Ulli Lommel dreht 3D-Film LA CELLA mit Performancekünstler Wolfgang Flatz

»Fressen, Ficken, Fernsehen« lautet eines der bekanntesten Zitate des österreichischen Aktions- und Performancekünstlers Wolfgang Flatz, der auch schon eine tote Kuh aus einem Hubschrauber über Berlin abwarf („Fleisch“), den ersten kaufbaren Computervirus verkaufte („Softkiller“), oder sich als autoagressiver lebendiger Glockenklöppel in Tiflis verdingte. Provokation ist sein Credo. Nach seiner ersten Kinorolle im Thriller „Der kalte Finger“ von Ralf Huettner (1996) kehrt er nun mit dem 3D-Film ins Kino zurück, diesmal allerdings mit einem Inhalt seines eigenen Kunstschaffens.

FLATZ -LogoLA CELLA beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2009, als Flatz‘ Beitrag der Ausstellung Cella in Rom mit Polizeigewalt aufgelöst wurde. Auf Anordnung des italienischen Kultusministeriums wurde der Künstler mit Gewalt aus den Räumen des Complesso Monumentale di San Michele a Ripa Grande entfernt, da er entgegen der Abmachungen die ihm zugewiesene Zelle vollständig in sein eigenes Kunstwerk „Sixtinische Kapelle“ umwandelte und bemalte. Das in den Jahren 1686 – 1715 unter den Päpsten Innozenz XI, Innozenz XII und Clemens XI errichtete Gebäude ist weltweit der erste Gefängnisbau mit einer Zellenstruktur und zählt zum Weltkulturerbe.

„Kunst ist nicht der Spiegel den man der Gesellschaft vorhält, sondern der Hammer mit dem man sie gestaltet.“ Ulli Lommel

Regisseur Ulli Lommel schrieb zu LA CELLA auch das Drehbuch, zusammen mit Andreas Lechner und Wolfgang Flatz wird produziert. Noch im März beginnen Berg Film und Hollywood Action House mit den Dreharbeiten zur deutsch-amerikanische Koproduktion. Der Film soll bei den Filmfestspielen in Venedig seine Weltpremiere feiern und 2014 in den deutschen 3D-Kinos zu sehen sein.

Jetzt gehört Ulli Lommels letzte Regiearbeit „Daniel der Zauberer“ mit Daniel Küblböck nicht unbedingt zu den bestbewerteten Werken der Filmgeschichte, Lommel brachte aber bereits das Dreamteam Rainer Werner Fassbinder und Michael Ballhaus zusammen und platzierte Andy Warhol in seinen Filmen „Blank Generation“  (1978)  und „Cocaine Cowboys“ (1979) in Gastauftritten . Wenn den Filmemachern im 3D-Film so wenig einfällt wie im letzten Jahr, bin ich wirklich dankbar für ein bisschen dreckige Kunstperformance-Dokumentation um einen provokativen Performance- und Videokünstler. Wir dürfen gespannt sein!

FLATZ -Physical Sculpture

 

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