Wird Hollywood mehr großartige Filme einstampfen?

Für den größten Hollywoods größten Actionstar ist keine Herausforderung zu hoch: Dwayne Johnson hängt in SKYSCRAPER an einem brennenden Wolkenkratzer. Grafik: Universal Pictures.

In Hollywood gibt es eine große Debatte über das Erbe des Rassismus. Im letzten Monat hatte sich HBO dazu entschieden, den Klassiker „Gone With the Wind“ aus ihrem Online-Programm zu entfernen. Und in der letzten Woche haben wir von einer Petition aus Orange County in Kalifornien erfahren, die dafür sorgen soll, dass der John Wayne Airport umbenannt wird. Es gibt zahlreiche andere Beispiele, wie Tina Fey, die sich für das Entfernen von 30 kontroversen „Blackface“ Episoden einsetzt.

Es ist eine komplizierte Situation und ein Problem, auf das es keine einfache Antwort gibt. Unterstützer dieser Aktionen sehen es als eine Art Säuberung an. Sie fragen sich, warum es einen Flughafen gibt, der nach John Wayne benannt wurde, wenn man weiß, dass der Schauspieler ein Rassist war. Doch Andere argumentieren, dass das Entfernen von Filmen und Serien einer Zensur gleichkomme.

Die vielleicht wichtigere Frage ist: Wie weit wird das gehen? Wir haben gesehen, wie Kevin Spacey von Hollywood „gecancelt“ wurde, nachdem er wegen sexueller Belästigung und Nötigung beschuldigt wurde. Das ist verständlich, aber heißt das, dass jeder Film, in dem Spacey mitspielte, entfernt werden muss? Zudem sollte man sagen, dass Spacey noch von keinem Gericht als schuldig verurteilt wurde, auch wenn sein Verhalten verwerflich war.

Kritik an Klassikern wie „Rain Man“

Doch auch wenn Verbrechen und Rassismus nicht involviert sind, gibt es Stimmen, welche fordern, dass Filme verändert werden. Ein Beispiel ist der Film „Rain Man“ mit Dustin Hoffmann. In diesem Film spielt Hoffmann Raymond, einen Autisten, der seine geistigen Fähigkeiten beim Blackjack in Las Vegas unter Beweis stellt. Zu dieser Zeit wurde Hoffmann für seine schauspielerische Leistung gelobt – er gewann sogar den Oscar als bester Schauspieler. Doch heute glauben viele Kritiker, dass Hoffmanns Rolle falsche Vorurteile lieferte, die zu Missverständnissen mit Bezug auf Autismus geführt haben.

Tom Cruise und Dustin Hofmann in RAIN MAN Foto: Universal Pictures

Es gibt ein weiteres Argument, das besagt, dass Schauspieler keine Rollen spielen sollte, die nicht mit ihrer eigenen Persönlichkeit verbunden sind. Im Film „Skyscraper“ aus dem Jahr 2018 spielte Dwayne „The Rock“ Johnson einen Charakter mit amputiertem Bein. Kritiker fordern, dass solche Rollen von Leuten mit echten körperlichen Einschränkungen gespielt werden sollten. Ein Gegenargument ist, dass dies nun mal in der Natur des Schauspiels liegt: Charaktere spielen, die nicht sind, wie man selbst. Uns stört es nicht, wenn ein amerikanischer Schauspieler einen Deutschen verkörpert, warum sollte es uns also stören, wenn ein heterosexueller Schauspieler einen Homosexuellen verkörpert? Zudem sind die meisten damit einverstanden, wenn ein homosexueller Schauspieler eine heterosexuelle Person spielt.

Ein gerechteres System ist nötig

Doch es geht um mehr, als nur darum, politisch korrekt zu handeln. Für lange Zeit wurden viele Schauspieler in Hollywood aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts, ihrer Sexualität und ihren Behinderungen benachteiligt. Bis heute gibt es nur wenige offen homosexuelle Schauspieler in Hollywood und viele werden wegen ihrer Rasse oder wegen Behinderungen diskriminiert.

Es ist schwierig zu sagen, was als nächstes geschieht. Doch Hollywood kann keine Diskussion über die Vergangenheit anfangen, wenn die aktuellen Probleme noch nicht gelöst wurden. Wenn die Chancen gleich wären und es keinen Rassismus mehr geben würde, könnten wir alte Filme als Beispiel einer Vergangenheit aufführen, in der viele Dinge falsch liefen. Bis zu diesem Tag, sollte man sich daran gewöhnen, dass problematisches Material entfernt wird.

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