Das sind die Gewinner des DEUTSCHEN KURZFILMPREIS 2020

Die Kultur auch in schweren Zeiten feiern -das ließen sich die Fans von Kurzfilmen am Mittwochabend nicht nehmen. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters verlieh den Deutschen Kurzfilmpreis 2020 Berlin. Live aus einem Kino, ohne Gäste. Dafür mit Moderator Tim Oliver Schultz, Showband und Livestream für alle. Hier alle Gewinner*innen:

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verkündet die Preisträgerinnen und Preisträger
Foto: DFFB/ Christian Schulz

Dem Kurzfilm und den Nominierten trotz der derzeitigen Einschränkungen eine respektable Bühne zu bieten, war das erklärte Ziel der Verleihung, die dieses Jahr von der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) veranstaltet wurde. Das Staatsministerin für Kultur und Medien vergab am Abend des 25.11.2020 den Deutschen Kurzfilmpreis 2020 durch Prof. Grütters persönlich. Natürlich ist ihr die Vergabe der bewährten Programme ein Anliegen. Ganz besonders in diesen Zeiten der Schließung von Versammlungsstätten darbt die Kultur, man versucht politisch und mit Förderungen dagegen zu halten.

„Mit der festlichen Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises 2020 setzen wir trotz Pandemie ein Zeichen für die Zukunft des Deutschen Films. Gerade in Zeiten der Reise- und Kontaktbeschränkungen öffnet uns der Film neue Horizonte. Dafür stehen insbesondere die Gewinnerfilme des heutigen Abends mit ihrer kreativen Wucht, ihrer bemerkenswerten Aktualität und ihrer gesellschaftlichen Relevanz. All das zeichnet hochwertige Kurzfilme aus, und die wollen wir mithilfe der Filmförderung des Bundes auch auf die Leinwand bringen. Umso mehr danke ich allen, die trotz der widrigen Umstände weiter für eine lebendige und sichtbare Kino- und Filmkultur kämpfen.“

Tim Oliver Schultz lieferte beim Deutschen Kurzfilmpreis 2020 seine erste Moderation ab
Foto: DFFB/ Christian Schulz
Tim Oliver Schultz lieferte beim Deutschen Kurzfilmpreis 2020 seine erste Moderation ab
Foto: DFFB/ Christian Schul
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Da natürlich auch bei dieser Verleihung die Sicherheit Vorrang hatte, fand sie mit so wenig Personen wie möglich statt. Neben der Staatsministerin führte der Grimme-Preisträger und DFFB-Absolvent Tim Oliver Schultz durch die Live-Show- seine erste Moderation! Die Nominierten waren per Videokonferenz zugeschaltet, die Laudator*innen wurden eingespielt. Das Publikum war über die Livestreams auf Facebook und YouTube anwesend, ein bunter Haufen an Filmfans und Institutionen aus dem ganzen Land. Zur Auflockerung spielte die Berliner Indieband „Die Höchste Eisenbahn“ ein paar Songs.

Moderiert von verschiedenen Stationen des Berliner Kinos International stellte Tim Oliver Schultz wie von anderen Veranstaltungen gewohnt wurden die nominierten Kurzfilme mit kleinen Einspielern vor. Nach der Verkündung des Preisträger gaben die jeweiligen Laudator*innen nach einem persönlichen Wort die entsprechenden Begründungen der Jurys für die Wahl des Kurzfilms in der jeweiligen Kategorie bekannt. In ihrer anschließenden Dankesrede konnten die Filmemacher*innen neben ihrer Freude auch ein paar inhaltliche Punkte zum Ausdruck bringen.

DFFB-Alumna und Kurzfilmpreis-Trägerin Annika Pinske laudatierte den ersten Gewinnerfilm in der Kategorie „Dokumentarfilm bis 30 Minuten“: In ALTURAS portraitieren Roxana Reiss und Marian Freistühler Fragmente des Lebens einer peruanischen Familie.

Als Preisträger der Kategorie „Spielfilm bis 10 Minuten“ wurde Jannis Alexander Kiefer für seinen Kurzfilm MEETING ausgezeichnet, der von einer geschäftlichen Videokonferenz handelt. Selbstredend verkündete Schauspielerin und Kurzfilm-Enthusiastin Anna Thalbach die Jurybegründung in einer Videoschalte.

