3D-Jahrescharts 2011 – die 3D-Besucherflops

Nach den persönlichen Tops und Flops im 3D-Kino 2011 sollen nun auch die Statistiker zu ihrem Recht, bzw. ihren Zahlen kommen. 2011 kann als das Kinojahr markiert werden, in dem ein 3D-Film nicht mehr per se die Aufmerksamkeit und damit die Zuschauer auf sich zog. Bemerkenswert ist, dass alle Filme dieser Top 5 ausschließlich in 3D in den Kinos gestartet sind. Man ahnte wohl, dass das größte Pfund dieser Filme ihr stereoskopischer Schauwert ist. Und doch auch tröstlich, dass drei meiner 3D-Flops 2011 auch in den 3D-Besucherflops wiederzufinden sind.

Auf Platz 5 der 3D Besucherflops des Jahres 2011 landet mein persönlicher Spitzenflop: der GLEE on Tour – Der 3D-Film -Konzertfilm, oder wie es genauer heißen müsste: der halbe Glee-3D-Konzertfilm mit der Hälfte 2D-Dokumentation. Das war sicher eine Enttäuschung für Verleiher Fox, der auf das Fanpotential der deutschen Gleeks gehofft hatte. Trotz einem Start mit 50 3D-Kopien wollten dieses Machwerk bloß 6.614 Zuschauer dafür ihr Geld an der Kinokasse ausgeben. Und selbst von denen hat sich noch so mancher geärgert…

 

Senators diesjähriger Ausflug in den 3D-Horror kam wohl der etwas schwunghafte Wechsel einer Direct-to-Blu-ray-Produktion zu doch noch eine Kinoauswertung in die Quere. Den italienisch-kanadische Grusler Hidden 3D um das manifestiertes Böse in einem für psychologische Experimente genutztem verlassenem Kloster wollten 5.950 Wagemutige im Kino sehen, nach dem vorsichtigen Start mit 9 Kopien legte Senator in der zweiten Woche direkt noch eine weitere nach. Das reicht für Platz vier der 3D-Besucherflops 2011. Echter Kinohorror, aber anders als versprochen…

Auf dem dritten Rang endlich eine einheimische Produktion. Nein, nicht Die Drei Musketiere… Die Independent- und Lowbudget-Produktion Iron Doors war Kinostars Start in das 3D-Kino, wenn auch kein glorreicher. Der Anderthalb-Personen-Thriller kam zwar mit einer durchaus annehmbaren 3D-Konvertierung auf die Leinwände, allerdings war den Genrefans die Handlung zu beschränkt, nicht blutig genug, zu hölzern gespielt oder zu unverständlich. Mit 3091 Besuchern verteilt auf 58 Kinos macht Iron Doors im Kopienschnitt leider eine richtige tote Nummer.

 

Auf dem zweiten Platz folgt nochmal Kinostar, die den russischen Animationsfilm Spacedogs um die russischen Raumfahrer-Tierchen auf den deutschen Leinwänden in 3D auswerteten. Ganze 1.109 Besucher erreichte der CGI-Film bei 36 Kopien. Dieser 30er-Kopienschnitt ist keine astronomische Größe. Und vermutlich gehört nicht der Einkäufer gefeuert, sondern der Disponent. Wer glaubt mit einem unbekannten Film parallel zur 3D-Wiederaufführung des Animationsklassikers Der König der Löwen (gleiche Zielgruppe, gleiche Alterskohorte, gleiches Genre, Konkurrenz auf der 3D-Leinwand) bestehen zu können, hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Und auf dem Spitzenplatz des 3D-Besucherflops 2011 landet ein CGI-Animationsfilm. Der Ruf als 3D-Flop des Jahres 2011 wird die Boxoffice-Enttäuschung Milo und Mars nie wieder los. Da die 150 Mio. Dollar-Produktion von Robert Zemeckis in den USA floppte, entschied sich Disney in Deutschland den Film gar nicht erst groß zu starten. Mit kläglichen 5 Kopien- diese aber alle stereoskopisch -lief der MoCap-CGI-Film auf unseren 3D-Leinwänden und zog 885 Besucher an. Der Kopienschnitt ist zwar im Vergleich gar nicht so mies, dennoch ist Milo und Mars der 3D-Besucherflop des Jahres 2011.

Auf ein besseres 3D-Kinojahr 2012!

3D-Besucherflops 2011 in der Übersicht:

  • Platz 1: Milo und Mars | Disney | 885 Besucher | gestartet mit 5 Kopien
  • Platz 2: Space Dogs | Kinostar | 1.109 Besucher | gestartet mit 36 Kopien
  • Platz 3: Iron Doors 3D | Kinostar | 3.091 Besucher | gestartet mit 58 Kopien
  • Platz 4: Hidden 3D | Senator | 5.950 Besucher | gestartet mit 9 Kopien (10 Kopien max)
  • Platz 5: GLEE on Tour – Der 3D-Film | Fox | 6.614 Besucher | gestartet mit 50 Kopien
1 Antwort
  1. Leslie
    Leslie says:

    Irgendwie hatte ich Glück – die haben wir auch verschmäht 🙂 Dafür hab ich meine Frau in Piranha 3D geschleppt. Wobei ich diese Schlachtplatte schon wieder ganz gut fand inkl. Unterwassertanz

    Antworten

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