Die Renaissance des Kinos

Der Erfolg des 3D-Formats im Kino ist vor allem aufwendigen Technologien zu verdanken. Die Entwicklung des digitalen stereoskopischen Verfahren und der teuren 3D- Kameras, die in der Produktion unermesslich viel Energie, Zeit und Geld konsumieren, sollen dem Zuschauer wieder ein ganz besonderes Kinoerlebnis liefern. Obwohl es bereits zwei große Wellen der Stereo-3D-Filme mit ihrer spannenden audiovisuellen Erfahrung  im Kino gab, hat die Filmindustrie sich immer wieder bemüht, weitere Schritte in die filmtechnische Zukunft zu machen.

Mit Filmen wie AVATAR, der mit unglaublichem Aufwand die 3D-Ausstrahlung in vielen Kinos überhaupt erst attraktiv machte, konnte der durchschlagende Erfolg an der Kinokasse überhaupt verbucht werden. Und dieser ist für die Filmindustrie absolut nicht zu unterschätzen. Die größte Konkurrenz für das Kino sind die heutzutage relativ günstig einzurichtenden Home Kinos. Dolby Surround, Flachbildfernsehen, sowie preislich kaum zu unterbietende DVDs oder Blu-rays sind bequemer und natürlich billiger als Kino. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wird immer mehr auf Produktionen gesetzt, die ihren vollen Effekt und ihre Besonderheit erst im ganzheitlichen Erlebnis auf der großen Leinwand entfalten.

Dabei gibt es verschiedene Produktionsmöglichkeiten, wie etwa das Filmen in aufwendiger Arbeit im IMAX-Verfahren  oder mit 3D-Spiegelrigs. Aber seit 2009 mischt sich eine andere Bewegung zwischen die authentischen 3D-Filmproduktionen. So werden Filme dank verbesserter Software aus ihrer 2D-Fassung in einen stereoskopischen Film automatisiert hochgerechnet. Im Klartext bedeutet das: Filme wie DER KÖNIG DR LÖWEN werden nicht neu gedreht-  das wäre teuer und umständlich. Stattdessen werden sie nachträglich konvertiert und kommen als recycleter Erfolg zurück in die Kinos , die selbstverständlich trotzdem mehr für das Ticket verlangen können – immerhin ist es ja “3D”. Viele Besucher empfinden dieses  Verfahren des Hochrechnens als „Schummel-3D“, da der Film nicht von Anfang an in 3D gedreht wurde.

Aber die Konvertierungen werden technisch zunehmend besser. Und James Cameron will mit der sorgfältig konvertierten Version seines Blockbusters TITANIC im nächsten Jahr den Beweis der Qualität antreten. Um den Unterschied zwischen “echtem” 3D und “falschem” 3D zu erkennen, muss man ein bisschen wie im Casino spielen, denn genau kann man das nicht sagen. Auch bei in 3D gedrehten Filmen gibt es mitunter schlechte Stereoskopie. Manche selbsternannten Experten behaupten, man erkenne es an der Helligkeit des Films. Ihre Erklärung:  je heller der Film, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er  “geschummelt” ist, da sich bei einem 3D Film die Kameras das Licht teilen. Ich würde sagen: je heller ein 3D-Film, desto besser sind die Lampen der Projektoren auf das jeweilige 3D-System und die 3D-Brillen angepasst.

Der bedeutsame Unterhaltungsfaktor bleibt aber bei gut gemachten Filmen, egal ob geschummelt oder nicht, derselbe. Vielleicht ist es daher unerheblich, ob ein James Bond nun neu hochgerendert in Casino Royal Roulette spielt, oder ob er es eben in einem neuen und nur für 3D produzierten Film tut. Am Ende des Tages stellt sich nur die Frage, ob es den Konsumenten (und auch den Kinobetreibern, die aufrüsten müssen) gegenüber fair ist, höhere Preise für Filme zu verlangen, die bereits profitabel waren und nun nur noch Gewinn einspielen.

 

Bild almogon / photocase.com