Constantin beeindruckt mit erstem Trailer des 3D-Motioncapture-Animationsfilms TARZAN

2010 kam die Ankündigung: Constantin erwarb die freiwerdenden Filmrechte an der weltbekannten Tarzan-Saga nach den Büchern von Edgar Rice Burroughs. Ein CGI-Animationsfilm in 3D soll es werden, in internationaler Ausrichtung gedacht, ein Dschungel-Erlebnis wie in Avatar. Große Ziele, auch für einen wohl vorbekannten Stoff, der bereits einige Realfilm-Versionen, eine Disney Zeichentrick-Adaption und ein gut laufendes Stage-Musical in Hamburg durchlebte. Nun gibt es einen ersten Ausblick in die filmischen Teaser-Trailer zu TARZAN 3D.

Im Roman wird Tarzan als Kind eines aristokratischen Pärchens im Dschungel Afrikas geboren. Als seine Eltern sterben, nimmt sich ein Affenrudel des kleinen Tarzans an und zieht ihn auf. Als Tarzan, der sich bei den Affen fremd fühlt, eines Tages die Hütte seiner verstorbenen Eltern findet, erfährt er auch die Wahrheit seiner eigenen Herkunft. Dank seines außergewöhnlichen Geschicks, seines Mutes und seiner Kraft wird Tarzan schließlich der Anführer des Affenclans. Zum ersten Mal in seinem Leben kommt Tarzan in Kontakt mit der westlichen Zivilisation, als er die Amerikanerin Jane vor den Gefahren des Dschungels rettet. Nun beginnt ein konfliktreicher Weg, auf dem Tarzan zwischen seiner Vergangenheit im Dschungel und der menschlichen Zivilisation hin und her gerissen wird.

Als deutscher Starttermin für TARZAN ist der 25.7.2013 angeplant, aber bis dahin kann es noch zu den üblichen Verschiebungen kommen. Eine offizielle Synopsis ist bisher nicht freigegeben und wir dürfen gespannt sein, was der Film neben der Initiationsgeschichte und der Romanze als Handlung für uns bereit hält.

Hier der erste Teaser-Trailer zu TARZAN:

Letzlich kann man bisher wenig beurteilen, da uns der Teaser natürlich Beauty-Shots mit Bombast-Sound präsentiert. Jetzt muss ich vorsichtig formulieren. Eigentlich wollte ich beginnen mit: für einen deutschen Film sieht das doch sehr gut aus! Aber sollte das der Maßstab sein?

Die Animation liefert Ambient Entertainment aus Hannover, die bereits die CGI-Filme „Urmel voll in Fahrt“ und Konferenz der Tiere realisierte. Regisseur des Projektes ist Reinhard Kloos, der auch das Drehbuch schrieb und als Produzent neben Martin Moszkowicz tätig ist. Für die Titelrolle des Tarzan verpflichtete die Produktion den amerikanischen Schauspieler Kellan Lutz (Calvin Klein-Unterwäsche-Modell und Twilight-Glitzervampir) sowie Spencer Locke als Jane, die viele als K-Mart aus „Resident Evil: Extinction“ kennen. Doch von beiden wird direkt eher wenig zu hören und zu sehen sein: in der deutschen Fassung wird es eine Synchronisation der Stimmen geben, zudem dienen beide als Motion-Capturing-Modelle, welche die Bewegungen des Schauspiels auf das geriggte 3D-Modell übertragen. Doch man hat Gesichter für die Publicity, die sich ja gerne auf  Personality stützt. Und damit ist eigentlich dieser Grund der Besetzung klar, meines Wissens verfügt keiner der Darsteller über MoCap-Erfahrung, Auszeichnungen für besonders nuanciertes Schauspiel erinnere ich ebenso nicht, es wird aber auch kein Performance- oder Emotion-Capturing zur Aufnahme und Übertragung der Gesichtszüge eingesetzt. Eine Weltklasse-Performance wie von Andy Serkis als Schimpanse „Cesar in Planet der Affen: Prevolution“ erwarte ich nicht.

