CARNE Y ARENA: Alejandro G. Iñárritu mit Ehren-Oscar für Virtual Reality- Experience geehrt

Der Vorstand der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) zeichnete den mexikanischen Filmemacher Alejandro G. Iñárritu mit einem Ehren-Oscar für seine Virtual Reality-Experience CARNE Y ARENA aus. Iñárritu und sein Kameramann Emmanuel Lubezki öffneten laut Akademie-Chef John Bailey mit ihrem „stark emotionalen“ Werk über Migranten „neue Türen für filmische Wahrnehmung“.
VR - Carne y Arena -Ocar Special AwardVier Academy Awards aka Oscars hatte Alejandro G. Iñárritu bereits [Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch für BIRDMAN (2014), Beste Regie für THE REVENANT (2015)], nun ist ein fünfter hinzu gekommen. Und zwar ein ganz besonderer, denn der Ehren-Oscar ist ein Special Award für seine eindringlichen Virtual Reality-Installation CARNE Y ARENA. Dieser Special Award wird nicht jährlich, sondern nur für besondere Errungenschaften verliehen, zuletzt 1996 an John Lasseter für den ersten vollständig computeranimierten Spielfilm TOY STORY.

„Carne y Arena“ (etwa: Fleisch und Sand) wurde erstmals bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai 2017 präsentiert und sorgte für Aufsehen. Derzeit ist die Installation im Los Angeles County Museum of Art sowie im Tlatelolco Museum in Mexico City zu sehen. Die Experience beruht auf Erfahrungen von Migranten, die den gefährlichen Weg von Mexiko in die USA geschafft haben. Die Zuschauer laufen mit einer VR-Brille barfuß durch einen mit Sand ausgelegten Raum, während sie die Schilderungen der Flüchtlinge hautnah erleben. Die immersive Multimedia-Installation ist nicht unumstritten: erzielt man mit dem Erlebnis ein Maß von Empathie? Oder ist es ein einfacher Thrill auf Videogame-Niveau, der effekthascherisch die Todesgefahr mexikanischer Flüchtlinge instrumentalisiert?

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Academy-Chef John Bailey sieht in der VR-Technik eine viszerale Verbindung mit den politischen und sozialen Realitäten der US-mexikanischen Grenze: „CARNE y ARENA,’ Iñárritu’s multimedia art and cinema experience, is a deeply emotional and physically immersive venture into the world of migrants crossing the desert of the American southwest in early dawn light. More than even a creative breakthrough in the still emerging form of virtual reality, it viscerally connects us to the hot-button political and social realities of the U.S.-Mexico border.”

Kameramann der VR-Experience ist übrigens Iñárritus Landsmann Emmanuel Lubezki, der mittlerweile mit drei Academy Awards für GRAVITY (2013), BIRDMAN (2014) und THE REVENANT (2015) ausgezeichnet wurde.
Eine Installation von CARNE Y ARENA im deutschsprachigen Raum ist leider bisher nicht bekannt gegeben. Wieder mal sehr bedauerlich.

Alejandro González Iñárritu, hier mit seinem Oscar für THE REVENANT. (Bild: Academy of Motion Picture Arts and Sciences )

 

 

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