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DER NATÜRLICHE TOD DER MAUS von Katharina Huber wurde als Bester Animationsfilm geehrt

Die deutsch-portugiesische Kurzfilmpreis-Trägerin Maria Trigo Teixeira hätte sich zu ihrer Auszeichnung bei der Verleihung im letzten Jahr einen digitalen Livestream gewünscht, dieses Jahr gratulierte sie der Gewinnerin virtuell zur Auszeichnung. DER NATÜRLICHE TOD DER MAUS von Regisseurin, Autorin und Produzentin Katharina Huber wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis für den besten „Animationsfilm bis 30 Minuten Laufzeit“ gekürt.

Jurybegründung: Die Plastikmüllberge wachsen, das Klima kollabiert, unsere Bananen sind mit Pestiziden verseucht, dazu im Umfeld der ständige Druck, dem sozial Normierten zu entsprechen – und dann tötet unsere Katze auch noch vor unseren Augen eine unschuldige Maus. »Es tut mir alles so leid«, seufzt die Protagonistin und schaut dabei verträumt von ihrem gemütlichen Sofa. Wie geht das, ein gutes Leben zu führen im Angesicht des Leids? Vielleicht mit Träumen. Träumen, in denen nervigen Leuten einfach der Kopf abfällt. Mit der bitterbösen Animation DER NATÜRLICHE TOD DER MAUS entblößt Katharina Huber eine Gesellschaft, die im tagtäglichen Widerspruch vom gleichzeitigen Streben nach Weltverbesserung und Selbstverwirklichung so langsam moralisch verhärmt. Konsequent und enorm präzise in Text und Ton entwickelt ihre Zeichen- und Collagetechnik im Zusammenspiel mit einer herausragenden Soundebene einen unwiderstehlichen Sog mitten hinein ins Zentrum unserer aktuellen Befindlichkeit. 

Für Regisseurin Barbara Ott war ihre Kurzfilmpreis-Auszeichnung das Sprungbrett für ihre kommenden Filme. Begeistert und überwältigt zeigte sie sich beim Gewinnerfilm LAND OF GLORY von der erzählerischen und emotionalen Kraft – Borbála Nagy gewann in der Kategorie „Spielfilm von mehr als 10 Minuten bis 30 Minuten“.

In einer Zeit, wo filmische Inhalte zunehmend von Algorithmen bestimmt werden, sieht Laudator Lars Kraume junge Filmemacher*innen in der Pflicht, Risiken und Experimente einzugehen. Vika Kirchenbauer wurde für ihren „Experimentalfilm bis 30 Minuten Laufzeit“ UNTITLED SEQUENCE OF GAPS mit der Lola prämiert.

In diesem Jahr wurde von der Jury außerdem der „Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 Minuten bis 78 Minuten“ vergeben. Deutscher Filmpreis-Trägerin Emily Atef würdigte in ihrer Ansprache die zu spürende kreative Freiheit, welche die Produzentin Ann Carolin Renninger in diesem frischen, gewagten, humorvollen und doch emotionalen Film MAMAN MAMAN MAMAN ihrer Regisseurin Lucia Margarita Bauer gewährte.


Der Deutsche Kurzfilmpreis ist der bedeutendste und höchstdotierte Preis für die kurze filmische Form in Deutschland. Prämiert werden herausragende Leistungen bei der Produktion von Kurzfilmen in Deutschland. In diesem Jahr wurden aus 254 wettbewerbsfähigen Filmeinreichungen von zwei Auswahljurys insgesamt zwölf Filme nominiert und sechs Filme ausgezeichnet. Die Gewinner*innen der Kurzfilmpreise erhalten je eine zweckgebundene Prämie von 30.000 Euro, eine Nominierung ist mit 15.000 Euro Prämie verbunden. Die Prämie für den Sonderpreis beträgt 20.000 Euro.

Deutscher-Kurzfilmpreis-2020-Key-Visual

Bilder (c) DFFB/ Christian Schulz (1,2), Katharina Huber (3), Deutscher Kurzfilmpreis (4)

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