IKEA hackt Kinofilme für Guerillawerbung

IKEA ist immer für frische virale Kampagnen und Guerillaktionen zu haben. Nach einer sehr gelungenen Facebook-Vernetzungs-Aktion, haben sie nun Kinofilme gehackt. Anscheinend gehören IKEA-Artikel zum bevorzugten Standard der Filmausstatter. Grandiose Vorlage. Nun einfach mit einer Taschenlampe samt Dia-Schablone (grafische Maskierungen, auch Gobos genannt) neben das Produkt im Film nur noch den Namen und den Preis einblenden. Aufgrund der hohen Wiedererkannbarkeit von Name, Typo und Satz ist sofort klar, dass es sich um ein IKEA-Produkt handelt. Einfach am Ende noch den Abspann mit dem IKEA-Logo eingeblendet, und am Ausgang die neuen Kataloge verteilt. Gingen weg wie frisches Popcorn. Seht selbst:

Gibt natürlich einen direkten Link zur berühmten IKEA-Szene aus Fight Club, in der Edward Norton auf dem Klo hockend seine perfekte Wohnwelt in Augmented Reality-Style zusammenträumt:

Erinnert mich auch stark an den Image-Fulgurator von Julius von Bismarck, der mit synchronsiertem Blitz Text oder Bilder auf Fotos bannt, die sonst nicht zu sehen sind.

Als Filmfreund wäre ich natürlich empört, schließlich habe ich für werbeunterbrechungsfreien Film bezahlt, ich bin ja nicht bei RTL 2. Aber ich finde die Idee und die Aktion so gelungen, dass ich sie mit einem Schmunzler absolut verkraftet hätte.

Chapeau, IKEA!

BTW, das im Film ist das Cinestar Original im Sony Center in Berlin, oder?

(Danke an Patmo für den Hinweis!)

4 Antworten
  1. Patrick Möller
    Patrick Möller says:

    Die Idee der Einblendungen ist eigentlich dem Film 39,90 entliehen (der es sicher auch nur irgendwo anders her „geklaut“ hat).

    Laut bisheriger Info-Stückchen, die mir zu diesem Clip untergekommen sind, wurde diese Aktion bislang nur in Österreichischen Kinos durchgeführt.

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  2. Gerold Marks
    Gerold Marks says:

    Den Film 39,90 hab ich mir aufgrund der schlechten Kritiken geklemmt, dabei ist das Buch doch in unserem Studiengang Pflichtlektüre. Ich dachte aufgrund des Titels auch Österreich, aber die Rolltreppe, die Galerie und die Eingänge sehen exakt aus wie Cinestar OV. Haben die Footagematerial verwendet, oder sieht das multigeplext einfach überall gleich aus?

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  3. Jack Snyder
    Jack Snyder says:

    Die Idee ist lustig, aber der Gedanke, sowas könnte tatsächlich Einzug halten. Da gruselt es mich förmlich vor.
    Mitunter finde ich das Produktplacement in diversen Hollywoodstreifen bereits teilweise sehr übertrieben, auch wenn man noch nicht Produktname und Preis einblendet.

    Die Endszene mit den Katalogen war im übrigen am Cinestar Cubix gedreht worden, der Anfang sieht tatsächlich sehr nach Sony Center aus .

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  4. Gerold Marks
    Gerold Marks says:

    Nicht , dass ich falsch verstanden werde- ich fand die Aktion unterhaltsam. Als zeitlich begrenzten Einsatz für die Promotion eines Artikels, in diesem Fall der Katalog. Das ist definitiv kein Modell für den ständigen Einsatz zum betonten Productplacement. Das wäre dann wirklich hochgradig ärgerlich.

    Weißt Du, ob die Aktion auch in Berlin stattfand, oder sie dort nur gedreht haben?

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