Brauchen 3D-Filme eine höhere FSK als 2D-Filme? Schweden stuft Cats&Dogs – Die Rache der Kitty Kahlohr hoch

Das Thema an sich ist nicht neu, doch hat bisher niemand Konsequenzen gezogen. Immersive Inhalte wirken durch ihre Nähe und Vereinnahmung spannender und aufregender als die 2D-Fassungen, darum sehe ich mir das Ganze ja an! Doch wie wirkt ein furchterregender feuerspeiender Drache, der nicht nur das Lamm frisst, sondern geradewegs brüllend aus der Leinwand auf mich zu rast. Für mich kein Problem, aber wie steht es mit den Kindern? Brauchen 3D-Filme eine gesonderte Kontrolle durch die FSK und abhängig von den immersiven Inhalten eine höhere Altersfreigabe?

Laut Variety wurde nun die 3D-Tieragenten-Komödie Cats & Dogs- Die Rache der Kitty Kahlohr in Schweden mit zwei Altersfreigaben veröffentlicht. Die plane 2D-Fassung hast keine Altersbeschränkung, die 3D-Fassung dürfen Kinder unter sieben Jahren nur in Begleitung Erwachsener sehen. Anki Dahlin, CEO der schwedischen Altersfreigabebehörde, hat zwei Teams eingesetzt, um die 2D und die 3D-Fassung zu prüfen. Mit der klaren Erkenntnis: „Diejenigen, die die 2D-Version gesehen haben, haben manche Effekte als nicht so stark empfunden wie diejenigen, die die 3D-Version gesehen haben. “

Natürlich reagiert die Filmindustrie mit Kontra, schließlich würde eine solche Einschränkung das potentielle Publikum der CashCow einschränken. Eric Broberg, Senior VP und General Manager von Disney in Skandinavien dazu: „Es ist wissenschaftlich nicht erwiesen, dass 3D gefährlicher sein soll. Es habe bis jetzt noch keine Kinos gegeben, die voll waren mit weinenden Kindern.“

Gefährlicher ist sicher das falsche Wort. Einen wissenschaftliche Untersuchung zum Thema 3D-FSK wurde im Rahmen des PRIME-Projektes an der HFF in Potsdam durchgeführt. Mit dem klaren Ergebnis, dass 3D-Inhalte für die Kinder aufregender sind. Voll mit weinenden Kindern waren die Kinos nicht, aber doch kommt es bei meinen Kinobesuchen immer wieder vor. Die Frage: hätte das Kind auch bei der 2D-Fassung geheult? Abgesehen davon, dass ich mein Kind unter 7 Jahren eh nicht allein ins Kino lassen würde, wundere ich mich vor allem, dass man mit einer 3D-FSK bei Cats & Dogs 2 anfängt und nicht beispielsweise bei „Drachenzähmen leicht gemacht“. Da mussten ein paar Kinder heulend aus dem Kino getragen werden…

Was denkt ihr? Brauchen 3D-Filme eine gesonderte Betrachtung in der FSK? Stimmt mit ab:

Bild © Warner Bros. · Alle Rechte vorbehalten.

4 Antworten
  1. Detlev Motz
    Detlev Motz says:

    Schon zu „Brigitte Bardot-Zeiten“ in den 60er-Jahren hielt ich die FSK für einen „Schmarren“. Ich kam mit 14 bereits in jeden Film den ich sehen wollte. Wir gingen zur Kirchentür der katholischen Kirche, und alle Filme „die den direkten Weg in die Hölle“ zeigten, besuchten wir zuerst in Isny/Allgäu. Eine FSK die „ab O Jahren“ vergibt kann ich aber überhaupt nicht für voll nehmen. Im Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ gab es Kinder, die sich auf den Schoß der Mutter verkrochen haben und geheult habe. Auch im Film „Christmas Carol“ von Disney verängstigte Kinder. Nachdem ich in den 3D-Filmen (leider) nicht mehr in der letzten Reihe sitzen kann, bekommt man das verstärkt mit. Ich finde schon, daß die FSK hier nachbessern müsste – auch wenn die Kinder mit uneinsichtigen Eltern den Film trotzdem anschauen müssen.

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  2. Gerold Marks
    Gerold Marks says:

    An der Kirchentür war die Blacklist der sündigen Filme ausgehangen? Guter Service der katholischen Kirche! 🙂

    Ja, Eine Weihnachtsgeschichte war auch ganz schon spooky und von adäquater Kinderunterhaltung ein ganzes Stück entfernt.

    Ich weiß gar nicht, ob sich die FSK bereits mit diesem Thema befasst hat, oft glaubt man in den Bewertungen Zugeständnisse an die Kinobetreiber und Verleiher zu entdecken. EIne weitere Instanz ist ja die Film- und Medienbewertung FBW, die beide von Dir erwähnten Filme allerdings mit einem Prädikat „besonders wertvoll“ auszeichneten. Ohne vernünftige Eltern scheint dort nichts zu gehen.

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  3. Elena
    Elena says:

    Das Problem ist doch eher, dass die Eltern ihre Kinder in Filme setzen, die für sie echt nicht geeignet sind. Selbst erlebt: Ein Vater nimmt seine 6jährige Tochter mit in StarTrek, abends um acht. Und das Gesetz erlaubt es, denn FSK 12 bedeutet ab 6 in Begleitung eines Erziehungsberechtigten.
    Leider kann man Kinder nicht vor ihren Eltern schützen.
    In meinen Augen muss beim FSK generell was passieren, nicht nur in 3D.

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    • Gerold Marks
      Gerold Marks says:

      Ich teile Deine Meinung. Die FSK berücksichtigt nur, dass die Kinder keinen Schaden nehmen. Natürlich gibt es Kinder, die etwas sensibler sind oder etwas mehr Spannung vertragen. Aber dass die Begleitung Erwachsener Filme für FSK 12 schon für 6-jährige zugänglich macht, ist ein Coup für die Filmbranche, nicht für die altersgerechte Freizeitgestaltung der Kinder.
      Da hilft vermutlich nur eine Medienerziehung.

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