Süddeutsche Zeitung- Magazin heute als mobile Augmented Reality-Ausgabe

Gehört Printerzeugnissen die Zukunft? Oder muss man Tageszeitungen und Magazine als digitale aktualisierbare Editionen auf Computer, Smartphone und iPad bringen? Die Süddeutsche hat sich auf das Experiment eingelassen und verknüpft das heute erschienene Süddeutsche Magazin mit Augmented Reality-Inhalten, kurz AR. Mit der Mobile-App für Smartphones Junaio der Firma Metaio erwachen einzelne Seiten des Magazins zum Leben. Und bringen erweiterte Inhalte des Magazins auf das Display von iPhone, Android und Co.

Hier ein kurzes Video mit den Redakteuren Till Krause und Marc Baumann die via iPhone das AR-Magazin vorführen:

http://www.youtube.com/watch?v=YKN7G9X9pIU

Der „Pressetext“ zum Video liest sich reißerischer als das Ergebnis letztlich ausfällt:

Das Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 33 (Erscheinungstermin 20.August 2010) präsentiert seinen Lesern ein Medien-Erlebnis, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Gemeinsam mit den Augmented Reality (AR) Spezialisten metaio wurde ein ganzes Heft mit multimedialen Inhalten angereichert, die über ein Smartphone abgerufen werden können. Damit ist das SZ-Magazin das erste Printmedium, das die gedruckte mit der mobilen und digitalen Welt auf konsequente Art kombiniert.

Ein ganzes Heft angereichert heißt: es gibt auf fünf Seiten einen Marker für eine AR-Interaktion. „Damit ist das SZ-Magazin das erste Printmedium, das die gedruckte mit der mobilen und digitalen Welt auf konsequente Art kombiniert“. Das ist etwas mißverständlich formuliert. In den USA gab es schon einige Experimente mit AR auf Print-Erzeugnissen, der Esquire brachte 2009 eine komplette AR-Ausgabe. Die SZ ist das erste deutsche Print-Erzeugnis, dass eine mobile AR-Applikation einsetzt.

Die Junaio- App funktioniert auf den verschiedenen Plattformen durchaus gut. Doch sind die angebotenen Inhalte nicht mehr als eine Spielerei mit wenig Informationsgehalt. Sandra Maischberger lugt hinter ihren Händen vor, Eurovisionssternchen Lena Meyer-Landrut legt man Sprechblasen in den Mund, der Bauer aus Garmisch-Partenkirchen sieht seine Weide als Olympia-Parkplatz, die Lösung des Kreuzwort-Rätsels wird gespoilert und die Illustration der Axel Hacke-Kolumne erscheint dimensionalisiert im Raum. Nichts, was man nicht durch gedruckten Text oder Bild auch hätte umsetzen können. Will sagen: der Weg zu erweiterten Inhalten und erweiterten Realitäten ist durchaus der richtige, allerdings gilt auch hier „Content is King“.

Die mobile App Junaio kann man hier herunterladen, die Süddeutsche gibt es samt Süddeutsche Magazin für 2,10 € an jedem Kiosk.

UPDATE: Trotz der Unterstützung Junaios von Android SDK 1.6 lässt sich der Süddeutsche Zeitung Magazin-Channel auf einem G1 mit SDK 1.6 nicht starten: „Your Phone currently does not support Glue.“. Schade.

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