Deutschland bleibt 3D-Land: jedes vierte gekaufte Kinoticket 2011 stereoskopisch

Während die Kritiker nicht müde werden das Ende des 3D-Hypes auszurufen, sprechen die offiziellen Zahlen eine deutliche andere Sprache: im Jahr 2011 lösten 29,3 Mio. Besucher ein Ticket für einen stereoskopischen 3D-Film, was einem Marktanteil von 22,8 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 129,6 Mio. Kinotickets in Deutschland verkauft, das ist ein Zuwachs von 2,3 Prozent gegenüber 2010.  Dies gab heute die Filmförderungsanstalt FFA durch die Vorlage der offiziellen Kinozahlen 2011 bekannt.

Fast jedes vierte Kinoticket wurde in Deutschland 2011 für einen stereoskopischen 3D-Film gelöst, von denen es mit einer Bandbreite von 46 unterschiedlichen Filmen eine umfangreiche Auswahl gab. Der Marktanteil vergrößert sich im Vergleich zum Vorjahr, wo die dreißig 3D-Filme 2010 einen Anteil von 20,4 Prozent erreichten, 2009 wurde fast jedes sechste Ticket für einen 3D-Film gelöst.  Bezogen auf die Neustarts 2011 von 532 Erstaufführungen im deutschen Kino eine hervorragende Bilanz: 11,5% aller Filme sind 3D-Titel, die aber für 22,8% aller Ticketverkäufe sorgen und dabei nochmal für einen deutlich höheren Umsatz durch den 3D-Zuschlag (leider sind die 3D-Umsatzzahlen nicht separat ausgewiesen).

Deutschland gilt beim Abspiel als wichtiges 3D-Territorium, und auch in der Produktion gibt es signifikante Veränderungen. 2011 standen mit Filmen wie PINA, Die drei Musketiere oder Wickie auf großer Fahrt deutsche 3D-Produktionen internationaler Größe auf den Spielplänen. Durch die sieben deutsche 3D-Filme 2011 sieht FFA-Vorstand Peter Dinges das heimische Potential bestätigt: „Das sind, mit Ausnahme der USA, mehr als jedes andere Land in die deutschen Kinos brachte – womit unsere Filmindustrie ihre Leistungsfähigkeit erneut unter Beweis stellt.“

Gesamt betrachtet schrumpft – wie erwartet-  die deutsche Kinolandschaft. Im Jahr 2011 wurden 124 Kinos neu- oder wiedereröffnet, auf der anderen Seite 183 Kinos geschlossen, größtenteils aufgrund von Unrentabilität und Konkurrenzdruck. Gut, dass die 2011 von der FFA  etablierte Digitalisierungsförderung von Bund, FFA und Ländern greift, mit der auch eine Vielzahl kleiner Kinos in Städten mit geringer Einwohnerzahl profitiert. Die FFA hat im Rahmen der Digitalisierungsförderung ein Gesamtvolumen von 5,4 Mio. Euro Mittel für 566 Leinwände in 278 Kinos bewilligt.

Freuen wir uns also auf die kommenden rund 50 3D-Produktionen des Kinojahres 2012 und die ausführlichen Analysen des Kinojahres durch die FFA, die im Mai, bzw. August erwartet werden.

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