Klischees entsprechen (der schießwütige Großwildjäger, der profitsüchtige Europäer in Afrika, seine rebellische Tochter usw.), hat man sich bei der Charakterisierung der Tiere viel größere Mühe gegeben. So wurden der gallische Hahn, der pazifistische Löwe, die majestätische Elefantenkuh, das abenteuerlustige Erdmännchen und alle anderen als zugleich starke, sympathische und komische Persönlichkeiten ausgebildet, die eben nicht simpel “vermenschlicht“ wurden, sondern jeweils dem „Temperament“ ihrer Art gemäß agieren.

Im Laufe ihrer Abenteuer und Reisen kommen sie zusammen und stellen sich gemeinsam der großen Aufgabe, den Menschen davon abzuhalten, die Umwelt so nach seinen eigenen Interessen umzugestalten, dass die Tiere darin keinen Platz mehr finden. Dass die internationale Konferenz der Politiker zum Schutz der Umwelt ausgerechnet in dem luxuriösen Hotelkomplex stattfindet, der das Wasser der gesamten Region verbraucht, ist eine von vielen satirischen Spitzen, mit denen der Film nicht nur technisch, sondern auch thematisch ganz auf der Höhe der Zeit liegt.

KONFERENZ DER TIERE ist auch für kleinere Kinder geeignet, weil er überhaupt nicht brutal ist – selbst dem Jäger wird kein Haar gekrümmt und der Löwe ist Vegetarier – und auch jene, die der Geschichte noch nicht so ganz folgen können, werden sich bestimmt schnell für mindestens eines der Tiere begeistern. Mit den wunderschönen, zum Teil realen Landschaften, der geschickten Auswahl von bekannten Popsongs, die wie Leitmotive die Wirkung einzelner Figuren und Situationen verstärken und der sorgfältigen Auswahl der Synchronstimmen ist dies eine durchweg gelungene Produktion, die das Prädikat besonders wertvoll verdient hat.

Für mich gibt es ein paar ganz schöne Dinge im Film, ich hätte aber auch ein paar Kritikpunkte. Die gibt es dann in der Filmkritik zum Kinostart. Die Konferenz der Tiere startet am 7. Oktober 2010 auf den deutschen 3D- Leinwänden.

“Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr” (3D) erhält FBW-Prädikat „wertvoll“

Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW zeichnet Brad Peytons stereoskopisches 3D-Tier-Spektakel „Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr“ mit dem Prädikat „wertvoll“ aus. Die besten Freunde des Menschen können nicht nur sprechen, sondern sind in Wahrheit Geheimagenten im ewigen Kampf gegeneinander. Im zweiten Teil der tierischen Agentenparodie wird der suspendierte Polizeihund Diggs zum neuen Mitglied der hochtechnologisierten Hunde-Geheimorganisation. Diese schützt die Menschen vor drohenden Gefahren – so auch vor fiesen Katzen wie der größenwahnsinnigen Kitty Kahlohr, die alle Hunde vernichten und dann die Weltherrschaft an sich reißen will. Für diesen kniffligen Einsatz müssen sich die verfeindeten Agenten von Katzen und Hunden zusammenraufen und erstmals kooperieren. Da sind Ärger und Turbulenzen vorprogrammiert!

Die FBW findet: CATS & DOGS gelingt durch seine professionelle Machart ein gewagter Spagat. Der tollkühne Mix aus Animation und Realfilm serviert abgefahrene Helden, coole Sprüche und Actioneinlagen, die Kids nicht nur in der 3D-Version bestens unterhalten. Erwachsenen bietet die Geheimagenten-Parodie einen zitatereichen Ritt durch die Filmgeschichte von James Bond bis zu Inspektor Clouseau. Temporeiches, leicht überdrehtes Familienspektakel.

Die ausführliche Jury-Begründung lautet:

„Katzen und Hunde bekämpfen sich nicht nur durch rivalisierende Geheimdienste, sie sind insgeheim auch noch intelligenter und mit einer besseren Technologie ausgestattet als die Menschen. Auf dieser Prämisse fußt der inzwischen zweite Film der CATS & DOGS-Reihe, in dem mit viel Ironie in erster Linie die James-Bond-Filme parodiert werden. So gibt es einen typischen Titelvorspann, in dem die Hunde und Katzen so verführerisch als Ornamente präsentiert werden wie die Bondgirls einst von Maurice Binder und zur Krönung singt dazu Dame Shirley Bassey. Eine Figur mit dem Namen des Bonddarstellers Lazenby hat in der Originalfassung die Stimme von Roger Moore und eine Superschurkenkatze will mit einer Superwaffe zuerst alle Hunde vernichten und dann die Weltkatzenschaft.

Der Film spielt humorvoll mit dem Kontrast zwischen dem harmlosen Aussehen der Haustiere und deren beachtlichen Fähigkeiten als Actionhelden. Die vielen Sprünge, Fahrten, Flüge und Stürze entsprechen der Dramaturgie eines 3D-Films. Aber auch wenn es immer aufregend zugeht und eine Katze sogar für so gefährlich gilt, dass sie wie Hannibal Lekter mit einem Lederknebel gefesselt wird, passiert weder Tier noch Mensch etwas wirklich Schlimmes, sodass den Kindern der Spaß an den sprechenden Tieren nicht durch Brutalitäten verdorben werden dürfte.“

Bisher konnte ich nur den Trailer in S3D im Kino sehen, der zwar verdeutlicht, warum man den Film stereoskopisch in die Kinos bringt. Leider aber auch deutlich offenbart, dass es sich um eine nachträgliche Konvertierung handelt. Cats & Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr startet am 12. August 2010 in den bundesdeutschen 3D-Kinos.

Bild © Warner Bros. · Alle Rechte vorbehalten.