Auf der Produktions-Pressekonferenz in den Bavaria-Studios: Executive Producer Martin Moszkowicz, Darsteller Kellan Lutz und Spencer Locke, sowie Regisseur Reinhard Kloos (v.l.n.r.)

Im ersten B-Roll- Material (mittlerweile entfernt) waren Konzeptzeichnungen zu sehen, die ein anderes Bild zeichneten als der frisch veröffentlichte Trailer. Die Figuren waren weniger fotorealistisch, sondern eher cartoony. Daher hat mich der Teaser sehr positiv im Look überrascht. Mit der Aufklärung des finalen Looks werden wir uns noch gedulden müssen, bis wie einen Full-Trailer zu sehen bekommen.

WETA Digital hat mit „Planet der Affen: Prevolution“ den Maßstab für fotorealistische Primaten definiert, sowohl im Look, wie in der Bewegung. Die laufenden Gorillas im Trailer wirken mit dem Nachziehbein auf mich recht behäbig. Auch hier werden wir erst in späterer Fassung sehen, ob der Einsatz von MoCap für den Zuschauer Sinn macht.

Die Sets sind sehr detailliert gestaltet, ein Dschungel-Feeling kommt schon auf. Doch existiert für mich noch eine Dissonanz zwischen Ton- und Bildebene: die Tonebene ist voller Geräusche von Lebewesen, die wir allerdings nicht zu sehen bekommen. Das war gerade die Stärke von Avatar, und selbstverständlich ein aufwändiger und kostenintensiver Teil- in den Wäldern von Pandora bewegt sich alles, kleine Fliegen und Partikel surren durch die Luft, erfüllen den Raum mit Leben. Im Tarzan-Dschungel bewegt sich kein Blatt, auch nicht wenn der Affenjunge gerade sein Bein drüber schwingt. Auch Pixars letzter Animationsfilm Merida -Legende der Highlands hat das Niveau von detaillierten real wirkenden Wäldern sehr nach oben geschraubt. Für ein solches Ergebnis dürfte der deutschen Produktion einfach das Geld fehlen.

Selbstverständlich handelt es sich bei Tarzan um einen stereoskopischen 3D-Film und nach Sichtung des 3D-Trailers erwarte ich durchaus ein ansprechendes Erlebnis. Das 3D-Bild profitiert von den aufwändigen Kulissen, die durch ständig auftretende Pflanzen, Bäume oder Lianen schöne Tiefenstaffelungen ergeben, vor allem in der Bewegung. Die „Baumhaussche Totale“ zum Ende bietet einen grandiosen Ausblick auf die Landschaft und vermittelt ihre Weite stereoskopisch gleich nochmal so gut. Darauf dürfen wir uns sicher freuen.

Kurzes Fazit: von der Animation und des Grads des fotorealistischen Looks verspricht  Constantins TARZAN das anspruchsvollste deutsche Animationsfilm-Projekt zu werden. Dies setzt zwar international bisher keine neuen Maßstäbe, muss sich aber auch nicht hinter weit kostspieligeren Produktionen von Dreamworks/Pixar/ Blue Sky verstecken. Ähnlich wie bei der Produktion „Konferenz der Tiere“ war der Teaser ein echtes Versprechen voller beeindruckender Beauty-Shots, die den Pups-Humor des späteren Films verbarg. Ob uns Tarzan mit seiner Geschichte in dieser Form in den Bann schlägt, dürfte, wie fast immer, die Geschichte  entscheiden. Ich bin gespannt, welche Zielgruppe man dort vor Augen hatte- muss der Film auch für die kleinen Kinder mit einer FSK 0 tauglich sein, oder traut man sich an eine erwachsenere, düstere Geschichte des Überlebens in der Wildnis?

 

Bilder © Constantin Film · Alle Rechte vorbehalten.

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